Walentin Grigorjewitsch Olenik

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Walentin Grigorjewitsch Olenik (russisch Валентин Григорьевич Олейник; * 18. Juli 1939; † 15. Februar 1987) war ein sowjetischer Ringer. Er war Gewinner einer Silbermedaille bei den Olympischen Spielen 1968 und Weltmeister 1966 im griechisch-römischen Stil im Mittelgewicht.

Werdegang[Bearbeiten]

Walentin Grigorjewitsch Olenik begann als Jugendlicher mit dem Ringen und gehörte dem Sportklub Spartak Nowokusnezk an. Er konzentrierte sich ganz auf den griechisch-römischen Stil. Aus seiner Juniorenzeit sind keine Ergebnisse bekannt. Im Jahre 1964 wurde er sowjetischer Meister im Mittelgewicht und belegte auch bei dem für die Nominierung für die internationalen Meisterschaften enorm wichtigen „Iwan-Poddubny“-Turnier in Moskau den 1. Platz.

Er wurde daraufhin bei den Olympischen Spielen 1964 in Tokio im Mittelgewicht eingesetzt. In Tokio kam er zu Siegen über Lothar Metz aus der DDR, Czesław Kwieciński aus Polen und Wayne Baugham aus den Vereinigten Staaten. Gegen Gheorghe Popovici aus Rumänien und gegen Branislav Simić aus Jugoslawien rang er jeweils unentschieden. Er hatte damit das Pech, dass er wegen des Überschreitens der zulässigen Fehlerpunktzahl vor dem Finale ausscheiden musste und auf dem 4. Platz landete, während Simić Olympiasieger wurde.

Walentin Olenik gewann auch im Jahre 1965 das „Iwan-Poddubny“-Turnier in der Mittelgewichtsklasse vor Alexander Jurkewitsch und Rimantas Bagdonas aus der UdSSR. Aber nicht er, sondern Bagdonas wurde in diesem Jahr bei der Weltmeisterschaft in Tampere eingesetzt, der dort auch Weltmeister wurde.

1966 war er aber bei der Weltmeisterschaft in Toledo (Ohio) wieder am Start. Er besiegte dort der Reihe nach die Weltklasseringer Stig Persson aus Schweden, Petar Krumow aus Bulgarien, Włodzimierz Smoliński aus Polen, Ion Țăranu aus Rumänien und den Überraschungsmann Franz Pötsch aus Österreich. Im Finale stand er dem türkischen Ex-Weltmeister Tevfik Kış gegenüber, gegen den ihm ein Unentschieden zum Titelgewinn reichte.

Im Jahre 1967 belegte Walentin Olenik beim „Iwan-Poddubny“-Turnier im Mittelgewicht hinter Alexander Jurkewitsch den zweiten Platz. Er erhielt aber bei der Weltmeisterschaft dieses Jahres in Bukarest den Vorzug vor diesem. In Bukarest kam er zu Siegen über Pentti Punkari aus Finnland, Mehmet Uçar aus der Türkei und Wacław Orłowski aus Polen. Gegen Wenko Zinzarow aus Bulgarien und Gheorghe Popovici rang er unentschieden. Nach dem damaligen Reglement ergab sich nach der 5. Runde die Besonderheit, dass alle Ringer aufgrund der häufigen „Unentschieden“, für die ein Ringer mit 2 bzw. 2,5 Fehlpunkten belastet wurde, ausgeschieden waren, bis auf einen, László Sillai aus Ungarn. Walentin Olenik wurde deswegen „nur“ Vize-Weltmeister, ohne noch die Möglichkeit zu haben, gegen Sillai um den Weltmeistertitel kämpfen zu können.

