Elbe-Weser-Dreieck

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Karte des Elbe-Weser-Dreiecks
Landschaftsverband Stade im Elbe-Weser-Dreieck

Das Gebiet zwischen Bremen (Weser), Hamburg (Elbe) und Cuxhaven (Elbmündung in die Nordsee) bildet das Elbe-Weser-Dreieck, das umgangssprachlich auch als Nasses Dreieck bezeichnet wird. Das Elbe-Weser-Dreieck ist eine geografische Region und entspricht historisch und politisch etwa dem früheren Territorium Bremen-Verden beziehungsweise dem daraus hervorgegangenen ehemaligen Regierungsbezirk Stade. Heute gehört das Elbe-Weser-Dreieck bis an die Grenzen der beiden Hansestädte zu Niedersachsen. Geografisch gehören zwar Teile der Länder Bremen und Hamburg ebenfalls zum Elbe-Weser-Dreieck. Wegen der großstädtischen Zentrumsfunktion dieser Metropolen und ihrer eigenständigen Entwicklung bezeichnet man meistens jedoch nur den ländlich geprägten niedersächsischen Teil mit dem Begriff Elbe-Weser-Dreieck.

Politische Gliederung[Bearbeiten]

Das Elbe-Weser-Dreieck befindet sich nahezu vollständig in Niedersachsen. Kleine Teile gehören zu den Stadtstaaten Hamburg und Bremen. Zum niedersächsischen Hauptteil des Elbe-Weser-Dreiecks gehören der Landkreis Cuxhaven, der Landkreis Stade, der Landkreis Osterholz, der Landkreis Rotenburg (Wümme) und der Landkreis Verden. Bis 1978 bildeten diese Landkreise den Regierungsbezirk Stade. Geografisch gehören auch Teile der Länder Bremen und Hamburg zum Elbe-Weser-Dreieck. Wegen der unabhängigen Entwicklung der Großstädte wird mit dem Begriff Elbe-Weser-Dreieck meistens nur der ländlich geprägte niedersächsische Anteil bezeichnet.

Regionen[Bearbeiten]

Teilbereiche[Bearbeiten]

Der größte Teil des Elbe-Weser-Dreiecks gehört zum Naturraum Stader Geest, die ihrerseits in mehrere Teilgebiete unterteilt wird. Hierzu gehört die Achim-Verdener Geest mit der Lintelner Geest, die Wesermünder Geest mit der Osterholzer Geest, das Teufelsmoor, die Wümmeniederung und die Zevener Geest. An der Elbe erstreckt sich das Alte Land, Kehdingen und das Land Hadeln, in deren Hinterland sich die Wingst befindet. Entlang der Nordsee erstreckt sich das Land Wursten, in Bremen-Nord findet sich der Geestrücken der Bremer Schweiz. Im touristischen Kontext hat sich für das Gebiet des Landkreises Cuxhaven der Kunstbegriff Cuxland etabliert.

Landschaftsbild und Geologie[Bearbeiten]

Die Landschaft mit Watt, Marsch, Moor und Geest ist weitgehend flach. Das Zentrum wird von der Stader Geest eingenommen. Weite Gebiete sind von teilweise trockengelegten Mooren geprägt, so das Teufelsmoor oder das Alte Land sowie Hochmoore, wie Ahlenmoor, Langes Moor, Hymenmoor und Königsmoor, mit Torfmächtigkeiten von zwei bis sechs Metern. Typisch für das Landschaftsbild sind ferner weite Geestrücken, oft mit Kiefern- oder Mischwäldern, Heidegebiete und naturbelassene Flüssen wie die Oste, Geeste, Lune, Hamme oder die Wümme. Lediglich die Wingst ist ein kleiner bis 74 Meter hoher Höhenzug im nördlichen Bereich.

Den Untergrund im Gebiet bilden im Wesentlichen die Moränen und Schmelzwasserablagerungen der Saaleeiszeit, der vorletzten Vereisungsperiode des Pleistozäns. Diese formen die sandigen Rücken der Geest mit ihren typischen Findlingen aus Granit und Gneis. Die Endmoränen der letzten Vereisung (Weichseleiszeit) haben das Gebiet nicht mehr erreicht. Die Geländeformen sind sehr viel sanfter und flacher, als z. B. in der Holsteinischen Schweiz.

