Goslar

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Goslar
Goslar
Deutschlandkarte, Position der Stadt Goslar hervorgehoben
51.90722222222210.43255
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Goslar
Höhe: 255 m ü. NN
Fläche: 92,58 km²
Einwohner:

41.785 (31. Dez. 2008)[1]

Bevölkerungsdichte: 451 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 38640, 38642, 38644
Vorwahlen: 05321, 05325
Kfz-Kennzeichen: GS
Gemeindeschlüssel: 03 1 53 005
Stadtgliederung: 12 Ortsteile
Adresse der Stadtverwaltung: Markt 1
38640 Goslar
Webpräsenz:
Oberbürgermeister: Henning Binnewies (SPD)
Lage der Stadt Goslar im Landkreis Goslar
Altenau Sankt Andreasberg Wildemann Clausthal-Zellerfeld Lutter am Barenberge Wallmoden Lutter am Barenberge Hahausen Seesen Liebenburg Langelsheim Goslar Vienenburg Braunlage Braunlage Bad Harzburg Langelsheim Schulenberg im Oberharz Landkreis Goslar Niedersachsen Landkreis Wolfenbüttel Salzgitter Landkreis Wolfenbüttel Landkreis Hildesheim Landkreis Northeim Landkreis Osterode am Harz Thüringen Sachsen-Anhalt gemeindefreies Gebiet HarzKarte
Über dieses Bild

Goslar ist eine Stadt im deutschen Bundesland Niedersachsen. Sie hat den Status einer großen selbständigen Stadt und ist Kreisstadt des Landkreises Goslar.

Goslar zählt zu den Weltkulturerbestätten der UNESCO.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geographie

[Bearbeiten] Geographische Lage

Rundumsicht vom Nordturm der Marktkirche
Blick auf die Innenstadt

Die Stadt liegt zwischen den nordwestlichen Ausläufern des Harzes mit dem Rammelsberg und dem äußersten Südende des Salzgitter-Höhenzugs. Im Westen wird Goslar durch den Steinberg und im Osten durch den Sudmerberg begrenzt. Durch Goslar fließt die Gose bzw. Abzucht, ein Nebenfluss der Oker. In der Nähe liegen die Granetalsperre und die Okertalsperre.

Die nächstgelegenen größeren Städte sind im Nordwesten Hildesheim (50 km), im Norden Salzgitter (30 km), im Nordosten Wolfenbüttel (35 km) und Braunschweig (50 km) sowie im Osten Magdeburg (100 km), im Südosten Nordhausen (70 km) und im Südwesten Göttingen (70 km).

[Bearbeiten] Nachbargemeinden

An das Stadtgebiet grenzen im Norden die Gemeinde Liebenburg, im Nordosten die Stadt Vienenburg, im Osten die Stadt Bad Harzburg, im Süden die vier Mitgliedsgemeinden der Samtgemeinde Oberharz und im Westen die Stadt Langelsheim.

[Bearbeiten] Stadtgliederung

Südansicht vom Maltermeisterturm
Westansicht vom Sudmerberg

Die Stadt Goslar besteht aus folgenden Stadtteilen:

  • Altstadt (Ober- und Unterstadt, Innenstadt)
  • Hahndorf, im Norden Goslars mit dörflichem Charakter. Das Klostergut Grauhof befindet sich südöstlich von Hahndorf.
  • Hahnenklee mit dem Ortsteil Bockswiese, heilklimatischer Kurort im Oberharz mit Erholungs- und Erlebnismöglichkeiten.
  • Jerstedt, landwirtschaftlich geprägtes Dorf in Goslars Nordwesten.
  • Jürgenohl mit Kramerswinkel, Wohnviertel nördlich der Altstadt.
  • Ohlhof, Wohnsiedlung nordöstlich von Goslar.
  • Oker, industriell geprägter Stadtteil.
  • Sudmerberg, Wohnsiedlung östlich von Goslar.
  • Georgenberg mit Kattenberg, Wohnviertel nahe der Altstadt.
  • Rammelsberg mit Siemensviertel und Rosenberg, Wohngebiet südlich der Altstadt.
  • Steinberg, Wohnviertel westlich der Altstadt.
  • Baßgeige, Gewerbegebiet nordwestlich der Altstadt.

