ÖBB X626

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ÖBB X626
ÖBB X626.jpg
Nummerierung: X626.001 - ?
Anzahl: > 200
Hersteller: Werke Wörth
Baujahr(e): 1974–1994
Achsformel: B
Länge über Puffer: 5.250 mm
Dienstmasse: 5,5 t
Höchstgeschwindigkeit: 50 km/h
Dauerleistung: 73,6 kW
Anzahl der Fahrmotoren: 1
Antrieb: mechanisch, mittels Doppelrollenketten
Übersetzungsstufen: 4
Bremse: selbsttätig wirkende Grau-Druckluftbremse, Motorstaubremse und Handspindelbremse
Kupplungstyp: Schraubenkupplung und Mittelpufferkupplung

Die X626 stellt eine Bahndienstfahrzeug-Reihe der Österreichischen Bundesbahnen dar.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seitenansicht einer ÖBB X626

Da die Österreichischen Bundesbahnen in der Nachkriegszeit keine geeigneten Bahndienstfahrzeuge hatten, wurde über die Neuanschaffung solcher Fahrzeuge nachgedacht, da zur Wartung des Streckennetzes nur sehr einfache Gerätschaften zur Verfügung standen. Die Fahrzeuge sollten sowohl für den Transport von Personal, als auch für den Transport von Material geeignet sein. Das Ergebnis war die Reihe X626. In den 1970er Jahren wurden mehr als 200 Stück dieser Fahrzeuge gebaut; somit stellt die X626 das meist gebaute österreichische Bahndienstfahrzeug dar.

Alle Fahrzeuge der Reihe X626 weisen eine gelbe Lackierung auf und kommen landesweit zum Einsatz. Diese gelbe Lackierung zusammen mit ihrer kastenförmigen Form brachte der Draisine den Spitznamen "Postkasterl" ein.

Technische Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Draisinen sind mit einer normalen Zug- und Stoßvorrichtung (Puffer und Schraubenkupplung) und einer Bahnwagen-Mittelpufferkupplung (Trichterkupplung) ausgestattet. Die Fahrzeuge verfügen über einen WD 610 OS oder einen WD 612 OS Dieselmotor von Steyr. Die Kraftübertragung erfolgt über ein mechanisches, nicht synchronisiertes vier-Gang-Getriebe mit nachgeschaltetem Richtungsgetriebe, das dem Fahrzeug eine Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h ermöglicht. Die Kupplung wird mit einem Fußpedal betätigt, das sich neben dem Gaspedal befindet. Die indirekte Grau-Druckluftbremse wird mit einem Handhebel bedient, der an der Handbremsspindel montiert ist. Als Besonderheit legen die Klotzbremsen an beiden Achsen in einer Zugkomposition nicht wie üblich bei einer Druckabsenkung in der Hauptluftleitung um einige Zehntel Bar an, sondern wesentlich später, was die im Vergleich zu regulären Loks und Wagen geringere Bremskraft ausgleicht und ein verfrühtes Blockieren der Achsen verhindert. Ferner ist eine mechanisch betätigte Motorstaubremse vorhanden. Auf dem Instrumentenpult befinden sich neben den üblichen Anzeigen für Öldruck, Ladekontrolle und Licht ein Tachometer mit Kilometerzähler sowie ein Betriebsstundenzähler. Anzeigen für den Bremszylinderdruck sowie den Druck von Hauptluftbehälter und -leitung befinden sich an der Handbremsspindel. Jedes Fahrzeug verfügt über ein elektrisches Signalhorn (Hupe) und ein Zöllner Makrofon M75. Die Scheinwerfer enthalten ein kombiniertes Abblend- und Fernlicht. Der Innenraum der Wagen ist mit einer Webasto-Standheizung beheizbar. Neben dem mit einem LKW-Stuhl ausgestatteten Fahrerplatz können auf den vor den Fenstern angeordneten Holz-Sitzbänken bis zu acht weitere Personen Platz nehmen.

Verbleib[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die letzten Fahrzeuge im Dienst der ÖBB wurden bereits ausgemustert. Einige Fahrzeuge konnten von Museumsbahnen erworben werden, wo sie noch eingesetzt werden. Als einziger Betreiber in Deutschland sind mehrere Exemplare bei den Eisenbahnfreunden Wetterau erhalten. Weitere Fahrzeuge existieren in Rumänien. Ein Fahrzeug ist im Bahnhof Rohrbach-Berg in Oberösterreich abgestellt.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: ÖBB X626 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien