Norbert Linke

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Norbert Linke (* 5. März 1933 in Steinau/Oder, Niederschlesien) ist ein deutscher Komponist und Musikwissenschaftler.

Leben[Bearbeiten]

Während der Schulzeit in Celle komponierte Norbert Linke im März 1952 das Singspiel „Der Nachtwächter“ (nach der Posse von Theodor Körner)[1] und Instrumentalwerke. An der staatlichen Hochschule für Musik in Hamburg studierte er von 1952–59 Komposition bei Prof. Ernst Gernot Klussmann und Philipp Jarnach. Während der Darmstädter Internationalen Ferienkurse für Neue Musik (1962–1964) holte er sich bei Pierre Boulez, György Ligeti und Karlheinz Stockhausen den „letzten Schliff“. Von 1962–1972 war er Lehrer am Albert-Schweitzer-Gymnasium in Hamburg, bevor er bis 1976 an der FHS Darmstadt als Dozent und Professor in der Musiklehrerausbildung tätig war. Er ist vor allem mit Kammermusik, daneben auch mit Vokal- und Orchestermusik bekannt geworden. Linke erhielt zahlreiche Kompositionspreise (Hilversum, Darmstadt, Hamburg mehrfach, Hof, München, Bonn), darunter 1977 den Johann-Wenzel-Stamitz-Preis (Stuttgart). Seit 1971 ist er ordentliches Mitglied der Sektion Musik der Freien Akademie der Künste Hamburg. Seit 1976 lehrt er als ordentlicher Professor für Musik an der Universität Duisburg-Essen, Standort Duisburg. Sein Pseudonym ist Aaron Aachen.

Publikationen[Bearbeiten]

  • Musik zwischen Konsum und Kult. Wiesbaden 1974 (1976 3. Auflage): Gesamtschau des Musiklebens in der BRD unter Auswertung des Springer-Archivs
  • Neue Wege in der Musik der Gegenwart. Wolfenbüttel 1975: Unterrichtskonzepte zur Anregung des Musikalisch-Schöpferischen bei Schulkindern
  • Philosophie der Musikerziehung. Regensburg 1976: Erste Schrift unter diesem Titel; maßgebende Arbeit zur Berufung auf den Lehrstuhl der Universität Duisburg
  • Heilung durch Musik?. Wilhelmshaven 1977: Erste Schrift mit didaktischen Handreichungen zur Musiktherapie
  • Wertproblem und Musikerziehung. Wolfenbüttel 1977: Begründung einer Wertdidaktik der Musik in empirischen Untersuchungen nach dem psychoanalytischen AWADUK-Prinzip in Ergründung eines Grundprinzips musikalischen Wertens (K-S-T-Modell)
  • Robert Schumann – Zur Aktualität romantischer Musik, mit Gustav Kneip. Wiesbaden 1977: Ein Komponistenporträt als Unterrichtsreihe
  • Musik in der sozialen Schule – Beiträge zu einer individual-psychologisch begründeten Musikdidaktik. Wilhelmshaven 1981: Über Alfred Adlers Anregungen zur Förderung der kindlichen musikalischen Kreativität
  • Die Tätigkeit des Musiklehrers an allgemeinbildenden Schulen unter dem Gesichtspunkt der Langzeitplanung 1920–1980. Opladen 1982
  • Johann Strauß (Sohn). Rowohlt Bildmonographie rm 50304, Reinbek 1982 (2003 in 6. Auflage), Übersetzungen ins Ungarische und Chinesische
  • Kein schöner Land. Niedernhausen/Taunus 1983 (zahlreiche Neuauflagen): Historisch exakte Erstveröffentlichungen von 100 der bekanntesten deutsche Volksliedern mit Herkunftsnachweisen; Zeichnungen von Brian Bagnall; Weltweiter Verkauf von 300.000 Exemplaren mit 30 Millionen Volksliedbearbeitungen von N.L.; in mehreren Fällen erstmalige Ausforschungen der wirklichen Autoren
  • Musik erobert die Welt – oder Wie die Wiener Familie Strauß die „Unterhaltungsmusik“ revolutionierte, mit einem Vorwort von Hans Weigel. Wien 1987: Grundlegende Schrift zur Erneuerung der Strauß-Forschung; erste exakte Datennachweise der Begriffe Walzer, Ländler, Galopp, Unterhaltungsmusik, Schlager usw.
  • Es musste einem was einfallen – Untersuchungen zur kompositorischen Arbeitsweise der „Naturalisten“. Tutzing 1992: Fahrplan des eigenständigen Lernens kompositorischer Laien
  • Franz Lehár. Rowohlt Bildmonographie rm 50427, Reinbek 2001: Exakte Auswertung der Melodienbücher und handschriftlichen Partituren
  • XELFER, sprachklanggitter 1995–2001. Essen 2001: Gesammelte Gedichte
  • Einzug: Vor allem Chansons aus 2002. Essen 2008
  • GEMA Malaise. Public Epistle über die fragwürdige Rechtsfähigkeit eines Vereins - kraft staatlicher Verleihung?. Essen 2009
  • Studien zur Entwicklung der Kommerziellen Unterhaltungsmusik. Wien 2013. (Druck i.V.)

Kompositionen (Auswahl)[Bearbeiten]

  • 1952–1959 Indonesische Szenen (Klavier & Violine), Triptychon für Orgel
  • 1960–1972, Polyrhytmika I, II und III (Klavier), Konkretionen 2 (Streichquartett), Lyrische Symphonie (1969 1. Preis beim Sinfoniewettbewerb des Bayrischen Rundfunks), Strati für Orchester, Organ Pops, Violencia (Violine solo)
  • 1972 – 1976 Konzert für Violine und Orchester, Konkretionen V für Kammermusikensemble, Diri Dana (Folklore Kantate für Sopran, Alt, Bass & Tenor), Tschechische Lieder, Zugstücke für Klavier
  • 1976–2012 Bagatellen (Akkordeon-Orchester), Rumbabagatelle (Klaviertrio), …und tausend Gedanken bind’ ich (Gesang), Dort im anderen Lande (Chor), ...denn ihr werdet Gott schauen (Orgel), Elegie über das Leiden der Menschen (Orgel), Inseln ünner den Wind (Kantate für Chöre und Orchester), Die Borchert-Lieder, Nachklänge aus Mähren, Nachklänge aus Wien, Ein kurzes Leben (Zyklus Meerbaum-Eisinger), Rilke-Lieder, Erinnerung an Czernowitz f. Orchester, Concentus (Orgel)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. über das Singspiel „Der Nachtwächter“ berichtete die „Cellesche Zeitung“ am 10. und 14. März 1952.

Weblinks[Bearbeiten]