[Bearbeiten] Geschichte

Goslar im Jahre 1640
Lohmühle
Hotel Kaiserworth um 1895
Innenstadt
Die Abzucht in der Innenstadt
Der Weberturm, ein Teil der ehemaligen Stadtbefestigung

Schon seit römischen Zeiten war der Harz eine der wichtigsten Erz fördernden Regionen Europas. So entstanden im Harz und am Rande des Harzes Siedlungen, wo Metalle aus dem Erz gewonnen und veredelt wurden. Archäologische Funde aus England belegen, dass viele der angelsächsischen Grabbeigaben, wie ein unter einem Londoner Parkplatz gefundenes Schwert, ihren Ursprung im Harz hatten.

Aus einer dieser am Nordrand des Harzes gelegenen Siedlungen ging wohl Goslar hervor. Goslar wurde offiziell 922 durch Heinrich I. gegründet. Schon im 11. Jahrhundert wurde eine Kaiserpfalz durch Heinrich II. in der Stadt gebaut. Grund waren die nahen, reichhaltigen Silberbergwerke im Rammelsberg. Zu dieser Zeit gelangte eine Silbermünze aus Goslar bis zu den Färöern, wie der Münzfund von Sandur belegt. Erweitert wurde die Pfalz durch Heinrich III.. Sie war damit die größte Pfalzanlage der Salier. Die Stadt wurde daraufhin ein wichtiger Herrschaftsort des ostfränkischen Reiches. Hier fanden Reichstage statt, und oft wurde die Stadt von Kaisern und Königen besucht. Kaiser Heinrich IV. gewährte Goslar Reichsunmittelbarkeit, wodurch die Stadt herzoglichem Einfluss entzogen und stattdessen direkt vom Kaiser abhängig wurde.[2] Im Jahr 1180 wurden die Goslarer Hüttenbetriebe von Heinrich dem Löwen zerstört, was vermutlich zur Abwanderung von Bergleuten und der Begründung des Oberharzer Bergbaus führte.[3]

Nach dem letzten Besuch eines Königs (Wilhelm von Holland) im Jahre 1253 entwickelte sich Goslar zu einer Freien Reichsstadt und wurde Hansestadt. Für Goslar bedeutete dies eine langewährende Festschreibung der 1340 erneut bestätigten reichsunmittelbaren Stellung und eine erhebliche Selbstständigkeit. Erst als die Könige und Kaiser wieder an Einfluss verloren, wurde es den in Wolfenbüttel residierenden Herzögen von Braunschweig und Lüneburg möglich, die Stellung Goslars zu schwächen und die mehr als einhundert Jahre an die Stadt verpfändeten Erzbergwerke am Rammelsberg im 16. Jahrhundert wieder unter ihre Kontrolle zu bringen.[2]

Zwischen 1530 und 1657 fielen 28 Menschen den Hexenverfolgungen zum Opfer.

Goslar war während des Dreißigjährigen Krieges zunächst auf der kaiserlichen Seite. Mit dem Restitutionsedikt von 1629 übernahmen die Jesuiten den Dom und die Kaiserpfalz. Goslar wurde daher im Jahre 1632 vom schwedischen König Gustav II. Adolf für die Konspiration mit dem Feind bestraft. Im Goslarer Akkord 1642 wurde Goslar vom Kaiser abgetreten und fiel den Welfen zu.

Durch den Reichsdeputationshauptschluss im Jahre 1803 verlor Goslar seinen Status als Freie Reichsstadt und wurde vorübergehend preußisch. Im Jahre 1807 wurde Goslar durch den Frieden von Tilsit dem von Napoléon Bonaparte gegründeten Königreich Westphalen zugeteilt. Nach den napoleonischen Kriegen wurde Goslar durch den Wiener Kongress dem Kurfürstentum bzw. Königreich Hannover zugesprochen.

