Uato-Lari

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Uato-Lari (Begriffsklärung) aufgeführt.
Uato-Lari
Uato-Lari (Osttimor)
Uato-Lari
Uato-Lari
Koordinaten 8° 49′ S, 126° 32′ O-8.8211111111111126.53361111111Koordinaten: 8° 49′ S, 126° 32′ O
Viqueque cities rivers.png
Basisdaten
Staat Osttimor

Distrikt

Viqueque
Subdistrikt Uato-Lari
Suco Matahoi
Höhe 502 m

Uato-Lari (Watu-Lari, Watulari, Hato-Lari, Uatolari, Uatolári, Uatulari, Uatu-Lari) ist ein osttimoresischer Ort im Subdistrikt Uato-Lari (Distrikt Viqueque). In der der portugiesischen Kolonialzeit hieß der Ort zeitweise Leça.

Geographie[Bearbeiten]

Der Ort Uato-Lari liegt im Südwesten des gleichnamigen Subdistrikts

Uato-Lari liegt im Südosten Timors im Suco Matahoi, etwa 26 km in Luftlinie östlich von der Distrikthauptstadt Viqueque und etwa 92 km südöstlich von der Landeshauptstadt Dili auf einer Meereshöhe von 502 m. In Uato-Lari gibt es eine Grundschule, eine prä-sekundäre Schule, eine Sekundärschule, eine Polizeistation, einen Hubschrauberlandeplatz und ein kommunales Gesundheitszentrum.

Geschichte[Bearbeiten]

1976 war die Region ein Rückzugsgebiet der FALINTIL, die gegen die indonesischen Invasoren kämpfte. In Uato-Lari gründete sie eine Base de apoio, eine Widerstandsbasis, die Zuflucht für Flüchtlinge aus Ossu, Viqueque, Uato-Lari und Uatucarbau bot. Später wurde die Basis von den Indonesiern zerstört.[1]

Flüchtlinge in Osttimor nach der Parlamentswahl 2007.[2]

Nach der Vernichtung der letzten Widerstandsbasis der FALINTIL am Matebian im November 1978 wurden in Uato-Lari jene interniert, die sich den indonesischen Besatzern ergeben hatten. Jeden Tag starben hier Menschen. Zwei Wochen später wurden die Internierten zu Fuß oder mit dem Lastwagen nach Viqueque verlegt.[1] Weitere Umsiedlungslager gab es Ende 1979 noch in Afaloicai (Suco Babulo) und Vessoru. Zwischen November 1978 und März 1979 wurden in der Internierung in Uato-Lari mindestens 140 Personen ermordet, beziehungsweise verschwanden. Die meisten Hinrichtungen fanden in März/April 1979 an verschiedenen Orten in Uato-Lari statt. Durch die Internierten und Flüchtlinge stieg die Zahl der Einwohner Uato-Laris zwischen 1970 und 1980 von Uatu-Lari 13.911 auf 14.683 um 5,5 %. 1981 wurden mehrere hundert Familien aus Uato-Lari und anderen Teilen Viqueques nach Atauro deportiert. Viele von ihnen starben dort, bis das Rote Kreuz 1982 begann Hilfe zu leisten. 1985/86 durften die Deportierten nach Timor zurückkehren.[1][3]

Nach den Präsidentschaftswahlen in Osttimor 2012 wurde ein Haus in Uato-Lari niedergebrannt.[4] Am 10. Unabhängigkeitstag, am 20. Mai, wurden die Feiernden überfallen. Ein 20-jähriger wurde getötet und sieben Häuser niedergebrannt. Vier Verdächtige wurden festgenommen.[5] Nach den Parlamentswahlen 2012 kam es zunächst in Dili zu Ausschreitungen, bei denen ein Student aus Uato-Lari von einem Polizisten erschossen wurde. Als sein Leichnam in seine Heimat gebracht wurde, wurde die Polizeistation in Uato-Lari angegriffen und vier Polizeiwagen verbrannt.[6][7][8]

Söhne und Töchter[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c „Chapter 7.3 Forced Displacement and Famine“ (PDF; 1,3 MB) aus dem „Chega!“-Report der CAVR (englisch)
  2. Internal Displacement Monitoring Centre (PDF; 464 kB)
  3. „Chapter 7.2 Unlawful Killings and Enforced Disappearances“ (PDF; 2,5 MB) aus dem „Chega!“-Report der CAVR (englisch)
  4. Fundaisaun Mahein: The Everlasting Trouble in Uatulari, 24. April 2012
  5. Diario Nacional: One person killed and seven houses set on fire, 23. Mai 2012
  6. East Timor Legal Blogspot: Police officer who shot dead Armindo Pereira Alves suspended, 20. Juli 2012, abgerufen am 21. Juli 2012
  7. East Timor Legal Blogspot: Uatulari Police station attacked, 20. Juli 2012, abgerufen am 21. Juli 2012
  8. Radio Timor-Leste: PNTL and UN Police cars destroyed in Uatulari, 20. Juli 2012
  9. International Crises Group: Timor-Leste’s Elections: Leaving Behind a Violent Past?, Update Briefing, Asia Briefing N°134, Dili/Jakarta/Brussels, 21 February 2012 (PDF; 1,4 MB)