Viqueque

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Subdistrikt Viqueque
Viqueque (Osttimor)
Red pog.svg
Marktstraße in Viqueque
Hauptstadt Viqueque
Fläche 610,90 km²[1]
Einwohnerzahl 24.387 (2010)[1]
Sucos Einwohner (2010)[2]
Bahalarauain 2.721
Bibileo 4.085
Caraubalo 6.272
Fatudere 1.455
Luca 2.272
Maluru 678
Uai-Mori 897
Uma Quic 1.678
Uma Uain Craic 2.787
Uma Uain Leten 1.542
Übersichtskarte
Verwaltungsgliederung von Viqueque
Lage des Distrikts Viqueque

Das osttimoresische Viqueque (tetum Vikeke, in alten Quellen: Biquaque) ist die Hauptstadt des gleichnamigen Subdistrikts Viqueque und des Distrikts Viqueque. Der Name leitet sich von der alten Bezeichnung „We Keke“ ab. We bedeutet „Wasser“, Keke „Armreif“.[3]

Der Ort[Bearbeiten]

Der Ort liegt im Südosten Timors am Fluss Cuha, etwa 44 km in Luftlinie direkt südlich von Baucau und etwa 95 km von der Landeshauptstadt Dili. Die Meereshöhe beträgt 140 m. Auf der Straße sind es über Baucau 183 km bis Dili. Das Zentrum vom Ort liegt im Suco Caraubalo, eine weitere Reihe Dörfer und Siedlungen umgeben aber das Zentrum, so dass sich das Siedlungsgebiet bis in die Sucos Uma Uain Craic, Uma Quic und Uai-Mori ausdehnt. Hier gibt es eine Vorschule, vier Grundschulen, zwei prä-sekundäre Schulen und eine Sekundärschule (Escola Secundaria Calissa). Außerdem befindet sich hier eine Polizeistation, ein kommunales Gesundheitszentrum und zwei Hubschrauberlandeplätze, etwas südlich liegt in Uma Quic ein Rollfeld.[4] Die Kirche ist der Unbefleckten Empfängnis Marias geweiht. Im Ort Viqueque selbst leben 6.078 Menschen (2010).[5]

Der Subdistrikt[Bearbeiten]

Geographie[Bearbeiten]

Viqueque im gleichnamigen Distrikt und Subdistrikt

Der Subdistrikt Viqueque liegt im Distrikt Viqueque, im Südosten Osttimors an der Timorsee. Im Westen grenzt er an den Distrikt Manatuto und den Subdistrikt Lacluta. Ein schmaler Korridor durchzieht den gesamten Distrikt Viqueque bis zum Distrikt Baucau. Östlich davon liegt der Subdistrikt Ossu. Im Nordosten von Viqueque liegt der Subdistrikt Watu-Lari.

Der Subdistrikt teilt sich in zehn Sucos: Bahalarauain, Bibileo, Caraubalo (Caraubalu), Fatudere (Fatu Dere, Watu Dere), Luca (Luka), Maluru, Uai-Mori, Uma Quic (Uma Qui’ic), Uma Uain Craic und Uma Uain Leten. Ein weiterer Ort im Osten des Subdistrikts ist Beaco (Beacu). Er liegt an der Küste beim Ponta Deilubun.

Einwohner und Wirtschaft[Bearbeiten]

Viqueque hat 24.387 Einwohner (2010,[1] 2004: 20.640[7]). Die größte Sprachgruppe bilden die Sprecher des Tetum Terik-Dialekts der Amtssprache Tetum. Der Altersdurchschnitt beträgt 18,4 Jahre (2010,[1] 2004: 19,0 Jahre[8]).

34 % der Haushalte besitzen Kokosnusspalmen, 42 % bauen Maniok an, ebenso viele Mais, 38 % Gemüse, 37 % Reis und 8 % Kaffee.[2]

Geschichte[Bearbeiten]

Blick auf Viqueque

Viqueque, Bibiluto und Luca waren traditionelle Reiche Timors, die von Liurais regiert wurden. Sie erscheinen auf einer Liste von Afonso de Castro, einem ehemaligen Gouverneur von Portugiesisch-Timor, der im Jahre 1868 47 Reiche aufführte.[9][10] Der Einfluss Lucas reichte bis in den heutigen Distrikt von Baucau.