Im Jahre 1824 besuchte der Dichter Heinrich Heine die Stadt Goslar. Er schreibt in seinem Werk Harzreise über Goslar: „Aber seit die Muhme tot ist, können wir ja nicht mehr gehn, nach dem Schützenhof zu Goslar, dorten ist es gar zu schön.“

Im 19. Jahrhundert lag die Stadt wirtschaftlich am Boden, und viele historische Gebäude wurden abgerissen, darunter auch der Dom. Aus dieser Krise wurde die Stadt erst wieder durch die Reformen Christian von Dohms sowie wirtschaftlich durch die Entdeckung des „Neuen Lagers“ im Erzbergwerk Rammelsberg erweckt.

Von 1936 bis 1945 hatte Goslar den nationalsozialistischen „Ehrentitel“ „Reichsbauernstadt“. Weiterhin war die Stadt in der Zeit des Nationalsozialismus Sitz rüstungsrelevanter Betriebe und Einrichtungen. Größte Arbeitgeber waren die Chemische Fabrik Gebr. Borchers A.G./H.C. Starck, die Unterharzer Berg- und Hüttenwerke G.m.b.H. und der Fliegerhorst Goslar. Insgesamt arbeiteten während des Zweiten Weltkrieges etwa 5.000 Menschen aus dem europäischen Ausland, zumeist Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter, in der Stadt und ihrer Umgebung. 61 Betriebe bedienten sich in diesem Zeitraum ihrer Arbeitskraft. Mit der Aufarbeitung dieses Kapitels beschäftigt sich der Verein Spurensuche Goslar e.V.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs 1945 gehörte Goslar zur Britischen Besatzungszone. Die britische Militärverwaltung richtete ein DP-Lager ein, zur Unterbringung sogenannter Displaced Persons (DP). Das Lager wurde von einem Team (Team 2913) der UNRRA betreut.

In Goslar fand vom 20. bis 22. Oktober 1950 der erste Bundesparteitag der CDU statt. Unter dem Motto „Einigkeit und Recht und Freiheit“ wurde in Goslar die CDU Deutschlands gegründet. Goslar setzte sich damals als Tagungsort gegen Berlin, Frankfurt und Heidelberg durch. Konrad Adenauer wurde am 21. Oktober mit 302 von 335 Stimmen zum Parteivorsitzenden gewählt.[4]

In den 1960er und 1970er Jahren kamen die ersten südeuropäischen „Gastarbeiter“ nach Goslar und arbeiteten vor allem bei der Firma Odermark und den Unterharzer Berg- und Hüttenwerken, später Preussag AG Metall.

Das Silbererzbergwerk im Rammelsberg (635 m über NN) wurde im Jahre 1988 stillgelegt. Heute befindet sich dort das Museum und Besucherbergwerk Rammelsberg. Seit 1992 stehen die mittelalterliche Altstadt von Goslar und der Rammelsberg auf der UNESCO-Liste des Kultur- und Naturerbes der Menschheit (siehe Weltkulturerbe).

[Bearbeiten] Eingemeindungen

Durch die niedersächsische Gebiets- und Gemeindereform 1973 wurde die bis dahin selbstständige Gemeinde Hahnenklee eingemeindet. Hahnenklee (1200 Einwohner) hat als einziger Stadtteil einen eigenständigen Ortsrat und befindet sich südlich von der Kernstadt in 15 Kilometer Entfernung (Richtung Clausthal-Zellerfeld). Der Stadtteil liegt knapp 400 Meter höher als Goslar. Bekannt ist dieser heilklimatische Kurort durch seine Nordische Stabkirche, die Grabstätte von Paul Lincke, dem Schöpfer der Berliner Operette. Durch die Stadt Goslar wird alle zwei Jahre der Paul-Lincke-Ring verliehen. Auf der ehemaligen Bob- und Rennrodelbahn (Natureisbahn) wurden von 1928 bis 1972 internationale Wettkämpfe ausgetragen.

