toi, toi, toi

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel behandelt den Ausspruch toi, toi, toi, das Glücksspiel ToiToiToi der österreichischen Lotterien wird hier behandelt.

Der Ausspruch toi, toi, toi (zunächst norddeutsch, seit dem 19. Jh. belegt), der heute meist als Glückwunsch im Sinne von „Es möge gelingen“ verstanden wird, beruht auf einem Gegenzauber gegen den Neid böser Geister. Um sie durch einen Glückwunsch nicht herbeizurufen, war es üblich, die Formel „unberufen“ hinzuzufügen und durch dreimaliges Ausspucken[1], Klopfen auf Holz oder ähnliche Handlungen die Schutzwirkung zu bekräftigen. Der Ausspruch „toi, toi, toi“ entstand als lautmalerischer Ersatz für das Ausspucken, das seit dem 18. Jahrhundert zunehmend als unanständig empfunden wurde.

Auch heute noch wird er gelegentlich durch ein „unberufen“ und Klopfen auf Holz begleitet, wobei der Brauch des Klopfens auf Holz von der Mutter des Kaisers Konstantin stammt, die nach der Anerkennung des Christentums durch ihren Sohn als (neue) Staatsreligion in das Heilige Land gefahren ist und dort – ca. 300 Jahre nach Christi Tod! – nicht nur "das Grab des HERRN" sondern auch noch den Querbalken von dessen Kreuz gefunden (und dann als Reliquie nach Konstantinopel mitgenommen) habe, indem sie gegen das seit der gründlichen Zerstörung Jerusalems durch die Römer in Hülle und Fülle rumliegenden Holz geklopft und so den »richtigen« Balken gefunden habe.

Es kommt als möglicher Ursprung des Ausrufs auch eine dreimalige, verkürzte Nennung des Teufels in Betracht. Das Schwäbische Wörterbuch führt eine Redensart auf: „No kommt mer in ’s Teu-Teu-Teufelskuchen bey ihm“.

Besonders am Theater hat sich der Brauch erhalten, so den Schauspielern Erfolg beim bevorstehenden Auftritt zu wünschen. Traditionell soll dies jeweils über die linke Schulter, nicht die rechte, geschehen, und es soll sich der Schauspieler dafür nicht bedanken, weil dies Unglück bringe.

Verbreitung fand die Redewendung auch in einem deutschen Schlager in den 1930er Jahren.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Adelgard Perkmann: berufen, beschreien, in: Handwörterbuch des deutschen Aberglaubens, Band 1, unveränderter photomechanischer Nachdruck der Ausgabe von 1927, Walter de Gruyter, Berlin, New York 1987, Spalte 1096–1102
  • Lutz Röhrich: Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten, Band 5, Freiburg, Basel, Wien 1999, Seite 1629–1630 (Lemma toi-toi-toi)

Weblinks[Bearbeiten]

 Wiktionary: toi, toi, toi – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Schauspielschule Krauss

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. schon in der Antike belegt: Plinius der Ältere: Naturalis historia (Die Naturgeschichte): 28. Buch, Kap.4 (S.481 unten)