Walzer (Musik)

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Der Walzer ist ein Musikstück im 3/4-Takt oder 3/8-Takt, in Lateinamerika und in älteren Quellen auch im 6/8-Takt. Der Name wird von der Tanzfigur „Walzen“ abgeleitet, was „Drehen“ bedeutet.

Die ältesten bekannten Walzer finden sich in einer Tanzmusikhandschrift aus Dinker in Westfalen mit der Jahreszahl 1767. [1] Ab dieser Zeit finden sich immer wieder Walzer in Tanzmusikhandschriften, so ein „Wals“ in Stockholm 1785.[2]

Der Walzer kam als Tanz nach der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts auf und wurde Mode in allen Gesellschaftsschichten. Er verdrängte das Menuett und besaß den Ruf des Volkstümlichen und Deutschen gegenüber dem Aristokratischen und Französischen des Menuetts.

Während das ebenfalls im Dreiertakt stehende Menuett einen barocken regelmäßigen Puls aufweist, sind die Gewichte im Walzertakt ungleich verteilt, und der Bass spielt in der Regel nur auf dem ersten Schlag. Während das Menuett den Eindruck des Schreitens wiedergibt, vermittelt der Walzer den des Schwingens. Bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts ist das Walzertempo sehr schnell („Langaus“), in seiner „klassischen“ Zeit nach dem Wiener Kongress pendelt es sich etwa bei einer Sekunde pro Takt ein.

Die etwa halb so schnelle Version des Tanzes, der Langsame Walzer, entstand gegen Ende des 19. Jahrhunderts.

Berühmte tanzbare Walzer stammen von Josef Lanner, Johann Strauß (Vater), dessen Sohn Johann Strauß (Sohn) (z. B. der Donauwalzer, 1867) sowie von Pjotr Iljitsch Tschaikowski. Viele Opern und Operetten enthalten auf der Bühne getanzte Walzermusik. U. a. Franz Schubert, Frédéric Chopin und Franz Liszt schrieben Walzer für Klavier, die im rubato bzw. in agogischer Spielweise vorzutragen sind. Walzer für Orchester, die ebenfalls nicht zum Tanz bestimmt sind, stammen z. B. von Johannes Brahms und auch Johann Strauß (Sohn).
Auch unter den Liedern und symphonischen Sätzen von Gustav Mahler finden sich einige Walzer.

Maurice Ravels Werk La Valse ist eine prominente Selbstreferenz auf die Epoche des Wiener Walzers. Es wird als Klavierauszug und in der Orchesterfassung gleichberechtigt aufgeführt.

Als Sinfoniesatz konnte der Walzer das Menuett nicht verdrängen, mehr oder weniger verhüllt kommt er manchmal als Scherzo vor. Die Wiener Orchesterwalzer zwischen Lanner und Strauß Sohn haben eine Introduktion im geraden Takt und, nach einer kontrastreichen Folge von Walzern, eine schnelle Coda. Französische Walzer sind dreiteilig mit steigendem Tempo.

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. Simon Wascher: Die Walzer einer westfälischen Tanzsammlung von 1767. In: Thomas Nußbaumer / Franz Gratl (Hg.): Zur Frühgeschichte des Walzers (Schriften zur musikalischen Ethnologie, Band 3), Innsbruck 2014, S. 56
  2. Simon Wascher: Die Walzer einer westfälischen Tanzsammlung von 1767. In: Thomas Nußbaumer / Franz Gratl (Hg.): Zur Frühgeschichte des Walzers (Schriften zur musikalischen Ethnologie, Band 3), Innsbruck 2014, S. 64

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]