Islam in Deutschland

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Die Şehitlik-Moschee in Berlin wird hauptsächlich von türkischstämmigen Muslimen besucht

Der Islam ist in Deutschland nach dem Christentum die Religion mit den meisten Anhängern; derzeit bekennen sich etwa 5 % der Bevölkerung zu ihm, was etwa 4 Millionen Menschen entspricht, rund 1,8 Millionen sind deutsche Staatsangehörige (Stand: 2008).[1] Der Islam ist aufgrund der Bevölkerungsentwicklung in Deutschland vorwiegend sunnitisch geprägt. Im Jahr 2008 hatten rund 63 % der in Deutschland lebenden Muslime einen türkischen Migrationshintergrund,[1] was auf die Anwerbung von Arbeitsmigranten, damals Gastarbeiter genannt, aus der Türkei in den 1960er und 1970er Jahren zurückzuführen ist. Andere Muslime sind vor allem Einwanderer aus Bosnien-Herzegowina, Kosovo, Iran, Marokko, Afghanistan, Libanon, Pakistan, Syrien und Tunesien oder deutsche Konvertiten. Seit dem Jahr 2006 streben Muslime und Nichtmuslime in der Deutschen Islamkonferenz an, eine religions- und gesellschaftspolitische Integration der muslimischen Bevölkerung in Deutschland zu erreichen.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Holzmoschee im Halbmondlager in Wünsdorf; Postkarte von 1916
Februar 1931: Gottesdienst in Deutschlands ältester Moschee in Berlin

Im Laufe der frühen Neuzeit ergaben sich erste Berührungspunkte Deutschlands mit dem Islam; so ließ der Theologe Abraham Hinckelmann im Jahr 1694 in Hamburg den Koran auf Arabisch drucken. Diese Koranausgabe war nach der aus Venedig von ca. 1537/38 erst die zweite Herausgabe des Buches, die weltweit jemals gedruckt wurde (in der islamischen Welt kam der Buchdruck erst im 19. Jahrhundert auf).[2]

Dem deutschen Journalisten Muhammad Salim Abdullah zufolge sei von dem preußischen König Friedrich Wilhelm I. mit dem Dekret zu Potsdam 1731 für muslimische Infanteristen, die er als Geschenk erhielt, am Langen Stall in Potsdam ein Saal als „erste Moschee“ errichtet worden; im Jahr 1739 sei zudem die erste islamische Gemeindegründung auf deutschem Boden erfolgt. Dem widerspricht der katholische Theologe Thomas Lemmen: Aus einer zeitgenössischen Quelle gehe hervor, jene Muslime hätten sich nur vorübergehend dort aufgehalten. Im Jahr 1798 verstarb der osmanische Gesandte Ali Aziz Efendi, daraufhin stellte der preußische König Friedrich Wilhelm III. zu seiner Bestattung ein Gelände zur Verfügung. Es folgte noch ein Tausch des Geländes. Dieses neue Gelände bildete den Grundstein des bis heute benutzten türkisch-islamischen Friedhofs am Columbiadamm in Berlin.

Auf Betreiben der Nachrichtenstelle für den Orient wurde seit Beginn des Ersten Weltkrieges das Halbmondlager in Wünsdorf bei Zossen in der Nähe von Berlin errichtet, in dem bis zu 30.000 meist muslimische Kriegsgefangene interniert waren. 1914/1915 wurde im Halbmondlager die erste funktionierende Moschee auf deutschem Boden gebaut. Wegen Einsturzgefahr wurde die aus Holz gebaute Moschee 1924 geschlossen und 1925/26 abgerissen. Im Jahr 1924 wurde in Berlin-Wilmersdorf von der muslimischen Ahmadiyya-Gemeinde der Grundstein für die erste feste Moschee Deutschlands gelegt.

Der hauptsächliche Grund für die Zunahme des Islams in Deutschland, der bis in die 1960er Jahre nur eine sehr geringfügige Rolle spielte, ist die Zuwanderung ausländischer Arbeitskräfte, bedingt durch Anwerbeabkommen mit muslimischen Staaten und den anschließenden dauerhaften Aufenthalt mit Familienzusammenführung, die von der Bundesrepublik Deutschland von 1961 (Abkommen mit der Türkei über Anwerbung von Gastarbeitern) bis 1973 betrieben wurde. Der Aufenthalt in Deutschland war dabei ursprünglich als zeitlich begrenzt vorgesehen, bei Muslimen gab es bis in die 1960er Jahre vermehrt die Absicht einer Rückkehr in das Heimatland.

Deutsche Moscheen
Seit der Jahrtausendwende werden bundesweit vermehrt repräsentative Moscheen errichtet; hier die Nasir-Moschee der Ahmadiyya in der münsterländischen Kleinstadt Isselburg (eröffnet 2007)
Die Kocatepe-Moschee in Ingolstadt, eröffnet 2008, ist die größte Moschee Bayerns
Eine weiterer Bau der Ahmadiyya: die Nuur-ud-Din-Moschee in Darmstadt, eröffnet 2003
Die Fatih-Moschee in Bremen, erster Bau seiner Art in der Hansestadt, eröffnet 1999
Die Sami-Moschee der Ahmadiyya in Hannover, eröffnet 2008
Die Mevlana-Moschee in Ravensburg (eröffnet 2008) ist nach dem sufischen Mystiker Rumi benannt
Die Selimiye-Moschee in Lünen, ebenfalls 2008 eröffnet
Die Umar-Ibn-Al-Khattab-Moschee in Berlin-Kreuzberg wurde von der aus dem Libanon stammenden Organisation al-Habasch errichtet und - ebenfalls - 2008 eröffnet
Die Aachener Bilal-Moschee ist das zweitälteste islamische Gotteshaus in Deutschland (erbaut von 1964 bis 1966)

In den 1980er und 1990er Jahren kamen schließlich auch vielfach Muslime aus anderen Staaten, wobei es sich dabei um Flucht bzw. Asylsuche handelte. Unter derartigen Gruppen befanden sich beispielsweise die Iraner, die im Zuge der Islamischen Revolution 1979 in die Bundesrepublik flüchteten, oder die Afghanen, die infolge des Bürgerkrieges bzw. des Sowjetisch-Afghanischen Krieges in Westdeutschland Zuflucht suchten. Auch bei Libanesen, Bosniern und Kosovo-Albanern war Krieg im Heimatland der Grund für die Emigration. Da eine Rückkehr bei vielen Muslimen immer mehr in den Hintergrund trat, entstand allmählich eine religiöse Infrastruktur. In den 1970ern wurden die ersten Moscheevereine gegründet, ab den 1990ern wurden vermehrt repräsentative Moscheen errichtet.[3]

Im Jahr 2006 fand in Berlin die erste Deutsche Islamkonferenz statt, die einberufen wurde, um einen Dialog zwischen dem deutschen Staat und den Muslimen in der Bundesrepublik herzustellen. Seit 2011 werden an deutschen Universitäten Imame ausgebildet.

Anzahl der in Deutschland lebenden Muslime[Bearbeiten]

Nach Einschätzung privater Organisationen leben 3,3[4] bis 4,3[5] Millionen Muslime in Deutschland. Dies entspricht einem Anteil von rund vier bis fünf Prozent an der Gesamtbevölkerung.[1] Von ihnen sind eine Million[4] bis 1,8[1] Millionen deutsche Staatsbürger.[1] Ein Teil von ihnen ist zum Islam konvertiert. Es besteht Unstimmigkeit, ob Muslime, die ihre Religion nicht praktizieren, zu den Konfessionslosen gezählt werden müssen oder als sogenannte Kulturmuslime gelten.

