Titan(IV)-iodid

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Strukturformel
Strukturformel von Titan(IV)-iodid
Allgemeines
Name Titan(IV)-iodid
Andere Namen

Titantetraiodid

Summenformel TiI4
CAS-Nummer 7720-83-4
PubChem 111328
Kurzbeschreibung

rotbrauner Feststoff[1]

Eigenschaften
Molare Masse 555,49 g·mol−1
Aggregatzustand

fest[1]

Dichte

4,3 g·cm−3 (25 °C)[1]

Schmelzpunkt

150 °C[1]

Siedepunkt

377 °C[2]

Löslichkeit

löst sich in Wasser unter hydrolytischer Zersetzung[2]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [1]
05 – Ätzend

Gefahr

H- und P-Sätze H: 314
P: 280​‐​305+351+338​‐​310 [1]
EU-Gefahrstoffkennzeichnung [3][1]
Ätzend
Ätzend
(C)
R- und S-Sätze R: 34​‐​37
S: 26​‐​36/37/39​‐​45
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.
Vorlage:Infobox Chemikalie/Summenformelsuche vorhanden

Titan(IV)-iodid ist eine anorganische chemische Verbindung des Titans aus der Gruppe der Iodide.

Gewinnung und Darstellung[Bearbeiten]

Titan(IV)-iodid kann durch Reaktion von Titan mit Iod gewonnen werden.[2]

\mathrm{Ti + 2 \ I_2 \longrightarrow TiI_4}

Alternativ kann es mit Hilfe von Aluminium(III)-iodid aus Titanoxiden

\mathrm{3 \ TiO_2 + 4 \ AlI_3 \longrightarrow 3 \ TiI_4 + 2 \ Al_2O_3}

oder durch Reaktion von Titan(IV)-chlorid mit Iodwasserstoff gewonnen werden.[2]

\mathrm{TiCl_4 + 4 \ HI \longrightarrow TiI_4 + 4 \ HCl}

Eigenschaften[Bearbeiten]

Titan(IV)-iodid ist ein rotbrauner, an der Luft stark rauchender Feststoff.[1] Es kristallisiert oktaederförmig in der Raumgruppe Pa3 (a = 1202 pm). Beim längeren Aufbewahren unter 125 °C erfolgt eine Umwandlung in eine andere, hexagonale Modifikation (a = 797,8 pm, c = 1968 pm).[2][4] Titan(IV)-iodid ist eine starke Lewis-Säure und bildet mit Lewis-Basen (z. B. mit Ethern und Aminen) sehr stabile Addukte.[5]

Verwendung[Bearbeiten]

Titan(IV)-iodid wird bei der chemischen Gasphasenabscheidung von Titannitridfilmen mit optimierten Parametern verwendet.[1]

Titan(IV)-iodid bildet sich zwischenzeitlich bei der Herstellung von sehr reinem Titan im Van-Arkel-de-Boer-Verfahren.[5]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e f g h i Datenblatt Titanium(IV) iodide, anhydrous, powder, 99.99% trace metals basis bei Sigma-Aldrich, abgerufen am 6. August 2012 (PDF).
  2. a b c d e Georg Brauer; Handbuch der präparativen anorganischen Chemie, Band 2, S. 1350; ISBN 3-432-87813-3.
  3. Seit dem 1. Dezember 2012 ist für Stoffe ausschließlich die GHS-Gefahrstoffkennzeichnung zulässig. Bis zum 1. Juni 2015 dürfen noch die R-Sätze dieses Stoffes für die Einstufung von Gemischen herangezogen werden, anschließend ist die EU-Gefahrstoffkennzeichnung von rein historischem Interesse.
  4. Erik G. M. Tornqvist, Willard F. Libby: Crystal structure, solubility, and electronic spectrum of titanium tetraiodide. In: Inorganic Chemistry. 18, 1979, S. 1792–1796, doi:10.1021/ic50197a013.
  5. a b  Hans P. Latscha, Helmut A. Klein: Anorganische Chemie. Springer DE, 2002, ISBN 3-540-42938-7, S. 394 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).