Vigintisexviri

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Die Vigintisexviri (wörtlich „26 Männer“; Singular Vigintisexvir), in der Kaiserzeit Vigintiviri, waren ein collegium von einfachen Richtern und Beamten (magistratus minores), die im antiken Rom, noch bevor sie in die senatorische Ämterlaufbahn, den cursus honorum, eintraten, gewisse öffentliche Aufgaben (u. a. Münzprägung, Straßenbau, Stadtreinigung, Strafvollzug) zu erledigen hatten. Mit 18 Jahren konnte man Mitglied werden. Wie die meisten römischen Ämter wurde es für ein Jahr bekleidet.

Das Vigintisexvirat bildete sich in der mittleren Republik heraus. Im 1. Jahrhundert v. Chr. bestand es aus folgenden Ämtern:

In der Republik diente das Vigintisexvirat als Sprungbrett für die eigene Karriere im öffentlichen Dienst für die Söhne von Senatoren. Gaius Iulius Caesar hatte als curator viarum gearbeitet und als solcher Teile der Via Appia wiederherstellen lassen.

Während Augustus' Prinzipat beschloss der Senat vor dem Jahr 13 v. Chr. ein senatus consultum, das die Beteiligung der zwei Kuratoren für die Straßen außerhalb Roms und der vier kampanischen Präfekten beendete und so das collegium auf 20 Männer verkleinerte (vigintiviri).[1] Außerdem blieb die Besetzung der Ämter nun dem Ritterstand (Ordo equester) vorbehalten. Die Ämter des Vigintivirats wurden so üblicherweise als erste Stufe der Karriereleiter von jungen Rittern oder Senatorensöhnen bekleidet, die eine senatorische Ämterlaufbahn anstrebten. Dabei waren die Funktionen als Münzmeister oder Decemvir angesehener als die der Straßenaufseher oder Tresviri capitales.

Literatur[Bearbeiten]

  • Sarah Hillebrand: Der Vigintivirat. Prosopographische Untersuchungen für die Zeit von Augustus bis Domitian. Dissertation Universität Heidelberg 2006 (online).
  • Wilhelm Kierdorf: Viginti(sex)viri. In: Der Neue Pauly (DNP). Band 12/2, Metzler, Stuttgart 2002, ISBN 3-476-01487-8.

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Cassius Dio 54, 26, 7 (englische Übersetzung).