Christlich Demokratische Union Deutschlands

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von CDU)
Wechseln zu: Navigation, Suche
CDU ist eine Weiterleitung auf diesen Artikel. Weitere Bedeutungen sind unter CDU (Begriffsklärung) aufgeführt.
Christlich Demokratische Union Deutschlands
Logo der CDU
Angela Merkel
Partei­vorsitzende Angela Merkel (Bundeskanzlerin)
General­sekretär Peter Tauber
Stell­vertretende Vorsitzende Volker Bouffier
Ursula von der Leyen
Julia Klöckner
Armin Laschet
Thomas Strobl
Bundes­geschäfts­führer Klaus Schüler
Bundes­schatz­meister Philipp Murmann
Ehren­vorsitzende Konrad Adenauer (†)
Jakob Kaiser (†)
Ludwig Erhard (†)
Kurt G. Kiesinger (†)
Helmut Kohl
(Verzicht am 17. Januar 2000)
Gründung 26. Juni 1945 bzw.
20. bis 22. Oktober 1950
(1. Bundesparteitag)
Gründungs­ort Berlin und Rheinland bzw. Goslar
Haupt­sitz Konrad-Adenauer-Haus
Klingelhöferstraße 8
10785 Berlin
Jugend­organisation Junge Union
Aus­richtung Christdemokratie Konservatismus Liberalismus
Farbe(n) schwarz, blau (Pantone 2955C, Pantone 7462C), orange (Pantone 144C; Akzentfarbe)[2]
Bundestagsmandate
255/631
Staatliche Zuschüsse 48.051.765,29 Euro (2013)[3]
Mitglieder­zahl 463.520
(Stand: Oktober 2014)[1]
Mindest­alter 16 Jahre
Durch­schnitts­alter 59 Jahre
(Stand: 31. Dezember 2012)[4]
Frauen­anteil 25,6 Prozent
(Stand: 31. Dezember 2012)[4]
Internationale Verbindungen Christlich Demokratische Internationale (CDI-IDC) und
Internationale Demokratische Union (IDU)
Europaabgeordnete
29/96
Europapartei Europäische Volkspartei (EVP)
EP-Fraktion Europäische Volkspartei (EVP)
Website www.cdu.de

Die Christlich Demokratische Union Deutschlands (Kurzbezeichnung: CDU) ist eine deutsche Partei. Sie bezeichnet sich als christlich-soziale, liberale sowie wertkonservative Volkspartei[5] und stellt mit ihrer Bundesvorsitzenden Angela Merkel die Bundeskanzlerin der Bundesrepublik Deutschland. Mit der bayerischen Schwesterpartei CSU bildet die CDU im Bundestag eine Fraktionsgemeinschaft. Seit 15. Juni 2014 ist sie auf Bundesebene zusammen mit der CSU insgesamt länger in Regierungsverantwortung als jede andere deutsche Partei seit Gründung der Bundesrepublik. Sie ist derzeit in insgesamt sieben Ländern an der Regierung beteiligt, in fünf davon stellt sie den Regierungschef.

Auf europäischer Ebene ist die CDU Mitglied der Europäischen Volkspartei (EVP).

Inhaltliches Profil[Bearbeiten]

Folgende Grundsatzprogramme wurden von der CDU in der Vergangenheit beschlossen:

Religiöse Wurzeln[Bearbeiten]

Die christliche Prägung der CDU ist in ihrer Gründungsgeschichte verwurzelt. 1945 traten Katholiken der Deutschen Zentrumspartei und evangelische Christen in einer konfessionsübergreifenden politische Bewegung zusammen, aus der die CDU hervorging.[7] Im Gegensatz zur katholisch geprägten Deutschen Zentrumspartei ist die CDU für jeden „offen, der Würde, Freiheit und Gleichheit aller Menschen anerkennt“.[8]

„Nach christlichem Verständnis sind Mensch, Natur und Umwelt Schöpfung Gottes“, heißt es im Grundsatzprogramm der CDU.[9] Gott hat demnach den Menschen nach seinem Bilde geschaffen, woraus sich die Würde des Menschen als schützenswertes Gut herleitet. Der Mensch wird zugleich als Teil der kosmischen Schöpfung angesehen, über die er daher nicht frei verfügen darf, sondern die ihm von Gott zur Bewahrung anvertraut wurde.[10]

Die CDU setzt sich für eine Verankerung des Gottesbezuges in der Charta der Europäischen Union[11], für die Bewahrung christlicher Symbole im öffentlichen Raum und die Erhaltung christlicher Feiertage ein.[12]

Verhältnis zu den Kirchen[Bearbeiten]

Seit ihrer Gründung steht die CDU Menschen aller christlichen Konfessionen und auch Nichtchristen offen. Dass sich die CDU ausdrücklich als christlich bezeichnet, beruht auf dem Entschluss der Partei, sich dem christlichen Menschenbild ausdrücklich verpflichtet zu erklären. Bei der Parteigründung im Jahre 1945 war zudem die Überwindung des politischen Gegensatzes zwischen Katholiken und Protestanten ein Hauptmotiv für die Aufnahme des Adjektivs „christlich“ in den Parteinamen. Oft wird die CDU als eine Nachfolgerin der katholisch orientierten Zentrumspartei genannt.

Laut einer Studie der Freien Universität Berlin von 2005 bekennen sich gegenwärtig 51 Prozent der CDU-Mitglieder zur katholischen Konfession, 33,3 Prozent geben ein evangelisches Bekenntnis an und 15,7 Prozent fühlen sich keiner Kirche zugehörig.

Thematisch gibt es im Verhältnis zu den politischen Äußerungen führender Kirchenvertreter regelmäßig Gemeinsamkeiten aber auch unterschiedliche Ansätze und Widersprüche zu den Kirchen, etwa in der Sozialpolitik (vgl. Christliche Soziallehre) oder bei der Förderung der Biotechnologie, insbesondere der Genomforschung.

Um die christlichen Werte und die Interessen der Katholiken in der CDU zu bekräftigen, gründete sich am 15. November 2009 der Arbeitskreis Engagierter Katholiken in CDU und CSU.

Wirtschaftspolitik[Bearbeiten]

Gedenkmedaille: Ludwig Erhard – Die Soziale Marktwirtschaft

Die CDU setzt sich für die Soziale Marktwirtschaft ein und sieht diese als ein Garant für Freiheit, Wohlstand und Sicherheit in der Zukunft an. Im Zuge der Globalisierung strebt sie nach einer internationalen Ausweitung der Sozialen Marktwirtschaft, wobei die gewonnene wirtschaftliche Freiheit den Menschen dienen solle. Insgesamt sei die CDU auf eine „wirtschaftlich vernünftige und sozial gerechte“ Politik bedacht.

Weiterhin sieht die CDU die Soziale Marktwirtschaft gleichzeitig als ein Gesellschaftsmodell an, das direkt mit einer „freiheitlichen Demokratie“ verbunden sei. Nach ihrem Grundsatz bildeten Freiheit und Verantwortung sowie Wettbewerb und Solidarität eine Einheit, die das Wirtschafts- und Gesellschaftsmodell sozial machten und für soziale Gerechtigkeit sorgten. Die Stärke der Sozialen Marktwirtschaft begründe sich in „mehr Freiheit und Wettbewerb“. Dabei vertraue die CDU auf die „positive Gestaltungskraft freier Märkte und fairen Wettbewerbs“.

Ziel der Wirtschaftspolitik sei die Vollbeschäftigung der Bevölkerung, ein stetiges und angemessenes Wirtschaftswachstum sowie ein solider Haushalt. Des Weiteren strebt die CDU eine Privatisierung aller Wirtschaftsbetriebe an, die derzeit noch staatliche Beteiligung erfahren. In der Arbeitspolitik setzt die CDU auf eine „Flexibilisierung des Arbeitsmarktes“ und auf Tarifautonomie. Arbeitslosigkeit soll entgegengewirkt werden.

Der Schuldenstand müsse laut CDU entschlossen zurückgeführt werden, wobei „Schulden von heute […] Steuern von morgen“ seien. Öffentliche Investitionen dürften nur noch „über Kredite finanziert werden, die Werte bzw. Vermögen schaffen“.

Familienpolitik[Bearbeiten]

Die CDU sieht in der Ehe zwischen Mann und Frau das Leitbild der Gesellschaft sowie die beste und verlässlichste Grundlage für das Gelingen von Familie. Familie bestehend aus Vater, Mutter und Kindern wird als das Fundament unserer Gesellschaft gesehen. Gleichwohl respektiert die CDU andere Lebensentwürfe. Sie erkennt an, dass auch in anderen nicht-ehelichen Partnerschaften zwischen Mann und Frau oder Personen gleichen Geschlechts Werte gelebt werden, die grundsätzlich für unsere Gesellschaft sind. Zudem wirbt sie für Toleranz und wendet sich gegen jede Form von Diskriminierung.