[Bearbeiten] Einwohnerentwicklung

Einwohnerentwicklung
Jahr Einwohner
1821 7.547
1848 9.748
1871 11.900
1885 15.997
1905 23.640
1925 27.881
Jahr Einwohner
1933 29.538
1939 34.371
1946 47.855
1950 53.804
1956 53.236
1961 54.151
Jahr Einwohner
1968 53.819
1970 52.649
1975 53.963
1980 52.556
1985 49.636
1990 46.251
Jahr Einwohner
1995 46.142
2000 44.278
2005 43.119

(Ab 1968 Stand jeweils zum 31. Dezember)

[Bearbeiten] Politik

„Brusttuch“ zu Goslar

[Bearbeiten] Stadtrat

Der Stadtrat setzt sich nach der Kommunalwahl vom 10. September 2006 zusammen aus:

[Bearbeiten] Bürgermeister

bis 1921 Bürgermeister, ab 1921 Oberbürgermeister

  • 1917–1933: Friedrich Klinge
  • 1933–1945: Heinrich Droste
  • 1945: Heinrich Wulfert
  • 1945: Paul Eyferth
  • 1945–1946: Dr. Rudolf Wandschneider
  • 1946: Rudolf Bosse
  • 1946–1948: Conrad Bruns
  • 1948–1949: Friedrich Klinge (DP)
  • 1949–1952: Dr. Hermann Pfaffendorf
  • 1952–1958: Alexander Grundner-Culemann
  • 1958–1968: Dr. Hermann Pfaffendorf
  • 1968–1972: Wilhelm Degenhardt (CDU)
  • 1972–1981: Helmut Sander
  • 1981–1983: Dr. Herbert Werner
  • 1983–1986: Marta Lattemann
  • 1986–1988: Helmut Sander
  • 1988–1991: Dr. Jürgen Paul
  • 1991–1996: Marta Lattemann-Meyer
  • 1996–2001: Dr. Otmar Hesse, ehrenamtlich
  • 2001–2006: Dr. Otmar Hesse (SPD)
  • 2006 bis heute: Henning Binnewies (SPD)

[Bearbeiten] Wappen

Wappen von 1774
Goslarer Adler

Blasonierung: Das Wappen der Stadt zeigt auf goldenem Grund einen schwarzen, rotbewehrten Adler.

Das Wappen ist seit der Mitte des 14. Jahrhunderts nachweisbar. Aber schon ein Jahrhundert zuvor gab es Siegel der Stadt, die den Adler verwendeten. Der Adler ist das Wappentier des Kaisers und des Reiches. Goslar führt dieses Wappen, da die Stadt seit dem 11. Jahrhundert eine Kaiserpfalz hat und damit Kaiserresidenz war und seit 1290/1340 kaiserlich freie Reichsstadt gewesen ist.

Der Adler ist zusätzlich als Bronzeskulptur auf dem Brunnen des Marktplatzes montiert (Kopie; Original im Museum).

[Bearbeiten] Städtepartnerschaften

Es bestehen Partnerschaften mit:

[Bearbeiten] Kultur und Sehenswürdigkeiten

Gotisches Rathaus
Kaiserworth
Krodoaltar zu Goslar
Ratsgymnasium
Werderhof

[Bearbeiten] Theater und Veranstaltungsräume

  • Odeon Theater mit über 800 Plätzen
  • Kulturkraftwerk Harz Energie (regelmäßig Kleinkunst, Comedy, Konzerte, Figurentheater)
  • Lindenhof (Großer Saal mit mehr als 300 Plätzen)

