Georgsmarienhütte

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel behandelt die Stadt Georgsmarienhütte in Niedersachsen. Das gleichnamige Stahlwerk siehe unter Georgsmarienhütte (Unternehmen).
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Georgsmarienhütte
Georgsmarienhütte
Deutschlandkarte, Position der Stadt Georgsmarienhütte hervorgehoben
52.2072222222228.0333333333333110Koordinaten: 52° 12′ N, 8° 2′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Osnabrück
Höhe: 110 m ü. NHN
Fläche: 55,41 km²
Einwohner: 31.765 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 573 Einwohner je km²
Postleitzahl: 49124
Vorwahl: 05401
Kfz-Kennzeichen: OS
Gemeindeschlüssel: 03 4 59 019
Stadtgliederung: 6 Ortsteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Oeseder Straße 85
49124 Georgsmarienhütte
Webpräsenz: www.georgsmarienhuette.de
Bürgermeister: Ansgar Pohlmann (CDU)
Lage der Stadt Georgsmarienhütte im Landkreis Osnabrück
Nordrhein-Westfalen Landkreis Cloppenburg Landkreis Diepholz Landkreis Emsland Landkreis Vechta Osnabrück Alfhausen Ankum Bad Essen Bad Iburg Bad Laer Bad Rothenfelde Badbergen Belm Berge (Niedersachsen) Bersenbrück Bippen Bissendorf Bohmte Bramsche Dissen am Teutoburger Wald Eggermühlen Fürstenau Gehrde Georgsmarienhütte Glandorf Hagen am Teutoburger Wald Hasbergen Hilter am Teutoburger Wald Melle Kettenkamp Menslage Merzen Neuenkirchen (Landkreis Osnabrück) Nortrup Ostercappeln Quakenbrück Rieste Voltlage WallenhorstKarte
Über dieses Bild

Georgsmarienhütte ist eine Stadt in Niedersachsen. Bedeutendstes Baudenkmal der Stadt ist die im 12. Jahrhundert errichtete ehemalige Klosterkirche des früheren Klosters Oesede im gleichnamigen Stadtteil Georgsmarienhüttes.

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Die „Stadt im Grünen“ liegt im Osnabrücker Land zwischen der Stadt Osnabrück im Norden und dem Teutoburger Wald im Süden. An der südlichen Ortsgrenze zu Bad Iburg liegt die höchste Erhebung im niedersächsischen Teil dieses Mittelgebirges, der 331 Meter hohe Dörenberg.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

von Norden beginnend im Uhrzeigersinn

Stadtgliederung und Fläche der jeweiligen Stadtteile[Bearbeiten]

Die Angaben zu den Einwohnerzahlen und Flächenangaben beziehen sich auf den Stichtag 31. Dezember 2008.[2]

Stadtteil Einwohner Fläche
(in km²)
Dichte
(Ew/km²)
Alt-Georgsmarienhütte
(inkl. Malbergen)
7.983 9,86 810
Harderberg 2.811 7,84 359
Holsten-Mündrup 696 5,73 121
Holzhausen 4.842 3,74 1.295
Kloster Oesede 4.575 13,02 351
Oesede
(inkl. Dröper)
12.403 14,70 844

Religionen[Bearbeiten]

St. Johann, Kirche des ehemaligen Klosters Oesede
Die Lutherkirche wurde 1877 für die zugezogenen Protestanten in Alt-Georgsmarienhütte errichtet

In Georgsmarienhütte gibt es folgende Kirchen mit den dazugehörigen Gemeinden:

Römisch-katholische Kirche:

Seit Februar 2009 bilden die Kirchengemeinden Herz Jesu und St. Antonius von Padua eine Pfarreiengemeinschaft. Die bestehende Pfarreiengemeinschaft aus den Kirchengemeinden Peter und Paul, Heilig Geist und Maria Frieden wurde im Mai 2009 um die Kirchengemeinde St. Johann/St. Marien erweitert. Somit gibt es zwei leitende katholische Pfarrer mit Pfarrersitz in St. Peter und Paul bzw. St. Antonius von Padua sowie einen Kaplan und mehrere Pastoren.

