Wilhelm Sante

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wilhelm Sante

Wilhelm Sante (* 21. Januar 1886 in Goslar; † 19. Mai 1961 in Oldenburg)[1] war ein deutscher Politiker (Zentrumspartei, CDU), Ministerial-Oberinspektor und Senator in Oldenburg.

Leben[Bearbeiten]

Wilhelm Sante wuchs bei seinen Eltern Adolf und Auguste Sante in Goslar auf und besuchte seiner Zeit die katholische Bürgerschule dort. Anschließend absolvierte er bei der Stadtverwaltung eine Bürolehre, bevor er in Mönchengladbach eine Fortbildungsschule besuchte.[1]

Als Gewerkschaftssekretär des Katholischen Arbeitervereins und Landessekretär des Volksvereins kam Wilhelm Sante 1912 nach Oldenburg.[1] In diesem Jahr trat er auch der Allgemeinen Ortskrankenkasse bei, in der er bereits 1914 in den Vorstand gewählt wurde.

Als Abgeordneter der Zentrumspartei gehörte er ab 1919 ununterbrochen dem Oldenburgischen Landtag an. Er war erst Ministerialinspektor, dann -oberinspektor im oldenburgischen Staatsministerium, bis er 1933 aus politischen Gründen von den Nationalsozialisten aus dem Landtag ausgeschlossen wurde.

Bereits 1923 war er Mitbegründer der Oldenburger Begräbnisunterstützungskasse, die er nun selbstständig führte und kurz vor seinem Tod an die Öffentliche Versicherungen Oldenburg überleitete.

Nach dem Ende des Nationalsozialismus war Wilhelm Sante 1946 Mitgründer der CDU im Oldenburger Land. Von 1948 bis 1961 war er Ratsherr und Senator im Verwaltungsausschuß der Stadt Oldenburg. In der CDU bekleidete er die Position des Fraktionssprechers. Von 1960 bis 1961 war Wilhelm Sante Kreisvorsitzender, anschließend Ehrenkreisvorsitzender der CDU. Er galt als die "graue Eminenz" der CDU der Stadt Oldenburg.[1]

In den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg setzte sich Wilhelm Sante besonders für Wohnungssuchende ein. Des Weiteren war er einer der maßgeblichen Initiatoren der auf lokaler Ebene entstehenden Sozialausschüsse der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft, die sich als überkonfessionelle Arbeitsgemeinschaft christlicher Arbeitnehmer innerhalb der CDU bildeten.[1]

1955 erhielt Wilhelm Sante für seine Verdienste um die soziale Krankenversicherung das Bundesverdienstkreuz.[1]

Familie[Bearbeiten]

Sante war in erster Ehe mit Maria geb. Effner (1888–1935) verheiratet; zusammen hatten sie vier Kinder (Wilhelm [1913–gefallen 1945], Maria [1915–1999], Günther [1929–1993] und Ursula Rehling [geb Sante 1925]). 1938 heiratete Wilhelm Sante in zweiter Ehe Maria Gesine Nye verw. Wüst (1896–1955). Sein Urenkel Nils Janßen (Mutter: Martina Maria Katharin Janßen geb. Rehling) trat in seine politischen Fußstapfen. Er ist Politiker der CDU und Jungen Union Bremen.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e f [1] (PDF; 130 MB)Hans Friedl: Biographisches Handbuch zur Geschichte des Landes Oldenburg, S.630

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Wilhelm Sante – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien