Wer küsst schon einen Leguan?
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| Filmdaten | |
|---|---|
| Deutscher Titel: | Wer küsst schon einen Leguan? |
| Produktionsland: | Deutschland |
| Erscheinungsjahr: | 2003 |
| Länge: | 90 Minuten |
| Originalsprache: | Deutsch |
| Altersfreigabe: | FSK ohne Altersbeschränkung |
| Stab | |
| Regie: | Karola Hattop |
| Drehbuch: | Michael Demuth |
| Produktion: | Kinderfilm GmbH / MDR |
| Musik: | Eike Hosenfeld / Moritz Denis |
| Kamera: | Konstantin Kröning |
| Schnitt: | Uta Ayoub |
| Besetzung | |
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Der Kinder- und Jugendfilm „Wer küsst schon einen Leguan?“ ist ein deutsches Filmdrama aus dem Jahr 2003.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Inhalt
[Bearbeiten] Thematik
In dem Film geht es um Tobias Baumann, der gerade dreizehn Jahre alt geworden ist und viele Probleme hat. Er wird an seiner Schule nur als Asi bezeichnet und seine Mutter wird immer, weil Tobias nicht weiß, wer sein Vater ist, Nutte genannt. Als aber Max, der sein Vater sein könnte, in der Nachbarwohnung einzieht, sieht Tobias seine Gelegenheit, sich mit ihm anzufreunden.
[Bearbeiten] Einleitung
Der dreizehnjährige Tobias lebt zusammen mit seiner Mutter in einer Sozialwohnung. Seine Mutter ist mit der Erziehung des Jungen vollkommen überfordert und kümmert sich kaum um ihn. Sie hat wechselnde Männerbekanntschaften. Ihr jetziger Freund schlägt Tobias öfters. In der Schule wird Tobias von seinen Mitschülern als „Asi“ beschimpft, weil er keine Markenklamotten trägt, und nicht weiß, wer sein Vater ist. Nur ein dickes Mädchen (Lena) hält zu Tobias. Aufgrund dieser massiven Angriffe reagiert Tobias aggressiv, was ihm wiederum Ärger mit der Schule einbringt.
[Bearbeiten] Hauptteil
Als der Drehbuchautor Max in die Nachbarwohnung einzieht, freundet sich Tobias mit ihm an. Max hat einen Leguan als Haustier und schreibt das Drehbuch zur Fernsehserie „Mitten ins Leben“, die sich Tobias gerne ansieht. Als sich Tobias heimlich ein Foto von Max und den Leguan ausborgt und in der Schule mitnimmt, wird er gefragt, wer der Mann ist, und gibt in der Hektik Max als seinen Vater aus, was in der Folge einige Komplikationen auslöst. Tobias Mutter und ihr Freund, der ihn schlägt, beschließen, ohne Tobias zwei Wochen in den Urlaub zu fahren.
Am nächsten Tag trifft Tobias im Supermarkt Max und seine Lehrerin. Die Lehrerin spricht Max als Vater an und dieser geht zunächst auf das Spiel ein. Tobias und Max kommen sich immer näher. Tobias liefert Max Ideen für den weiteren Verlauf von „Mitten im Leben“ .
Auf einem Schulausflug kommt es wieder zur Konfrontation zwischen Tobias und seinen Gegnern in der Klasse. Es kommt es zu einem Kletterwettkampf zwischen Tobias und dem Anführer seiner Gegner, aus dem Tobias siegreich hervorgeht.
Tobias erlebt in der Folge die Dreharbeiten zu „Mitten im Leben“ im Fernsehen mit, erkennt die Parallelen zu seinem eigenen Schicksal, und fühlt sich vermarktet. Aus dem Fernsehen erfährt Tobias, dass seine Mutter und deren Freund bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen sind. Das Jugendamt bringt Tobias in ein Heim, da sich Max weigert, den Jungen bei sich aufzunehmen.
[Bearbeiten] Schluss
Einige Monate später - es ist kurz vor Weihnachten - unternimmt Tobias' Freundin nach einem Besuch bei ihm einen Versuch, Tobias und Max wieder zusammenzubringen. Sie überbringt Max eine Videokassette, die heimlich aufgenommen worden ist. Darin erzählt Tobias ihr, wie sehr er den Kontakt mit Max schätzt. Daraufhin schreibt Max für die Weihnachtsfolge von „Mitten im Leben“ eine Geschichte, wie der Hauptdarsteller wieder mit seinem Sohn zusammenkommt.