Da es sich bei den islamischen Gemeinden in Deutschland nicht um Körperschaften öffentlichen Rechts handelt (ausgenommen die verhältnismäßig kleine Ahmadiyya Muslim Jamaat), existieren keine amtlichen Statistiken. Eine solche Statistik wird im Zuge der Volkszählung 2011 erstellt; die Ergebnisse sind für das zweite Quartal 2013 angekündigt. [6]

Islamische Organisationen[Bearbeiten]

Logo der DİTİB, der nach Mitgliedern größten muslimischen Organisation in Deutschland
Die DITIB-Merkez-Moschee („Zentralmoschee“), die 2008 in Duisburg errichtet wurde, ist eine der größten Moscheen Deutschlands

In Deutschland existieren viele islamische Verbände und Vereine. Die mitgliederstärkste (Stand 2010) muslimische Organisation stellt die DITIB dar, die Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion e.V. (türk. Diyanet İşleri Türk İslam Birliği). Sie untersteht dem türkischen staatlichen Präsidium für Religiöse Angelegenheiten und hat mit fast 900 Moscheegemeinden wohl den größten Einfluss.[7] Zusammen mit weiteren Dachverbänden wie dem Islamrat für die Bundesrepublik Deutschland (IRD), dem Zentralrat der Muslime in Deutschland (ZMD) und dem Verband der Islamischen Kulturzentren (VIKZ) gründete sie im Jahr 2007 auf der Deutschen Islamkonferenz den Koordinationsrat der Muslime in Deutschland. Insgesamt sind ungefähr 20 % der deutschen Muslime Mitglieder in religiösen Vereinen oder Gemeinden.[8] 2010 gegründete sich der Liberal-Islamische Bund; erster Vorsitzender wurde Lamya Kaddor. Unter anderem befürwortet er (Stand 2011) die Gleichgeschlechtliche Ehe und lehnt eine religiöse Verpflichtung zum Tragen des Kopftuches ab.[9]

Einzelne Organisationen, die Mitglied in einem der genannten Verbände sind, sind unter anderem:

Daneben gibt es in vielen Städten einen Deutschsprachigen Muslimkreis (DMK), so zum Beispiel in Berlin, Hannover, Braunschweig, Karlsruhe, Stuttgart und Darmstadt.

Siehe auch: Muslimrat

Islam im Bildungssystem[Bearbeiten]

Islamunterricht[Bearbeiten]

Im Jahr 1978 wurde in Deutschland erstmals ein Antrag auf islamischen Religionsunterricht gestellt.[10] In den 1980er Jahren führten die Bundesländer Bayern und Nordrhein-Westfalen großflächig „religiöse Unterweisung“ für muslimische Schüler ein, allerdings nur als Bestandteil des muttersprachlichen Unterrichtes Türkisch (die Lehrpläne in Bayern wurden dabei vom türkischen Unterrichtsministerium zur Verfügung gestellt). Seit ca. Anfang der 2000er Jahre bieten beide Länder „Islamische Unterweisung“ in deutscher Sprache an.[11]

Nach den Lehrplänen ist der Islamunterricht vielerorts jedoch kein Religionsunterricht nach konfessionellem Verständnis, sondern nur informierender Sachunterricht. Probleme bei der Umsetzung islamischen Religionsunterrichts stellen u .a. der schwierige Dialog mit den islamischen Verbänden sowie fehlende Unterrichtsmaterialien und Mangel an (deutschsprachigem) qualifiziertem Personal (siehe Abschnitt „Islamische Theologie“) dar.[10]

Der Islamischen Föderation Berlin (IFB), die seit 2001 Religionsunterricht an 31 Berliner Grundschulen erteilt, wurde von der Islamwissenschaftlerin Irka Mohr vorgeworfen, der Unterrichtsschwerpunkt liege dort in der Verkündung des Islams und der Einübung in die Glaubenspraxis; somit würde die IFB das staatliche Bildungsziel der „Mündigkeit“ des Schülers verfehlen.[12]

Als erstes Bundesland will Niedersachsen ab 2012 islamischen Religionsunterricht als reguläres Fach einführen; zuvor war dort ab 2003 das Fach als Modellversuch gestartet.[13]

Islamische Theologie[Bearbeiten]

Freitagskanzel (Minbar) in der Yavuz-Sultan-Selim-Moschee in Mannheim

Zu Beginn des Jahres 2010 beschloss der Wissenschaftsrat, „Islamische Zentren“ an deutschen Universitäten einzurichten. Damals waren anfänglich zwei oder drei Standorte geplant, an denen eine bekenntnisorientierte islamische Forschung bzw. eine Ausbildung für Imame stattfinden solle.[14] Die Universität Osnabrück bot im selben Jahr Imamen Weiterbildungskurse an, in denen sich die muslimischen Geistlichen mit der deutschen Sprache, Landeskunde und pädagogischen Grundlagen auseinandersetzen; die Universität Osnabrück war die erste deutsche Hochschule mit einem solchen Angebot.[15]

An den Universitäten von Tübingen sowie Münster/Osnabrück (in einem Kooperationsmodell) wurden ab dem Wintersemester 2010/2011 dann erstmals Studiengänge für islamische Theologie angeboten, welche vom Bund gefördert werden.[16]

Im Wintersemester 2011/2012 nahm schließlich das Zentrum für Islamische Theologie der Universität Tübingen seine Tätigkeit auf, welches am 16. Januar 2012 eingeweiht wurde und das neben Islamwissenschaftlern eben auch Imame und islamische Religionslehrer ausbilden soll. Das Bundesbildungsministerium fördert insgesamt vier Zentren mit rund 20 Millionen Euro.[17] Der erste Leiter des Tübinger Zentrums ist der israelische Koranwissenschaftler Omar Hamdan.[18]

Die dort ausgebildeten Imame sollen langfristig die aus der Türkei geholten Imame ersetzen, die oftmals nicht deutsch sprechen und nicht mit den Lebensumständen der Muslime in Deutschland vertraut sind. Eine Problematik stellt allerdings bislang die Finanzierung dar: Da Muslime keine Kirchensteuer bzw. eine äquivalente Abgabe zahlen, können sich die Gemeinden auch keine Gehaltszahlungen leisten.[19]

Islamische Praxis[Bearbeiten]

Feiertage[Bearbeiten]

In Deutschland gibt es keine gesetzlichen islamischen Feiertage; allerdings ist es geregelt, dass muslimische Schüler an ihren Feiertagen wie dem Zuckerfest oder dem Opferfest nicht zur Schule kommen müssen – in den Lehrerkalendern sind auch muslimische Feiertage eingetragen. Der Vorsitzende der Zentralrat der Muslime Aiman Mazyek fordert zudem, islamische Feiertage offiziell als "deutsche Feiertage" aufzunehmen – was aber nicht bedeuten solle, diese allgemein zu schul- und arbeitsfreien Tagen zu machen. Dies betrachtete 2009 allerdings der Vorsitzende der Türkischen Gemeinde in Deutschland (TGD) Kenan Kolat als wünschenswert: An wichtigen muslimischen Tagen sollten alle Kinder frei haben.[20] Die konkrete Forderung nach zumindest einem einzigen freien islamischen Tag, auch für nichtmuslimische Kinder, stieß auf Kritik von Seiten des Zentralrats der Muslime; der Zentralrat der Juden hingegen empfand den Vorschlag als begrüßenswert und schlug im Zuge dessen auch einen jüdischen arbeitsfreien Feiertag vor.[21] Bereits im Jahr 2004 regte der Grünen-Politiker Hans-Christian Ströbele im Bundestag eine Debatte über einen muslimischen Feiertag an. Dort stieß der Vorschlag allerdings auf starke Ablehnung.[22]

Scharia[Bearbeiten]

Anders als beispielsweise in Großbritannien gibt es in Deutschland keine islamischen Schiedsgerichte, die nach der Scharia, also den islamischen Gesetzen, rechtsprechen. Einige religiöse Vorschriften, die in der Scharia enthalten sind, lassen sich aber auch in Deutschland umsetzen, wie zum Beispiel das Schächten, also das Ausbluten von Tieren bei der Schlachtung (allerdings schreibt das deutsche Gesetz eine Betäubung vor). Andere Schariagesetze stehen im Widerspruch zum deutschen Grundgesetz, wie zum Beispiel die Ungleichbehandlung der Geschlechter und Religionen (Dhimmi und Ḥarbī) sowie Körper- und Todesstrafen für Diebstahl und Ehebruch.[23] Laut Rechtsexperten werden aber auch ohne eigene Schiedsgerichte in Deutschland durch deutsche Richter nach dem islamischen Gesetz Urteile gesprochen – so im Familien- und Erbschaftsrecht.[24] Wenn beispielsweise ein Muslim im Ausland polygam geheiratet hat, dann ist diese Ehe auch in Deutschland gültig.[23] Dies ist möglich, da seit dem Jahr 1900 bei privaten Rechtsbeziehungen (Verträge, Familienfragen, Erbrechtsfragen) ausländisches Recht angewandt werden darf; so kommt das islamische Recht genau wie das französische (Code civil) zum Zuge. Grundbedingung sei, dass das ausländische Recht nicht gegen die Ordre public, also das Grundlegende der inländischen Wertvorstellungen, verstoßen darf.[25]

Muezzinrufe[Bearbeiten]

Von den Minaretten der Rendsburger Centrum-Moschee erklingt fünf mal am Tag der Adhān, der Aufruf zum Gebet

Traditionell ruft ein Muezzin die Muslime der Umgebung fünfmal am Tag von einem Minarett herab zum Gebet auf (Adhān). In Deutschland wird diese Praxis von Ort zu Ort unterschiedlich gehandhabt. Im Jahr 1995 wurde bei der Duisburger Stadtverwaltung von zwei muslimischen Gemeinden eine Genehmigung beantragt, den Gebetsruf einmal in der Woche verstärkt durch eine Lautsprecheranlage zu verkünden. Der Antrag löste eine landesweite Diskussion aus, und insbesondere die Evangelische Kirchengemeinde Duisburg-Laar lehnte, theologisch argumentierend, den öffentlichen Gebetsruf ab.[26] Allerdings durften in anderen Städten Nordrhein-Westfalens zu der Zeit bereits Gebetsrufe durchgeführt werden: Nach einer erfolgreichen Klage im Jahr 1985 war die Dürener Fatih-Moschee die erste in der Bundesrepublik, in der ein Muezzin zum Gebet auffordern konnte.[27] Dies darf dort fünfmal täglich erfolgen;[26] in Siegen dreimal pro Tag,[28] in Bochum einmal täglich und in Bergkamen einmal pro Woche.[26] Auch in Dortmund, Hamm und Oldenburg wurden Anträge für Gebetsrufe von Moscheevereinen ohne Protest der Anwohner genehmigt.[28] Im Jahr 2009 wehrten sich Bürger der Stadt Rendsburg in Schleswig-Holstein gegen die Pläne der dortigen Moschee, Lautsprecher an ihren zwei Minaretten anzubringen. Schließlich wurde 2010 dennoch der Antrag im Rathaus genehmigt, die Gebetsrufe dürfen fünfmal am Tag in der Zeit zwischen 6 und 22 Uhr ertönen; Rendsburg war damit nach Schleswig und Neumünster die dritte Stadt Schleswig-Holsteins, in der dies erlaubt wurde.[29]

Grundsätzlich sind islamische Gebetsrufe in Deutschland durch die Religionsfreiheit geschützt. Sie können aber nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz untersagt werden, wenn die Lautstärke für Nachbarschaft oder Straßenverkehr zu hoch ist.[26]

Halal-Lebensmittel[Bearbeiten]

Halāl-Zertifikat auf einer Wurstpackung

In Deutschland bieten verschiedene Lebensmittelhersteller Produkte an, die halāl sind, also als islamkonform gelten. Das bedeutet, dass die Tiere, deren Stoffe ein bestimmtes Produkt beinhaltet, geschächtet worden sein müssen; darüber hinaus dürfen sie kein Schweinefleisch enthalten. Das deutsch-holländische Unternehmen Mekkafood beispielsweise hat sich auf die Herstellung halāl-zertifizierter Lebensmittel spezialisiert. Andere Hersteller haben solche in ihr Sortiment aufgenommen, so zum Beispiel Wiesenhof, Dr. Oetker, Müller, Nestlé Deutschland, Westfleisch, Nordmilch oder die Supermarktketten Aldi, Edeka und Rewe.[30] Gekennzeichnet bzw. zertifiziert werden diese Produkte mit einem „Halāl-Zeichen“, zuständig für die Zertifizierung ist unter anderem das Europäische Halal Zertifizierungsinstitut (EHZ), das seinen Sitz in der Centrum-Moschee in Hamburg hat.[31]

Islamische Strömungen[Bearbeiten]

74,1 % der deutschen Muslime sind Sunniten; die Aleviten machen 12,7 % aus, die Schiiten 7,1 %, die Ahmadiyya 1,7 %, die Ibaditen 0,3% und die Sufisten 0,1%. Die restlichen 4 Prozent bilden andere muslimische Strömungen.[32]

Ahmadiyya[Bearbeiten]

Teil des 100-Moscheen-Plans: Die 2008 in Berlin-Heinersdorf erbaute Khadija-Moschee der Ahmadiyya-Gemeinde war das erste islamische Gotteshaus auf dem Gebiet der ehemaligen DDR

Die Ahmadiyya, eine ursprünglich aus Indien stammende islamische Glaubensrichtung, die allerdings von vielen anderen Muslimen als unislamisch angesehen wird, hat rund 30.000 Anhänger in Deutschland, die sich auf 220 Gemeinden verteilen.[33] Die beiden Untergruppen Ahmadiyya Muslim Jamaat (AMJ) und Ahmadiyya Anjuman Ischat-i-Islam Lahore (AAIIL, deutsch: Lahore Ahmadiyya-Bewegung für die Verbreitung des Islams) traten in den 1920er Jahren ungefähr zeitgleich missionarisch in Deutschland auf. Am 9. August 1955 gründete die AMJ in Hamburg den Verein Ahmadiyya Bewegung in der Bundesrepublik Deutschland, 1969 wurde der Vereinssitz nach Frankfurt am Main verlegt. Im Jahr 1989 wurde von der Ahmadiyya Muslim Jamaat der 100-Moscheen-Plan ausgerufen, demzufolge in Deutschland 100 Moscheen für die Ahmadiyya entstehen sollen. Im April 2013 hat das Bundesland Hessen die AMJ als Körperschaft öffentlichen Rechts anerkannt; sie ist somit die erste islamische Gemeinde in Deutschland, die der Status einer Körperschaft zugesprochen wird.[34]

Aleviten[Bearbeiten]

Innenansicht eines alevitischen Gebetsraum

Die türkischstämmigen Muslime in Deutschland, die zumeist aus dem Osten der Türkei stammen, gehören teilweise der Religionsgemeinschaft der Aleviten an. Diese von Zentralasien nach Kleinasien (Anatolien) verbreitete Richtung wird ähnlich wie die Ahmadiyya von vielen als nicht islamisch verstanden, die Aleviten selber sehen sich teilweise als Strömung innerhalb der Schia, teilweise als „eigenständige Religionsgemeinschaft aus dem islamischen Kulturraum“, wie es der alevitische Grünen-Politiker Ali Ertan Toprak formulierte.[35] Der Grund für den in Deutschland verhältnismäßig großen prozentualen Anteil der Aleviten bei Muslimen türkischer Herkunft ist, dass viele Einwanderer aus alevitischen Regionen in der Türkei stammten; zudem gab es in den 1980er Jahren eine verstärkte Einwanderungswelle als Asylbewerber, da viele Aleviten vor dem Militärputsch 1980 Oppositionelle waren. Im Jahr 1986 wurde die Alevitische Gemeinde Deutschland (türkisch: Almanya Alevi Birlikleri Federasyonu, AABF) als Dachverband für die alevitischen Gemeinden gegründet, von denen mittlerweile 111 existieren.[35] Der eingangs zitierte Toprak, der Generalsekretär der AABF war, betonte die weltliche Ausrichtung des alevitischen Glaubens; so gelte für die Aleviten nicht die Scharia, auch das tägliche fünfmalige Gebet sei nicht relevant.[35] Darüber hinaus besuchen Aleviten keine Moscheen; sie verrichten ihre Gebete in einem Cem-Haus, wo auch allgemeine Gemeindeversammlungen abgehalten werden. Den Vorstand einer Gemeinde stellt diesbezüglich auch kein Imam dar, sondern ein Dede.

Salafismus[Bearbeiten]

Hauptartikel: Salafismus in Deutschland
Pierre Vogel bei einer Kundgebung in Koblenz 2011; im Vordergrund Gegendemonstranten

Die Anhänger der Salafiyya stellen innerhalb der muslimischen Gemeinde eine kleine Minderheit dar, dennoch finden sie besonders unter jüngeren deutschen Muslimen Zuspruch, was unter anderem auf deren starke Internetpräsenz zurückzuführen ist.[36]

Eine besondere Rolle nimmt dabei der deutsche Konvertit Pierre Vogel (Abu Hamza) ein; auch der radikalislamische Verein Einladung zum Paradies (EZP), mit dem Vogel in Verbindung gebracht wurde, war bis zu seiner Auflösung 2011 fester Bestandteil der Szene. Vogel erlangte Bekanntheit durch landesweite Vortragsreisen sowie zahlreiche im Internet veröffentlichte Videos, in denen er eine dem Salafismus entsprechende strenge Ausrichtung des Islams predigt, und gilt nach Einschätzung von Sicherheitsbehörden als die einflussreichste Person der deutschen Konvertitenszene.[37] Die rigiden Richtlinien machen diese spezielle islamische Strömung für viele Jugendliche attraktiv, da sie Sicherheit, Zugehörigkeitsgefühl und ein klar strukturiertes Weltbild gibt. Aufgrund seiner Ansichten, wie der religiösen Legitimation der Todesstrafe durch Steinigung[38] und des Vorzugs der Scharia vor dem Grundgesetz,[39] sowie seiner äußerst intensiven, teilweise öffentlichen Missionierungsarbeit[40] werden Vogel und seine Anhänger von vielen Seiten stark kritisiert; zudem wurden Mitglieder der EZP vom Verfassungsschutz beobachtet.[41] Die öffentliche Ausübung des Gebets durch rund 300 Salafisten des EZP auf einem Marktplatz im Mönchengladbacher Stadtteil Eicken rief 2010 unter der Bevölkerung starken Protest hervor.[42] Im Jahr 2012 machte der salafistische Kölner Prediger Ibrahim Abou-Nagie mit einer Missionierungskampagne auf sich aufmerksam, bei der in mehreren deutschen Großstädten kostenlose Koran-Ausgaben verteilt wurden.[43]