Eine Gleichstellung von eingetragenen Lebenspartnerschaften zwischen Personen gleichen Geschlechts mit der Zivilehe lehnt die CDU ab und begründet dies weiterhin mit Artikel 6 Absatz 1 des Grundgesetzes („Ehe und Familie stehen unter dem besonderen Schutze der staatlichen Ordnung“), obwohl das Bundesverfassungsgericht bereits im Jahr 2002 geurteilt hat, dass die Benachteiligung von eingetragenen Lebenspartnern gegenüber Eheleuten nicht mit Artikel 6 Absatz 1 des Grundgesetzes begründet werden kann. Die Ehe zwischen Frau und Mann hält die CDU für verfassungsrechtlich geschützt, obwohl im Grundgesetz die Ehe nicht ausdrücklich als Beziehung zwischen Mann und Frau definiert ist.[13] Insbesondere setzt sich die CDU weiterhin gegen eine steuerrechtliche Gleichstellung von eingetragenen Lebenspartnern mit Eheleuten ein, obwohl CDU, CSU und FDP im Koalitionsvertrag aus dem Jahr 2009 vereinbart haben „gleichheitswidrige Benachteiligungen im Steuerrecht abzubauen“. Der von der CDU beibehaltene Widerstand gegen die steuerrechtliche Gleichstellung hat zur Konsequenz, dass eingetragene Lebenspartner bei gleichem Einkommen wie Eheleute weiterhin bis zu 15.000 Euro mehr an Steuern jährlich zahlen mussten als diese Eheleute, selbst wenn bei den eingetragenen Lebenspartnern Kinder aufwachsen und bei den Eheleuten nicht. Im Juni 2013 änderte sie ihre Position, nachdem das Bundesverfassungsschutzgericht erklärte, Homosexuelle sollen steuerlich gleichgestellt werden.[14] Die CDU lehnt weiterhin ein gemeinsames Adoptionsrecht für gleichgeschlechtliche Paare ab,[14][15] obwohl sich eine Mehrheit von Sachverständigen während einer öffentlichen Anhörung im Rechtsausschuss des Bundestages am 6. Juni 2011 für ein gemeinsames Adoptionsrecht für gleichgeschlechtliche Paare ausgesprochen hat. Auch lehnt die CDU eine Öffnung der Zivilehe für gleichgeschlechtliche Paare ab.

Bildungspolitik[Bearbeiten]

Das dreigliedrige Schulsystem soll im Wesentlichen beibehalten und im Gegensatz zu den Planungen der SPD keine zusätzlichen Gesamtschulen eingeführt werden. Anstelle dessen soll das bestehende System „durchlässiger“ gemacht, also der Übertritt zwischen den verschiedenen Schulformen erleichtert werden.

Die CDU befürwortet Studiengebühren.[16][17] Studienbegühren wurden zwischen 2007 und 2008 nur in CSU-, CDU- bzw. CDU/FDP-regierten Ländern eingeführt.[18][19] Die Studienbeiträge dürften weder die finanziellen Möglichkeiten der Eltern übersteigen noch die Aufnahme eines Hochschulstudiums verhindern. Die CDU befürwortet eine Kombination von BAföG, Bildungssparen, Bildungsdarlehen und Entgelten bei einkommensabhängiger Darlehensrückzahlung sowie Freiplätze für Begabte und Bedürftige. Die Studiengebühren sollen die finanzielle Situation an den Hochschulen verbessern.[17] Durch die besseren Studienbedingungen soll sich das Studium verkürzen.

Innenpolitik[Bearbeiten]

Verbrechen sollen härter bestraft werden, dadurch soll die Sicherheit erhöht werden. Die Bundeswehr soll im Innern Deutschlands insbesondere bei Katastrophen und Anti-Terror-Einsätzen beteiligt werden.

Netzpolitik[Bearbeiten]

Im Bereich der Netzpolitik setzt sich die CDU für eine stärkere Überwachung des Internets ein und befürwortet die Vorratsdatenspeicherung, die sie seit Juli 2013 „Mindestspeicherfrist“ nennt.[20] Außerdem befürwortet sie Sperrungen von Internetinhalten und Online-Durchsuchungen. Bis zu dem Scheitern wurde ebenfalls das ACTA-Abkommen unterstützt.

Einwanderungspolitik[Bearbeiten]

Die CDU erwartet im Blick auf Ausländerpolitik stärkere Anstrengungen von den Migranten für mehr Integration, befürwortet die Förderung der deutschen Sprache unter den Einwanderern und setzt sich für eine kontrollierte Einwanderungspolitik ein. Die Doppelte Staatsbürgerschaft wird nur in Ausnahmefällen befürwortet. 1998/1999 organisierte die CDU gemeinsam mit der CSU eine Unterschriftenaktion gegen die doppelte Staatsbürgerschaft. Die Union befürwortet die Ausweisung krimineller Ausländer.[21]

Angela Merkel und US-Präsident Barack Obama beim Staatsempfang in Baden-Baden, 3. April 2009

Außenpolitik[Bearbeiten]

Außenpolitisch strebt sie vor allem ein intaktes Verhältnis zu den USA an. So warf sie im zeitlichen Umfeld des Irak-Krieg der Bundesregierung häufig Anti-Amerikanismus vor. Eine „ominöse Achse“ Paris-Berlin-Moskau-Peking könne nach Aussage von Edmund Stoiber (CSU) niemals die Einbindung in das westliche Bündnis ersetzen. Deutschland brauche vielmehr die USA als Garanten von Frieden und Freiheit in der Welt. Außerdem erklärte die CDU/CSU-Fraktion, sie würde immer solidarisch zu Israel stehen.[22]

Europapolitik

Die CDU versteht sich selbst als „die“ Europapartei.[23] Begründet wird dieser Anspruch mit der Europapolitik von Konrad Adenauer und nachfolgenden Kanzlern der Partei, sowie einer Tradition, die programmatisch auf einen europäischen Bundesstaat und auf die Vereinigung des christlichen Abendlandes abzielte.[24]. Die Bundesstaatsidee ist mit Einführung der Binnenmarktsregulierung und der deutschen Wiedervereinigung aber zunehmend in den Hintergrund getreten. Eine besondere Rolle spielt für die europapolitische Ausrichtung der CDU noch heute Altkanzler Helmut Kohl. Er wird in der Partei (aber auch über Partei- und Landesgrenzen hinweg) als überzeugter Europäer beschrieben, da in seiner Kanzlerschaft die europäische Integration vorangetrieben wurde, etwa durch die Vertragsabschlüsse zum Euro, zum Binnenmarkt oder zu Schengen.[25] Im Zuge der Eurokrise positioniert sich die CDU neu zur europäischen Integration, aber weniger kritisch als die bayerische Schwesterpartei CSU. Europa-Abgeordnete der Partei setzen sich für eine Fortentwicklung der Europäischen Union zu einer Europäischen Konföderation ein[26]. Die CDU-geführte Bundesregierung unter Angela Merkel setzte zwar ab 2009 stärker auf intergouvernementale Regelungen, etwa im Rahmen des Euro-Plus-Pakts oder der Betonung einer „Unionsmethode“. Auf ihrem Leipziger Parteitag 2011 in Berlin beschloss die CDU hingegen eine Positionierung, die die Gemeinschaftsmethode propagiert und eine politische Union nach bundesstaatlichen Prinzipien fordert.[27] Eine EU-Vollmitgliedschaft der Türkei hält sie zurzeit für falsch. Stattdessen tritt die Partei für eine privilegierte Partnerschaft ein. Sie argumentiert vor allem, die Türkei verstoße häufig gegen Menschenrechte und die türkische Regierung leugne den Völkermord an den Armeniern 1915 noch heute. Des Weiteren müsse die Türkei Zypern als souveränen Staat anerkennen, da es Grundvoraussetzung sei, dass sich die Mitglieder der EU untereinander anerkennen. Die CDU beklagt, es könne bei der Frage, ob die Türkei in die EU eintrete, ein Automatismus entstehen, wenn der Türkei zum jetzigen Zeitpunkt EU-Beitrittsverhandlungen angeboten würden.

Parteipolitik[Bearbeiten]

Bevorzugter Koalitionspartner ist im Regelfall die FDP, da die CDU mit ihr vor allem in der Wirtschafts- und Steuerpolitik am meisten Gemeinsamkeiten sieht, unterschiedliche Ansichten gibt es vor allem in der Frage der Bürgerrechte; insbesondere ist in diesem Zusammenhang die von der CDU befürwortete, von der FDP jedoch vehement abgelehnte Ausweitung der Videoüberwachung sowie die langfristigere Speicherung von Verbindungsdaten etc. zu nennen. Fällt diese Möglichkeit aus, wird in der Regel eine für die jeweilige Legislaturperiode befristete Große Koalition mit der SPD gebildet. Teilweise koaliert sie auch auf Landesebene mit der SPD. Sogenannte schwarz-grüne Koalitionen mit Bündnis 90/Die Grünen gab und gibt es auf kommunaler Ebene, unter anderem auch in großen Städten wie Köln, Frankfurt am Main, Kiel oder Saarbrücken. Auf Landesebene gab es eine schwarz-grüne Koalition erstmals von Mai 2008 bis 2010 in Hamburg. Seit Januar 2014 wird auch Hessen von CDU und Grünen regiert. Von September 2009 bis Januar 2012 regierte sie gemeinsam mit FDP und Grünen in einer so genannten Jamaika-Koalition im Saarland. Mit der Linken lehnt die CDU ebenso Koalitionen ab wie mit rechtsextremen Parteien.

