Vergeltungswaffe

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Im Kohnsteintunnel entdeckten Angehörige der US-Army am 3. Juli 1945 etwa 250 V2-Raketen

Als Vergeltungswaffen, oder kurz V-Waffen, bezeichnete man in der Zeit des Nationalsozialismus insbesondere den Marschflugkörper Fieseler Fi 103 (V1), die Rakete Aggregat 4 (V2) und die Kanone V3. Ein Großteil dieser Waffensysteme kam nicht gegen militärische Ziele zum Einsatz, sondern wurde zu Angriffen gegen die Zivilbevölkerung des Kriegsgegners benutzt.

Die V-Waffen hätten als „Wunderwaffen“ eine entscheidende Wende im Zweiten Weltkrieg bringen sollen, doch war ihre militärisch-strategische Wirkung sehr gering, da es ihnen unter anderem an Zielgenauigkeit mangelte. Zwar steckten insbesondere hinter der V1 (erster Marschflugkörper) und der V2 (erste Großrakete) zukunftsweisende Ideen, jedoch stand deren Entwicklung noch ganz am Anfang und somit waren sie für den militärischen Gebrauch ungeeignet. Hinzu kamen die alliierten Gegenmaßnahmen der Operation Crossbow, die sich gegen sämtliche Bereiche der V-Waffen-Herstellung, des Transports und des Einsatzes richtete.

Die psychologischen Wirkungen - gefördert durch NS-Propaganda waren enorm: In Deutschland wurde bei vielen Zivilisten und Soldaten der Glaube an einen möglichen Endsieg gestärkt. In England und Belgien – den Hauptzielen der V-Waffen – wurde die Bevölkerung im Glauben an die Notwendigkeit eines Sieges über das NS-Regime bestärkt.

Die Operation Overcast (die gezielte Erbeutung deutscher Technik und technischer Unterlagen sowie die gezielte Gefangennahme deutscher Techniker und Ingenieure) richtete sich unter anderem auf die V-Waffen. Die Geheimhaltung der Operation und der gefundenen Dokumente sowie der Nimbus, den die V-Waffen während des Krieges bekamen, führten zu langjährigen Spekulationen über den Stand der „Nazi-Technik“ wie etwa der fiktiven Reichsflugscheibe.