Im Juni 2012 erließ der Bundesminister des Innern Hans-Peter Friedrich ein Verbot gegen das islamistische Netzwerk Millatu Ibrahim. Zuvor fanden Razzien in sieben Bundesländern statt, bei denen die Polizei Objekte neosalafistischer Gruppen durchsuchte. Gegen zwei weitere Gruppierungen, Dawa FFM und Die Wahre Religion, wurden Ermittlungsverfahren eingeleitet.[44][45]

Schiiten[Bearbeiten]

Die schiitische Imam-Ali-Moschee in Hamburg

Das Schiitentum bzw. die Schia ist die zweitgrößte Glaubensrichtung innerhalb des Islam (weltweit 10 % Schiiten gegenüber 90 % Sunniten). Die Entstehung dieser Konfession geht auf ʿAlī ibn Abī Tālib zurück, einen Schwiegersohn und Vetter des Propheten Mohammed; ʿAlī soll von Mohammed als dessen Nachfolger designiert worden und nach schiitischer Auslegung somit der einzig rechtmäßige Nachfolger Mohammeds sein - die Schiiten sehen ihn als ihren ersten Imam an. Die in Deutschland lebenden Schiiten stammen zumeist aus dem Iran, die im Zuge der Islamischen Revolution und des Iran-Irak-Kriegs in den 1980er Jahren vermehrt einwanderten; andere Herkunftsländer sind der Irak, Afghanistan und Libanon. Mittelpunkt des schiitischen Islam in Deutschland ist das Islamische Zentrum Hamburg (IZH) mit der dazugehörigen Imam-Ali-Moschee. Leiter des IZH ist derzeit Ajatollah Dr. Reza Ramezani; das IZH ist direkt dem Obersten Rechtsgelehrten der Islamischen Republik Iran unterstellt.

Sufismus[Bearbeiten]

Sheikh Esref Efendi, spiritueller Führer und Leiter des Sufi-Zentrums Berlin

Als Sufismus werden mystische Strömungen im Islam bezeichnet, deren Traditionen teilweise bereits vor dem Auftreten des Islam entstanden. Seit dem 12. Jahrhundert organisierten sich diese Strömungen in Sufi-Orden. Erste Sufi-Gemeinschaften in Deutschland wurden in den 1920er Jahren gegründet, größtenteils jedoch erst in den 1970ern.[46] Der Sufi-Orden, dem die meisten deutschen Muslime angehören, ist die Naqshbandiyya, welcher nach den Lehren Scheichs Nazim al-Haqqani arbeitet.

Derzeit aktive sufistische Organisationen sind beispielsweise das Sufi-Zentrum in Berlin-Neukölln, der Haqqani Trust – Verein für neue deutsche Muslime in Mönchengladbach und die Tarriqa-as-safinah um Schech Bashir Ahmad Dultz.

Konversion zum Islam[Bearbeiten]

Über die Zahl der Menschen, die in Deutschland zum Islam konvertieren, gibt es keine regelmäßig erhobenen Angaben. Aus einer vom Bundesinnenministerium geförderten und vom Islam-Archiv in Soest durchgeführten Studie Mitte der 2000er Jahre wurde scheinbar ersichtlich, dass es 2004/05 1152 Konvertiten gab, zwischen August 2005 und Juli 2006 vervierfachte sich die Zahl demnach schließlich auf rund 4000 – so hoch wie seit 1920 nicht mehr: In den Jahren vor den Anschlägen vom 11. September 2001 waren es nach Angaben des Islam-Archivs nur 250 bis 300.[47] Diese vom Islam-Archiv erhobenen Zahlen seien allerdings nach Ansicht einiger Muslime und Islamwissenschaftler nicht repräsentativ und nicht stichhaltig; Vertreter von DITIB und Milli Görüş haben nach eigenen Aussagen nicht mit dem Islam-Archiv zusammen gearbeitet. Der Leiter des Archivs, Muhammad Salim Abdullah, sprach hingegen von einer „Vollerhebung bei allen islamischen Verbänden sowie ausgewählten Moscheen“. Allerdings zweifeln auch ehemalige Mitarbeiter des Islam-Archivs an der Aussagekraft der Studie.[48]

Die Gründe für einen Übertritt seien nach der Religionspädagogin Monika Wohlrab-Sahr vielschichtig: Während früher größtenteils Frauen den Glauben annahmen, die einen Muslim geheiratet haben, konvertieren nun Menschen vermehrt aus „freien Stücken“. Dabei handelt es sich sowohl um Christen, die an ihrer Konfession zu zweifeln begannen, als auch um Menschen, die sich durch das „Andersartige“ von der Masse abheben wollen.[49]

Konvertierte Deutsche wurden dabei unter anderem recht kritisch betrachtet, da einige von ihnen dazu neigen, sich radikale Ansichten anzueignen, also zum Islamismus tendieren. Nach einer Analyse des Bundeskriminalamtes von 2010 stuften deutsche Polizeibehörden elf Konvertiten als „Gefährder“ sowie 26 als „relevante Personen“ ein. Sie stehen unter Verdacht, islamistisch motivierte Terroranschläge zu planen.[50]

Laut der Anthropologin Esra Özyürek[51] nehmen deutsche Konvertiten eine wichtige Brückenfunktion ein: Sie seien Vermittler zwischen den muslimischen Migranten und nicht-muslimischen Deutschen. Durch ihre Arbeit in ihren muslimischen Gemeinden seien sie ein Gewinn für die Integration, so geben sie dort Deutschunterricht und hinterfragen patriarchalische Strukturen. Die wenigsten Konvertiten würden radikal werden.[52]

Muslime in der Politik[Bearbeiten]

Cem Özdemir, erster muslimischer Vorsitzender einer im deutschen Bundestag vertretenen Partei

In den 1990er Jahren gab es die ersten Bundestagsabgeordneten mit muslimischem Hintergrund; zu den Ersten unter ihnen gehörten Ekin Deligöz, Memet Kılıç, Cem Özdemir (Bündnis 90/Die Grünen), Lale Akgün, Hakki Keskin, Aydan Özoğuz (SPD), Sevim Dağdelen, Hüseyin Kenan Aydın (Die Linke) und Serkan Tören (FDP).

Im November 2008 wählten Bündnis 90/Die Grünen den türkischstämmigen Politiker Cem Özdemir zu ihrem Parteivorsitzenden. Er ist in Deutschland der erste Muslim in einer solchen Position. Özdemir bezeichnete sich im Jahr 2008 in einem in englischer Sprache geführten Interview als „säkularen Muslim“ (englischer Originaltext: „secular Muslim“).[53]

Der damalige niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) berief im April 2010 mit Aygül Özkan erstmals eine Muslima als Ministerin in ein Landesministerium, nämlich das Ministerium für Soziales, Frauen, Familie, Gesundheit und Integration. Innerhalb der CDU gibt es außerdem seit 1997 das Deutsch-Türkische Forum. Derzeitiger Vorsitzender ist Bülent Arslan. In Nordrhein-Westfalen war Zülfiye Kaykin (SPD) von 2010 bis 2013 Staatssekretärin für Integration. [54]

Bilkay Öney ist seit Mai 2011 in Baden-Württemberg im Kabinett Kretschmann Landesministerin für Integration.