[Bearbeiten] Museen

[Bearbeiten] Bauwerke

Frankenberger Kirche
Marktkirche St. Cosmas und Damian
Stephanikirche
  • Romanische Kaiserpfalz mit Goslarer Kaiserstuhl
  • Marktplatz mit gotischem Rathaus und der evangelischen Marktkirche St. Cosmas und Damian
  • Zwinger (Goslar) (Befestigungsturm mit 6,5 Meter starken Mauern aus dem Jahre 1517, heute Museum, Restaurant und Ferienwohnungen)
  • Großes Heiliges Kreuz (Hospiz aus dem Mittelalter)
  • Kleines Heiliges Kreuz
  • Domvorhalle (der Stiftskirche St. Simon und Judas (Goslarer Dom)
  • Kaiserworth (Gildehaus aus dem Jahre 1494, heute Hotel)
  • St. Aegidienkapelle
  • Brusttuch (Patrizierhaus aus dem Jahre 1521)
  • St. Annenhaus (ältestes vollständig erhaltene Fachwerkhaus aus dem Jahre 1488)
  • Siemenshaus (Stammhaus der Industriellenfamilie Siemens aus dem Jahre 1693)
  • Lohmühle (frühes 16. Jahrhundert)
  • evangelische Klosterkirche St. Peter und Paul (Frankenberg)
  • evangelische Stephanikirche (Barockkirche)
  • evangelische Neuwerkkirche St. Mariae in horto, (stilrein romanisch)
  • katholische St.-Jakobi-Kirche, romanische Kirche (1073), seit der Reformation evangelisch, seit 1803 katholisch
  • Klauskapelle
  • Stiftsruine St. Georg
  • zahlreiche historische Wohnbauten aus Fachwerk bzw. Stein
  • Geburtshaus des Hermann Moritz von Sachsen
  • Stadtbefestigung (mit Zwinger und Breitem Tor)
  • neuromanisches Bahnhofsgebäude
  • neuromanisches Gebäude vom Ratsgymnasium Goslar
  • Gustav-Adolf-Stabkirche
  • Hirsch-Apotheke
Der Klusfelsen

[Bearbeiten] Naturdenkmäler

[Bearbeiten] Regelmäßige Veranstaltungen

Vorderseite der Kaiserpfalz
Rückseite der Kaiserpfalz
  • Deutscher Verkehrsgerichtstag:
    Alljährlich findet diese Konferenz für Straßenverkehrsrecht mit über 1000 Teilnehmern Ende Januar in der Kaiserpfalz statt.
  • Goslarer Hansetage:
    Der Grundgedanke der Hanse wird durch eine Vielzahl von Veranstaltungen neu belebt.
  • Verleihung des Paul-Lincke-Rings:
    Alle zwei Jahre wird der Ring an einen bedeutenden deutschen Unterhaltungsmusiker verliehen.
  • Verleihung des Goslarer Kaiserrings:
    Der Kaiserring der Stadt Goslar zählt zu den international bedeutendsten Kunstpreisen. Seit 1975 vergibt die Stadt Goslar und der „Verein zur Förderung moderner Kunst Goslar e. V.“ jährlich die ideelle Auszeichnung an zeitgenössische und internationale Künstler.
  • Internationaler Altstadtlauf:
    Traditionsreicher Lauf für Jung und Alt über verschiedene Distanzen durch die historische Altstadt.
  • Walpurgismarkt:
    Was der alten Sage nach schon vor Tausenden von Jahren auf allen Tanzplätzen im ganzen Harz geschehen sein soll, wird im historischen Zentrum Goslars „schaurige Wirklichkeit“. Zwischen den mittelalterlichen Fassaden geistern im Hexendorf Hexen, Teufel, Geister und Unholde herum.
  • Walpurgisnacht in Hahnenklee
  • Goslarer Tage der Kleinkunst:
    Jährliches Kleinkunst-Festival, das jeweils in der Woche nach Pfingsten Theater, Kabarett, Figurenspiel, Comedy, Chanson und vieles mehr für 10 Tage nach Goslar holt.
  • Schützen- und Volksfest:
    Das Goslarer Schützenfest auf dem 86.000 m² großen Osterfeld ist eines der größten in Niedersachsen (rangiert unter den 30 größten Kirmesveranstaltungen Deutschlands), dauert zehn Tage und beginnt immer am Freitag vor dem ersten Montag im Juli. Zwei große Feuerwerke und drei Ausmärsche sorgen für die große Attraktivität des Goslarer Schützenfestes bis weit über den Nordharz hinaus. Des Weiteren locken rund 20 Fahrgeschäfte für Jung und Alt sowie etwa 200 Kirmesbuden. Dem Schützenfest ist der traditionelle Krammarkt, „Lumpengasse“ genannt, angegliedert. Dort locken nochmals rund 150 Händler.
  • Kunsthandwerkermarkt:
    Zwischen Großem Heiligen Kreuz und Schuhhof bieten etwa 150 Handwerker ihre handgefertigten Kostbarkeiten aus den Bereichen Keramik, Leder, Textilien, Glas, Holz, Schmuck, Puppen, Marionetten etc. an und lassen sich bei der Herstellung ihrer Ware über die Schulter schauen.
  • Altstadtfest:
    Die große Party im September in Goslars Innenstadt. Auf dem Goslarer Marktplatz wird unter der Veranstaltungs-Pyramide und rund um den Adlerbrunnen getanzt, gefeiert und gelacht. Auf vielen weiteren Bühnen gibt es Live-Musik.
  • Goslarer Weihnachtsmarkt und Weihnachtswald:
    Zwischen den Fassaden der Altstadt bieten 70 Händler, Kunsthandwerker, Zuckerbäcker, Glühweinwirte und Gastronomen jährlich ein romantisches Vorweihnachtserlebnis. Die eigentliche Attraktion ist der Weihnachtswald, der festlich beleuchtet eigens auf dem Schuhhof aus zahlreichen sechs bis neun Meter hohen Fichten errichtet wird.
  • Internationale Konzertarbeitswochen und Musikfest Goslar-Harz:
    Seit 1975 finden die Internationalen Konzertarbeitswochen in Goslar statt.
  • Internationale Goslarer Klaviertage:
    Der Meisterkurs für Pianisten zieht in jedem Jahr einen internationalen Teilnehmerkreis an.

