Zui Quan

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Zui Quan (Langzeichen und Kurzzeichen: 醉拳; pinyin: Zuì Quán, wörtlich: Betrunkene Faust, auch als Drunken Boxing bekannt) ist ein Stil der traditionellen Chinesischen Kampfkünste. Zui Quan ist seltener auch als Zuijiuquan (chinesisch 醉酒拳Pinyin zhìjiǔquán, wörtlich: „Betrunkene Alkohol Faust“) bekannt.

Praxis[Bearbeiten]

Zui Quan umfasst eine Reihe von Techniken und Formen sowie eine Kampfphilosophie, welche die Bewegungen eines Betrunkenen nachahmt.[1] Die Stellungen entstehen durch die Schwungkraft und Gewicht des Kämpfers. Die Nachahmung entsteht in der Regel durch Taumeln und eine bestimmte Art von fließenden Bewegungen. Zui Quan wird aufgrund des Bedarfs an kraftvollen Gelenken und Fingern als eine der schwerer zu erlernenden Wushu-Stile eingestuft. Obwohl in Literatur und Film Ausübende des Zui Quan oft als tatsächlich betrunken dargestellt werden, sind diese Techniken höchst akrobatisch und geschickt und benötigen ein hohes Ausmaß an Balance und Koordination. Sollte eine tatsächlich betrunkene Person diesen Kampfstil ausführen, würde sie sich wahrscheinlich verletzen.[2]

Zui Quan innerhalb der chinesischen Kampfkünste[Bearbeiten]

Viele traditionelle chinesische Kampfkünste benutzen diese Techniken und Kampfphilosophie. Zum Beispiel:

  • Einige Arten von Chai Li Fo enthalten „betrunkene“ Stile. Die betrunkenen Techniken von Chai Li Fo sind Finten, explosive Kraftentfaltung, taumelnde Bewegungen und andere verschiedene Ablenkungstechniken.[3][4]
  • Affen-Kung-Fu enthält eine Abwandlung des Affenstils namens „Betrunkener Affe“. Diese Abwandlung enthält Angriffe gegen Hals, Augen und Unterleib sowie Taumel- und Falltechniken. Es schließt ebenfalls eine Menge an Fehltritten ein, um den Anschein der Schutzlosigkeit zu erzeugen, und benutzt viele unausgewogene Schläge. Der Kämpfer watschelt, macht schwankende Schritte und fällt manchmal auf den Boden, wo er bäuchlings liegt und auf den Gegner wartet. Wenn der Gegner ihm dann zu nahe kommt, startet er einen niederschmetternden Angriff auf die Knie und Leistengegend des Gegners.
  • Modernes Wushu enthält einige als „betrunkene Arten“ bekannte Aufführarten. Diese haben allerdings keine Verbindung zu den betrunkenen Arten aus den traditionellen chinesischen Kampfkünsten.[2]

Zui Quan in gemischten und nicht-chinesischen Stilen[Bearbeiten]

Shaolin-Do lehrt betrunkene Arten ab der ersten Stufe des Schwarzen Gürtels.[5]

In den Medien[Bearbeiten]

Zui Quan wurde erst nach der Premiere des Films Drunken Master 1978 außerhalb von China bekannt. Die sagenumwobene Art und Ausführung der Betrunkenen Faust wird in vielen Büchern, Filmen, Comicheften und Fernsehshows erwähnt.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. "Six Shaolin Boxing Styles". Shaolin International Federation. Abgerufen am 2. April 2008.
  2. a b Drunken Kung Fu. In: Kung Fu Magazine. Abgerufen am 27. Dezember 2009. 
  3. "Choi Lei Fut Drunken Form". The Martialarm.com. Abgerufen am 7. April 2008.
  4. "Choi Lei Fut Drunken Boxing". Flying Eagle Martial Arts. Abgerufen am 7. April 2008.
  5. Shaolin-Do Forms. Austin Shaolin Do. Abgerufen am 2. April 2008.