Islamkritik in Deutschland[Bearbeiten]

Zahlreiche deutsche Autoren, auch solche mit muslimischem Hintergrund und muslimischen Glaubens, vertreten eine kritische Haltung gegenüber dem Islam. So wendet sich Necla Kelek gegen die Unterdrückung der Frauen in der muslimischen Gesellschaft bzw. das muslimische Geschlechterbild. Eine ähnliche Meinung vertrat Seyran Ateş, die gegen Zwangsheiraten und sogenannte Ehrenmorde kämpfte, die im muslimischen Milieu in Deutschland bekannt wurden.[55] Ateş zog sich 2009 nach mehreren Morddrohungen aus der Öffentlichkeit zurück. Die vormalige Bundestagsabgeordnete Lale Akgün kritisiert die „unheilvolle Islamisierung zu vieler Lebensbereiche, in denen Religion nichts zu suchen hat“, gleichzeitig würden die großen Islamverbände ausschließlich konservative Positionen vertreten – deren Akteure seien „in ihrem Denken oft im Mittelalter verhaftet“.[56] Der aus Ägypten stammende Politikwissenschaftler Hamed Abdel-Samad fordert einen „Islam Light“ und wendet sich gegen die Praktizierung der Scharia, Geschlechtertrennung und Missionierung. Auch Abdel-Samad erhielt für seine Thesen Morddrohungen und stand zeitweise unter Polizeischutz.[57]

Der deutsch-israelische Autor Henryk M. Broder warnte vor einer Appeasement-Politik gegenüber dem radikalen Islam. Die Frauenrechtlerin Alice Schwarzer bezeichnete das muslimische Kopftuch als „Flagge der islamistischen Kreuzzügler“, es sei kein religiöses, sondern ein politisches Symbol. Der ehemalige Berliner Finanzsenator und Autor Thilo Sarrazin macht die Kultur des Islam verantwortlich für eine vorgeblich schlechte Integration türkisch- und arabischstämmiger Migranten in die deutsche Gesellschaft. Der Publizist Udo Ulfkotte polemisiert in seinen Büchern von einer Islamisierung Europas durch ein seiner Ansicht nach drohendes „Eurabien“ und gründete 2007 die antiislamische Bürgerbewegung Pax Europa.

Im Jahr 2007 wurde in Deutschland der Zentralrat der Ex-Muslime gegründet, der die fehlende Religions- und Meinungsfreiheit im islamischen Rechtssystem kritisiert und auf säkularen Humanismus von vormals muslimischen Apostaten aufmerksam machen will. [58]

Kontroversen[Bearbeiten]

Kopftuchdebatte[Bearbeiten]

Hauptartikel: Kopftuchstreit

Das Tragen eines Kopftuches bzw. Verschleierung durch muslimische Frauen in der Öffentlichkeit löste immer wieder Diskussionen aus. Die religiös motivierte Bedeckung der Haare empfinden viele Deutsche als fremdartig und abgrenzend, vor allem aber auch als Symbol der Unterdrückung der Frau. Besonders kopftuchtragende Frauen in Bildungseinrichtungen und öffentlichen Ämtern sind dabei ein Streitthema. In zahlreichen Bundesländern Deutschlands ist für Lehrerinnen (auch anderer Religionen) das Tragen des Kopftuchs mit religiösem Hintergrund verboten.

Siehe auch: Kopftuchurteil

Moscheebau[Bearbeiten]

Anti-Moschee-Demonstration der als verfassungsfeindlich eingestuften Bürgerbewegung pro Köln (2008)

Der Bau von Moscheen in Deutschland stieß wiederholt auf Protest in Teilen der Bevölkerung. So formierten sich in Dortmund, Aachen und Meschede Bürgerinitiativen, die sich gegen den Bau eines islamischen Gotteshauses in ihren Ortschaften richteten. Von den Gegnern werden häufig Bedenken bezüglich der Architektur ins Feld geführt. In Mönchengladbach und Köln-Ehrenfeld war beispielsweise die Höhe der Minarette Stein des Anstoßes.[59] Bei den Protesten klangen jedoch ebenso häufig fremdenfeindliche Töne mit, wie etwa bei den Protesten gegen die Ostberliner Moschee in Berlin-Heinersdorf. Gegen deren Errichtung im Jahr 2008 durch die Ahmadiyya gab es bereits im Vorfeld massiven Widerstand mit Unterschriftensammlungen und es kam zu der Gründung eines eigenen Vereins, der sich gegen die Errichtung stellt.[60] Im Zuge des Baus der DITIB-Zentralmoschee Köln tat sich beim Protest besonders die Bürgerinitiative Pro Köln hervor, auch sie sammelte Unterschriften, veranstaltete Mahnwachen und Protestzüge und organisierte einen so genannten „Anti-Islamisierungskongress“.

Islamfeindlichkeit[Bearbeiten]

Hauptartikel: Islamfeindlichkeit

Der Mord an der Muslimin Marwa El-Sherbini in Dresden im Jahr 2009 wurde von einigen Muslimen als ein krasser Ausdruck einer allgemeinen Islamfeindlichkeit in Deutschland angesehen; bei anschließenden Protesten machten Muslime auf Diskriminierungen ihnen gegenüber aufmerksam.[61][62] Ihr Mörder, ein arbeitsloser Russlanddeutscher, beschimpfte sie als Islamistin und erstach sie bei einer späteren Verhandlung im Gerichtssaal.

Seit den 2000er Jahren kommt es in Deutschland vermehrt zu Brandanschlägen auf Moscheen. Betroffen waren unter anderem eine Moschee in Wolfenbüttel (2002),[63] die Fatih-Moschee in Sinsheim (2004),[64] eine Moschee der Ahmadiyya in Usingen (2004),[65] die Fatih-Moschee in Stadtallendorf (2009),[66] in Berlin allein im zweiten Halbjahr 2010 die Al-Nur-Moschee sowie viermal die Sehitlik-Moschee,[67] im Januar 2011 dort die kaum genutzte Wilmersdorfer Moschee der Lahore-Ahmadiyya;[68] einen versuchten Anschlag gab es in Korbach (2010).[69] Bei einem Brand in der Berliner Mevlana-Moschee 2014 wird ebenfalls ein Anschlag vermutet.[70], im selben Jahr gab es in Bielefeld ebenfalls Brandanschläge auf zwei Moscheen.[71] Die Angriffe waren dabei oftmals rechtsextrem motiviert. Bislang kam es nur zu Sachschäden.

Eine Befragung aus dem Jahr 2005 im Rahmen des Langzeitprojektes „Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit“ (GMF) ergab, dass 24 % der deutschen Bevölkerung der Meinung sind, dass Muslimen die Zuwanderung nach Deutschland untersagt werden sollte, 34 % fühlten sich durch Muslime wie Fremde im eigenen Land.[72]

Kleinparteien wie die 2005 in Köln gegründete Bürgerbewegung pro Deutschland und die 2010 in Berlin gegründete Partei Die Freiheit und Blogs wie Politically Incorrect werden von Medien und Politikwissenschaftlern als Hinweis auf eine in Teilen der deutschen Bevölkerung manifeste Islamfeindlichkeit eingeordnet.[73][74][75]

Antisemitismus[Bearbeiten]

Seit Beginn der zweiten Intifada im Herbst 2000 zeigte sich, dass antisemitische Stereotype und Propaganda unter arabischstämmigen, nordafrikanischen und türkischen Migranten virulent sind. Diese richten sich insbesondere in einer antizionistischen Variante gegen Israel, aber auch gegen Juden an sich. Vor dem Hintergrund der Anschläge des 11. September und des Kriegs gegen den Terror haben sich diese antizionistischen Motive mit antiamerikanischen verbunden. In Deutschland sind es vor allem Teile der türkisch-muslimischen männlichen Jugendlichen, bei denen eine Solidarisierung im Sinne einer Verbrüderung der Muslime mit den Palästinensern erfolgte, die ausschließlich als Opfer wahrgenommen werden. Ein Beispiel für die Gefahr einer Radikalisierung ist der auf der Buchmesse der türkisch-islamistischen Organisation Millî Görüş gezeigte antisemitische Film Zahras blaue Augen. Ein anderes Beispiel ist der vor allem bei türkischstämmigen Jugendlichen in Deutschland auf große Begeisterung gestoßene Film Tal der Wölfe. Auf der Buchmesse konnten auch antisemitische Schriften wie Die Protokolle der Weisen von Zion, Der internationale Jude und Werke von Harun Yahya frei erworben werden. Weitere Verbreitungsmedien sind Radio und Internet.[76]

Nach einer Studie im Auftrag des Bundesinnenministeriums aus dem Jahr 2007 tendieren muslimische Jugendliche überdurchschnittlich stark zu antisemitischen Vorurteilen. Eine Rolle spielen dabei auch türkische und arabische Fernsehsender, deren Programme per Satellit auch in Deutschland empfangbar sind und die antisemitische Ressentiments verbreiten. In der Vergangenheit wurden in Deutschland bereits Metin KaplansKalifatstaat“ (2001), die panislamische Hizb ut-Tahrir (2003) sowie 2006 der Verlag der türkischen Zeitung Anadoluda Vakit unter anderem auch wegen antijüdischer Hetze verboten. Die türkische und die palästinensische Gemeinde in Berlin warnten jedoch davor, derartige Vorfälle hochzuspielen und stattdessen vom eigentlichen Problem des Rechtsextremismus abzulenken. Laut Stephan Kramer, Generalsekretär des Zentralrats der Juden, ist die Gewaltbereitschaft im muslimischen Lager vergleichbar mit der im rechtsextremen Lager.[77]

Verwandtenheirat[Bearbeiten]

In islamischen Kulturkreisen ist eine Ehe zwischen entfernteren Blutsverwandten, also beispielsweise zwischen Cousin und Cousine, stark verbreitet. Diese Sitte wurde vielfach von den muslimischen Migranten beibehalten bzw. kommt in Deutschland durch die begrenzte Auswahl heiratsfähiger Muslime gleicher ethnischer Herkunft verhältnismäßig häufiger vor. So ist nach einer Studie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) etwa jede vierte türkischstämmige Frau in Deutschland mit einem Verwandten verheiratet.[78] Ehen zwischen Verwandten sind im Koran oft beschrieben und prägen die zeitgenössischen Darstellungen Mohammeds.[79]

siehe auch: Verwandtenheirat im Islam

Beschneidung von Jungen[Bearbeiten]

Die religiös motivierte Beschneidung der Penisvorhaut (Tahāra) von Männern ist Bestandteil in der islamischen Tradition und wird traditionell vom Sünnetci durchgeführt.[80] Die Beschneidung (medizinischer Fachbegriff: Zirkumzision) wird zunehmend von Ärzten durchgeführt; sie impliziert durchaus Risiken (Näheres hier).

