William Henry Welch

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William Henry Welch

William Henry Welch (* 8. April 1850 in Norfolk, Litchfield County, Connecticut; † 30. April 1934 in Baltimore, Maryland) war einer der einflussreichsten Mediziner im ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jahrhundert in den USA. Er spielte eine führende Rolle sowohl bei der Bekämpfung einer schwerwiegenden Masernepidemie in den 1910er Jahren als auch bei der Bekämpfung der Spanischen Grippe, die weltweit von 1918 bis 1920 grassierte und mindestens 25 Millionen Tote forderte.

Welch entstammte einer Familie von Ärzten. Sein Großvater, ein Großonkel, sein Vater sowie vier seiner Onkel waren praktizierende Ärzte; sein Vater William W. Welch war außerdem politisch tätig und Kongressabgeordneter für Connecticut. Er studierte an der Yale University zu einem Zeitpunkt, zu dem die Arztausbildung im Vergleich zu Europa noch nicht sehr weit vorgeschritten war. Welch, der den Standard der medizinischen Ausbildung in Europa in den 1870er Jahren kennenlernte, hat sehr viel zur Verwissenschaftlichung des medizinischen Studiums beigetragen. Er veranstaltete ab 1879 Laborkurse, bei denen unter anderem erstmals in den USA regelmäßig Mikroskope eingesetzt wurden. Zu seinen Schülern zählte unter anderem Harvey Cushing.

Nach William Henry Welch wurde eine von der American Association for the History of Medicine verliehene Medaille benannt, mit der jährlich Autoren grundlegend bedeutender medizinischer Werke ausgezeichnet werden. Als Erster wurde 1950 Henry E. Sigerist für seine wissenschaftlichen Arbeiten ausgezeichnet. [1]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Beschreibung der Verleihungsbedingungen bei der American Association for the History of Medicine auf histmed.org, gesehen 13. April 2011 (englisch)