Geschichte[Bearbeiten]

Das Elbe-Weser-Dreieck setzt sich aus den historischen Territorien Bremen und Verden zusammen, die nach dem Dreißigjährigen Krieg zum unter schwedischer Herrschaft stehenden Reichsterritorium Bremen-Verden mit der Hauptstadt Stade zusammengefasst wurden. Seit 1397 sind die regelmäßigen Treffen der Landstände in Basdahl überliefert, wo politische Entscheidungen getroffen wurden. Diese Landstände weisen eine Kontinuität zur heute bestehenden Landschaft der Herzogtümer Bremen und Verden auf, die im Rahmen des Landschaftsverbandes Stade und im Auftrag des Landes Niedersachsen bis heute Träger der regionalen Kultur- und Identitätspflege im Elbe-Weser-Dreieck sind. Ferner ist die Landschaft heute über die Landschaftliche Brandkasse ein Träger der VGH Versicherungen. Ab 1712 gehörte das Gebiet des Elbe-Weser-Dreiecks nach kurzem dänischem Intermezzo zu Kurhannover, dem späteren Königreich Hannover. Während der napoleonischen Kriege wurde das Elbe-Weser-Dreieck dem Französischen Kaiserreich zugeschlagen. 1823 entstand aus dem Gebiet die Landdrostei Stade, der 1837 das Land Hadeln zugeteilt wurde. Nach Annexion des Königreiches Hannover durch Preußen 1866 wurde der Regierungsbezirk Stade errichtet. 1827 gründete die Hansestadt Bremen auf vormals hannoverschem Gebiet den Hafen Bremerhaven, welches 1939 zunächst Wesermünde zugeschlagen wurde, bevor 1945 Wesermünde zum Land Bremen (zurück-)gelangte und den heutigen Namen Bremerhaven erhielt. Weitere Gebietsveränderungen ergaben sich im Raum Bremen, als Teile der ehemaligen Kreise Blumenthal und Mahndorf zu Bremen gelangten, sowie im Raum Hamburg, das im Rahmen des Groß-Hamburg-Gesetzes um südelbische Gebiete erweitert wurde, während Cuxhaven zum Regierungsbezirk Stade gelangte. In der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg erlebte das Elbe-Weser-Dreieck speziell durch Zuzug von Heimatvertriebenen und Flüchtlingen sowie allgemein durch Zuwanderung in die großstädtischen Ballungsräume Hamburg und Bremen und den verkehrsgünstig gelegenen Raum zwischen diesen Metropolen ein bis heute anhaltendes starkes Bevölkerungswachstum. 1978 wurde der Regierungsbezirk Stade dem Nachbarbezirk Lüneburg zugeschlagen, der seinerseits zum Jahr 2005 aufgelöst wurde. Heute ist der frühere Regierungsbezirk Stade noch im Einzugsbereich vieler Institutionen, Kirchensprengel und des Landschaftsverbandes Stade erkennbar.

Kultur[Bearbeiten]

Landschaftsverband Stade[Bearbeiten]

Im Bereich des Elbe-Weser-Dreiecks besteht die in der Tradition der alten Landstände stehende Landschaft der Herzogtümer Bremen und Verden, die zur regionalen Identitäts-, Kultur- und Traditionspflege gemeinsam mit anderen Institutionen den Landschaftsverband Stade gegründet hat.

Archäologie[Bearbeiten]

In dem durch Geest und Moorgebieten gekennzeichneten Dreieck sind zahlreiche Monumente der Vor- und Frühgeschichte und solche aus geschichtlicher Zeit zu finden. Dabei handelt es sich um:

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Straßen[Bearbeiten]

Das Elbe-Weser-Dreieck wird durch die Autobahnen 1 (BremenHamburg), 26 (StadeHorneburg) und 27 (WalsrodeVerden (Aller)BremenBremerhavenCuxhaven) erschlossen. Hinzu kommt ein dichtes Netz an Bundesstraßen.

Eisenbahnen[Bearbeiten]

Es bestehen verschiedene Eisenbahnverbindungen, so die als Rollbahn bezeichnete Hauptstrecke von Bremen über Rotenburg (Wümme) nach Hamburg, die Bahnstrecke Verden–Rotenburg, die Niederelbebahn von Hamburg nach Cuxhaven, die Bahnstrecke Bremerhaven–Cuxhaven, die Bahnstrecke Bremerhaven–Buxtehude (–Hamburg), Bremerhaven–Bremen und Bremen–Verden–Hannover.

Häfen[Bearbeiten]

Es bestehen Seehäfen in Bremerhaven, Bremen, Cuxhaven und Bützfleth. Auf Aller, Oste und einigen Kanälen können Binnenschiffe verkehren, auf Weser und Elbe auch Seeschiffe.

Flughäfen[Bearbeiten]

Regionalflughäfen und -flugplätze befinden sich in Bremerhaven-Luneort, in Nordholz, in Rotenburg-Luhne und in Hellwege.