Ein Urteil am Landgericht Köln vom 7. Mai 2012 sieht in der Beschneidung der Penisvorhaut eines minderjährigen Jungen eine strafbare Körperverletzung, auch wenn die Einwilligung der Eltern religiös motiviert ist.[81]

Hauptartikel: Zirkumzision#Deutschland

Der Zentralrat der Muslime in Deutschland (ZMD) kritisierte dieses Urteil als einen eklatanten und unzulässigen Eingriff in das Selbstbestimmungsrecht der Religionsgemeinschaften und in das Elternrecht;[82] auch einige Repräsentanten jüdischer Organisationen äußerten sich dergestalt.[83] Der Deutsche Ethikrat tagte 2012 zu dem Thema; er empfahl, rechtliche Standards für eine Beschneidung minderjähriger Jungen aus religiösen oder weltanschaulichen Gründen zu etablieren, mit Mindestanforderungen (z.B. umfassende Aufklärung und Einwilligung der Sorgeberechtigten, qualifizierte Schmerzbehandlung, fachgerechte Durchführung des Eingriffs); zudem empfahl er, ein entwicklungsabhängiges Vetorecht des betroffenen Jungen anzuerkennen.[84] Der Bundestag beschloss am 12. Dezember 2012 in einem Gesetz, dass Beschneidungen von Jungen grundsätzlich zulässig sind. Vertreter der Deutschen Kinderhilfe, des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte und von Terre des Femmes appellierten zuvor im September 2012 an Bundesregierung und Bundestag, rituelle Beschneidungen von Jungen nicht vorschnell per Gesetz zu erlauben und forderten ein zweijähriges Moratorium und die Einrichtung eines Runden Tisches, um das Thema Beschneidung in Deutschland wissenschaftlich fundiert zu diskutieren. Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte bekräftigte noch einmal seine ablehnende Haltung zur Beschneidung aus religiösen Gründen. Gleichzeitig wurde die Forderung nach einem Moratorium in einer Petition an den Bundestag eingereicht.[85]

Islamismus und Dschihadismus[Bearbeiten]

Laut Verfassungsschutz hat sich ca. ein Prozent der in Deutschland lebenden Muslime islamistischen, d. h. islam-politischen Organisationen mit radikalen Ansichten angeschlossen. Das entspricht ca. 34.720 Personen, die im Jahre 2008 Anhänger islamistischer Gruppierungen waren.[86] Deutschland gilt vor allem als Ruheraum für potenzielle islamische Terroristen; so lebten bspw. die mutmaßlichen Attentäter des 11. September 2001 (Mohammed Atta, Marwan Alshehhi – „Hamburger Zelle“) einige Zeit in der Bundesrepublik.

Deutsche Dschihadisten, also militante Islamisten, suchen oft Anschluss an international agierende Gruppierungen wie die Islamische Dschihad-Union (die bis 2007 bestehende Sauerland-Gruppe bspw. war eine Zelle der IDU) oder reisen in das Ausland, um direkt an Konflikten teilzunehmen (wie die Deutschen Taliban-Mudschahidin in Afghanistan/Pakistan).

Unter den radikalisierten Muslimen befinden sich vermehrt deutsche Konvertiten (man spricht vom so genannten „Homegrown-Terrorismus“). Die vom radikalen Islamismus ideologisierten Personen rekrutieren sich oftmals selbst über das Internet, wie der Fall des Kosovaren Arid Uka zeigt, der zwei US-Soldaten im März 2011 am Frankfurter Flughafen erschoss, um sie an der Einreise nach Afghanistan zu hindern.

Islamistische Anlaufstellen waren in der Vergangenheit das 2005 verbotene Multikulturhaus in Neu-Ulm sowie das in der Nachbarstadt Ulm beheimatete Islamische Informationszentrum (IIZ), das sich 2007 auflöste.

2011 wurde durch Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich die Initiative Sicherheitspartnerschaft - Gemeinsam mit Muslimen für Sicherheit eingeleitet. Aufgabe der Initiative soll es sein, einer Radikalisierung einzelner junger deutscher Muslime entgegenzusteuern.[87]

Ergebnisse demoskopischer Umfragen zur Wahrnehmung des Islam und der Muslime in Deutschland[Bearbeiten]

Einer im Auftrag der Universität Leipzig im April 2010 vom Meinungsforschungsinstitut USUMA durchgeführten repräsentativen Umfrage zufolge wollen etwa 58 % der Deutschen „die Religionsausübung für Muslime erheblich einschränken“; in Ostdeutschland etwa 76 %. 55 % können es gut verstehen, „dass manchen Leuten Araber unangenehm sind“. Die Autoren einer Publikation der Friedrich-Ebert-Stiftung, die die Umfrage analysierten, sehen in dem Schaffen von Feindbildern durch Rechtspopulisten in Krisenzeiten eine Teilerklärung für diese Auffassungen.[88][89]

Einer im Sommer 2010 von TNS Emnid durchgeführten repräsentativen Umfrage der Universität Münster zufolge haben 58 % der Westdeutschen und 62 % der Ostdeutschen eine negative Haltung gegenüber Muslimen. 34 % denken positiv über den Islam.[90][91]

Laut einer im Dezember 2010 im Auftrag der Zeitung Le Monde durchgeführten repräsentativen Umfrage durch das französische Meinungsforschungsinstitut IFOP sehen etwa 40 % der Menschen in Deutschland im Islam eine Gefahr für ihre nationale Identität (dasselbe Ergebnis wurde für Frankreich ermittelt). Drei Viertel der Deutschen (und zwei Drittel der Franzosen) finden zudem, Muslime seien nicht gut integriert. 67 % der repräsentativ befragten Deutschen nannten eine Verweigerungshaltung der Muslime als wichtigsten Grund für die Integrationsprobleme. An zweiter und dritter Stelle der angegebenen Gründe für die Integrationsprobleme stehen zu große kulturelle Unterschiede (34 %) und Ghettoisierung (32 %).[92][93]

Sonstiges[Bearbeiten]

Islamische Zeitung[Bearbeiten]

Die Islamische Zeitung wurde 1995 in Weimar von dem Konvertiten Andreas Abu Bakr Rieger ins Leben gerufen. Sie wird der Murabitun-Bewegung zugeordnet und sieht sich als unabhängiges muslimisches Medium, das sich an Muslime wie Nicht-Muslime richtet. Sie hat nach eigenen Angaben eine Auflage von 6000 bis 8000 Stück (Stand: 2008).