Innere Struktur[Bearbeiten]

Die CDU ist in allen deutschen Ländern, mit Ausnahme Bayerns, in Landesverbänden organisiert. In allen entsprechenden Landtagen vertritt sie in Fraktionsstärke ihre Wählerschaft. In Niedersachsen bestehen aus geschichtlichen Gründen die drei Landesverbände Hannover, Braunschweig und Oldenburg; darüber hinaus gibt es als Dachverband die CDU in Niedersachsen.

Organisationsstruktur und Gremien der CDU

Organe[Bearbeiten]

Bundesparteitag[Bearbeiten]

Hauptartikel: CDU-Bundesparteitag

Der Bundesparteitag ist das höchste Organ der CDU. Er tritt mindestens alle zwei Jahre zusammen, bestimmt die Grundlinien der CDU-Politik, verabschiedet das Parteiprogramm und beschließt über das Statut, die Satzung der CDU.

Bundesausschuss[Bearbeiten]

Hauptartikel: CDU-Bundesausschuss

Der Bundesausschuss ist das zweithöchste Gremium und beschäftigt sich mit allen politischen Themen und organisatorischen Angelegenheiten, die nicht ausdrücklich dem Bundesparteitag vorbehalten sind. Aus diesem Grund wird er oftmals auch kleiner Parteitag genannt.

Bundesvorstand[Bearbeiten]

Hauptartikel: CDU-Bundesvorstand

Der CDU-Bundesvorstand leitet die Bundespartei. Er führt die Beschlüsse des Bundesparteitages und des Bundesausschusses durch und beruft den Bundesparteitag ein.

Präsidium[Bearbeiten]

Hauptartikel: CDU-Präsidium

Das CDU-Bundespräsidium ist das oberste Führungsgremium, aber laut Statut kein Organ der CDU Deutschlands. Das Präsidium führt die Beschlüsse des Bundesvorstandes aus. Es erledigt insbesondere die laufenden und dringlichen Geschäfte des Bundesvorstandes und nimmt damit die Aufgaben des geschäftsführenden Vorstandes wahr.

Mitgliederentwicklung. Die Daten beziehen sich auf Angaben der Fachliteratur[28], Schätzungen (vor 1966) sowie Parteiangaben zum Stichtag 31. Dezember des jeweiligen Jahres.

Mitglieder[Bearbeiten]

Das notwendige Mindestalter für eine Mitgliedschaft ist mit der Vollendung des 16. Lebensjahres erfüllt. Das Durchschnittsalter der CDU-Mitglieder beträgt 57 Jahre. 25,6 Prozent der Mitglieder sind weiblich und 74,4 Prozent männlich. Dabei ist der Frauenanteil in den neuen Ländern mit 28,1 Prozent etwas höher als in den alten Bundesländern mit 25,3 Prozent (Stand 2011).[29]

Anfang der 1990er Jahre erreichte die CDU mit circa 750.000 Mitgliedern den höchsten Wert ihrer Geschichte, danach nahm die Zahl kontinuierlich ab. Ende Juni 2008 lag sie bei 530.755, die CDU hatte damit erstmals mehr Mitglieder als die SPD und war damit mitgliederstärkste deutsche Partei.[30] Im Mai 2011 sank die Anzahl der Mitglieder der CDU mit 499.646 erstmals unter die 500.000-Marke, lag aber noch vor der SPD.[31] Ende Juni 2012 betrug die Mitgliederzahl der CDU 482.951, sie fiel damit wieder leicht hinter die SPD zurück.[32] Parteiinterne Rechnungen gehen davon aus, dass sich die Mitgliederzahl im Vergleich zum Jahr 2007 im Osten bis 2019, diejenige im Westen bis 2024 halbieren wird.[33]

Der Mindestbeitrag für eine CDU-Mitgliedschaft ist nach dem Bruttoeinkommen gestaffelt und beginnt in den unteren Einkommensgruppen bei fünf Euro monatlich.[34]

Daten der Landesverbände[Bearbeiten]

Landesverband Vorsitzender Mitglieder (Stand: 31. August 2012)[35]
Mitglieder im Verhältnis zur Einwohnerzahl Ergebnis der letzten Wahl des Landesparlaments Ergebnis der Bundestagswahl 2013
Baden-Württemberg Baden-Württemberg Thomas Strobl Thomas Strobl 070.727 0,65 % 39,0 % (2011) 45,7 %
Berlin Berlin Frank Henkel Frank Henkel 012.169 0,34 % 23,3 % (2011) 28,5 %
Brandenburg Brandenburg Michael Schierack 006.197 0,25 % 23,0 % (2014) 34,8 %
Braunschweig Braunschweig Frank Oesterhelweg Frank Oesterhelweg 005.690 0,70 %
Bremen Bremen Jörg Kastendiek Jörg Kastendiek 002.890 0,44 % 20,3 % (2011) 29,3 %
Hamburg Hamburg Marcus Weinberg Marcus Weinberg 008.525 0,47 % 21,9 % (2011) 32,2 %
Hannover Hannover David McAllister David McAllister 048.564 0,83 %
Hessen Hessen Volker Bouffier Volker Bouffier 043.299 0,71 % 38,3 % (2013) 39,2 %
Mecklenburg-Vorpommern Mecklenburg-Vorpommern Lorenz Caffier Lorenz Caffier 005.715 0,35 % 23,0 % (2011) 42,5 %
Nordrhein-Westfalen Nordrhein-Westfalen Armin Laschet Armin Laschet 146.813 0,82 % 26,3 % (2012) 39,8 %
Oldenburg Oldenburg Franz-Josef Holzenkamp Franz-Josef Holzenkamp 012.252 1,30 %
Rheinland-Pfalz Rheinland-Pfalz Julia Klöckner Julia Klöckner 045.298 1,13 % 35,2 % (2011) 43,3 %
Saarland Saarland Annegret Kramp-Karrenbauer Annegret Kramp-Karrenbauer 018.722 1,85 % 35,2 % (2012) 37,8 %
Sachsen Sachsen Stanislaw Tillich Stanislaw Tillich 012.060 0,29 % 39,4 % (2014) 42,6 %
Sachsen-Anhalt Sachsen-Anhalt Thomas Webel Thomas Webel 007.596 0,33 % 32,5 % (2011) 41,2 %
Schleswig-Holstein Schleswig-Holstein Reimer Böge Reimer Böge 022.709 0,80 % 30,8 % (2012) 39,2 %
Thüringen Thüringen Christine Lieberknecht Christine Lieberknecht 011.460 0,52 % 33,5 % (2014) 38,8 %
Auslandsverband Brüssel-Belgien Auslandsverband Brüssel-Belgien Tim Peters 000178

Hochburgen[Bearbeiten]

Die Hochburgen der Partei konzentrieren sich vor allem auf ländliche und/oder katholische Regionen wie die Eifel, das Sauerland, den Kreis Paderborn, das Münsterland, das Oldenburger Münsterland (Cloppenburg-Vechta), das Emsland, das nördliche Saarland, das thüringische Eichsfeld, Landkreis und Stadt Fulda, die oberschwäbischen Landkreise Biberach, Ravensburg und Sigmaringen, verschiedene südbadische Landkreise sowie Gebiete Mecklenburg-Vorpommerns und Sachsens. Nur geringen Zulauf hat die Partei in den Städten des Ruhrgebietes, in Bremen, in Ostfriesland, Brandenburg und in den östlichen Bezirken Berlins. Insgesamt verlor die CDU in den Großstädten in den letzten Jahren deutlich an Zuspruch, sodass sie dort immer weniger Oberbürgermeister stellt, was zu Debatten in der Partei führte, wie zukünftig großstädtische Milieus als Wähler gewonnen werden können.[36]

In den letzten Jahren wurde allerdings in zunehmendem Maße ein „Abschmelzen“ der Hochburgen beobachtet. Zum Beispiel erreichte die CDU (ohne CSU) bei der Bundestagswahl 1983 in 27 Wahlkreisen ein Erststimmenergebnis von über 60 Prozent; Spitzenreiter war Biberach mit 75,1 Prozent. Bei der Bundestagswahl 2005 jedoch bekam die CDU nur noch in einem einzigen Wahlkreis über 60 Prozent der Erststimmen: in Cloppenburg-Vechta mit 64,4 Prozent.

