Überzeichnung

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Dieser Artikel erläutert einen Vorgang bei Wertpapieremissionen. Für den gleichnamigen Begriff in der Kunst, siehe Überzeichnung (Kunst).

Von einer Überzeichnung im Rahmen eines Börsenganges, einer Umplatzierung oder der Emission von jungen Aktien nach einer Kapitalerhöhung spricht man, wenn bei einer Wertpapieremission die Nachfrage nach dem emittierten Wertpapier größer als das Angebot ist. Kann dagegen nur ein Teil der angebotenen Papiere platziert werden, so spricht man von einer Unterzeichnung.

Hintergründe[Bearbeiten]

Im Falle einer Überzeichnung legen der Emittent und das die Emission begleitende Kreditinstitut (Emissionsbank), die Zuteilungsregeln fest, das heißt sie entscheiden, welchem Interessenten wie viele der angebotenen Wertpapiere zugeteilt werden.

Beispiel: Bei einer Aktienemission werden 1 Mio. Stück Aktien angeboten, aber es besteht Nachfrage nach 2 Mio. Stück. Dann liegt eine zweifache Überzeichnung vor und der Überzeichnungsfaktor beträgt 2. Bei Gleichbehandlung aller Interessenten wird nun eine Zuteilungsquote von 2 : 1 festgelegt, das heißt jeder Interessent erhält halb so viele Wertpapiere, wie gewünscht.

Der Überzeichnungsfaktor wird von der Emissionsbank ermittelt und meist zusammen mit dem Ausgabepreis der Wertpapiere veröffentlicht. Er ist ein Indikator für das Verhältnis von Angebot und Nachfrage während der Zeichnungsfrist. Emittent und Emissionsbank sind an einem möglichst hohen Zuteilungsfaktor interessiert, weil viele Marktteilnehmer dies als Zeichen für die Preiswürdigkeit des angebotenen Wertpapiers ansehen.

Die Überzeichnung ist kein sicherer Indikator für die tatsächliche Nachfrage nach einem Wertpapier. Im ersten Halbjahr 2006 lagen zum Beispiel die gemeldeten Überzeichnungsfaktoren regelmäßig zwischen ca. 2 und 40. Trotz dieser anscheinend hohen Nachfrage brach der Kurs mancher Aktien gleich nach ihrer ersten Börsennotiz ein.

Siehe auch[Bearbeiten]