Als Tobias diese Folge gesehen hat, läuft er aus dem Kinderheim weg. Doch Max macht sich auf die Suche nach Tobias, und schließlich sprechen sie sich aus und werden eine Familie.
[Bearbeiten] Analyse
[Bearbeiten] Aufbau
In der Einleitung wird zunächst Tobias Baumann und seine Lebensumgebung vorgestellt. Max, der die entscheidende Wendung in sein Leben bringen wird, taucht erst am Anfang des Hauptteils auf.
Die Lebensverhältnisse werden realitätsnah gezeigt. Tobias lebt in einer Sozialwohnung in einem Hochhaus. Die Umgebung ist trostlos. Die Schüler in den 2000er Jahren legen großen Wert auf Äußerlichkeiten. Nur wer Markenklamotten trägt ist angesagt. Daher wird Tobias, dessen Mutter sich dies nicht leisten kann, automatisch ausgegrenzt. Da er zudem aus einem zerrütteten Elternhaus kommt, wird er vollends zum Außenseiter gemacht.
Der Mittelpunkt der Jugendlichen liegt im Fernsehen. Jugendliche wie Tobias fliehen vor der Wirklichkeit in eine Soap, die ihnen scheinbare Geborgenheit bietet. Und so spielt das Fernsehen in dieser Geschichte auch eine große Rolle, als ausgerechnet ein Beteiligter des Fernsehens das Leben von Tobias entscheidend verändert und zudem den Tod seiner Mutter verkündet.
Am Schluss verlässt der Film etwas das Genre des Dramas und geht teilweise in die Romanze über. Kurz vor dem Weihnachtsfest wird Max durchs Tobias Freundin wieder an Tobias erinnert.
[Bearbeiten] Personen
Tobias Baumann ist ein dreizehnjähriger Junge aus zerrütteten Familienverhältnissen. Seinen Vater hat er nie kennengelernt, und seine Mutter ist mit seiner Erziehung überfordert. Der Junge erhält von allen Seiten nur negatives Verhalten und reagiert darauf mit Aggression. Als in sein Leben nun ein Mann tritt, der ihn zum ersten Mal als Mensch ernst nimmt, verändert sich auch sofort sein Verhalten. Er wird umgänglicher und befreundet sich auch. Er macht dabei die Erfahrung, dass auch Erwachsene sich nicht immer geradlinig verhalten und sich im Leben noch weiterentwickeln.
Max ist ein Erwachsener mit Beziehungsangst. Beruflich hat er sich gut nach vorn gearbeitet und ist ein erfolgreicher Drehbuchautor. Doch seine Beziehungsangst führt dazu, dass auch seine berufliche Karriere gefährdet ist. Durch die Begegnung mit Tobias wird sein Leben bereichert. Doch erst, als er zunächst den Jungen wieder verloren hat, merkt er, wie groß dieser Verlust für ihn ist.
[Bearbeiten] Kritik
„Wer küsst schon einen Leguan? ist ein Film, der emotional stark berührt, die schwierigen Seiten des Lebens zeigt, aber durch ein versöhnliches, fast märchenhaftes Ende die Härten auch wieder auffängt.“
BJF-Film
„Ein dichter Film, authentisch gespielt ..., eröffnet der Film die Chance zur Sensibilisierung und zur Toleranz. Trotz seiner Problemorientierung gleitet er nicht in Schwermütigkeit ab.“
Internationale Fachjury, 8. Internationales Chemnitzer Kinderfilmfestival 2003
„Durch die plötzlichen sowohl traurigen als auch heiteren Wendungen wurden in diesem Film einige Tränen vergossen. Durch rührende und spannende Momente baute sich der Film nach und nach gut auf. Die Darsteller spielten ihre Rollen so überzeugend, dass Tobias schwierige Situation, die sich auf seine Mitmenschen übertrug, glaubhaft dargestellt wurde.“
Jurybegründung GOLDENEN SPATZ
[Bearbeiten] Auszeichnungen
Beim Kinderfilmfestival „Schlingel“ gewann „Wer küsst schon einen Leguan“? den Europäischen Kinderfilmpreis und den Publikumspreis. 2005 wurde der Film in der Kategorie „Bester Kinderfilm“ beim Kinderfilmfestival „Goldener Spatz“ ausgezeichnet.
[Bearbeiten] Weblinks
- Wer küsst schon einen Leguan? in der deutschen und englischen Version der Internet Movie Database
- Bilder aus dem Film