Evangelisch-lutherische Kirche:

  • Lutherkirche (Alt-Georgsmarienhütte)
  • König-Christus (Oesede)
  • Auferstehung (Kloster Oesede)

Die evangelisch-lutherischen Christen aus dem Stadtteil Holzhausen werden von der Apostelgemeinde in Osnabrück-Sutthausen betreut.

Die evangelisch-reformierten Christen Georgsmarienhüttes sind Mitglieder der evangelisch-reformierten Gemeinde in Osnabrück.

Neuapostolische Gemeinde

  • Oesede

Islam

  • Oesede

Geschichte[Bearbeiten]

1856 baute der Georgs-Marien-Bergwerks- und Hüttenverein ein Eisenhüttenwerk in der Gemeinde Malbergen. Namensgeber waren der letzte Herrscher des Königreichs Hannover Georg V. und seine Frau Marie. Aus der zugehörigen Arbeiterkolonie entstand 1860 die Gemeinde Georgsmarienhütte. Nach Jahren der räumlichen Ausdehnung wurde Malbergen 1937 eingemeindet. Das ehemals freie Malbergen ist seither ein Ortsteil. Im Jahr 1970 schlossen sich die Landgemeinden Oesede, Kloster Oesede, Harderberg, Holsten-Mündrup, das südliche Holzhausen sowie das Industriedorf Georgsmarienhütte zur neuen Gemeinde Georgsmarienhütte zusammen. Diese erhielt am 19. September 1970 den Zusatz Stadt.[3] Seitdem wurde sie als „Industriestadt im Grünen“ bezeichnet. Nach dem Rückbau des Stahlwerkes spricht man seit einigen Jahren nur noch von der „Stadt im Grünen“.

Von 1857 bis 1925 stand in Georgsmarienhütte das Schloss Monbrillant, das im 18. Jahrhundert in Hannover als Lustschloss gebaut wurde. Dort wurde es abgetragen und in Georgsmarienhütte als Wohnhaus für die Direktoren des Hüttenwerks wieder aufgebaut. 1925 wich es der Erweiterung des Hüttenwerks. An das frühere Schloss erinnert die Bezeichnung Schloßstraße.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung in Georgsmarienhütte seit 1987

Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen von Georgsmarienhütte im jeweiligen Gebietsstand und jeweils am 31. Dezember.

Bei den Zahlen handelt es sich um Fortschreibungen des Landesbetriebs für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen[4] auf der Basis der Volkszählung vom 25. Mai 1987.

Jahr Einwohner
1987 30789
1990 31910
1995 32909
2000 32872
2005 32536
2010 32057
2011 32026

Politik[Bearbeiten]

Stadtrat[Bearbeiten]

Der Stadtrat hat gegenwärtig 38 Mitglieder aus fünf Parteien oder Gruppen. Hinzu kommt der Bürgermeister als stimmberechtigter Vorsitzender des Rates.

Die folgende Tabelle zeigt die Kommunalwahlergebnisse seit 1996.

Rat der Stadt Georgsmarienhütte: Wahlergebnisse und Stadträte
CDU SPD GRÜNE FDP LINKE Einzel-
bewerber
Gesamt Wahl-
beteiligung
Wahlperiode  % Mandate  % Mandate  % Mandate  % Mandate  % Mandate  % Mandate  % Gesamtanzahl der Sitze im Rat  %
1996–2001 52,3 21 35,4 14 7,4 2 1,6 3,2 1 100 38 71,1
2001–2006 54,2 21 34,9 14 4,8 1 3,2 1 2,6 1 0,1 100 38 64,7
2006–2011 52,2 20 35,0 13 7,8 3 2,8 1 2,2 1 100 38 57,9
2011–2016 49,6 19 34,3 13 13,4 5 1,0 1,7 1 100 38 49,8
Prozentanteile gerundet.
Quellen: Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen,[5] Landkreis Osnabrück[6][7].
Bei unterschiedlichen Angaben in den genannten Quellen wurden die Daten des Landesbetriebs für Statistik und Kommunikationstechnologie verwendet,
da diese eine insgesamt höhere Plausibilität aufweisen.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Museen[Bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten]