Orte im Elbe-Weser-Dreieck[Bearbeiten]

Achim, Anderlingen, Agathenburg, Ahlerstedt, Albstedt, Alfstedt, Apensen, Appeln, Armstorf, Aschwarden, Axstedt, Bad Bederkesa, Bargstedt, Basdahl, Beckdorf, Belum, Beverstedt, Bliedersdorf, Bokel, Bothel, Bramstedt, Breddorf, Bremen-Borgfeld, Bremen-Blumenthal, Bremen-Burglesum, Bremen-Vegesack, Bremerhaven, Bremervörde, Brest, Bülkau, Bülstedt, Buxtehude, Cadenberge, Cappel, Cuxhaven, Deinste, Deinstedt, Dollern, Dorum, Drangstedt, Driftsethe, Drochtersen, Düdenbüttel, Ebersdorf, Elmlohe, Elsdorf, Engelschoff, Farven, Fintel, Fischerhude, Flögeln, Fredenbeck, Frelsdorf, Garlstedt, Geversdorf, Geestenseth, Gnarrenburg, Grasberg, Großenwörden, Grünendeich, Guderhandviertel, Gyhum, Hagen, Hambergen, Harsefeld, Harriersand, Hammah, Hechthausen, Heilshorn, Hemmoor, Heerstedt, Hepstedt, Heeslingen, Himmelpforten, Hipstedt, Hollern-Twielenfleth, Hollen, Hollnseth, Holste, Horneburg, Ihlienworth, Jork, Kirchlinteln, Kirchtimke, Kirchwistedt, Köhlen, Kuhstedt, Kutenholz, Lamstedt, Langen, Langwedel, Lauenbrück, Lilienthal, Lintig, Lübberstedt, Lunestedt, Loxstedt, Lunestedt, Midlum, Mittelnkirchen, Mittelstenahe, Mulsum, Nordholz, Neuhaus (Oste), Neuenkirchen, Nordleda, Nottensdorf, Oberndorf, Odisheim, Oerel, Ohlenstedt, Osterbruch, Osterholz-Scharmbeck, Ostereistedt, Osten, Otterndorf, Ottersberg, Oyten, Padingbüttel, Rade, Rhade, Ringstedt, Ritterhude, Sandbostel, Sandstedt, Sauensiek, Scharmbeckstotel, Schiffdorf, Schwanewede, Seedorf, Sellstedt, Selsingen, Sottrum, Spaden, Stade, Steinau, Steinkirchen, Stinstedt, Stotel, Stubben, Tarmstedt, Uthlede, Vorwerk, Vollersode, Wanna, Wehdel, Westertimke, Wilstedt, Wingst, Worpswede, Wremen, Wulsbüttel, Zeven. Wollingst.

Siehe auch[Bearbeiten]

 Portal: Elbe-Weser-Dreieck – Übersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema Elbe-Weser-Dreieck
  • Eine Landkarte des Elbe-Weser-Dreiecks, in der die Standorte von mehr als 100 Museen und Sammlungen gegebenenfalls mit links zu den Webpräsenzen der einzelnen Häuser eingezeichnet sind, findet sich hier: Museumslandkarte

Literatur[Bearbeiten]

  • Landschaftsverband Stade: Geschichte des Landes zwischen Elbe und Weser: Band 1: Vor- und Frühgeschichte. Stade 1995, 361 S., ISBN 3-9801919-7-4
  • Landschaftsverband Stade: Geschichte des Landes zwischen Elbe und Weser: Band 2: Mittelalter (einschl. Kunstgeschichte). Stade 1995, 534 S., ISBN 3-9801919-8-2
  • Hans-Georg Trüper: Ritter und Knappen zwischen Weser und Elbe – Die Ministerialität des Erzstifts Bremen. 1178 Seiten, Band 12. In Schriftenreihe des Landschaftsverbandes Stade. Stade 2000, ISBN 3-931879-05-4
  • Hans-Eckhard Dannenberg, Norbert Fischer, Franklin Kopitzsch (Hrsg.): Land am Fluss – Beiträge zur Regionalgeschichte der Niederelbe. Herausgegeben vom Landschaftsverband der ehemaligen Herzogtümer Bremen und Verden, Stade 2006, 252 S, ISBN 3-931879-20-8.
  • Johannes Göhler: Wege des Glaubens – Beiträge zu einer Kirchengeschichte des Landes zwischen Elbe und Weser. Herausgegeben vom Landschaftsverband der ehemaligen Herzogtümer Bremen und Verden, Stade 2006, 343 S, ISBN 978-3-931879-26-6.
  • Claudia Bei der Wieden: Erinnerungszeichen. Historische Grabmale zwischen Elbe und Weser (1231–1900). Herausgegeben vom Landschaftsverband der ehemaligen Herzogtümer Bremen und Verden, Stade 2005. ISBN 3-931879-18-6
  • Brage Bei der Wieden und Jan Lokers (Hrsg.): Lebensläufe zwischen Elbe und Weser – Ein biographisches Lexikon, Band 1. 362 Seiten, Band 16 in der Schriftenreihe des Landschaftsverbandes Stade. Stade 2002, ISBN 3-931879-08-9
  • Ulf-Thomas Lesle/Nik Schumann: Cuxhaven. Stadt achter 'n Diek: Küstenlandschaft, Deichbau und ein großer Fluss im Wandel der Zeit. 2. Aufl. Cuxhaven 2014, ISBN 978-3-935519-96-0.

Weblinks[Bearbeiten]

 Wikivoyage: Elbe-Weser-Dreieck – Reiseführer