Trousseau

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Dieser Artikel befasst sich mit der Rebsorte Trousseau. Für weitere Bedeutungen siehe Trousseau (Begriffsklärung).
Bastardo (Trousseau) im Buch von Viala & Vermorel

Trousseau ist eine im Jura beheimatete rote Rebsorte. Selbst dort befindet sie sich in starkem Rückgang, weil sie von den populäreren Sorten Pinot Noir sowie Chardonnay verdrängt wird. In Portugal und Spanien ist die Sorte unter dem Namen Bastardo bekannt und wird in der spanischen Region Galicien als Merenzao oder Maria Ardoña bezeichnet. Kleine Bestände sind auch in Argentinien (Pinot Grit de Rio Negro), Australien (Gros Cabernet: 250 ha) und Südafrika (188 ha) bekannt. Ende der 1990er Jahre lag der weltweite Bestand bei ca. 4700 Hektar. Kleinste Bestände sind auch in der Schweiz bekannt (0,06 Hektar, Stand 2009, Quelle: Office fédéral de l'agriculture OFAG [1]).

Eine breit angelegte DNA-Analyse ergab, dass die Sorte Tressot eine wahrscheinlich natürliche Kreuzung der Rebsorten Duras und Petit Verdot ist.[2] Damit läge auch fest, dass es sich beim Trousseau um eine in Frankreich autochthone Sorte handelt, die vermutlich aus dem Südwesten des Landes stammt. Tressot ist zum einen eine eigenständige Sorte, aber auch ein Synonym für den Trousseau.

Die Erträge sind unregelmäßig und schwach. Die Traube ist sehr zuckerreich und säurearm. Der Wein zeigt eine stark kirschrote Farbe und erinnert an rote Waldfrüchte. Im Verschnitt mit der Sorte Poulsard ergeben sich sehr feine Rotweine.

Die in Kalifornien bekannte Rebsorte Trousseau Gris ist eine Mutation des Trousseaus.

Siehe auch: Weinbau in Frankreich, Weinbau in Spanien, Weinbau in Portugal, Weinbau in Argentinien sowie die Liste der Rebsorten.

Ampelographische Sortenmerkmale[Bearbeiten]

In der Ampelographie wird der Habitus folgendermaßen beschrieben:

  • Die Triebspitze ist offen. Sie ist nur weißwollig behaart, mit leicht rötlichfarbenem Anflug. Die grüngelblichen Jungblätter sind leicht flaumig behaart.
  • Die großen Blätter sind fünflappig und mitteltief gebuchtet. Die Stielbucht ist lyrenförmig offen. Das Blatt ist mittelgrob gezahnt. Die Blattoberfläche (auch Spreite genannt) ist blasig derb. Im Herbst verfärbt sich das Laub vollständig rot.
  • Die walzenförmige Traube ist klein, geschultert und dichtbeerig. Die leicht ovalen Beeren sind klein und von bläulich-schwarzer Farbe.

Die Rebsorte reift ca. 20 Tage nach dem Gutedel und gilt somit als mittelspät reifend. Sie treibt recht spät aus und entgeht somit den Spätfrösten. Sie ist anfällig gegen die Anthraknose und die Rohfäule. Außerdem ist die Sorte aufgrund ihrer schlechten Holzreife nicht sehr winterfrostfest.

Synonyme[Bearbeiten]

Trousseau ist unter den Synonymen Bastardinho, Bastardo (in Portugal), Bastardo dos Frados, Bolonio, Capbreton Rouge, Chauche Noir, Cruchenton Rouge, Donzelino de Castille, Gros Cabernet, Malvoisie Noire, Maria Ardoña, Merenzao, Pardinho, Pinot Gris de Rio Negro (in Argentinien), Sémillon Rouge, Tresseau, Tressot (jedoch nicht mit der Rebsorte Tressot zu verwechseln), Triffault, Troussé, Trousseau Noir, Troussot und Trusseau bekannt.

Andere Bedeutung[Bearbeiten]

In der Medizin ist das Trousseau-Zeichen als bestimmte Handstellung (= Pförtchenstellung der Hand) bei Störung der Elektrolyte - Hypokalziämie - bekannt. Als Trousseau-Syndrom wird eine paraneoplastische Phlebothrombose bezeichnet.

Als Trousseau bezeichnet man auch die Aussteuer beziehungsweise Ausstattung einer Braut.[3]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Das Weinjahr 2009 (PDF), Herausgeber Office fédéral de l'agriculture OFAG
  2. J.E. Bowers, R. Siret, and C.P. Meredith: A SINGLE PAIR OF PARENTS PROPOSED FOR A GROUP OF GRAPEVINE VARIETIES IN NORTHEASTERN FRANCE (PDF)
  3. http://www.duden.de/rechtschreibung/Trousseau

Literatur[Bearbeiten]