Trätzhof

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Trätzhof ist ein Dorf im Landkreis Fulda (Osthessen), seit 1973 zum Fuldaer Stadtteil Maberzell gehörend.

Gegründet wurde der Trätzhof 1938 infolge der Umsiedlungspolitik der Nationalsozialisten. Auf dem Ortsgebiet befand sich zuvor eine Domäne (früher im Besitz des Fuldaer Jesuitenkollegs), auf der Dalherdaer Landwirte angesiedelt wurden, die wegen der Anlegung des Truppenübungsplatzes Wildflecken ihr Dorf Dalherda in der Rhön verlassen mussten. Dieser jüngste und wegen der Herkunft seiner Bewohner einzige Ortsteil mit evangelischer Mehrheitsbevölkerung erhielt kriegsbedingt erst 1956 eine Kirche, die Matthäus-Kirche.

Rund 220 der 1000 Einwohner Dalherdas sollen sich für die Umsiedelung für den Trätzhof und damit für den Umzug aus der Rhön in die Nähe der Stadt Fulda entschieden haben. Die ersten 30 Häuser in dem neuen Dorf glichen sich in ihrer Architektur und ermöglichten denjenigen, die Landwirtschaft in Dalherda betrieben haben, dies weiterhin zu tun. So bekamen sie Äcker und Felder in einer Größe von ein bis fünf Hektar zugewiesen. Bis Ende des Jahres 1938 wurden 32 Familien umgesiedelt, die allerdings unfertige Häuser vorfanden, in denen die Bauarbeiten noch nicht abgeschlossen waren. Ebenso waren die Straßen noch unbefestigt. Im Laufe der Jahre verändert sich das Ortsbild grundlegend. So wurden eine Schule und eine evangelische Kirche gebaut. Bis 2013 ist Trätzhof von 32 auf 93 Wohnhäuser angewachsen, ohne seinen dörflichen Charakter zu verlieren. Heute leben dort 350 Einwohner.[1]

Literatur[Bearbeiten]

  • Michael Mott: Vom Niedergang einer ehemaligen Naturidylle / Trostloses Umfeld von elf geschützten Kastanienbäumen am Trätzhof, in: Fuldaer Zeitung, 26. Juli 1990, S. 10 (Serie: DENK-mal!).

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Der Trätzhof wird 75 Jahre alt, Fuldaer Zeitung vom 14. August 2013

Weblinks[Bearbeiten]

Teil der Homepage der Stadt Fulda zu Trätzhof