Angela Merkel zwischen den CSU-Politikern Ramsauer (li.) und zu Guttenberg, 3. Dezember 2007

Verhältnis zur CSU[Bearbeiten]

CDU und CSU sind als Sammlungsbewegungen nach den Wirren des Zweiten Weltkrieges entstanden und hatten als Leitbild künftiger Politik das christliche Menschenbild im Mittelpunkt. Zunächst schlossen sich dezentral Gruppen zusammen – Schwerpunkte waren Köln, Berlin und München –; daher auch der Begriff „Union“ und nicht „Partei“. Erst 1950, also nach der Wahl von Konrad Adenauer (CDU) zum ersten Bundeskanzler, kam die CDU zu ihrem ersten Bundesparteitag zusammen. Die Union in Bayern beließ es bei ihrem Engagement auf Landesebene, stellt aber frühzeitig klar, dass die CSU eine Partei mit bundespolitischem Bezug sein und auf Bundesebene mit der CDU eine Einheit bilden wolle. Die beiden Unionsparteien bilden eine gemeinsame Bundestagsfraktion, die programmatisch gemeinsam agiert. Das Verhältnis von CDU und CSU war aber nicht immer unproblematisch. Es gab teilweise heftige Auseinandersetzungen, die ihren Höhepunkt im Kreuther Trennungsbeschluss fanden.

Vereinigungen und Sonderorganisationen[Bearbeiten]

Angela Merkel auf dem Kongress der Europäischen Volkspartei in Bonn, 2009

Neben den Landesverbänden spielen die Vorfeldorganisationen in der CDU eine wichtige innerparteiliche Rolle. Die Vereinigungen sind im Statut der CDU satzungsrechtlich verankert. Dabei kommen ihnen zwei Hauptaufgaben zu. Sie sollen einerseits die Politik der Partei innerhalb ihrer jeweiligen Wirkungskreise verbreiten. Andererseits sollen sie aber auch die Anliegen der von ihnen vertretenen Gruppen in die Politik der CDU einfließen lassen. Die Vereinigungen genießen im Verhältnis zu anderen Parteien eine weitgehende Unabhängigkeit von der Gesamtpartei. Neben dem Recht, sich eine eigene Satzung zu geben, drückt sich dies vor allem darin aus, dass ihre Mitglieder nicht zwangsläufig Mitglieder der Gesamtpartei sein müssen. Zudem haben sie ausdrücklich das Recht auf eigene politische Verlautbarungen, wenn diese nicht den Grundsätzen der Partei widersprechen. Neben den satzungsmäßig verankerten Vereinigungen gibt es in der CDU noch weitere Vorfeldorganisationen mit unterschiedlichem Status. In der Literatur werden sie teilweise auf eine Stufe mit den Vereinigungen gestellt.

Vereinigungen[Bearbeiten]

Zurzeit verfügt die CDU über sieben Vereinigungen.[37] Ihr Entstehen geht zum größten Teil auf die Anfangszeit der Partei in den 1950er Jahren zurück. Ihr innerparteiliches Gewicht ist unterschiedlich groß. Neben der Jungen Union wird allgemein die Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung als besonders einflussreich angesehen. Die Bedeutung der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft (CDA oder auch Sozialausschüsse), die noch bis in die 1970er Jahre hinein ein wichtiger innerparteilicher Machtfaktor war, hat seither stark abgenommen. Die erst 1988 gegründete Senioren-Union wird vermutlich schon wegen der demografischen Entwicklung zunehmend an Einfluss gewinnen. Des Weiteren gibt es die Frauen Union, die Ost- und Mitteldeutsche Vereinigung und die Kommunalpolitische Vereinigung der CDU.

Sonderorganisationen und sonstige Gruppen[Bearbeiten]

Unter die Sonderorganisationen fallen Zusammenschlüsse von CDU-Mitgliedern oder CDU-Sympathisanten, die nicht den formalen Status einer Vereinigung haben. Von besonders hervorgehobener Bedeutung ist unter ihnen der Wirtschaftsrat der CDU, der 1963 als Zusammenschluss einiger CDU-naher Unternehmer entstand. Er hat großen Einfluss bei der Formulierung der Wirtschaftspolitik der Partei. Auch der Ring Christlich-Demokratischer Studenten (RCDS) und der Evangelische Arbeitskreis sind keine Parteivereinigungen, stehen der CDU aber nahe. Eine weitere der CDU nahestehende Organisation ist die Konrad-Adenauer-Stiftung.

Zudem existieren noch folgende sonstige Gruppen der CDU:

Parteifinanzen[Bearbeiten]

Die Gesamteinnahmen der CDU betrugen im Jahr 2006 146.464.155,34 Euro. Zu den wichtigsten Einnahmequellen der CDU zählen staatliche Mittel und Mitgliedsbeiträge.[38]

Einnahmenquelle EUR Anteil
Staatliche Mittel 44.591.403,49 30,45 %
Mitgliedsbeiträge 42.956.100,18 29,33 %
Mandatsträgerbeiträge und ähnliche regelmäßige Beiträge 17.925.710,33 12,24 %
Spenden von Natürlichen Personen 15.405.231,27 10,52 %
Veranstaltungen, Vertrieb von Druckschriften und Veröffentlichungen und sonstiger mit Einnahmen verbundener Tätigkeit 11.977.029,30 08,18 %
Spenden von Juristischen Personen 07.460.706,25 05,09 %
Einnahmen aus sonstigem Vermögen 03.992.494,25 02,73 %
Sonstige Einnahmen 02.135.480,27 01,45 %
Einnahmen aus Unternehmenstätigkeit und Beteiligungen 00020.000,00 00,01 %
Summe ≈ 146.464.155 100 %

Zwischen 25 und 40 Prozent der Spendeneinnahmen von Juristischen Personen setzen sich aus Großspenden von mehr als 20.000 € je Spende zusammen. Zu den größten Spendern (Juristische Personen, aufsummierte Spendensummen von 2000 bis 2008, ab 2007 nur Spenden ab 50.000 Euro[39]) zählen folgende Unternehmen und Verbände:

  1. 2.244.096 € Deutsche Bank AG
  2. 1.639.034 € Südwestmetall
  3. 1.461.652 € Daimler Chrysler AG
  4. 1.452.678 € Altana AG
  5. 1.036.816 € Verband der Chemischen Industrie e. V.
  6. 740.000 € Verband der Bayerischen Metall- und Elektro-Industrie
  7. 665.031 € BMW AG
  8. 663.957 € Allianz AG
  9. 625.516 € Verband der Metall- und Elektroindustrie Nordrhein-Westfalen e. V.
  10. 456.150 € Deutsche Vermögensberatung AG DVAG

Geschichte[Bearbeiten]

Gründung[Bearbeiten]

Gedenktafel am Gründungshaus der CDU, Platanenallee 11, in Berlin-Westend

Im Chaos des Zusammenbruchs der nationalsozialistischen Diktatur kam es unmittelbar nach Kriegsende 1945 überall in Deutschland – unter anderem in Berlin, Köln, Frankfurt, Hannover, Stuttgart, Würzburg, München – zu fast gleichzeitigen, spontanen, voneinander unabhängigen Gründungen der Christlich-Demokratischen sowie der Christlich-Sozialen Union. Ihre Idee war in den Widerstandskreisen und Gestapogefängnissen im Bewusstsein gemeinsamer Schicksale, politischer Überzeugungen und Leitbilder unabhängig von der Konfession entstanden.

Unmittelbar nach dem Einmarsch amerikanischer Truppen am 6. März 1945 setzten in Köln konkrete Planungen für eine neue „christlich-demokratische Partei“ ein. Die nach dem 17. Juni 1945 erarbeiteten „Kölner Leitsätze“[40] bildeten die Grundlage für die Programme der neuen Partei in Rheinland und Westfalen vom September 1945. Fast gleichzeitig trat in Berlin am 26. Juni 1945 die Christlich-Demokratische Union mit ihrem Gründungsaufruf „Deutsches Volk!“ an die Öffentlichkeit.

Die Gründungsaufrufe waren in der Mehrzahl von NS-Verfolgten, KZ-Häftlingen oder Emigrierten unterschrieben. Der erste Vorsitzende der CDU, Andreas Hermes, war wegen Beteiligung am Attentat des 20. Juli 1944 zum Tode verurteilt worden und erwartete in der Todeszelle von Plötzensee seine Hinrichtung, bevor er im April 1945 befreit wurde. Die neue christliche, interkonfessionelle Partei sollte nach seiner Ansicht die Mängel der katholisch dominierten Zentrumspartei in der Weimarer Republik im künftigen deutschen Staat ausgleichen.

Wahlplakat von 1953

Die CDU organisierte sich zwischen 1945 und 1949 in den deutschen Ländern und Besatzungszonen unterschiedlich schnell. In der französischen und amerikanischen Besatzungszone wurde ein Zusammenschluss untersagt. 1947 bildete die CDU deswegen eine Arbeitsgemeinschaft, um die innere Geschlossenheit der Partei trotz der unterschiedlichen Fortschritte zu wahren.[41] Die Kooperation mit der CDU in der Sowjetischen Besatzungszone schwand aufgrund der oktroyierten politischen Ausrichtung. Am 11. Mai 1950 schloss sich bei einer Konferenz der Landesvorsitzenden in Königswinter die CDU auf Bundesebene zusammen.[42] Am 21. Oktober desselben Jahres wurde dies auf dem 1. Bundesparteitag in Goslar bestätigt.

Ein wesentlicher Teil ihrer Mitgliederschaft (unter anderem Konrad Adenauer) entstammt der vor dem Zweiten Weltkrieg existierenden katholisch und süd-/westdeutsch geprägten Zentrumspartei. Auch führende Mitglieder der Deutschnationalen Volkspartei, der rechtsliberalen Deutschen Volkspartei und der liberalen DDP traten der CDU bei, insbesondere in Norddeutschland. Die Gründung der Union als weltliche und interkonfessionelle Partei ermöglichte es im Gegensatz zur ehemaligen Zentrumspartei, weit über das katholische Milieu hinaus auch in protestantischen Kreisen Fuß zu fassen.

Ein erstes stark antimaterialistisch geprägtes Neheim-Hüstener Programm von 1946 für die britische Zone wurde in weiten Teilen von Adenauer formuliert. Das Ahlener Programm aus dem Jahr 1947 wurde maßgeblich von der CDU in den britischen Besatzungszonen geprägt und sah im Sinne eines „christlichen Sozialismus“ vor, sich von einer kapitalistischen Sozial- und Wirtschaftsordnung abzuwenden. Die „Düsseldorfer Leitsätze“ von 1949 befürworteten im Gegensatz dazu die kapitalistische Wirtschaftsordnung im Sinne einer sozialen Marktwirtschaft, die vom ersten Bundeskanzler Konrad Adenauer sowie Ludwig Erhard als Bundesminister für Wirtschaft in die Praxis umgesetzt wurde. 1953 manifestierte die Partei diese Ausrichtung im „Hamburger Programm“.

1949–1963: Die Ära Adenauer[Bearbeiten]

CDU-Wahlplakat von 1957

Bei der Bundestagswahl 1949 wurden die Unionsparteien mit 31,0 Prozent knapp vor der SPD (29,2 Prozent) die stärkste Fraktion im Bundestag und bildeten zusammen mit FDP (11,9 Prozent) und Deutscher Partei (DP; 4,0 Prozent) eine Koalition. Der frühere Oberbürgermeister von Köln und langjährige Zentrumspolitiker, Konrad Adenauer, wurde am 15. September 1949 mit einer Stimme Mehrheit zum ersten Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland gewählt. 1950 wurde Adenauer auch zum ersten Bundesvorsitzenden der CDU gewählt, als die CDU sich auf Bundesebene formierte.

Adenauers rheinischer Katholizismus und seine Verankerung in der katholischen Soziallehre prägte die deutsche Gesellschaft der 1950er Jahre nachhaltig. Insbesondere durch die erfolgreiche Politik von Bundeswirtschaftsminister Ludwig Erhard, die zu einem wirtschaftlichen Aufschwung führte, erlebte die Union bei den Bundestagswahlen 1953 und 1957 zwei glänzende Wahlsiege, wobei der Wahlsieg 1957 ihr und der CSU sogar die absolute Mehrheit einbrachte. Trotzdem bildete sie weiterhin eine Koalition mit der rechtskonservativen und vor allem in Norddeutschland sehr präsenten DP. Bei der zweiten und der dritten Bundestagswahl hatte die CDU der DP darüber hinaus geholfen, über die Grundmandatsklausel die Fünf-Prozent-Hürde außer Kraft zu setzen, indem sie in einigen ausgeprägten norddeutschen DP-Hochburgen darauf verzichtet hatte, Direktkandidaten aufzustellen. Da sie sich zur Bundestagswahl 1961 weigerte, der DP derart erneut „unter die Arme zu greifen“, wechselten 1960 die Hälfte der 17 DP-Bundestagsabgeordneten zur CDU, darunter auch die DP-Bundesminister Seebohm und von Merkatz. Ein Jahr lang führten CDU und CSU somit eine Alleinregierung, da die restlichen DP-Abgeordneten nicht mehr an der Regierung beteiligt waren. Die Wählerschaft der DP wechselte ab Anfang der sechziger Jahre größtenteils ebenfalls zur CDU, sodass die DP fortan keine Rolle mehr spielte.

Die fünfziger Jahre waren geprägt vom Wirtschaftswunder und der Debatte um die Westbindung der Bundesrepublik (unter anderem Beitritt zur NATO 1955 und Anlehnung an die USA). Das sowjetische Angebot nach einem vereinten, neutralen Deutschland wurde von der CDU als Tarnmanöver bewertet. Adenauer formulierte die sogenannte Sogtheorie. Nach dieser Theorie bestand für ein neutrales Deutschland die Gefahr, in den Sog der Sowjetunion zu geraten.

Die CDU erlitt bei der Bundestagswahl 1961 empfindliche Verluste (CDU 35,8 Prozent, CSU 9,6 Prozent, SPD 36,2 Prozent, FDP 12,8 Prozent). Unter anderem wurden diese Verluste mit dem Bau der Berliner Mauer 1961 und der angeblich zu zögerlichen Reaktion Adenauers hierauf begründet.

Ludwig Erhard (links) und Kurt Georg Kiesinger (rechts), 25. November 1966

1963–1969: Regierungen Erhard und Kiesinger[Bearbeiten]

1963 trat Adenauer zugunsten Ludwig Erhards zurück, der bei den Bundestagswahlen 1965 die Regierungsverantwortung für die CDU sichern konnte. Aber bereits ein Jahr später kam es wegen Querelen um wirtschafts- und finanzpolitische Fragen und der ersten deutschen Wirtschaftskrise zum Bruch mit dem Koalitionspartner FDP. Der bisherige baden-württembergische Ministerpräsident Kurt Georg Kiesinger bildete daraufhin mit der SPD die erste Große Koalition auf Bundesebene.

1969–1982: Die CDU in der Opposition[Bearbeiten]

Die Bundestagswahl 1969 brachte einen tiefen Einschnitt in der Geschichte der Bundesrepublik und auch der Geschichte der CDU mit sich: Erstmals musste die CDU in die parlamentarische Opposition gehen, da SPD und FDP eine Koalition unter Bundeskanzler Willy Brandt bildeten.

Auch der Versuch Rainer Barzels im Frühjahr 1972, Brandt durch ein konstruktives Misstrauensvotum abzulösen, scheiterte, obwohl vor der Abstimmung eine rechnerische Mehrheit der Opposition vorzuliegen schien. Die genauen Umstände dieser Abstimmung sind bis heute nicht restlos geklärt, sicher ist inzwischen nur, dass mindestens eine Stimme aus den Reihen der Unionsabgeordneten von der Stasi gekauft war (siehe Steiner-Wienand-Affäre). Bei den Bundestagswahlen 1972 erfolgte eine deutliche Niederlage: Erstmals stellten CDU und CSU nicht mehr die stärkste Bundestagsfraktion. Barzel, CDU-Vorsitzender seit 1971, verzichtete 1973 auf eine zweite Wahlperiode und übernahm die Verantwortung für die Wahlniederlage, die parteiintern als Debakel angesehen wurde.

Nachfolger wurde der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Helmut Kohl, der die Partei bis 1998 führen sollte. Seine erste Kanzlerkandidatur gegen Bundeskanzler Helmut Schmidt bei den Bundestagswahlen 1976 scheiterte jedoch, obwohl CDU und CSU deutliche Gewinne verbuchen konnten, dadurch wieder stärkste Partei geworden waren und nur knapp die absolute Mehrheit verpassten. 1976 verkündete die CSU den „Kreuther Trennungsbeschluss“, indem sie die Fraktionsgemeinschaft mit der CDU im Bundestag kündigte und eine Ausdehnung auf das gesamte Bundesgebiet anstrebte. Einen Rückzieher machte sie erst, nachdem die CDU ihrerseits angedroht hatte, dann künftig auch in Bayern aktiv zu werden. Bei der Bundestagswahl 1980 unterlag der CSU-Vorsitzende Franz Josef Strauß als gemeinsamer Kanzlerkandidat der beiden Unionsparteien dem amtierenden Bundeskanzler Helmut Schmidt.

Helmut Kohl, 11. September 1989

1982–1998: Die Regierung Kohl[Bearbeiten]

Helmut Kohl bei der Grenzöffnung am Brandenburger Tor, 22. Dezember 1989

1982 zerbrach die sozialliberale Koalition. Helmut Kohl wurde am 1. Oktober 1982 per konstruktivem Misstrauensvotum zum Nachfolger Helmut Schmidts gewählt. Bei der danach vorgezogenen Bundestagswahl 1983 erhöhten CDU und CSU unter Kohl mit 48,8 Prozent deutlich ihren Stimmenanteil und setzten ihre Koalition mit der FDP von 1982 fort. Das Bundesverfassungsgericht wies Klagen gegen die Vorziehung der Wahl zwar zurück, das Zustandekommen der Bundestagswahl durch eine mit Absicht verlorene Vertrauensfrage blieb jedoch verfassungsrechtlich umstritten. Bei der Bundestagswahl 1987 erlitten CDU und CSU unter der Führung von Kohl deutliche Stimmenverluste, blieben aber die stärkste Gruppe und führten die Regierung mit der FDP fort.

Am 9. November 1989 wurden die Grenzen zwischen der DDR und der Bundesrepublik Deutschland geöffnet. Kohl weilte zu diesem Zeitpunkt in Warschau und wurde wie die meisten Beobachter von den Ereignissen völlig überrascht. Er brach unverzüglich seinen Aufenthalt ab, um sich nach Bonn und anschließend West-Berlin zu begeben. Nach anfänglichem Zögern und Planungen für einen langfristig angelegten Vereinigungsprozess (Zehn-Punkte-Plan) wurde dann im Frühjahr 1990 aufgrund des Drucks in der Bevölkerung klar, dass eine schnelle Wiedervereinigung erreicht werden musste. Kohl schaffte es durch intensive persönliche Gespräche und Verhandlungen, die Zustimmung der Alliierten und die Unterstützung der Nachbarn zu erhalten. Der zuvor schon in den Meinungsumfragen deutlich zurückgefallene Bundeskanzler konnte so – als „Kanzler der Einheit“ gefeiert – bei den ersten gesamtdeutschen Bundestagswahlen 1990 einen deutlichen Wahlsieg erringen.

Im Zuge der Wiedervereinigung gingen Teile der DDR-Bürgerrechtsbewegung wie der Demokratische Aufbruch, aber auch die bisherigen DDR-Blockparteien Demokratische Bauernpartei Deutschlands und die CDU (Ost) in der CDU auf. Abgesehen von wenigen Führungspersonen wurde die CDU (Ost), die sich noch kurz zuvor als eine „Partei des Sozialismus“ verstanden hatte, ohne größere Rücksichtnahme auf die bisherigen Bekenntnisse der Mitglieder völlig in die CDU der Bundesrepublik integriert. Ein externer Artikel gibt einen Überblick über den Verbleib des Vermögens der Ost-CDU und der Bauernpartei nach der Fusion.

Nachdem die CDU sich 1994 unter Helmut Kohl noch einmal knapp hatte behaupten können, verlor sie bei der Bundestagswahl 1998 zusammen mit der CSU die Regierungsmehrheit und zum zweiten Mal in der Geschichte der Bundesrepublik ihre Stellung als stärkste Bundestagsfraktion. Mit 35,1 Prozent erreichte sie nach 1949 das zweitschlechteste Ergebnis bei Bundestagswahlen in ihrer Geschichte. Nachfolger Kohls als Bundeskanzler wurde der bisherige niedersächsische Ministerpräsident Gerhard Schröder (SPD).

Hauptursachen der desaströsen Niederlage waren die schleppende wirtschaftliche Entwicklung mit steigender Arbeitslosigkeit. Hinzu kam der Umstand, dass die Deutschen nach 16 Jahren Helmut Kohls überdrüssig wurden. Auch auf Landesebene befand sich die CDU in einer tiefen Krise. So stellte sie im November 1998 lediglich in Baden-Württemberg, Berlin, Sachsen und Thüringen den Regierungschef, wobei sie in Berlin und Thüringen eine große Koalition mit der SPD bildete. Daneben war sie in Bremen in einer weiteren großen Koalition Juniorpartner der SPD.

1998–2005: Die CDU in der Opposition[Bearbeiten]

Edmund Stoiber (CSU) und Friedrich Merz

Neuer Parteivorsitzender wurde Wolfgang Schäuble. 1998/1999 initiierte die CDU/CSU eine Unterschriftenaktion gegen die Reform des deutschen Staatsbürgerschaftsrechts, in der das Abstammungsrecht durch Elemente des ius soli ergänzt werden sollte. Die öffentliche Kampagne verhalf Roland Koch zu einem Wahlsieg in Hessen, er wurde Ministerpräsident.

Ende des Jahres 1999 wurde die Partei von dem Parteispendenskandal eingeholt. Kernpunkt der Affäre waren Geldspenden in Millionenhöhe, deren Spender zu nennen sich Helmut Kohl weigerte. Ebenso wurden einige schwarze Konten unter Umgehung des Fiskus geführt. Merkel zwang Kohl zum Rücktritt vom Amt des CDU-Ehrenvorsitzenden. Im Zusammenhang mit diesem Skandal musste Anfang 2000 nach widersprüchlichen Aussagen zu dem Sachverhalt auch Wolfgang Schäuble als Vorsitzender der CDU und der CDU/CSU-Bundestagsfraktion zurücktreten.[43] Nachfolgerin als Parteivorsitzende wurde Angela Merkel, die damit als erste Frau an der Spitze einer der deutschen Volksparteien steht. Nachfolger als Fraktionsvorsitzender wurde Friedrich Merz. 2000 erfolgte auch der Umzug der Parteizentrale vom Bonner in das Berliner Konrad-Adenauer-Haus.

Bei der Bundestagswahl 2002 trat der bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber (CSU) als Kanzlerkandidat an. Trotz erheblicher Zuwächse in Süd- und Südwestdeutschland blieb die CDU/CSU lediglich zweitstärkste Bundestagsfraktion. Hauptursache war nach Meinung von Analysten, dass der Bayer Stoiber insbesondere im Norden (wie schon Strauß 1980) und Osten Deutschlands die Wähler nicht ausreichend ansprechen konnte.

Bei der Landtagswahl in Schleswig-Holstein konnte die CDU die Regierung von Heide Simonis (SPD) ablösen und eine große Koalition bilden. Am 22. Mai 2005 siegte die CDU in Nordrhein-Westfalen und löste damit die zu diesem Zeitpunkt letzte rot-grüne Landesregierung in Deutschland ab.

2005–2009: Erste Bundeskanzlerin – Zweite Große Koalition[Bearbeiten]

Angela Merkel nach der Verleihung der Ehrendoktorwürde der Fakultät für Physik und Geowissenschaften der Universität Leipzig, 3. Juni 2008

Nach der vorgezogenen Bundestagswahl am 18. September 2005 wurde die Fraktionsgemeinschaft aus CDU und CSU unter Angela Merkel zum ersten Mal seit 1998 wieder stärkste Fraktion, erhielt jedoch weniger Stimmen als in der vorhergegangenen Wahl und als in Meinungsumfragen vorhergesagt. Die Union erhielt das drittschlechteste Ergebnis ihrer Parteigeschichte. Das erklärte Wahlziel, eine Bundestagsmehrheit für eine Koalition mit der FDP, konnte nicht erreicht werden. Obwohl die CDU/CSU die stärkste Fraktion bildete, beanspruchte zunächst die SPD das Amt des Bundeskanzlers für sich; da jene jedoch gleichzeitig eine Koalition aus SPD, den Grünen und Linkspartei ausschloss und die FDP nicht zu einer Ampelkoalition bereit war, war eine Regierungsbildung ohne die CDU nicht möglich. Am 11. November 2005 einigten sich CDU, CSU und SPD auf einen Koalitionsvertrag für eine Große Koalition unter Angela Merkel als Bundeskanzlerin. So wurde nach der Unterzeichnung des Koalitionsvertrags Angela Merkel am 22. November 2005 mit 397 von 614 Stimmen der Abgeordneten des Deutschen Bundestages zur ersten Frau gewählt, die die Position des Bundeskanzlers ausübt. Angela Merkel hat von den Abgeordneten des Bundestages mehr Stimmen erhalten als jeder der vorherigen Bundeskanzler, prozentual lag ihr Wahlergebnis mit 64,9 Prozent der Stimmen im Bundestag jedoch schlechter als das von Kurt Georg Kiesinger, jedoch stellte die Große Koalition 1966 über 90,1 Prozent der Sitze, die Große Koalition unter Merkel stellte nur knapp 73 Prozent der Sitze im 16. deutschen Bundestag. Dies lag vor allem an den deutlich erstarkten drei kleineren im Bundestag vertretenen Parteien.

2009–2013: Neuer Koalitionspartner im Kabinett Merkel II[Bearbeiten]

Bei der Bundestagswahl 2009 verlor die CDU zwar noch einmal leicht an Stimmen, war jedoch dank Überhangmandaten mit mehr Abgeordneten im Bundestag vertreten als in der vorigen Legislaturperiode. Da die FDP zugleich das beste Wahlergebnis ihrer Geschichte erzielte, konnte Angela Merkel den Regierungspartner wechseln und sich mit den Stimmen von Union und FDP als Regierungschefin der vierten christlich-liberalen Koalition wiederwählen lassen. Zuvor gelang es keinem Bundeskanzler in der deutschen Geschichte, den Koalitionspartner zu wechseln.

Im Januar 2010 stellte die CDU die Berliner Erklärung, ein Zukunftspapier, vor.[44] Dieses wurde von einigen als Zeichen für einen Linkstrend der CDU wahrgenommen.[45][46] Auf Initiative von Friedrich-Wilhelm Siebeke[45][47] wurde die Aktion Linkstrend stoppen gegründet, die einen Monat nach der Berliner Erklärung ihr Manifest gegen den Linkstrend[48] in deutschen Tageszeitungen veröffentlichte.

Gegenwart[Bearbeiten]

Bundeskabinettsmitglieder[Bearbeiten]

Name Amt Beginn der Amtszeit Parl. Staatssekretär bzw. Staatsminister
Angela Merkel Angela Merkel Bundeskanzlerin Bundeskanzlerin 22. November 2005 Helge Braun (CDU)
Monika Grütters (CDU)
Aydan Özoğuz (SPD)
Wolfgang Schäuble Wolfgang Schäuble    Bundesministerium der Finanzen Bundesministerium der Fi­nan­zen 28. Oktober 2009 Steffen Kampeter (CDU)
Michael Meister (CDU)
Thomas de Maizière Thomas de Maizière    Bundesministerium des Innern Bundesministerium des In­nern 17. Dezember 2013 Günter Krings (CDU)
Ole Schröder (CDU)
Ursula von der Leyen Ursula von der Leyen    Bundesministerium der Verteidigung Bundesministerin der Ver­tei­di­gung 17. Dezember 2013 Ralf Brauksiepe (CDU)
Markus Grübel (CDU)
Hermann Gröhe Hermann Gröhe    Bundesministerium für Gesundheit Bundesminister für Ge­sund­heit 17. Dezember 2013 Annette Widmann-Mauz (CDU)
Ingrid Fischbach (CDU)
Johanna Wanka Johanna Wanka    Bundesministerium für Bildung und Forschung Bundesministerin für Bil­dung und For­schung 14. Februar 2013 Thomas Rachel (CDU)
Stefan Müller (CSU)
Peter Altmaier Peter Altmaier Bundeskanzleramt Bundesminister für be­son­de­re Auf­ga­ben und Chef des Bun­des­kanz­ler­am­tes 17. Dezember 2013

Regierungschefs in den Ländern[Bearbeiten]

Die CDU stellt derzeit fünf Ministerpräsidenten/Ministerpräsidentinnen.

Name Land Beginn der Amtszeit Kabinett bzw. Senat Zugehörigkeit zu den Landesparlamenten
Volker Bouffier Volker Bouffier Hessen Landeswappen Hessen Hessen 31. August 2010 Kabinett Bouffier II CDU Landtage
  • nicht vertreten
  • als Oppositionspartei vertreten
  • als kleiner Koalitionspartner in der Regierung
  • als großer Koalitionspartner in der Regierung und stellt den Regierungschef
Annegret Kramp-Karrenbauer Annegret Kramp-Karrenbauer Saarland Landeswappen Saarland Saarland 10. August 2011 Kabinett Kramp-Karrenbauer II
Stanislaw Tillich Stanislaw Tillich Sachsen Landeswappen Sachsen Sachsen 28. Mai 2008 Kabinett Tillich II
Reiner Haseloff Reiner Haseloff Sachsen-Anhalt Landeswappen Sachsen-Anhalt Sachsen-Anhalt 19. April 2011 Kabinett Haseloff
Christine Lieberknecht Christine Lieberknecht Thüringen Landeswappen Thüringen Thüringen 30. Oktober 2009 Kabinett Lieberknecht

In Mecklenburg-Vorpommern und Berlin regiert die CDU als Koalitionspartner der SPD mit. Unter Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) hat Lorenz Caffier die Position des stellvertretenden Ministerpräsidenten in Schwerin inne; Frank Henkel ist als Bürgermeister Stellvertreter des Regierenden Bürgermeisters von Berlin, Klaus Wowereit (SPD). In Bayern stellt die Schwesterpartei CSU den Ministerpräsidenten.

Parteivorsitzende[Bearbeiten]

Angela Merkel Wolfgang Schäuble Helmut Kohl Rainer Barzel Kurt Georg Kiesinger Ludwig Erhard Konrad Adenauer

Name Beginn der Amtszeit Ende der Amtszeit
Konrad Adenauer Konrad Adenauer 21. Oktober 1950 23. März 1966
Ludwig Erhard Ludwig Erhard 23. März 1966 23. Mai 1967
Kurt Georg Kiesinger Kurt Georg Kiesinger 23. Mai 1967 5. Oktober 1971
Rainer Barzel Rainer Barzel 5. Oktober 1971 12. Juni 1973
Helmut Kohl Helmut Kohl 12. Juni 1973 7. November 1998
Wolfgang Schäuble Wolfgang Schäuble 7. November 1998 16. Februar 2000
Angela Merkel Angela Merkel 10. April 2000 amtierend

Ehrenvorsitzende[Bearbeiten]

Generalsekretäre[Bearbeiten]

Name Beginn der Amtszeit Ende der Amtszeit
Bruno Heck Bruno Heck 1967 1971
Konrad Kraske Konrad Kraske 1971 1973
Kurt Biedenkopf Kurt Biedenkopf 1973 1977
Heiner Geißler Heiner Geißler 1977 1989
Volker Rühe Volker Rühe 1989 1992
Peter Hintze Peter Hintze 1992 1998
Angela Merkel Angela Merkel 1998 2000
Ruprecht Polenz Ruprecht Polenz 2000 2000
Laurenz Meyer Laurenz Meyer 2000 2004
Volker Kauder Volker Kauder 2005 2005
Ronald Pofalla Ronald Pofalla 2005 2009
Hermann Gröhe Hermann Gröhe 2009 2013
Peter Tauber Peter Tauber 2013 amtierend

Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion[Bearbeiten]

Name Beginn der Amtszeit Ende der Amtszeit
Konrad Adenauer Konrad Adenauer 1. September 1949 20. September 1949
Heinrich von Brentano Heinrich von Brentano 30. September 1949 7. Juni 1955
Heinrich Krone Heinrich Krone 15. Juni 1955 24. November 1961
Heinrich von Brentano Heinrich von Brentano 24. November 1961 14. November 1964
Rainer Barzel Rainer Barzel 1. Dezember 1964 9. Mai 1973
Karl Carstens Karl Carstens 17. Mai 1973 1. Dezember 1976
Helmut Kohl Helmut Kohl 13. Dezember 1976 4. Oktober 1982
Alfred Dregger Alfred Dregger 4. Oktober 1982 25. November 1991
Wolfgang Schäuble Wolfgang Schäuble 25. November 1991 29. Februar 2000
Friedrich Merz Friedrich Merz 29. Februar 2000 24. September 2002
Angela Merkel Angela Merkel 24. September 2002 21. November 2005
Volker Kauder Volker Kauder 21. November 2005 amtierend

Präsidenten des Bundesverfassungsgerichts[Bearbeiten]

Die nachfolgenden Politiker waren als Präsidenten des Bundesverfassungsgerichts Mitglied der CDU.

Bundeskanzler[Bearbeiten]

Die nachfolgenden Politiker waren als Bundeskanzler Mitglied der CDU.

Präsidenten des Deutschen Bundestages[Bearbeiten]

Die nachfolgenden Politiker waren als Präsidenten des Deutschen Bundestages Mitglied der CDU.

Bundespräsidenten[Bearbeiten]

Die nachfolgenden Politiker waren zur Wahl als Bundespräsident Mitglied der CDU. Während der Präsidentschaft ruht die Mitgliedschaft.

Präsidenten des Europäischen Parlaments[Bearbeiten]

Die nachfolgenden Politiker waren als Präsidenten des Europäischen Parlaments Mitglied der CDU.[50]

Präsidenten der Europäischen Kommission[Bearbeiten]

Der nachfolgende Politiker war als Präsident der Europäischen Kommission Mitglied der CDU.

Ergebnisse der Bundestagswahlen[Bearbeiten]

Jahr Prozent Stimmen
1949 25,19 % 05.978.636
1953 36,36 % 10.016.594
1957 39,71 % 11.875.339
1961 35,76 % 11.283.901
1965 37,97 % 12.387.562
1969 36,64 % 12.079.535
1972 35,21 % 13.190.837
1976 37,99 % 14.367.302
1980 34,24 % 12.989.200
1983 38,15 % 14.857.680
1987 34,45 % 13.045.745
1990 36,71 % 17.055.116
1994 34,16 % 16.089.960
1998 28,40 % 14.004.908
2002 29,52 % 14.167.561
2005 27,78 % 13.136.740
2009 27,27 % 11.828.277
2013[51] 34,13 % 14.913.921

Ergebnisse der Europawahlen[Bearbeiten]

Jahr Prozent Stimmen
1979 39,1 % 10.883.085
1984 37,5 % 09.308.411
1989 29,5 % 08.332.846
1994 32,0 % 11.346.073
1999 39,3 % 10.628.224
2004 36,5 % 09.412.997
2009 30,7 % 08.071.391
2014 30,0 % 08.812.653

Literatur[Bearbeiten]

