Zwischenarchiv

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Ein Zwischenarchiv ist eine Dienstleistung historischer Archive. Es verwahrt das Schriftgut eines oder mehrerer Registraturbildner bis zum Ablauf der Aufbewahrungsfristen (Archivreife) und hält es während dieses Zeitraums für die abgebende Behörde verfügbar.

Die Verwaltung des Altschriftguts außerhalb der Behörde in einem Zwischenarchiv erspart den abgebenden Dienststellen die Einrichtung und den Betrieb einer Altregistratur. Durch die Einrichtung eines Zwischenarchivs erhält das historische Archiv den Vorteil, die Bewertung (Archivwürdigkeit) und die Erschließung des übernommenen Schriftguts gründlicher vorbereiten zu können. In vielen Fällen bewahrt das Zwischenarchiv das Schriftgut vor einer unsachgemäßen Lagerung - etwa in Kellern oder auf Dachböden - innerhalb der aktenführenden Behörde. Die Führung eines Zwischenarchivs bedingt einen regelmäßigen Kontakt zwischen dem historischen Archiv und dem Aktenbildner und fördert somit die regelmäßige und vollständige Abgabe aller nach dem Archivgesetz abzugebenden Akten. Die mit dem Zwischenarchiv verbundene Aktenausleihe ist eine Möglichkeit des historischen Archivs, sich innerhalb der Verwaltung als Dienstleister zu profilieren.

In der DDR gab es die Unterscheidung von Archiven, die Archivgut bis zum Ende der Aufbewahrungsfrist zu lagern hatten (Verwaltungsarchiv) und den endgültigen Archiven (Endarchiv). Räumlich lagen die Verwaltungsarchive im Gegensatz zu Zwischenarchiven bei den abgebenden Behörden.

Bekannte Zwischenarchive sind auf kommunaler Ebene das Zwischenarchiv des Stadtarchivs Mannheim und auf staatlicher Ebene die Außenstellen des Bundesarchivs in Sankt Augustin und Hoppegarten.