Trichostatin A

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Strukturformel
Strukturformel von Trichostatin A
Allgemeines
Name Trichostatin A
Andere Namen
  • [R-(E,E)]-7-[4-(Dimethylamino)phenyl]-N-hydroxy-4,6-dimethyl-7-oxo-2,4-heptadienamid
  • TSA
Summenformel C17H22N2O3
CAS-Nummer 58880-19-6
PubChem 444732
Eigenschaften
Molare Masse 302,37 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Löslichkeit

löslich in Ethanol[1]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [1]
07 – Achtung

Achtung

H- und P-Sätze H: 302​‐​312​‐​315​‐​317​‐​319​‐​332Vorlage:H-Sätze/Wartung/mehr als 5 Sätze​‐​335
P: 261​‐​280​‐​305+351+338 [1]
EU-Gefahrstoffkennzeichnung [2][1]
Gesundheitsschädlich
Gesundheits-
schädlich
(Xn)
R- und S-Sätze R: 20/21/22​‐​36/37/38​‐​43
S: 26​‐​36
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.

Vorlage:Infobox Chemikalie/Summenformelsuche vorhanden

Trichostatin A (TSA) ist ein gegen Pilze wirksames Antibiotikum aus dem Bakterium Streptomyces platensis[3] und blockiert selektiv die Klasse I- und Klasse II- Histon-Deacetylasen (HDAC) von Säugetieren; aber nicht HDAC der Klasse III/ Sirtuine.[4]

TSA blockiert außerdem den eukaryontischen Zellzyklus während des Beginns der Zellteilung.

TSA kann genutzt werden, um die Genexpression zu beeinflussen, indem Acetylgruppen an Histonen entfernt werden und so Transkriptionsfaktoren Zugang zu zuvor verplombten Promotorsequenzen erhalten. Da in Krebszellen häufig Histon-Deacetylasen aktiv sind, die in Körperzellen abgeschaltete Gene aktivieren, besitzt das Trichostatin A Potential als Krebsmedikament.[5] Eine Theorie zum Wirkmechanismus von TSA besagt, dass das Antibiotikum die Expression von Apoptose-Genen hochreguliert und so die Überlebenswahrscheinlichkeit von Krebszellen senkt.[6] Andere Theorien sehen das TSA als Induktor der Zelldifferenzierung, was einen Wachstumsstop der ansonsten dedifferenzierten und somit teilungsfähigen Krebszellen bewirkt.

In klinischen Untersuchungen wird Trichostatin A bislang kaum eingesetzt.[7]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d Datenblatt Trichostatin A, ≥98% (HPLC), from bei Sigma-Aldrich, abgerufen am 28. Juni 2012 (PDF).
  2. Seit 1. Dezember 2012 ist für Stoffe ausschließlich die GHS-Gefahrstoffkennzeichnung zulässig. Bis zum 1. Juni 2015 dürfen noch die R-Sätze dieses Stoffes für die Einstufung von Gemischen herangezogen werden, anschließend ist die EU-Gefahrstoffkennzeichnung von rein historischem Interesse.
  3. Informationen zu Trichostatin A bei AppliChem
  4.  Vanhaecke T., Papeleu P., Elaut G., Rogiers V.: Trichostatin A - like Hydroxamate Histone Deacetylase Inhibitors as Therapeutic Agents: Toxicological Point of View. In: Current Medicinal Chemistry. 11, Nr. 12, 2004, S. 1629–1643, doi:10.2174/0929867043365099, PMID 15180568.
  5.  Daryl C Drummond, Charles O Noble, Dmitri B Kirpotin, Zexiong Guo, Gary K Scott, Christopher C Benz: Clinical development of histone deacetylase inhibitors as anticancer agents. In: Annual review of pharmacology and toxicology. 45, 2005, S. 495–528, doi:10.1146/annurev.pharmtox.45.120403.095825, PMID 15822187.
  6.  Sharmila Shankar, Rakesh K. Srivastava: Histone Deacetylase Inhibitors: Mechanisms and Clinical Significance in Cancer: HDAC Inhibitor-Induced Apoptosis. In: Programmed Cell Death in Cancer Progression and Therapy (= Advances in Experimental Medicine and Biology. 615). Springer Netherlands, Dordrecht 2008, ISBN 978-1-4020-6553-8, S. 261–298, doi:10.1007/978-1-4020-6554-5_13, PMID 18437899.
  7. ClinicalTrials.gov: Trichostatin A