Welfenschloss

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Dieser Artikel behandelt das Welfenschloss in Hannover; gleichnamige Schlösser sind unter Welfenschloss (Begriffsklärung) aufgeführt.
Das Welfenschloss

Das Welfenschloss ist ein ehemaliges Schloss in Hannover im Stadtteil Nordstadt, das seit 1879 Sitz der Universität Hannover, heute Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover, ist.

Das Schloss ist heute umgeben von einer Parkanlage im landschaftlichen Stil, dem Welfengarten. Dieser hat sein Gesicht im Laufe der Zeit mehrfach gewandelt.

Geschichte[Bearbeiten]

Heinrich der Löwe über dem Haupteingang des Welfenschlosses; Skulptur von Wilhelm Engelhard, um 1862
Das Welfenschloss um 1895;
Photochrom Zürich, Nr. 8185
Welfenschloss Nordseite Januar 2013

Das Schloss wurde von 1857 bis 1866 nach Plänen des Architekten Christian Heinrich Tramm mit aus dem Raum Danndorf und Velpke bei Helmstedt stammenden gelb-weißlichem Velpker Sandstein, einem der härtesten Sandsteine Deutschlands, und aus Nesselbergsandstein vom nahen Nesselberg erbaut.[1] Zuvor befand sich an dieser Stelle das Schloss Monbrillant, das für den Bau abgebrochen und in Georgsmarienhütte wieder aufgebaut wurde.

Der Bau des Schlosses zur Zeit des Königreichs Hannover unter Georg V. bestimmte auch das Bildprogramm des als Sommerresidenz geplanten Schlosses der Königsfamilie: Als Rückbesinnung auf die Tradition der Welfen eröffnete die um 1862 als Auftragsarbeit durch den Bildhauer Wilhelm Engelhard geschaffene Skulptur von Heinrich dem Löwen den Reigen von acht bedeutenden Herrschern in der Bel Etage der Fassade des Schlosses im Welfengarten.[2] Die Annexion des Königreichs Hannover und die Entthronung der Welfen durch Preußen im Jahr 1866 zerstörten die Wohnpläne jedoch, sodass das Schloss über ein Jahrzehnt lang leer stand. Erst 1879 wurde es nach umfassenden Umbauarbeiten, unter Leitung von Georg Huneaus, mit dem Einzug der Königlich Technischen Hochschule, der heutigen Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover, wieder einer Nutzung zugeführt.

Bei den Luftangriffen auf Hannover während des Zweiten Weltkriegs wurde die Kapelle an der Ostseite des Welfenschlosses stark beschädigt. Anstelle dieses 1955 dann abgerissenen Gebäudeteils wurde von 1956 bis 1958 ein Anbau errichtet, in dem das Auditorium maximum und der große Physikhörsaal untergebracht sind.[3]

Niedersachsenross[Bearbeiten]

Sachsenross

Direkt vor dem Welfenschloss steht seit 1879 eine eindrucksvolle Bronzestatue des zum Landeswappen der Niedersachsen erkorenen Sachsenrosses. Die 1866 entstandene Skulptur stammt von dem Berliner Bildhauer Friedrich Wilhelm Wolff („Tier-Wolff“) und wird irrtümlich häufig dem Bildhauer Albert Wolff zugeschrieben.

Literatur[Bearbeiten]

  • Sid Auffarth, Wolfgang Pietsch (Hrsg.): Die Universität Hannover. Ihre Bauten, ihre Gärten, ihre Planungsgeschichte, hrsg. im Auftrag des Präsidenten der Universität Hannover, Petersberg: Imhof 2003, ISBN 3-935590-90-3

darin unter anderem:

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Welfenschloss (Hannover) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Christian Eggers, Dirk Riesener: Ein guter Stein findet sich allhier. Zur Geschichte des Steinhauens in Velpke, herausgegeben von der Gemeinde Velpke mit freundlicher Unterstützung des Landkreis Helmstedt, S. 35, Eigenverlag 1996
  2. Rita Seidel: Bilder, Figuren, Denkmäler (siehe Literatur)
  3. Wolfgang Pietsch: "Vom Welfenschloss zum 'Campus Center' - die Geschichte ständiger Nutzungsänderungen. In: Auffarth, Pietsch: Die Universität Hannover. Ihre Bauten. Ihre Gärten. Ihre Planungsgeschichte. 2003, S. 98.

52.3822222222229.7177777777778Koordinaten: 52° 22′ 56″ N, 9° 43′ 4″ O