Musikveranstaltungen[Bearbeiten]

Mittlerweile findet in Georgsmarienhütte (genauer: Harderberg) jährlich das Musikfestival „Hütte Rockt“ statt. Hier treten regionale (zum Beispiel „Frog Bog Dosenband“), aber auch überregional bekannte (zum Beispiel „J.B.O.“, „Herzleid“) Bands auf. Der Schwerpunkt der Musikrichtungen ist Rock bis Metal.

Infrastruktur und Wirtschaft[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Georgsmarienhütte ist durch die in Nord-Süd-Richtung verlaufende Bundesstraße B 51 an das Fernstraßennetz über die Bundesautobahn A 30 angebunden. Weiterhin befinden sich in den Stadtteilen Harderberg und Kloster Oesede Anschlüsse an die A 33 und die B 68 in Nord-Süd-Richtung. In Ost-West-Richtung verläuft die Landesstraße L 95.

Die Haltepunkte Oesede und Kloster Oesede in Georgsmarienhütte liegen an der Bahnstrecke Osnabrück–Bielefeld (KBS 402), auf der im Stundentakt die Regionalbahn „Haller Willem“ RB 75 verkehrt. Durchgeführt wird der Schienenpersonennahverkehr von der NordWestBahn, die Talent-Dieseltriebwagen für Geschwindigkeiten bis zu 120 km/h einsetzt.

Bestimmte Siedlungsbereiche der Stadt liegen auch in der Nähe zu Bahnhaltepunkten in Nachbarorten, so ist von Holzhausen mit dem Bus der Bahnhof Osnabrück-Sutthausen erreichbar und von der Siedlung Brannenheide ist der nächste Bahnhof in Wellendorf. Es gab auch einen Bahnhaltepunkt an der Haller-Willem-Strecke im Ortsteil Malbergen. Nur noch im Güterverkehr bedient wird die Bahnstrecke Georgsmarienhütte–Hasbergen. Sie hatte einen Bahnhof in Georgsmarienhütte und einen in Holzhausen-Patkenhof.

Im Straßenpersonennahverkehr verkehren Regionalbusse nach Bad Iburg, Bad Laer, Glandorf, Hagen, Hilter-Borgloh, Hilter, Dissen, Bad Rothenfelde, sowie im 10-Minuten-Takt nach Osnabrück. Eine wichtige Bushaltestelle als Knotenpunkt der Buslinien im Osnabrücker Südkreis ist Oesede-Gildehaus; sie liegt auch in der Nähe zum Bahnhof Oesede und zur Einkaufsstraße Oeseder Straße. Ferner gibt es im 20-Minuten-Takt in Holzhausen den Bus nach Osnabrück, in der anderen Richtung fährt er teilweise weiter bis Hagen bzw. Malbergen.

Die Stadt Georgsmarienhütte hat eine sehr starke Pendlerverflechtung nach und von Osnabrück. Es gibt im Rahmen der Planungen der PlaNOS Überlegungen, Linien an der Stadtgrenze zu unterbrechen, so für die Verbindung von Hagen, Holzhausen nach Osnabrück-Mitte mit einem Umstiegspunkt in Os.-Sutthausen an der Stadtgrenze oder mit der Unterbrechung der Linie von Osnabrück über Oesede, Dröper, Brannenheide nach Wellendorf-Borgloh mit einer Unterbrechung zwischen Brannenheide und Wellendorf an der Stadtgrenze.