[Bearbeiten] Wirtschaft und Infrastruktur

Briefmarke 1971 aus der Serie Fremdenverkehr
100-€-Goldmünze 2008, Weltkulturerbestätten in Deutschland, Goslar
Glockenspiel am Marktplatz
Zwinger und Kahnteich
Vorderansicht des Zwingers
Der Goslarer Weihnachtsmarkt

[Bearbeiten] Bundeswehr

Im Fliegerhorst Goslar befindet sich ein Ausbildungsbataillon der Luftwaffe, welches in drei Kompanien die Grundausbildung von etwa 450 Wehrpflichtigen pro Quartal durchführt. Es wird im Rahmen der Umstrukturierung der Bundeswehr voraussichtlich bis Ende 2009 geschlossen werden.

[Bearbeiten] Verkehr

Goslar hat einen Omnibusbahnhof sowie einen Bahnhof der Deutschen Bahn in Innenstadtnähe und einen weiteren Bahnhof im Stadtteil Oker. Durch das Stadtgebiet verlaufen die Eisenbahnstrecken von Halle (Saale) über Vienenburg und Goslar (Bahnstrecke Vienenburg–Goslar) nach SalzgitterHildesheimHannover (Bahnstrecke Hildesheim–Goslar) sowie eine Strecke von Braunschweig nach Kreiensen. Von Goslar aus führt ferner eine Strecke über Oker nach Bad Harzburg und in Gegenrichtung nach Seesen und Kreiensen. Durch die Stadt verlaufen die Bundesstraßen B 6, die B 82 und die B 241. Ferner beginnt in Goslar die B 498, die von hier durch das Okertal in den Harz führt.

Die Stadtbus Goslar GmbH betreiben ein aus sechs Linien bestehendes Stadtbusnetz.

[Bearbeiten] Bildung und Wissenschaft

Das Ratsgymnasium kann auf eine inzwischen 475-jährige Geschichte zurückblicken; das Christian-von-Dohm-Gymnasium hat eine 200-jährige Tradition. Aus einer der ältesten Schulen sind die direkt in der Stadt gelegene „Realschule Hoher Weg“ und die „Realschule Goldene Aue“ hervorgegangen. Weiterhin befinden sich in Goslar zwei Berufsbildende Schulen (BBS am Stadtgarten und BBS Bassgeige). An der BBS am Stadtgarten werden wirtschaftlich Interessierte weiter gebildet. Die dort vorhandenen Schulformen sind Fachoberschule Wirtschaft, Wirtschaftsgymnasium und die Höhere Handelsschule. An der BBS Bassgeige sind die Schulformen Fachoberschule Gestaltung, Sozialwesen und Technik vertreten. Mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung kann man an der BOS das Abitur machen. Am 7. Dezember 2007 wurde in Goslar symbolisch der Grundstein für das Energie-Forschungszentrum Niedersachsen (EFZN), einer wissenschaftlichen Einrichtung der TU Clausthal, gelegt.

