Wigmodi

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Die mittelalterlichen Gaue um das Jahr 1000

Wigmodi (auch: Wigmodien, Wigmodia, Wimodi) war ein sächsischer Gau. Er lag der Weser entlang zwischen Bremen im Süden und dem Gau Haduloha, dem heutigen Land Hadeln, im Norden.

Die genaue Ausdehnung des Gaus Wigmodien ist umstritten, die Quellenlage unklar. Die Chronik von Moissac und die Metzer Annalen erwähnen bereits für das Jahr 804 ein sächsisch besiedeltes Gebiet mit dem Namen Wihmuodi.[1] Zur Zeit der Missionierung durch Willehad wurde Wigmodien offenbar mit dem gesamten Elbe-Weser-Dreieck gleichgesetzt, teilweise unter Einbeziehung weiterer Gebiete nördlich der Elbe, zum Beispiel Dithmarschen.[2] Adam von Bremen zitiert in seiner Gesta Hammaburgensis die Gründungsurkunde des Bistums Bremen. Demnach sei das Land der Sachsen nach der Taufe Widukinds in acht Bistümer aufgeteilt worden. Das nördlichste von ihnen, der Sprengel Bremen, habe aus zwei „Provinzen“ bestanden, die aus ursprünglich zehn sächsischen Gauen zusammengelegt worden seien: Wigmodien nördlich und östlich der Wesermündung, sowie der Lorgoe südwestlich davon. Als Grenzen Wigmodiens werden angegeben: die Nordsee, die Niederelbe bis zur Einmündung der Lühe, bzw. der Aue, mehrere kleiner Wasserläufe und Sümpfe zwischen Harsefeld und Bevern (z. B. die Steinbek, und der Oberlauf der Twiste), danach die Bever und die Oste südlich von Bremervörde, sowie ein weiteres Moor zwischen Oste und Wümme. Von der Mündung der Wieste verlief die Grenze anscheinend entlang einer Straße bis zu einem Forst bei Daverden, von da entlang der Weser zurück zur Nordsee. Auch wenn es sich bei diesem Dokument mit Sicherheit um eine Fälschung handelt, könnten diese Ortsangaben weitgehend korrekt sein.

Daneben kannte und benutzte Adam von Bremen für den nördlichsten Teil Sachsens (abgesehen von Nordalbingien) auch den Namen Hadeloha,[3] sowie Hadoloha, als Landeplatz von feindlichen Wikingern („Askomannen“) in den Jahren 994 und 1040.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. RI I n. 406g, in: Regesta Imperii Online
  2. Eckhard Danneberg, Heinz-Joachim Schulze (Hrsg.): Geschichte des Landes zwischen Elbe und Weser. Band II Mittelalter. Landschaftsverband der ehem. Herzogtümer Bremen und Verden, Stade 1995, ISBN 3-9801919-8-2, S. 31 und Fußnote 27
  3. Hamburgische Kirchengeschichte I, 11 auf Wikisource