Der Dominikaner Manuel de Santo António ließ sich um 1700 in Luca nieder und bekehrte erfolgreich die Herrscher der Region zum Christentum, darunter Mateus da Costa, dem Liurai von Viqueque.[11] 1701 wurde er zum Bischof von Malakka ernannt. Seinen Sitz behielt er auf Timor und war somit der erste Bischof auf der Insel.[12]

1708 ließ der portugiesische Gouverneur Jácome de Morais Sarmento Mateus da Costa verhaften und erniedrigte ihn. Der Liurai war dem Gouverneur „zu unabhängig“ vorgekommen und sollte ersetzt werden. Der Herrscher der Topasse, Domingos da Costa, belagerte daraufhin die koloniale Hauptstadt Lifau bis 1709 Manuel de Santo António ihn zur Beendigung überreden konnte. Gouverneur Manuel de Souto-Maior, der Nachfolger von Morais Sarmento, rehabilitierte Dom Mateus wieder.[13][14]

Flüchtlinge in Osttimor nach der Parlamentswahl 2007.[15]

Während der Rebellion von Cowa 1868 unterstützten Viqueque und Luca die portugiesischen Kolonialherren mit eigenen Truppen und im April 1896 unterzeichnete der Liurai von Luca einen Vertrag über seinen Vasallenstatus.[16]

Von Watu-Lari aus dehnte sich 1959 eine der letzten großen Rebellionen gegen die portugiesische Kolonialherrschaft auf die benachbarten Gebiete aus. Während der Viqueque-Rebellion kamen etwa 1.000 Timoresen ums Leben. Die Anführer des Aufstands wurden nach Afrika in die Verbannung geschickt. Geschürt war die Rebellion durch Indonesier worden, die in Portugiesisch-Timor Asyl gefunden hatten und dann in Watu-Lari angesiedelt worden waren. Ob es sich bei ihnen um indonesische Separatisten oder Agenten handelte, ist nicht gesichert geklärt.[16][17]

1983 kam es zum Kraras-Massaker bei dem bei mehreren Vorfällen fast 300 Zivilisten durch indonesische Soldaten umgebracht wurden. Nach der Unabhängigkeit wurde ein Denkmal zum Gedenken an das Massaker im Tal der Witwen angelegt.[18][19]

Im Oktober 1986 gelang es der osttimoresischen Widerstandsbewegung FALINTIL die Stadt Viqueque für einige Tage zu besetzen.[20]

Am 30. März 2007 kam es in Viqueque nach einer Wahlkampfveranstaltung des Premierministers José Ramos-Horta zur Präsidentschaftswahl 2007 zu Zusammenstößen zwischen seinen Anhängern und Anhängern der bisher dominierenden Partei FRETILIN. Dabei wurden 20 Menschen verletzt. Wer begonnen hat, ist nicht bekannt.

Am 3. Juni 2007, wurde bei einer Wahlkampfveranstaltung zur Parlamentswahl 2007 von Ex-Präsident Xanana Gusmão einer seiner Anhänger erschossen. Täter waren angeblich außer Dienst gestellte Angehörige der Polizei PNTL. Die Region war schon in den Tagen zuvor erneut Ort von politischen Auseinandersetzung. Ebenso nach Gusmãos Übernahme des Amtes als Premierminister am 8. August. Über 1.500 Menschen im Subdistrikt flohen aus ihren Häusern. Unruheherde waren die Umgebung um die Stadt Viqueque und Fatudere. Flüchtlinge kamen auch aus Uato-Lari[15]

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Viqueque – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d Direcção Nacional de Estatística: 2010 Census Wall Chart (English) (PDF; 2,7 MB)
  2. a b Direcção Nacional de Estatística: Suco Report Volume 4 (englisch) (PDF; 9,8 MB)
  3. Suai Media Space: Koba Lima − Suai
  4. UNMIT: Timor-Leste District Atlas version02, August 2008 (PDF; 509 kB)
  5. Direcção Nacional de Estatística: Preliminary Result of Census 2010 English (PDF; 3,2 MB)
  6. a b c Seeds of Life
  7. Direcção Nacional de Estatística Census 2004
  8. Direcção Nacional de Estatística: Census of Population and Housing Atlas 2004 (PDF; 14,0 MB)
  9. TIMOR LORO SAE, Um pouco de história
  10. East Timor - PORTUGUESE DEPENDENCY OF EAST TIMOR
  11. Artur Teodoro de Matos: D. Frei Manuel de Santo António: missionário e primeiro bispo residente em Timor. Elementos para a sua biografia (1660-1733) (portugiesisch)
  12. Instituto Camões
  13. Hans Hägerdal: Rebellions or factionalism? Timorese forms of resistance in an early colonial context, 1650-1769
  14. Chronologie de l’histoire du Timor (1512-1945) suivie des événements récents (1975-1999) (französisch; PDF; 887 kB)
  15. a b Internal Displacement Monitoring Centre (PDF; 464 kB)
  16. a b History of Timor – Technische Universität Lissabon (PDF; 824 kB)
  17. Australian Department of Defence, Patricia Dexter:Historical Analysis of Population Reactions to Stimuli - A case of East Timor (PDF; 1,1 MB)
  18. Late Night Live in Timor
  19. „Chapter 7.2 Unlawful Killings and Enforced Disappearances“ (PDF; 2,5 MB) aus dem „Chega!“-Report der CAVR (englisch)
  20. Frédéric Durand: Three centuries of violence and struggle in East Timor (1726-2008), Online Encyclodpedia of Mass Violence
  21. Webseite des Außenministeriums Osttimors

-8.8575126.36472222222Koordinaten: 8° 51′ S, 126° 22′ O