Grundschulen
  • Goetheschule
  • Grundschule Hahndorf
  • Grundschule Jerstedt
  • Grundschule Jürgenohl
  • Grundschule Oberoker
  • Schillerschule
  • Grundschule Sudmerberg
  • Grundschule Unteroker
  • Grundschule Worthstraße
Hauptschulen Realschulen
  • Hauptschule Kaiserpfalz
  • Hauptschule Oker
  • Realschule Goldene Aue
  • Realschule Hoher Weg
  • André-Mouton-Realschule Oker
Gymnasien Berufsbildende Schulen
  • Am Stadtgarten
  • Goslar-Baßgeige/Seesen
  • Oskar-Kämmer Bildungswerk
  • Oskar-Kämmer-Schule – Berufsfachschule Altenpflege
Förderschulen Andere
  • Pestalozzischule – Förderschule Lernen
  • Neue Waldschule Hahnenklee

[Bearbeiten] Sportvereine

  • Der größte Verein ist der MTV Goslar. Präsidentin ist Ratsfrau Renate Luksch. Die bekannteste Mannschaft des Vereins sind die J.E.T.s. Die Jazz- und Modern-Dance Gruppe wurden 2006 und 2007 Deutscher Meister und nahmen 2007 an der Weltmeisterschaft in New York teil. Weitere im Verein betriebene Sportarten sind unter anderem: Schwimmen, Basketball, Fußball, Volleyball, Faustball, Handball, Fitnesstraining, Skigymnastik, Ju-Jutsu, Leichtathletik, Turnen und Segelfliegen.
  • Bekanntester Verein ist der Goslarer Sport Club (GSC), der im Jahr 2008 sein 100-jähriges Bestehen feierte. Aushängeschild ist die erste Herrenmannschaft der Fußballer. Diese erreichte 2009 den Aufstieg in die Regionalliga. Weitere Sportarten beim GSC sind unter anderem Hockey, Leichtathletik, Cheerleader und Bogenschießen.
  • Der SV Rammelsberg hat Fußballmannschaften im Herren- und Damenbereich.
  • Hellas Goslar ist ein Schwimmverein. Mit dem Waldbad Herzberger Teich besitzt der Verein das älteste vereinseigene Schwimmbad Norddeutschlands.

[Bearbeiten] Medien

In Stadt und Landkreis marktbeherrschend ist das familiengeführte Druck- und Medienhaus Krause, das die Tageszeitung Goslarsche Zeitung herausgibt sowie das Anzeigenblatt extra, das monatliche Veranstaltungsmagazin trend sowie Buch- und Sonderpublikationen. Einzige Wettbewerber sind die Anzeigenblätter Harzer Panorama (Verlagsgruppe Madsack) und Harzer General-Anzeiger (Verlagsgruppe Bauer).

[Bearbeiten] Persönlichkeiten

[Bearbeiten] Ehrenbürger

  • 1823: Ludwig Wilhelm von Uslar
  • 1848: Gottfried Carl Friedrich Wiepking
  • 1874: Georg Wilhelm Mittelbach
  • Carl Reuß (1844–1918), wirkte von 1873 bis 1893 als städtischer Oberförster und sorgte für die Aufforstung der nördlichen Randlage des Harzes bis zum Stadtrand von Goslar; nach ihm ist auch die Reußstraße benannt.
  • 1917: Georg von Garßen
  • 1934: Adolf Hitler und Richard Walther Darre
  • 1957: Heinrich Wulfert
  • 1961: Walther Adam (1881–1964), Konsul a.D.
  • 1972: Otto Fricke (1902–1972), Minister a.D.
  • 2000: Peter Schenning
  • 2009: Hans-Joachim Tessner (* 1944)

[Bearbeiten] Söhne und Töchter der Stadt

Bismarck-Denkmal am Georgenberg. Bismarck förderte den Wiederaufbau der Kaiserpfalz.