Styleislam[Bearbeiten]

Im Jahr 2008 gründete Melih Kesmen das Modelabel Styleislam, das in erster Linie moderne Streetwear mit religiösen Designs entwirft. Teilweise sind dies einfache Motive mit Bezug auf Mekka oder den Ramadan, teilweise Slogans wie „I love my Prophet“, „Ummah – be part of it“ oder „Salah keeps together“. Darüber hinaus werden unter anderem Taschen, Buttons, Poster oder auch Strampelanzüge für Babys angeboten. Zum Sortiment gehören auch die „Q-Bla-Bags“ – Taschen, an denen echte Gebetsteppiche mit Klettverschlüssen befestigt sind; „Q-Bla“ steht für Qibla, die Gebetsrichtung nach Mekka. Obwohl das Label in Deutschland gegründet wurde und seinen Sitz in Witten (Nordrhein-Westfalen) hat,[94] entstanden die ersten eigenen Läden in muslimischen Ländern, namentlich in den Städten Istanbul, Riad und Medina.[95]

Zitate[Bearbeiten]

„Der Islam ist Teil Deutschlands und Teil Europas, er ist Teil unserer Gegenwart und er ist Teil unserer Zukunft. Muslime sind in Deutschland willkommen. Sie sollen ihre Talente entfalten und sie sollen unser Land mit weiter voranbringen.“

Wolfgang Schäuble: aus der Regierungserklärung zur Deutschen Islamkonferenz, 28. September 2006[96]

„Das Christentum gehört zweifelsfrei zu Deutschland. Das Judentum gehört zweifelsfrei zu Deutschland. Das ist unsere christlich-jüdische Geschichte. Aber der Islam gehört inzwischen auch zu Deutschland. Vor fast 200 Jahren hat es Johann Wolfgang von Goethe in seinem West-östlichen Divan zum Ausdruck gebracht: ‚Wer sich selbst und andere kennt, wird auch hier erkennen: Orient und Okzident sind nicht mehr zu trennen.‘“

Christian Wulff: Rede zum 20. Jahrestag der Deutschen Einheit[97]

„Der Islam ist nicht Teil unserer Tradition und Identität in Deutschland und gehört somit nicht zu Deutschland.“

Volker Kauder: aus der Passauer Neue Presse vom 19. April 2012[98]

„Ich hätte einfach gesagt, die Muslime, die hier leben, gehören zu Deutschland.“

Joachim Gauck: Interview mit Die Zeit am 31. Mai 2012 in Bezug auf Wulffs Meinung, der Islam gehöre inzwischen auch zu Deutschland.[99]

Siehe auch[Bearbeiten]

Mit Kalligraphien verzierter Gebetsraum der Selimiye-Moschee in Lünen

Literatur[Bearbeiten]

  • Katherine P. Ewing: Between Cinema and Social Work: Diasporic Turkish Women and the (Dis)Pleasures of Hybridity., Cultural Anthropology, 21, Nr. 2, 2006, S. 265–294. doi:10.1525/can.2006.21.2.265
  • Sonja Haug, Stephanie Müssig, Anja Stichs: Muslimisches Leben in Deutschland. Im Auftrag der Deutschen Islam Konferenz, Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Hrsg.), Nürnberg 2009, ISBN 978-3-9812115-1-1
  • Wilhelm Heitmeyer, Joachim Müller, Helmut Schröder: Verlockender Fundamentalismus: Türkische Jugendliche in Deutschland, Suhrkamp, Frankfurt 1997, ISBN 978-3-518-11767-5
  • Gerdien Jonker: Eine Wellenlänge zu Gott: der “Verband der Islamischen Kulturzentren” in Europa, Transcript, Bielefeld 2002, ISBN 978-3-933127-99-0
  • Stefan Meining: Eine Moschee in Deutschland. Nazis, Geheimdienste und der Aufstieg des politischen Islam im Westen, Verlag C. H. Beck, München 2011 ISBN 978-3-406-61411-8
  • Werner Schiffauer: Die Gottesmänner: Türkische Islamisten in Deutschland, Suhrkamp, Frankfurt am Main 2000, ISBN 978-3-518-39577-6
  • Bassam Tibi: Der Islam und Deutschland. Muslime in Deutschland. Deutsche Verlagsanstalt, Stuttgart / München 2000, ISBN 3-421-05385-5
  • Michael Klöcker, Udo Tworuschka: Handbuch der Religionen. Kirchen und andere Glaubensgemeinschaften in Deutschland, München 1997ff., jährlich 4 Ergänzungslieferungen, z.Zt. EL 31 (April 2012) mit Grundlageartikel "Islam in Deutschland" und aktuellen Fachbeiträgen über Islam
  • Monika Wohlrab-Sahr: Konversion zum Islam in Deutschland und den USA, Campus Verlag, Frankfurt am Main / New York 1999, ISBN 3-593-36316-X
  • Faruk Şen, Hayrettin Aydin: Islam in Deutschland, C.H. Beck Verlag, ISBN 978-3406476068
  • Muhammad Salim Abdullah: Geschichte des Islams in Deutschland. Verlag Styria, Graz-Wien-Köln 1981, ISBN 3-222-11352-1
  • Ludwig Schleßmann: Sufismus in Deutschland. Deutsche auf dem Weg des mystischen Islam, Böhlau Verlag, ISBN 978-3412115036
  • Cemil Sahinöz: Der deutsche Islam, Bod: 2011, ISBN 978-3842356368
  • Muhammad Sameer Murtaza: Muslime in Deutschland von 1683 bis 1945 - Eine Prise Geschichte. In: Muslim 2: 8-10.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Islam in Deutschland – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikinews: Islam in Deutschland – in den Nachrichten