Unternehmen[Bearbeiten]

Wichtigster Industriebetrieb ist das Stahlwerk Georgsmarienhütte GmbH. Georgsmarienhütte war Sitz des börsennotierten Automobilzulieferers pgam, der im Jahr 2005 Insolvenz anmeldete. Ein mittelständisches High-tech-Unternehmen ist die Firma Belec Spektrometrie Optoelektronik GmbH, die optische Funkenemissionsspektrometer herstellt und weltweit vertreibt. Drittgrößter Arbeitgeber nach dem Klinikum St. Georg ist die Oeseder Möbelindustrie.

Kultur[Bearbeiten]

Vereine[Bearbeiten]

  • Schützenverein Holsten-Mündrup von 1904 e. V.
  • Musikverein 1860
  • Schützenverein Malbergen von 1889
  • Schützenverein Kloster Oesede von 1660 e. V.
  • Schützenverein Harderberg von 1653 e. V.
  • Klosteraner Schützenkapelle von 1982
  • Turnverein „Gut Heil“ von 1870
  • Sportverein Viktoria 08
  • Hockey-Club Georgsmarienhütte
  • Schützenverein Holzhausen von 1886/1957 e. V.
  • Sportverein BSV Holzhausen 1924 e. V.
  • Sportverein Sportfreunde Oesede Georgsmarienhütte e. V. 1921
  • Sportverein VfL Kloster Oesede e. V. 1928
  • Sportverein SV Harderberg 1953 e. V.
  • Schwimmverein Georgsmarienhütte von 1957 e. V.
  • Deutsche-Lebens-Rettungs-Gesellschaft Ortsgruppe Georgsmarienhütte e. V.
  • Polizei-Sport-Verein Georgsmarienhütte e. V.
  • Kaninchenzuchtverein I 61 Georgsmarienhütte e. V. von 1932

Bildung[Bearbeiten]

Georgsmarienhütte besitzt im Ortsteil Oesede ein Gymnasium in Trägerschaft des Landkreises Osnabrück. Im Ortsteil Oesede befindet sich eine Realschule und noch zwei Hauptschulen. Auch eine Förderschule in Trägerschaft des Landkreises Osnabrück befindet sich in Georgsmarienhütte. Im Ortsteil Holsten-Mündrup gibt es die Kinder- und Jugendbildungsstätte Dionysiushaus.

Erwachsene können sich über Volkshochschulkurse oder in der Katholischen Landvolkhochschule in Oesede weiterbilden. Leseförderung findet in der Stadtbibliothek Georgsmarienhütte – Kirchliche öffentliche Bücherei – mit ihren Einrichtungen in den Stadtteilen Oesede (Hauptstelle), Holzhausen, Kloster Oesede, Harderberg und Alt-Georgsmarienhütte (Kirchstraße und Hindenburgstraße) statt. Eine staatlich anerkennte Bildungsstätte und Heimvolkshochschule in der Trägerschaft des Ordens der Franziskaner (OFM) und des Bistums Osnabrück befindet sich mit „Haus Ohrbeck“ im Kloster Ohrbeck in Holzhausen.

Personen und Persönlichkeiten[Bearbeiten]

in Georgsmarienhütte geboren[Bearbeiten]

mit Georgsmarienhütte verbunden[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, Fortgeschriebene Einwohnerzahlen zum 31. Dezember 2012 (Hilfe dazu)
  2. Sektion „Daten und Fakten“ der Internetpräsenz der Stadt Georgsmarienhütte
  3.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 258.
  4. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, Bevölkerungsfortschreibung
  5. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, Tabelle 5000311
  6. Landkreis Osnabrück, Amtliche Endergebnisse der Kreiswahl am 9. September 2001 (PDF; 528 kB)
  7. Landkreis Osnabrück, Die Kommunalwahl Osnabrücker Land vom 10. September 2006; Amtliche Endergebnisse (PDF; 3,4 MB)

Literatur[Bearbeiten]

  • Susanne Meyer: Schwerindustrielle Insel und ländliche Lebenswelt: Georgsmarienhütte 1856-1933. Werk und Gemeinde, Herkunft, Siedlung und Sozialstruktur an einem ländlichen Industriestandort. 1991 (Volltext als PDF)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Georgsmarienhütte – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien