Yeşilköy

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Yeşilköy (Begriffsklärung) aufgeführt.
Der Frieden von San Stefano wurde in dieser Villa der Simeonoglou Familie unterzeichnet

Yeşilköy (türkisch für Gründorf) ist ein Ortsteil von Bakırköy im Großraum Istanbul.

Es liegt etwa elf Kilometer westlich von der Altstadt Istanbul an der Küste des Marmarameeres. Vor der Bevölkerungsexplosion Istanbuls in den 1970er Jahren war Yeşilköy ein Dorf und kleiner Kurort.

Geschichte[Bearbeiten]

Yeşilköy hieß bis 1926 San Stefano, aus dem Griechischen: Άγιος Στέφανος (ausgesprochen Ayos Stefanos, dt. St. Stephanus), assimiliert ins Türkische als Ayastefanos, auf Bulgarisch Сан Стефано.

Im Jahre 1203 erreichte eine katholische Armee auf dem Vierten Kreuzzug die Küste von San Stefano, ein Jahr später wurde das orthodoxe Konstantinopel erobert und Ayos Stefanos wurde Teil des Lateinischen Kaiserreich.

Während des Krimkrieges waren hier französische Kräfte stationiert. Sie errichteten einen noch heute vorhandenen Leuchtturm am Hafen. Hier ist der Ort, wo die Russen ihren Vormarsch während des Russisch-Türkischer Krieg (1877–1878) stoppten und anschließend am 3. März 1878 den San-Stefano-Vertrag unterzeichneten.

Im Jahr 1912, während des Balkankrieges, erkrankten Tausende von osmanischen Soldaten an der Cholera und man brachte sie nach San Stefano. Über 3.000 von ihnen starben und wurden in der Nähe des Ortes begraben. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts hatte der Ort eine überwiegend christliche Bevölkerung aus Griechen und Armeniern. Das Dorf erhielt seinen heutigen Namen Yeşilköy (Grünes Dorf) in den ersten Jahren nach Gründung der Republik.

Bildergalerie[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Yeşilköy – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

40.96263628.824574Koordinaten: 40° 58′ N, 28° 49′ O