1968 nahm Walentin Olenik in Mexiko-Stadt zum zweiten Mal an Olympischen Spielen teil. Er blieb auch in Mexiko-Stadt unbesiegt und schlug Julio Graffigna aus Argentinien, Jiří Kormaník aus der CSSR, Czesław Kwieciński aus Polen und Wayne Baugham jeweils nach Punkten. Gegen Petar Krumow und Branislav Simić aus Jugoslawien rang er Unentschieden. Nach der sechsten Runde hatten damit alle Ringer, also auch Olenik, 6 Fehlerpunkte erreicht, mit denen man ausscheiden musste, bis auf Lothar Metz aus der DDR. Dieser hatte in seinen Kämpfen nur 5 Fehlerpunkte angesammelt. Er war damit Olympiasieger und brauchte gegen Olenik, der die Silbermedaille gewann, nicht mehr anzutreten.

Nach diesen Olympischen Spielen wurde Waltentin Olenik bei keinen internationalen Meisterschaften mehr eingesetzt. In der Sowjetunion dominierte in seiner Gewichtsklasse ab 1970 Waleri Resanzew.

Bei den vier Meisterschaftsturnieren (zweimal Olympische Spiele und zweimal Weltmeisterschaften) an denen er teilnahm, bestritt Walentin Olenik insgesamt 22 Kämpfe, von denen er keinen verlor. Dass er nicht öfter als Weltmeister bzw. als Olympiasieger von der Matte ging, lag immer daran, dass er bis auf 1966 stets einmal zu oft „Unentschieden“ kämpfte.

Internationale Erfolge[Bearbeiten]

Jahr Platz Wettbewerb Gewichtsklasse
1964 1. „Iwan-Poddubny“-Turnier in Moskau Mittel vor Petar Cucić, Jugoslawien und Prehenosil, CSSR
1964 4. OS in Tokio Mittel mit Siegen über Lothar Metz, DDR, Czesław Kwieciński, Polen und Wayne Baugham, USA und Unentschieden gegen Gheorghe Popovici, Rumänien und Branislav Simić, Jugoslawien
1965 1. „Iwan-Poddubny“-Turnier in Moskau Mittel vor Alexander Jurkewitsch und Rimantas Bagdonas, beide UdSSR
1966 1. WM in Toledo (Ohio) Mittel mit Siegen über Stig Persson, Schweden, Petar Krumow, Bulgarien, Włodzimierz Smoliński, Polen, Ion Țăranu, Rumänien und Franz Pötsch, Österreich und einem Unentschieden gegen Tevfik Kış, Türkei
1967 2. „Iwan-Poddubny“-Turnier in Moskau Mittel hinter Alexander Jurkewitsch, UdSSR, vor Lothar Metz, Petar Krumow, Nikolai Tarasow, UdSSR und Branislav Simić
1967 2. WM in Bukarest Mittel mit Siegen über Pentti Punkari, Finnland, Mehmet Ucar, Türkei und Wacław Orłowski, Polen und Unentschieden gegen Wenko Zinzarow, Bulgarien und Gheorghe Popovici
1968 1. „Iwan-Poddubny“-Turnier in Moskau Mittel vor Waleri Resanzew und Gaforow, beide UdSSR, Bertil Nyström, Schweden und Prehenosil, CSSR
1968 Silber OS in Mexiko-Stadt Mittel mit Siegen über Julio Graffigna, Argentinien, Jiří Kormaník, CSSR, Czesław Kwieciński und Wayne Baugham und Unentschieden gegen Petar Krumow und Branislav Simić
1970 1. Klippan-Turnier Halbschwer vor Lothar Metz, Sven Olsson, Schweden und Dieter Heuer, DDR
1971 2. Klippan-Turnier Halbschwer hinter Lennart Persson, Schweden, vor Wlodzimierz Smolinksi

Anm.: alle Wettbewerbe im griechisch-römischen Stil, OS = Olympische Spiele, WM = Weltmeisterschaft, Mittelgewicht, bis 1968 bis 87 kg Körpergewicht, Halbschwergewicht, ab 1969 bis 90 kg Körpergewicht

Quellen[Bearbeiten]

  • Documentation of International Wrestling Championships der FILA, 1976
  • Fachzeitschrift Athletik
  • Datenbank des Instituts für Angewandte Trainingswissenschaften der Universität Leipzig

Weblinks[Bearbeiten]