Zentralinstitut Islam-Archiv-Deutschland

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Das Zentralinstitut Islam-Archiv-Deutschland Stiftung e.V. (ZIAD) ist ein 1927 in Berlin gegründetes zentrales Archiv über die islamischen Gemeinschaften in Deutschland und damit zugleich die älteste islamische Einrichtung im deutschsprachigen Raum. Seit 1981 hat es seinen Sitz in Soest. Seniordirektor und spiritus rector ist Muhammad Salim Abdullah. Er war Deutschlandvertreter des Islamischen Weltkongresses, der im Islamrat für die Bundesrepublik Deutschland, in dem die Islamische Gemeinschaft Milli Görüş die Mehrheit stellt, aufging.[1][2]

Satzungsgemäße Aufgaben[Bearbeiten]

  1. Das ZIAD bewahrt und erforscht die Urkunden und Dokumente der islamischen Gemeindegründungen in Deutschland seit 1739.
  2. Es gewährleistet dokumentarische Begleitung und Betreuung der islamischen Minderheit in der Bundesrepublik Deutschland.
  3. Es dient der Förderung des Dialogs zwischen den hier lebenden Moslems und ihren Gemeinschaften und den Angehörigen anderer Glaubensbekenntnisse und Weltanschauungen.
  4. Das Institut erstellt Gutachten für Behörden und sonstige Körperschaften sowie Verbände.

Dokumentenbestände[Bearbeiten]

Die Dokumentensammlungen umfassen:

  1. Islam in Deutschland
  2. Islam in Europa
  3. Islamische Weltorganisationen
  4. Islam in außereuropäischen Ländern
  5. Christliche Minderheiten in der islamischen Welt
  6. Christlich-islamischer Dialog
  7. Christliche Mission unter Moslems
  8. Schule und Religionsunterricht
  9. Frage der Anerkennung des Islam in Deutschland
  10. Rundfunkarchiv
  11. Internationale islamische Zeitschriften
  12. Kirchen zur Ausländerpolitik

Die Bibliothek umfasst 2005 rund 6.000 Titel der Gegenstandsbereiche: Islam in Deutschland, Europa, Dialog, Ausländerfragen, islamische Theologie und Geschichte, sowie christliche Theologie. Das Institut besitzt die umfangreichste Sammlung historischer deutschsprachiger Koranausgaben.

Öffentlichkeitsarbeit[Bearbeiten]

Das Archiv verfügt über eine umfangreiche historische Ausstellung zur Geschichte des Islam in Deutschland, die für Kommunen und anderen Einrichtungen ausleihbar ist. Diese Ausstellung umfasst ca. 160 Gegenstände, Texttafeln und Bilder.

Der Verein gibt den Pressedienst Islam-Echo (vereinigt mit Islam-Nachrichten) heraus, der die Medien über Ereignisse und Entwicklungen in der islamischen Diaspora und in den moslemischen Weltorganisationen (Zitat) „aus der Sicht der Betroffenen“ informieren soll.

Die vierteljährlich erscheinende Zeitschrift Moslemische Revue (vereinigt mit „Die Islamische Gegenwart“ gegr. 1927) ist (Zitat) „eine unabhängige, meinungsfreudige, gesellschaftsoffene und dialogorientierte Zeitschrift. Sie ist das offizielle Mitteilungsblatt des Zentralinstitut Islam-Archiv-Deutschland e.V. und der Trägergemeinschaft des Instituts“.[3]

Der Pressedienst und die Vierteljahreszeitschrift entstehen redaktionell in der „Außenstelle Münster / Osnabrück“. Weitere Außenstellen mit diversen Funktionen gibt es in Bremen, Hamburg und Köln bzw. Duisburg.

Einmal jährlich wird der Muhammad-Nafi-Tschelebi-Medienpreis an deutschsprachige Autoren oder Autorinnen verliehen, die in Schriften, Vorträgen oder Projekten den Dialogs zwischen den hier lebenden Moslems und der Mehrheitsbevölkerung in besonderem Maße gefördert haben.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Ina Wunn: Muslimische Gruppierungen in Deutschland. Stuttgart 2007, S. 185
  2. Informationsplattform Religion: Islam: Spitzenverbände und regionale Organisationen
  3. Digitalisate älterer Ausgaben: aaiil.org, ahmadiyya.org.