Walbeck (Hettstedt)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

51.66305555555611.472222222222222Koordinaten: 51° 39′ 47″ N, 11° 28′ 20″ O

Walbeck
Stadt Hettstedt
Höhe: 222 m
Fläche: 9,17 km²
Einwohner: 882 (31. Dez. 2009)
Eingemeindung: 1. September 2010
Postleitzahl: 06333
Vorwahl: 03476
Ritterode Walbeck (Hettstedt) Hettstedt Landkreis Mansfeld-SüdharzKarte
Über dieses Bild

Lage von Walbeck in Hettstedt

Christian Gottlob Hammer: Schloss Walbeck am Harz, um 1830
Schloss Walbeck um 1860, Sammlung Alexander Duncker
Datei:Planteurhaus-1900.jpg
Das Planteurhaus um 1900
Datei:Planteurhaus-2006.jpg
Das als Pension genutzte Planteurhaus 2006

Walbeck ist ein Ortsteil der Stadt Hettstedt im Landkreis Mansfeld-Südharz in Sachsen-Anhalt (Deutschland). Die Gemeinde gehört bis zu ihrer Eingemeindung am 1. September 2010 der zeitgleich aufgelösten Verwaltungsgemeinschaft Hettstedt an.[1]

Geografie[Bearbeiten]

Walbeck liegt am Rande des Mansfelder Berglandes im Ostharzgebiet ca. 2 km nordwestlich von Hettstedt an dem kleinen Bach Walbke.

Geschichte[Bearbeiten]

959 wurde der Ort erstmals als Walbiki urkundlich erwähnt. Spangenberg schreibt in seiner Mansfelder Chronik, dass Walbeck ein stattliches Vorwerk und Kaiserlicher Hof unter Heinrich I., Otto I., Otto II. und Otto III. war. Alle haben sich mehrfach hier aufgehalten. Am 5. Februar 985 schenkte König Otto III. seinen Hof in Walbeck im Gau Suevon (Schwabengau) der 2. Äbtissin Mathilde von Quedlinburg. Sie gründete im Hof ein Nonnenkloster, das vom Halberstädter Bischof geweiht wurde. Neben dem Kaiserlichen Hof entstand das Dorf, dessen Kirche St. Stachius dann auch zum Kloster am und dem Heiligen St. Eustachii gewidmet wurde. Walbeck fiel samt Kloster 1420 an Mansfeld. Im Bauernkrieg wurde das Kloster 1525 stark zerstört und 1544 säkularisiert. Es fiel als Besitz an die Grafen von Mansfeld, die es verpfändeten und später verkauften. Nach mehreren Besitzerwechseln kam das Gut in das Erbeigentum der Familie von der Bussche. Das Schloss wurde gebaut. Vom ehemaligen Kloster blieben nur Kreuzgänge in einem Teil des Schlosses. Ein nachfolgender von der Bussche ließ die Parkanlage umgestalten und eine umfangreiche Obstplantage anlegen. Für den verantwortlichen Obstgärtner, den holländischen Offizier Namens Planteur ließ er das Planteurhaus errichten. Ende des 19. Jahrhunderts erwarb der Landrat Bartel den Besitz. Er wurde 1945 enteignet. Das Gut wurde in ein Volksgut umgewandelt. das nach 1989 aufgelöst wurde.

Politik[Bearbeiten]

ehem. Gemeinderat[Bearbeiten]

Der ehem. Gemeinderat aus Walbeck setzte sich aus 11 Ratsfrauen und Ratsherren zusammen.

ehem. Bürgermeister[Bearbeiten]

Die ehrenamtliche Bürgermeisterin Petra Wernicke wurde zum ersten Mal am 7. Mai 1995 gewählt.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten]

Das Schloss wurde wahrscheinlich 1750 vollendet.

Parks[Bearbeiten]

Die westlichen Teile des ehemaligen Lustgartens sind heute ein Tierpark.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

Das Räuberfest wird vom Räuberverein e.V. organisiert und findet jeweils am zweiten Augustwochenende statt. Es beruht auf alter Tradition und ist über die Grenzen des Dorfes hinaus bekannt. Hintergrund des Festes bildet ein Schauspiel der verkleideten Mitglieder des Räubervereins. Prinz und Prinzessin ziehen am Samstag samt Gefolge zum Tierpark und feiern ein Fest. Am Abend überfallen Räuber das Fest, überwältigen die Gefolgschaft des Prinzenpaars und entführen die Prinzessin und den Gemeindeschlüssel. Am Sonntagmorgen werden die Räuber von Polizisten überwältigt, der Gemeindeschlüssel zurückerobert und die Prinzessin befreit. Die Räuber werden gefangen genommen, durchs Dorf geführt und anschließend verurteilt und hingerichtet. Beim Umzug durch das Dorf werden von den Anwohnern und Schaulustigen Eier, Speck und ähnliches gespendet. Im Tierpark wird daraus Rührei zubereitet und an die Teilnehmer und Schaulustigen verkauft. Die Einnahmen des Festes kommen dem Tierpark zugute.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Die Bundesstraße 180 die Eisleben, Hettstedt und Aschersleben verbindet, führte bis 2006 direkt durch den Ort. Seit 13. September 2006 ist die die neu errichtete Ortsumgehung freigegeben, so dass die Bundesstraße westlich am Dorf vorbei führt.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Historische Commission der Provinz Sachsen (Hg.in): Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler der Provinz Sachsen und angrenzender Gebiete. Heft 18: Der Mansfelder Gebirgskreis, bearb. von Hermann Grässler und Adolf Brinkmann, Verlag Otto Hendel: Halle/Saale 1893, S. 212-215.
  • Georg Langlotz: Zwischen Selke und Wipper Band II - Dörfer und Städte des Unterharzes, bekanntes und unbekanntes zu ihrer Geschichte. Selke Wipper GbR, ISBN 978-3-00-020316-9

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Walbeck (Mansfelder Land) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2010