Westatlantische Reitkrabbe

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Westatlantische Reitkrabbe
Westatlantische Reitkrabbe (Ocypode quadrata)

Westatlantische Reitkrabbe (Ocypode quadrata)

Systematik
Klasse: Höhere Krebse (Malacostraca)
Ordnung: Zehnfußkrebse (Decapoda)
Familie: Ocypodidae
Gattung: Geisterkrabben (Ocypode)
Art: Westatlantische Reitkrabbe
Wissenschaftlicher Name
Ocypode quadrata
Fabricius, 1787
Westatlantische Reitkrappe bei Calibishie (Dominica)

Die Westatlantische Reitkrabbe (Ocypode quadrata), auch Gespensterkrabbe oder Geistkrabbe genannt, ist eine Art in der Gattung Geisterkrabben aus der Ordnung der Zehnfußkrebse.

Merkmale[Bearbeiten]

Die Westatlantische Reitkrabbe hat einen typischen Krabbenhabitus mit einem mehr oder minder viereckigem Panzer auf dem Vorderkörper, der als Carapax bezeichnet wird. Dieser trägt je einen einzelnen Dorn an den anterior-lateralen Ecken. Der Hinterleib ist sehr stark zurückgebildet und wird unter den Vorderkörper geschlagen. Die Tiere erreichen eine Seitenlänge von etwa 30 mm. Die Augenhöhlen und Augenstiele sind ungewöhnlich lang. Die Scheren sind kurz und bei beiden Geschlechtern unterschiedlich ausgeprägt. Die Farbe der Krabben variiert von grau, über Pfefferfarben bis blassgelb, abhängig von der Farbe des Sandes auf dem das Individuum lebt.

Verbreitung und Lebensraum[Bearbeiten]

Das Verbreitungsgebiet der Westatlantischen Reitkrabben reicht im Norden bis Rhode Island in den Vereinigten Staaten und im Süden bis Santa Catarina in Brasilien. Verbreitungsschwerpunkte liegen in Florida und in der Karibik.

Die Art lebt amphibisch an Sandstränden. Dabei gräbt sie unterirdische „U“-förmige Galerien, die auch bis in den Bereich des Strandes, der höher liegt als die Gezeiten reichen, reichen können.

Ernährung[Bearbeiten]

Die Westatlantische Reitkrabbe ist ein Fleischfresser, sie ernährt sich von Muscheln vor allem der Gattung Donax (Dreiecksmuscheln), aber auch von anderen Schalenweichtieren. Auch Mittelkrebse oder Insekten (hauptsächlich Fliegen) werden von ihr gejagt.

Lebensweise[Bearbeiten]

Die Krabben werden vor allem gegen Abend aktiv und beginnen in der Dunkelheit mit der Jagd. Sie bewegen sich sehr schnell über den Strand in kurzen Strecken, nach denen Sie sich blitzschnell eingraben. Fühlen sie sich bedroht fliehen sie in das Wasser. Den Tag verbringen die Krabben in ihren unterirdischen Galerien an denen sie graben.

Westatlantische Reitkrabben produzieren im Wesentlichen drei verschiedene Geräusche. Ein reißendes Geräusch mit der Schere am Substrat, eine raspelnde Stridulation mit den Beinen, und ein blubberndes Geräusch, das die Krabben in der Kiemenspalte erzeugen.

Der Kampf unter Männchen ist stark ritualisiert und es kommt dabei meistens nicht zur Berührung. Begonnen wird in der Regel mit einer einfachen Drohgeste, in der das Scherenbein schildartig vor den Körper gehalten wird. Eine Steigerung ist das Hochrecken des Körpers auf den Beinen. Der Gegner sinkt zu Boden zur „Demutsgeste“. Aus der Drohhaltung heraus kann es zum Schiebekampf und zum gegenseitigen Anspringen kommen.

Fortpflanzung und Entwicklung[Bearbeiten]

Die befruchteten Eiern werden eine gewisse Zeit von den Weibchen an Borsten an der Bauchseite getragen. Einmal reif werden sie im Meerwasser befreit. Die Entwicklung umfasst fünf Larvenstufen und eine planktonische Stufe, bevor sie zur ersten Krabbenstufe führt. Die Entwicklung der Jungtiere dauert ungefähr zwei Monate.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Westatlantische Reitkrabbe – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur[Bearbeiten]

  • M. C. de Vries, D. L. Wolkott, C. W. Holliday: High Amonia and Low pH in the Urine of the Ghost Crap Ocypode quadrata. Biol. Bull. 186, 342-348, Juni 1994. (PDF)

Filme[Bearbeiten]

  • Hermann Schöne: Ocypode quadrata (Ocypodidae) - Drohen und Kampfverhalten. SW, 5 min; Veröff.: IWF (Göttingen), 1965