Zwei Münchner in Hamburg

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Seriendaten
Originaltitel Zwei Münchner in Hamburg
Produktionsland Deutschland
Originalsprache Deutsch
Jahr(e) 1989–1993
Länge 50 Minuten
Episoden 37 in 3 Staffeln
Genre Familienserie
Idee Karlheinz Freynik
Musik Uwe Buschkötter, James Last
Erstausstrahlung 3. Oktober 1989 auf ZDF
Besetzung

Zwei Münchner in Hamburg ist eine deutsche Fernsehserie, die von 1989 bis 1993 nach dem Buch von Karlheinz Freynik in drei Staffeln ausgestrahlt wurde. Die Serie entstand unter der Regie von Rolf von Sydow, Peter Deutsch, Celino Bleiweiß und Wilfried Dotzel. Ursprünglich hatten die einzelnen Episoden eine Länge von etwa 50 Minuten. Für spätere Wiederholungen wurden auf etwa 45 Minuten gekürzte Fassungen entwickelt, die zudem einen kürzeren Abspann als in der Urfassung beinhalteten.

Handlung[Bearbeiten]

Die adrette Julia Heininger (Uschi Glas), Abteilungsleiterin in der Zentrale der Bayernbank in München bekommt die Aufgabe, die Bankfiliale in Hamburg zu leiten. Sie ist von dem Vorschlag zunächst nicht begeistert, da sie hinter dieser Abkommandierung in den hohen Norden ihren bayerischen Kontrahenten Dr. Ralf-Maria Sagerer (Elmar Wepper) vermutet. Nachdem aber viele Vorstandsmitglieder wenig Vertrauen in eine Frau als Bankdirektor haben und Dr. Sagerer weiterhin gegen Julia Stimmung macht, schickt die Münchner Zentrale Julias Erzfeind persönlich nach Hamburg, um Julias „alternative“ Projekte etwas einzubremsen.

Julia zieht mit ihrem 12-jährigen Sohn Maxl (Florian Stubenvoll) und ihrer resoluten Haushälterin Fanny (Enzi Fuchs) in ein Jugendstil-Reihenhaus in Hamburg-Winterhude. In der Nachbarschaft wohnt der Feinkosthändler Alfred Haack (Heinz Reincke), den alle nach örtlicher Manier „Vadder Haack“ nennen. Der gesellige Mittsechziger gehört bald schon zur Familie, insbesondere mit Fanny verbindet ihn eine Herzensfreundschaft.

Das Schicksal der beiden nimmt seinen Lauf und Julia muss einsehen, dass Ralf in Wirklichkeit ein ganz patenter Kerl ist. Die beiden kommen sich trotz Ralfs italienischer Freundin Beatrice (Anita Zagaria) und vieler Missverständnisse bald näher. Eine wichtige Rolle spielt auch der charmante Privatbankier Thaddäus van Daalen (Johannes Heesters), der seinen eigenwilligen Sohn Hendrik (Volkert Kraeft) endlich unter die Haube bringen will. Der hätte gern Julias Herz erobert, gewinnt jedoch nur ihre Freundschaft. In Beatrice findet er schließlich die Frau fürs Leben.

Julias Verhältnis zur Bankleitung könnte nicht besser sein: Direktor Bernhard Schwaiger (Hans Reiser) heiratet schon bald nach dem Tod seiner Frau Julias Mutter Hermine (Winnie Markus), die am Tegernsee ein schönes Hotel betreibt. Ihr größter Wunsch wäre es, wenn Julia einst ihre Nachfolge antreten würde. Ihr Hausdiener Toni (Max Grießer), der die Gäste mit der Kutsche befördert, ist ihr ein treuer Freund und Ratgeber. Auf Bergeshöhen unterhält Pater Rochus (Willy Harlander) eine Einsiedelei, ihn suchen die Heiningers immer dann auf, wenn ihnen etwas auf der Seele brennt.

In der Bank agieren der leutselige Kuno Grameier (Toni Berger), ebenfalls ein (Ober)Bayer fern der Heimat, die umtriebige Sekretärin Frau Heise (Karin Rasenack) und der diskrete wie traditionsbewusste Portier Löhlein (Günther Jerschke). Sie stehen den Neuankömmlingen treu zur Seite. Ein häufiger Gast im Hause Sagerer-Heininger ist Sascha (Wolfgang Fierek), Ralfs leichtblütiger Bruder, der sich in Hamburg als Lebenskünstler durchschlägt. Wie sein Bruder ist er leidenschaftlicher Motorradfahrer.

Immer wieder verschlägt es die Familie in die bayerischen Berge, dem zweiten großen Schauplatz der Serie, wo sich Van Daalen senior nach seinem Rückzug aus dem Geschäftsleben in die Obhut Hermines begibt. Nach Direktor Schwaigers Pensionierung übernimmt der ehrgeizige und nassforsche Dr. Fiedler (Sky du Mont) das Zepter in der Münchner Zentrale. Julia, die als Kämpferin für die Interessen kleiner Leute Menschlichkeit vor Verdienststreben stellt, macht sich nach einigen couragierten Alleingängen und diversen Meinungsverschiedenheiten mit Dr. Fiedler bald selbständig. Ihre Nachfolgerin wird die aparte Managerin Dr. Kaulbach (Eva Kryll), mit der Julia nach anfänglichem Misstrauen jedoch sehr gut zurechtkommt.

Viel Ärger gibt es um Ralfs Geburtsurkunde: Er wurde nämlich in der Tschechoslowakei geboren und ohne Papiere gibt es keine Hochzeit. Dank Saschas dürftiger Tschechischkenntnisse und arger bürokratischer Hemmnisse muss sie mehrfach verschoben werden. Bald gibt es Nachwuchs: Töchterchen Marie-Therese macht Ralf erstmals zum stolzen Vater. Ein Skiurlaub mit ungeahnter Wendung, eine Kalifornienreise der besonderen Art und viele Verwicklungen mit Bankkunden halten die Fernsehfamilie auf Trab.

DVD-Veröffentlichung[Bearbeiten]

Die Serie ist mittlerweile vollständig auf DVD erschienen, wobei die ursprüngliche, ungekürzte Fassung der Folgen verwendet wurde. Seit dem 19. Dezember 2005 ist die erste Staffel auf vier DVDs erhältlich, die den Pilotfilm „Abschied von der Isar“ und zwölf Folgen enthält. Die Gesamtlaufzeit beträgt 630 Minuten. Die zweite Staffel folgte am 6. August 2007, Staffel 3 am 10. März 2008. Sie bestehen jeweils aus vier DVDs und enthalten die Folgen 13 bis 24 (Gesamtlaufzeit 607 Minuten) respektive 25 bis 37 (540 Minuten). Das am 26. Dezember 1991 erstmals ausgestrahlte und am 18. Dezember 2005 wiederholte Special „Das größte Fest des Jahres - Weihnachten bei unseren Fernsehfamilien“ wurde am 8. Oktober 2007 als Bonusmaterial mit der 3. (DVD-)Staffel der Serie „Die Schwarzwaldklinik“ veröffentlicht.

Weblinks[Bearbeiten]