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e Zahl der Muslime in Deutschland
  2. Hartmut Bobzin: Der Koran – Eine Einführung. Verlag C.H. Beck, S. 105, 107.
  3. Aydin Şen: Islam in Deutschland. S. 13 u.14.
  4. a b Demographie – unbekannte Größe.
  5. Bundesamt für Migration und Flüchtlinge: Muslimisches Leben in Deutschland vom 25. Juni 2009
  6. www.zensus2011.de
  7. Islam in Deutschland – noch lange nicht deutsch. In: Welt Online, 9. Oktober 2010.
  8. Islam und muslimisches Leben in Deutschland (Version vom 10. November 2010 im Internet Archive)
  9. Muslime für die Homoehe taz.de, 24. August 2011
  10. a b Erste Stunde: Islam. In: Süddeutsche.de, 18. August 2008.
  11. Dr. phil. Dirk Chr. Siedler: Islamunterricht an deutschen Schulen: erste Erfahrungen im nordrhein-westfälischen Schulversuch. Vortrag in Leipzig am 21. November 2002.
  12. Islamunterricht: Keine Distanz zur eigenen Religion. In: Der Tagesspiegel, 29. April 2008.
  13. Niedersachsen plant regulären Islamunterricht ab 2012. In: Zeit Online, 15. September 2010.
  14. Deutsche Universitäten sollen Imame ausbilden Süddeutsche.de, 30. Januar 2010
  15. Imame als Studenten in Deutschland. In: tagesschau.de.
  16. Bund fördert Islam-Studiengänge in Tübingen, Münster und Osnabrück. In: Zeit Online, 14. Oktober 2010.
  17. Erstes Zentrum für Islamische Theologie eingeweiht Zeit online, 17. Januar 2012
  18. Der 1. seiner Art Zeit online, 30. Dezember 2011
  19. Imam-Ausbildung in Deutschland: Integrationsbeitrag oder Wunschdenken? In: n-tv.de, 14. Oktober 2010.
  20. Islam-Feiertage für alle Kinder höchst umstritten. In: Welt Online, 13. Oktober 2009
  21. Zentralrat der Juden für islamischen Feiertag.
  22. Islamischer Festtag: Ströbele bleibt in Feierlaune.
  23. a b In Deutschland wenden wir jeden Tag die Scharia an – Interview mit der Frankfurter Rundschau Bundeszentrale für politische Bildung
  24. Wenn um Zweitfrauen und Morgengabe gestritten wird. In: Stern.de, 9. Oktober 2010
  25. Der Koran im Gerichtssaal. In: Der Westen.
  26. a b c d Thomas Lemmen: Islamische Religionsausübung in Deutschland. In: Friedrich-Ebert-Stiftung – Digitale Bibliothek.
  27. Islamischer Gebetsruf (ohne Duisburg) Christlich-Islamische Gesellschaft e.V.
  28. a b Gesungener Toleranztest: Wenn der Muezzin täglich zum Gebet ruft. In: Welt Online.
  29. Fünfmal am Tag darf der Muezzin in Rendsburg rufen. In: Abendblatt.
  30. Die Würstchen des Propheten Welt Online, 18. Oktober 2009
  31. Was Muslime essen – mit Stempel aus Hamburg. In: Hamburger Abendblatt, 4. Mai 2007.
  32. Around 4 million Muslims in Germany, vom 30. Juni 2008, abgerufen am 9. April 2014
  33. Die Geschichte der Ahmadiyya Muslim Jamaat in Deutschland Hamburger Abendblatt, 1. September 2010
  34. Hessen stellt Moscheeverband auf eine Stufe mit Kirchen Süddeutsche Zeitung, 12. Juni 2013
  35. a b c Zwischen allen Stühlen Welt Online, 13. Juli 2007
  36. Glossar: Salafismus Bundeszentrale für politische Bildung unter Berufung auf Redaktion ufuq.de
  37. „Ick bin ein Muslim jeworden“
  38. „[…] also ist das richtig, was Allah befiehlt. Jetzt gehen wir auf die Geschichte: wenn Allah befiehlt, dass ein verheirateter Ehebrecher und eine Ehebrecherin gesteinigt werden – was ist dann? Dann ist das richtig, dass derjenige, der diesen Befehl bekommen hat, wie der Prophet Mohammed (sas), dass er das macht. Und wenn er es nicht macht, dann ist er Gott ungehorsam."
    „[…] eine Frau kommt zum Propheten (sas), und zeigt sich selber an, und sagt, dass sie Unzucht begangen hat, und dass sie verheiratet war. Was macht der Prophet (sas)? Er schickt sie erstmal weg. […] Aber als sie wiedergekommen ist und zeigt sich wieder an, was ist dann? Er muss den Befehl Allahs durchführen, egal ob der Befehl Allahs auf den ersten Blick brutal wirkt. Weil das ist das Gesetz Allahs […] Dann, was hat der Prophet (sas) gesagt? Er hat darauf hingedeutet, dass diese Strafe dazu geführt hat, dass dieser Frau vergeben wurde, und dass sie ins Paradies kommen würde, wird. […] Das heißt, diese Strafe ist nicht dazu da, um die Frau zu erniederigen, sondern ist dazu da, um die Frau […] von der Sünde zu reinigen."
    – Pierre Vogel in einer Rede zum Thema Steinigung im Islam und in der Bibel. Quelle: "MuslimTube"
  39. „Ich schlage vor, lassen Sie uns doch einfach mal, Frau Merkel, ein Jahr, für die muslimischen Jugendlichen, zum Beispiel in Neukölln von den ganzen Gangs und so, die Scharia einführen. Das heißt, für Ehrenmord gibt’s die Todsstrafe, für Klauen, Raub, gibt’s die Hand ab; und dann wollen wir mal kucken, wie sich das Ganze nach einem Jahr dort entwickelt.“
    „[…] mit dem Grundgesetz, ob ich mich damit identifiziere? Nein. Ich identifiziere mich mit dem Koran, mit dem Islam.“
    – Pierre Vogel während und nach einer Rede auf dem Marktplatz im Mönchengladbacher Stadtteil Eicken. Quelle: Spiegel TV
  40. Kirche äußert sich zum Salafismus. In: RP Online, 12. November 2010.
  41. Einladung in gefährliches Paradies. Sven Lau verkündet EZP-Auflösung In: RP-online.
  42. Salafisten: Demos in Gladbach. In: RP-Online, 10. September 2010.
  43. Verfassungsschutz greift Koran-Verteilung der Salafisten an Zeit-Online, 13. April 2012
  44. Reimann, Anna: Islamismus in Deutschland: Innenminister Friedrich verbietet Salafistenverein Spiegel Online 14. Juni 2012. Abgerufen am 16. Juni 2012
  45. Islamismus: Polizei startet Großrazzia gegen Salafisten Spiegel Online, 14. Juni 2012. Abgerufen am 16. Juni 2012
  46. Schleßmann: Sufismus in Deutschland. S. 5
  47. Interview zur Verhaftung deutscher Konvertiten und ihrer Rolle innerhalb des islamischen Extremismus Institut für Islamfragen der Evangelischen Allianz
  48. Meinungsstark, aber ahnungslos. In: Zeit Online, 20. April 2007
  49. Zahl der Konvertiten hat sich vervierfacht. In: Spiegel Online, 13. Januar 2007
  50. BKA warnt vor radikalen Konvertiten. In: Spiegel Online, 25. April 2010
  51. Anthropology Division of Social Sciences, UC San Diego
  52. Warum Konvertiten die Integration befördern. In: Spiegel Online, 13. September 2007
  53. Spiegel Online International, 15. Oktober 2008: A Turk at the Top
  54. rp-online.de
  55. Sabine Beikler: Ates: Migranten tun zu wenig gegen Ehrenmorde. Der Tagesspiegel, 6. Februar 2007, abgerufen am 30. April 2013
  56. Aufgeklärter Islam: Hoffnung auf den "Aufstand der Kopftuchmädchen". In: Zeit Online, 21. Januar 2011
  57. Gegen Gott und die Welt, Deutschlandradio, 18. November 2009, abgerufen 1. Mai. 2013.
  58. Ex-Muslime fordern Recht auf Nichtglauben Der Standard, 26. Februar 2010, abgerufen am 4. August 2011
  59. Bürger-Protest gegen Moscheen RP-Online, 27. August 2007
  60. Wie eine Moschee den Volkszorn entfacht Spiegel Online, 13. April 2006
  61. Zwischen Angst und Aggression - Islamophobie in Deutschland? (Version vom 17. August 2010 im Internet Archive)
  62. "Seit dem Mord reden wir offener" taz.de, 31. Juli 2009
  63. Brandanschlag auf Moschee in Wolfenbüttel Arbeitsstelle Rechtsextremismus und Gewalt
  64. Antimuslimische Gewalt: Brandanschlag auf Moschee in Deutschland Spiegel Online, 18. November 2004
  65. Brandanschlag auf Moschee in Hessen Welt Online, 23. Dezember 2004
  66. Brandanschlag auf Moschee nahe Marburg netzeitung.de, 23. März 2009
  67. Moschee-Anschlagsserie schreckt Berlin auf Spiegel-Online, 10. Dezember 2010
  68. Brandanschlag auf Moschee in Wilmersdorf Berliner Morgenpost, 9. Januar 2011
  69. Angedrohter Moschee-Anschlag in Korbach: Haftstrafe auf Bewährung Hessische/Niedersächsische Allgemeine, 9. November 2010
  70. Polizei findet Brandbeschleuniger im SchuttDer Tagesspiegel, 15. August 2014
  71. Erneut Brandanschlag auf Bielefelder Moschee Zeit Online, 19. August 2014
  72. Abschottung von Muslimen durch generalisierte Islamkritik?
  73. Thorsten Gerald Schneiders (Hrsg.): Islamfeindlichkeit. Wenn die Grenzen der Kritik verschwimmen. VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden 2009. ISBN 978-3-531-16257-7
  74. "Politically Incorrect" eng vernetzt mit rechter Szene Spiegel Online, 18. September 2011. Abgerufen am 11. Oktober 2011
  75. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatThomas E. Schmidt: Keinen Fußbreit. Wie die neue Anti-Islam-Partei Die Freiheit beinahe einen Parteitag abgehalten hätte. In: Zeit online. 14. Januar 2011, abgerufen am 11. Oktober 2011.
  76. Thorsten Gerald Schneiders (Hrsg.): Islamverherrlichung: Wenn die Kritik zum Tabu wird. VS Verlag, 2010. S. 379 ff. ISBN 3531162586.
  77. »Hitler gefällt mir«. In: Zeit Online, abgerufen am 22. Dezember 2010
  78. Inzest: Cousin und Cousine als Eltern Zeit Online, 23. Juli 2012
  79. Wenn der Cousin mit der Cousine schläftWelt Online, 25. Februar 2007
  80. zentralrat.de
  81. justiz.nrw.de
  82. Pressemitteilung 27. Juni 2012
  83. www.zentralratdjuden.de 26. Juni 2012
  84. ethikrat.org
  85. Beschneidung: Kinderschützer fordern Moratorium Ärzteblatt, 13. September 2012. Abgerufen am 27. September 2012
  86. Islamistisches Personenpotenzial Bundesamt für Verfassungsschutz
  87. Umsetzung der Initiative Sicherheitspartnerschaft Bundesministerium des Innern
  88. Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung: "Ausländer- und Islamfeindlichkeit nimmt zu" Tagesschau.de, abgerufen 7. Januar 2007
  89. Oliver Decker, Marliese Weißmann, Johannes Kiess und Elmar Brähler: Die Mitte in der Krise-Rechtsextreme Einstellungen in Deutschland 2010 (PDF; 736 kB) S. 134 u. 144. 2010 Friedrich-Ebert-Stiftung. ISBN 978-3-86872-469-1
  90. Deutsche sind intolerant gegen Muslime und Juden. Welt Online, 2. Dezember 2010.
  91. „Deutsche sind viel weniger tolerant gegenüber Muslimen“. WMU Münster, Dezember 2010.
  92. Regard croisé France/Allemagne sur l’Islam IFOP.com, 4. Januar 2011.
  93. Einig in der Angst vor dem Islam. Die Welt, 6. Januar 2011.
  94. „Styleislam” ist das Mode-Label für moderne Muslime. In: Der Westen, 13. März 2010
  95. Es gibt Leute, die uns die Hölle prophezeien. In: Spiegel Online, 23. April 2011
  96. Rede von Wolfgang Schäuble im Bundestag
  97. Rede von Bundespräsident Christian Wulff zum 20. Jahrestag der Deutschen Einheit bundespraesident.de
  98. Passauer Neue Presse: Kauder: Islam ist nicht Teil unserer Identität, vom 19. April 2012, abgerufen am 20. August 2012
  99. Der Spiegel: Integrationsdebatte. Gauck distanziert sich von Wulffs Islam-Rede, vom 31. Mai 2012, abgerufen am 20. August 2012