Tory

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Tory (Begriffsklärung) aufgeführt.

Ein Tory (englisch [ˈtɔːri], Mehrzahl Tories, Mehrzahl deutsch auch Torys) ist ein Unterstützer des Konservatismus im Vereinigten Königreich mit seiner positiven Haltung zur britischen Monarchie. Ursprünglich waren dies die Gegenspieler der liberalen Whigs in Großbritannien, die sich von einer losen Gruppierung (Court Party, zu Deutsch Hofpartei) zur sogenannten Tory Party entwickelten.

Geschichte der ursprünglichen Tories[Bearbeiten]

Die Begriffe Tory und Whig kamen 1679 auf, als der spätere König Jakob II. durch die Exclusion Bill von der Thronfolge ausgeschlossen werden sollte, da er Katholik war. Im Gegensatz zu den Whigs wollten die Tories keinen Ausschluss von der Thronfolge, womit sie auch die Meinung des damaligen Königs Karl II. vertraten. Infolge der Glorious Revolution 1688/89 näherten sich die Tories den Whigs etwas an, so dass sie nun auch eine gemäßigtere, konstitutionelle Monarchie anstrebten. Unter Königin Anne traten die Tories zunehmend für die Anglikanische Kirche ein. Da sie sich bei der Frage um die Nachfolge von Anne gegen den späteren König Georg I. entschieden, verloren die Tories an Einfluss gegenüber den Whigs, beide Parteien hörten schließlich auf, als eigenständige Gruppierung zu existieren. Eine neue Tory Party mit William Pitt dem Jüngeren an der Spitze wurde 1783 gegründet.[1]

Weitere Verwendungen des Begriffes[Bearbeiten]

Heute werden vor allem die Mitglieder der Konservativen Partei des britischen Parlaments bzw. deren Anhänger und Sympathisanten Tories genannt. Auch die Konservativen in Kanada werden gemeinhin als „Tories“ bezeichnet, heute vor allem die Anhänger der Konservativen Partei. Vor und während des amerikanischen Unabhängigkeitskrieges wurden auch die Anhänger der Monarchie und des Königs von England in den nordamerikanischen Kolonien als „Tories“ oder auch als Loyalisten bezeichnet.

Wortherkunft[Bearbeiten]

Die genaue Wortherkunft ist nicht völlig geklärt, dennoch ist mancherorts zu lesen, der Name sei eine Verschleifung des irischen Rufes: „Tar a rí“, was „Komm, oh König“ bedeutet; dies war der Kampfruf der Anhänger („Kavaliere“) König Karls I. von England im Englischen Bürgerkrieg.[2] Wissenschaftliche Quellen leiten das Wort vom mittelirischen Wort tóraidhe, neuirisch tóraí — „Gesetzloser“, „Räuber“, aus dem irischen tóir, „Verfolgung“ her, da Gesetzlose „verfolgte Männer“ waren.[3] Ein Tory war ursprünglich im 17. Jahrhundert ein von englischen Siedlern enteigneter irischer Bauer, der dann raubend umherzog.[4] Der Begriff bezeichnete entrechtete Verlierer, die ihrerseits kein Recht mehr achteten.

Literatur, Belletristik[Bearbeiten]

Der „Barock-Zyklus“ von Neal Stephenson: In den drei aufeinanderfolgenden Bänden Quicksilver, Confusion und Principia wird die Epoche von 1655 bis 1714 mit ihren politischen, gesellschaftlichen, wirtschaftlichen, kulturellen, wissenschaftlichen und technischen Umwälzungen auf insgesamt über 3000 Seiten in mehreren parallelen, miteinander verwobenen Handlungssträngen dargestellt. Beginnend mit dem zweiten, jedoch insbesondere im dritten Band spielt sich die Handlung zunehmend vor dem Hintergrund der widerstreitenden politischen Strömungen der Whigs und Tories in London ab.

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Artikel in der Encyclopaedia Britannica über Whigs und Tories
  2. So mit Wirkung auf den deutschen Sprachraum Georg Quabbe, Tar a Ri. Variationen über ein konservatives Thema, Berlin 1927.
  3. Eintrag "Tory" aus Websters New World Dictionary & Thesaurus, version 2.0 for PC, 1998; Eintrag "Tory" aus Answers.com online dictionary
  4. Tory. In: Oxford English Dictionary. Abgerufen am 20. Juni 2014.