Schalenweichtiere

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Schalenweichtiere
Weinbergschnecke (Helix pomatia)

Weinbergschnecke (Helix pomatia)

Systematik
Abteilung: Gewebetiere (Eumetazoa)
Unterabteilung: Bilateria
ohne Rang: Urmünder (Protostomia)
Überstamm: Lophotrochozoen (Lophotrochozoa)
Stamm: Weichtiere (Mollusca)
Unterstamm: Schalenweichtiere
Wissenschaftlicher Name
Conchifera
Gegenbaur 1878
Klassen

Schalenweichtiere (Conchifera) sind alle Weichtiere mit einer primär einteiligen Schale mit dem typischen dreischichtigen Aufbau der Molluskenschale. Neben der Schale begründet vor allem der Aufbau des Kiefers, der Besitz von paarigen Statocysten und das Fehlen einer umfassenden Außenhaut (Cuticula) diese Gruppe.

Systematik[Bearbeiten]

Zu den Schalenweichtieren gehören die Einschaler (Monoplacophora), die Schnecken (Gastropoda), die Kopffüßer (Cephalopoda) sowie die Kahnfüßer (Scaphopoda) und die Muscheln (Bivalvia). Außerdem werden die ausgestorbenen Schnabelschaler (Rostroconchia) und die Helcionelliden (Helcionellida) zu den Schalenweichtieren Conchifera gerechnet.

Die traditionelle Einteilung der Schalenweichtiere in Gekrümmtschaler (Cyrtosoma) und Gestrecktschaler (Diasoma), unter anderem anhand unterschiedlicher Tendenzen bei der Schalenausbildung, ist heute nicht mehr aktuell.

Als Schwestergruppe werden den Schalenweichtieren die Stachelweichtiere (Aculifera) gegenübergestellt. Im Folgenden wird ein Kladogramm vorgestellt, das sich auf zwei im Jahr 2011 in der Zeitschrift Nature veröffentlichte Studien stützt.[1][2]


Weichtiere 

 Stachelweichtiere (Aculifera) 

 Käferschnecken (Polyplacophora)


 Wurmmollusken (Aplacophora) 

 Schildfüßer (Chaetodermomorpha)


     

 Furchenfüßer (Neomeniomorpha)




 Schalenweichtiere 


 Kopffüßer (Cephalopoda)


     

 Einschaler (Monoplacophora)



     

 Kahnfüßer (Scaphopoda)


     

 Muscheln (Bivalvia)


     

 Schnecken (Gastropoda)








Literatur[Bearbeiten]

  • Klaus-Jürgen Götting: Conchifera, Schalenweichtiere. In: Westheide, Rieger (Hrsg.): Spezielle Zoologie Teil 1: Einzeller und Wirbellose Tiere. Gustav Fischer Verlag, Stuttgart/Jena 1997, ISBN 3-437-20515-3, S. 289 ff.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Kevin M. Kocot, Johanna T. Cannon, Christiane Todt, Mathew R. Citarella, Andrea B. Kohn, Achim Meyer, Scott R. Santos, Christoffer Schander, Leonid L. Moroz, Bernhard Lieb & Kenneth M. Halanych: Phylogenomics reveals deep molluscan relationships. Nature 477, Seite 452–456, 22 September 2011, doi:10.1038/nature10382
  2. Stephen A. Smith, Nerida G. Wilson, Freya E. Goetz, Caitlin Feehery, Sónia C. S. Andrade, Greg W. Rouse, Gonzalo Giribet & Casey W. Dunn: Resolving the evolutionary relationships of molluscs with phylogenomic tools. Nature 480, Seite 364–367, 15 Dezember 2011, doi:10.1038/nature10526