Viqueque

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Viqueque (Begriffsklärung) aufgeführt.
Viqueque
Viqueque (Osttimor)
Viqueque
Viqueque
Koordinaten 8° 51′ S, 126° 22′ O-8.8575126.36472222222Koordinaten: 8° 51′ S, 126° 22′ O
Viqueque cities rivers.png
Basisdaten
Staat Osttimor

Distrikt

Viqueque
Subdistrikt Viqueque
Suco Caraubalo, Uma Uain Craic, Uma Quic, Uai-Mori
Höhe 140 m
Einwohner 6078 (2010)
Marktstraße in Viqueque
Marktstraße in Viqueque

Das osttimoresische Viqueque (tetum Vikeke, in alten Quellen: Biquaque) ist die Hauptstadt des gleichnamigen Subdistrikts Viqueque und des Distrikts Viqueque. Der Name leitet sich von der alten Bezeichnung „We Keke“ ab. We bedeutet „Wasser“, Keke „Armreif“.[1]

Geographie[Bearbeiten]

Klimadiagramm[2]

Die Stadt liegt im Südosten Timors am Fluss Cuha, etwa 44 km in Luftlinie direkt südlich von Baucau und etwa 95 km südöstlich von der Landeshauptstadt Dili. Die Meereshöhe beträgt 140 m. Auf der Straße sind es über Baucau 183 km bis Dili. Das Zentrum vom Ort liegt im Suco Caraubalo, eine weitere Reihe Dörfer und Siedlungen umgeben aber das Zentrum, so dass sich das Siedlungsgebiet bis in die Sucos Uma Uain Craic, Uma Quic und Uai-Mori ausdehnt. Hier gibt es eine Vorschule, vier Grundschulen, zwei prä-sekundäre Schulen und eine Sekundärschule (Escola Secundaria Calissa). Außerdem befindet sich hier eine Polizeistation, ein kommunales Gesundheitszentrum und zwei Hubschrauberlandeplätze, etwas südlich liegt in Uma Quic ein Flugfeld.[3] Die Kirche Viqueques ist der Unbefleckten Empfängnis Marias geweiht.

Einwohner[Bearbeiten]

Traditionelle Tracht

In Viqueque leben 6.078 Menschen (2010).[4]

Geschichte[Bearbeiten]

Blick auf Viqueque

Viqueque war ursprünglich ein traditionelles Reich Timors, das von einem Liurai regiert wurde. Es erscheint auf einer Liste von Afonso de Castro, einem ehemaligen Gouverneur von Portugiesisch-Timor, der im Jahre 1868 in einer Liste 47 Reiche aufführte.[5][6]

Der Dominikaner Manuel de Santo António ließ sich um 1700 im benachbarten Reich Luca nieder und bekehrte erfolgreich die Herrscher der Region zum Christentum, darunter Mateus da Costa, dem Liurai von Viqueque.[7]

1708 ließ der portugiesische Gouverneur Jácome de Morais Sarmento Mateus da Costa verhaften und erniedrigte ihn. Der Liurai war dem Gouverneur „zu unabhängig“ vorgekommen und sollte ersetzt werden. Domingos da Costa, der Herrscher der Topasse, belagerte daraufhin die koloniale Hauptstadt Lifau bis 1709 Manuel de Santo António ihn zur Beendigung überreden konnte. Gouverneur Manuel de Souto-Maior, der Nachfolger von Morais Sarmento, rehabilitierte Dom Mateus wieder.[8][9]

Während der Rebellion von Cowa 1868 unterstützte Viqueque die portugiesischen Kolonialherren mit eigenen Truppen.[10]

Von Watu-Lari aus dehnte sich 1959 eine der letzten großen Rebellionen gegen die portugiesische Kolonialherrschaft auf die benachbarten Gebiete aus. Während der Viqueque-Rebellion kamen etwa 1.000 Timoresen ums Leben. Die Anführer des Aufstands wurden nach Afrika in die Verbannung geschickt. Geschürt war die Rebellion durch Indonesier worden, die in Portugiesisch-Timor Asyl gefunden hatten und dann in Watu-Lari angesiedelt worden waren. Ob es sich bei ihnen um indonesische Separatisten oder Agenten handelte, ist nicht gesichert geklärt.[10][11]

Im Oktober 1986 gelang es der gegen die indonesische Besatzung kämpfende osttimoresische FALINTIL die Stadt Viqueque für einige Tage zu besetzen.[12]

Am 30. März 2007 kam es in Viqueque nach einer Wahlkampfveranstaltung des Premierministers José Ramos-Horta zu den Präsidentschaftswahlen zu Zusammenstößen zwischen seinen Anhängern und Anhängern der bisher dominierenden Partei FRETILIN. Dabei wurden 20 Menschen verletzt. Wer begonnen hat, ist nicht bekannt.

Am 3. Juni 2007, wurde bei einer Wahlkampfveranstaltung zu den Parlamentswahlen 2007 von Ex-Präsident Xanana Gusmão einer seiner Anhänger erschossen. Täter waren angeblich außer Dienst gestellte Angehörige der Polizei PNTL. Die Region war schon in den Tagen zuvor erneut Ort von politischen Auseinandersetzung. Ebenso nach Gusmãos Übernahme des Amtes als Premierminister am 8. August. Über 1.500 Menschen im Subdistrikt flohen aus ihren Häusern. Unruheherde waren die Umgebung um die Stadt Viqueque und Fatudere. Flüchtlinge kamen auch aus Uato-Lari.[13]

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Suai Media Space: Koba Lima − Suai
  2. Seeds of Life
  3. UNMIT: Timor-Leste District Atlas version02, August 2008 (PDF; 509 kB)
  4. Direcção Nacional de Estatística: Preliminary Result of Census 2010 English (PDF; 3,2 MB)
  5. TIMOR LORO SAE, Um pouco de história
  6. East Timor - PORTUGUESE DEPENDENCY OF EAST TIMOR
  7. Artur Teodoro de Matos: D. Frei Manuel de Santo António: missionário e primeiro bispo residente em Timor. Elementos para a sua biografia (1660-1733) (portugiesisch)
  8. Hans Hägerdal: Rebellions or factionalism? Timorese forms of resistance in an early colonial context, 1650-1769
  9. Chronologie de l’histoire du Timor (1512-1945) suivie des événements récents (1975-1999) (französisch; PDF; 887 kB)
  10. a b History of Timor – Technische Universität Lissabon (PDF; 824 kB)
  11. Australian Department of Defence, Patricia Dexter:Historical Analysis of Population Reactions to Stimuli - A case of East Timor (PDF; 1,1 MB)
  12. Frédéric Durand: Three centuries of violence and struggle in East Timor (1726-2008), Online Encyclodpedia of Mass Violence
  13. Internal Displacement Monitoring Centre (PDF; 464 kB)
  14. Webseite des Außenministeriums Osttimors