[Bearbeiten] Persönlichkeiten, die am Ort gewirkt haben

  • Nikolaus von Amsdorf (1483–1565), evangelischer Theologe, wirkte 1528 bei der Reformation in Goslar mit.
  • Hermann Menge (1841-1939), Altphilologe, Pädagoge und Bibelübersetzer, erarbeitete im Goslarer Ruhestand die sogenannte Menge-Bibel.
  • Alexander Grundner-Culemann (1885–1981), leitete von 1921 bis 1952 das Stadtforstamt und war von 1952 bis 1958 Oberbürgermeister. Er entwickelte den Stadtforst zu einem bevorzugten Fremdenverkehrszentrum des Nordharzes. Daneben hatte er unter anderem von 1921 bis 1935 und von 1949 bis 1952 den Vorsitz des Harzklub-Zweigvereins Goslar inne und leitete jahrelang die Heeresfachschule für Forstwirtschaft in Goslar. Nach ihm ist die Grundner-Culemann-Straße benannt.
  • Axel Kutsch (* 1945), Schriftsteller, arbeitete von 1976 bis 1979 als Redakteur bei der Goslarschen Zeitung.

[Bearbeiten] Rezeption

Die Altstadt von Goslar und das Bergwerk Rammelsberg bilden 2008 das Motiv der jährlich ausgegebenen 100-€-Goldmünzen aus der Reihe UNESCO-Welterbe.

Otto von Freising bezeichnete Goslar als „die reichste Stadt Sachsens“.[5][6]

[Bearbeiten] Literatur

  • Werner Gottschalk: Chronik der Stadt Goslar: 919–1919; unter Einbeziehung des Reichs- bzw. Landesgeschehens und des Umlandes der Stadt. Brumby, Goslar 1999, ISBN 3-934231-20-9
  • Goslar. In: Meyers Konversations-Lexikon. 4. Auflage. Bd. 7, Bibliographisches Institut, Leipzig 1885–1892, ‎ S. 532–533.
  • Deutscher Städteatlas. Band II; 5. Teilband. Acta Collegii Historiae Urbanae Societatis Historicorum Internationalis - Serie C. Im Auftrag des Kuratoriums für vergleichende Städtegeschichte e. V. und mit Unterstützung der Deutschen Forschungsgemeinschaft, hrsg. von Heinz Stoob †, Wilfried Ehbrecht, Jürgen Lafrenz und Peter Johannek. Stadtmappe Goslar, Autor: Heinz Stoob. ISBN 3-89115-316-3; Dortmund-Altenbeken, 1979.
  • Peter Schyga: Goslar 1918-1945. Von der nationalen Stadt zur Reichsbauernstadt des Nationalsozialismus.Verlag für Regionalgeschichte Bielefeld 1999. ISBN 3-89534-279-3
  • Carl Borchers: Der Alt - Goslarer Fachwerkbau und sein sinnbildlicher Schmuck. Goslar 1938.

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen - Bevölkerungsfortschreibung (Hilfe dazu)
  2. a b G. Ulrich Großmann: Hannover und das südliche Niedersachsen. DuMont Buchverlag, Köln 1988, S. 11
  3. Montanarchäologie im Harz (TU Clausthal)
  4. http://www.kas.de/wf/de/71.4557
  5. Berent Schwineköper: Zur Problematik von Begriffen wie Stauferstädte, Zähringerstädte und ähnlichen Bezeichnungen in Südwestdeutscher Arbeitskreis für Stadtgeschichtsforschung, Erich Maschke, Jürgen Sydow: Südwestdeutsche Städte im Zeitalter der Staufer 1980, ISBN 3-7995-6406-3, S. 55
  6. W. Hillebrand, Stadtgeschichte [von Goslar], in Führer zu vor- und frühgeschichtlichen Denkmälern 35, Philipp von Zabern, Mainz 1978, S. 51

[Bearbeiten] Weblinks

Commons Commons: Goslar – Album mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien
Wiktionary Wiktionary: Goslar – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen und Grammatik
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