  • Die Politische Meinung 422 (2005): Sechzig Jahre CDU.
  • Winfried Becker (Hg.): Lexikon der Christlichen Demokratie in Deutschland. Schöningh, Paderborn 2002, ISBN 3-506-70779-5.
  • Frank Bösch: Macht und Machtverlust. Die Geschichte der CDU. DVA, Stuttgart 2002, ISBN 3-421-05601-3.
  • Matthias Deiß: Die Führungsfrage – CDU und CSU im zwischenparteilichen Machtkampf. Forschungsgruppe Deutschland, München 2003, ISBN 3-933456-27-4.
  • Christian v. Ditfurth: Blockflöten – Wie die CDU ihre realsozialistische Vergangenheit verdrängt. Kiepenheuer & Witsch, Köln 1991, ISBN 3-462-02179-6.
  • Hans-Otto Kleinmann: Geschichte der CDU. 1945–1982. Herausgegeben von Günter Buchstab, DVA, Stuttgart 1993, ISBN 3-421-06541-1.
  • Helmut Kohl: Berichte zur Lage 1989–1998. Der Kanzler und Parteivorsitzende im Bundesvorstand der CDU Deutschlands. Bearbeitet von Günter Buchstab und Hans-Otto Kleinmann, Droste Verlag, Düsseldorf 2012.
  • Ehrhart Neubert: Ein politischer Zweikampf in Deutschland – Die CDU im Visier der Stasi. Verlag Herder, Freiburg 2002, ISBN 3-451-28016-7.
  • Volker Resing: Die Kanzler-Maschine - Wie die CDU funktioniert. Verlag Herder, Freiburg 2013, ISBN 978-3-451-30592-4.
  • Josef Schmid: Die CDU. Organisationsstrukturen, Politiken und Funktionsweisen einer Partei im Föderalismus. Leske&Budrich, Opladen 1990, ISBN 3-8100-0829-X.
  • Hans-Peter Schwarz (Hrsg.): Die Fraktion als Machtfaktor. CDU/CSU im Deutschen Bundestag 1949 bis heute. Pantheon, München 2009, ISBN 978-3-570-55107-3.
  • Udo Zolleis: Die CDU. Das politische Leitbild im Wandel der Zeit. VS Verlag, Wiesbaden 2008, ISBN 978-3-531-15548-7.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatAlternative für Deutschland wächst rasant. Handelsblatt GmbH, 07. Oktober 2014, abgerufen am 7. Oktober 2014.
  2. Corporate Design der Union. Das visuelle Erscheinungsbild der Christlich Demokratischen Union Deutschlands, eingesehen unter http://www.designtagebuch.de/cd-manuals/cdu_design_manual.pdf
  3. bundestag.de: Festsetzung der staatlichen Teilfinanzierung für das Jahr 2013 gemäß §§ 18 ff. PartG (PDF; 132 kB)
  4. a b Oskar Niedermayer: Parteimitglieder in Deutschland: Version 2013, Arbeitshefte aus dem Otto-Stammer-Zentrum, Nr. 20; online abrufbar hier (docx; 4,10 MB)
  5. Vgl. Grundsatzprogramm der CDU Deutschlands, beschlossen am 3. Dezember 2007 in Hannover, Präambel, S. 5.
  6. Grundsatzprogramm
  7. Alexander Heit und Georg Pfleiderer (Hrsg.): Sphärendynamik II: Religion in postsäkularen Gesellschaften. Theologischer Verlag Zürich, Zürich 2011, ISBN 978-3-290-22006-8, S. 243.
  8. Grundsatzprogramm der CDU (PDF)
  9. Grundsatzprogramm, § 234.
  10. Vgl. ebenda, § 5 und § 39.
  11. Vgl. Grundsatzprogramm, § 320.
  12. Vgl. Grundsatzprogramm, § 279.
  13. Lisa Caspari: CDU: Nicht mehr über Homo-Ehe reden wollen. In: Zeit Online, 6. März 2013.
  14. a b Nach BVG-Urteil: Union will steuerliche Gleichbehandlung für Homo-Paare. In: Stern.de, 7. Juni 2013.
  15. Wiebke Krohn: Das Problem Kirchlicher Amtshandlungen an Gleichgeschlechtlichen Paaren: Sozialwissenschaftliche, Theologische, Ethische, Poimenische und Liturgiewissenschaftliche Perspektiven. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2011, ISBN 978-3-89971-851-5, S. 192.
  16. Norbert Krause: Die Debatte um Studiengebühren: systematische Rekonstruktion eines rapiden Meinungswandels. VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden 2008, ISBN 978-3-531-15901-0, S. 175.
  17. a b Charles B. Blankart, Gerrit B. Koester und Sascha G. Wolf: Studiengebühren: Ein Weg aus der Bildungskrise? (PDF; 164 kB) In: Wirtschaftsdienst, 2005/2.
  18. Björn Kauder und Niklas Potrafke: Government Ideology and Tuition Fee Policy: Evidence from the German States (PDF; 361 kB). In: Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft, April 2013.
  19. Hintergrund: Studiengebühren im Bundesländer-Vergleich. In: Mitteldeutsche Zeitung, 20. Oktober 2008.
  20. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatMartin Holland: Bosbach: Union hält an Vorratsdatenspeicherung fest. heise.de, 5. Juli 2013, abgerufen am 11. Juli 2013.
  21. http://www.welt.de/politik/deutschland/article121943198/Union-will-auslaendische-Verbrecher-rasch-ausweisen.html
  22. http://www.cducsu.de/themen/aussenpolitik/wir-werden-immer-der-seite-israels-stehen
  23. CDU-Website: Die CDU - die deutsche Europapartei.
  24. Vgl. 60 Jahre CDU Verantwortung für Deutschland und Europa. Günter Buchstab, Konrad Adenauerstiftung, abgerufen am 15. Oktober 2011 (PDF; 1,6 MB). S. 29
  25. Konrad-Adenauer-Stiftung: Helmut Kohl
  26. Positionspapier von Elmar Brok MdEP und Werner Langen MdEP: Für ein starkes und stabiles Europa.
  27. Starkes Europa – Gute Zukunft für Deutschland - Beschluss des 24. Parteitages der CDU Deutschlands. Christlich Demokratische Union Deutschlands, abgerufen am 15. November 2011 (PDF; 84 kB).
  28. Ulrich von Alemann: Das Parteiensystem der Bundesrepublik Deutschland. Bundeszentrale für politische Bildung: Bonn 2010. S. 171
  29. CDU-Bundesgeschäftsstelle: Bericht der Bundesgeschäftsstelle zum 24. Parteitag der CDU Deutschlands (PDF; 3,1 MB)
  30. Günter Bannas: CDU hat mehr Mitglieder als die SPD. Pofalla: „Ein historischer Tag“. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28. Juli 2008, abgerufen am 28. Oktober 2012.
  31. Auch CDU-Mitgliederzahl unter 500 000 gerutscht. Die Welt, 16. Juni 2011, abgerufen am 28. Oktober 2012.
  32. Robert Roßmann: Mitgliederstatistik der Volksparteien. SPD stirbt langsamer. Süddeutsche.de, 10. Juli 2008, abgerufen am 28. Oktober 2012.
  33. CDU erwartet Halbierung der Mitgliederzahl im Osten bis 2019. WirtschaftsWoche, 21. Juli 2007, abgerufen am 28. Oktober 2012.
  34. Überschrift Seite 3
  35.  Bericht der Bundesgeschäftsstelle. Anlage zum Bericht des Generalsekretärs. CDU-Bundesgeschäftsstelle, Berlin 2012, 7.3 Mitgliedschaft nach Regionen, S. 37 (http://www.hannover2012.cdu.de/sites/default/files/media/bericht-der-bundesgeschaeftsstelle-2012.pdf, abgerufen am 29. Dezember 2012).
  36. Das Großstadt-Fiasko der CDU. In: Die Zeit vom 15. März 2013.
  37. Vereinigungen und Sonderorganisationen auf der Homepage der CDU
  38. CDU Rechenschaftsbericht 2006
  39. Politische Datenbank
  40. Originaldokument (ab S. 16 der PDF-Datei; 562 kB)
  41. Ludwig Bergsträsser: Geschichte der politischen Parteien in Deutschland. Olzog Verlag, München/Wien 1965, S. 241
  42. http://www.konrad-adenauer.de/index.php?menu_sel=13&menu_sel2=&menu_sel3=&menu_sel4=&msg=9891
  43. Biographie Schäuble, Webseite des Deutschen Historischen Museums
  44. Bundesvorstand der CDU: Berliner Erklärung – Unsere Perspektiven 2010-2013 (PDF; 98 kB), vom 15. Januar 2010.
  45. a b Thomas Steinmann in Financial Times Deutschland: - Die Heimatvertriebenen der CDU Christlich-Konservative - Die Heimatvertriebenen der CDUVorlage:Webarchiv/Wartung/Linktext_fehltVorlage:Webarchiv/Wartung/Nummerierte_Parameter vom 6. April 2010, gesehen 13. April 2010.
  46. Märkische Oderzeitung Frankfurt (Oder): Politwissenschaftler Langguth mahnt Merkel (CDU) vom 21. März 2010, gelesen 25. März 2010.
  47. Aktion Linkstrend stoppen: Initiator Friedrich-Wilhelm Siebeke, gesehen 13. April 2010.
  48. Aktion Linkstrend stoppen: Manifest gegen den Linkstrend.
  49. Hans-Peter Schwarz, „Konrad Adenauer“, in: Portal der CDU, verantwortet durch die Konrad-Adenauer-Stiftung, http://www.kas.de/wf/de/71.8313/
  50. rulers.org: Presidents of the Parliamentary Assembly (from 30 Mar 1962, European Parliament)
  51. Bundestagswahl am 22. September 2013 (Vorläufiges Ergebnis), wahlrecht.de
  52. Mitgliedseite im EBD. Abgerufen am 6. Oktober 2010.