Touriga Nacional

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Touriga Nacional ist eine autochthone Rotweinsorte aus Portugal. Traditionelle Anbaugebiete sind das Douro-Tal, aber auch Gebiete im Dão und im Alentejo. Die Touriga Nacional wurde entlang des Douro vorwiegend für die Portweinproduktion in großen Mengen angebaut. Die eher ertragsarme Rebsorte wird aber auch für die gewöhnliche Weinproduktion verwendet. Ende der 1990er Jahre betrug die bestockte Rebfläche in Portugal ca. 2.760 Hektar. Kleinere Bestände sind auch in Australien, Südafrika und in den Vereinigten Staaten bekannt.

Die Methode der Reberziehung hat starken Einfluss auf die Entwicklung dieser Rebsorte. Gute Ergebnisse werden nur mit der Guyot-Erziehung und starkem Rückschnitt erzielt. Die aus der Touriga Nacional erzeugten Weine sind tanninreiche, geschmackvolle Rotweine mit einem hohen Alkoholgehalt, einer dunklen Farbe, einer ausbalancierten Säurestruktur, komplexen Würznoten und harzigen Aromen. Eine DNA-Analyse zeigte eine nähere Verwandtschaft zur portugiesischen Rebsorte Tinta Barroca [1].

Beste Erzeugnisse sind von ausgezeichneter Qualität und eignen sich als ausgesprochene Lagerweine mit hohem Reifepotenzial für körperreiche Weine.

Die Trauben sind klein, von unterschiedlicher Größe, rund und hartschalig. Touriga Nacional ist eine Varietät der Edlen Weinrebe (Vitis vinifera). Sie besitzt zwittrige Blüten und ist somit selbstfruchtend. Beim Weinbau wird der ökonomische Nachteil vermieden, keinen Ertrag liefernde, männliche Pflanzen anbauen zu müssen.

Siehe auch die Artikel Weinbau in Portugal, Weinbau in Australien und Weinbau in den Vereinigten Staaten (Kalifornien, Virginia, New Jersey und Maryland) sowie die Liste der Rebsorten.

Synonyme[Bearbeiten]

Touriga Nacional ist auch unter den Namen Bical Tinto, Mortagua, Mortagua Preto, Preto Mortagua, Tinta Mortagua, Toiriga, Touriga, Touriga Fina, Touriga femea, Tourigao, Tourigo, Tourigo Antigo, Tourigo do Dão, Touriva, Turiga und Turiva bekannt.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. CHARACTERIZATION OF PORTUGUESE GRAPEVINE CULTIVARS USING RANDOM AMPLIFIED POLYMORPHIC DNA MARKERS von F. Leal, I. Castro, H. Guedes-Pinto, O. Pinto-Carnide, J.M. Ortiz und J.P. Martãn

Literatur[Bearbeiten]

  •  Pierre Galet: Dictionnaire encyclopédique des cépages. 1. Auflage. Hachette Livre, 2000, ISBN 2-0123633-18.
  •  Richard Mayson: Port and the Douro. 1. Auflage. Hachette Livre, 2004, ISBN 978-1-84000-943-9.
  •  Wolfgang Hubert, David Schwarzwälder: Portugal und seine Weine. 2. Auflage. Hallwag, Gräfe und Unzer Verlag, München, 2008, ISBN 978-3-8338-0641-4.

Weblinks[Bearbeiten]