Þingeyri

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Þingeyri
Þingeyri (Island)
(65° 52′ 33″ N, 23° 29′ 21″W)
Koordinaten 65° 53′ N, 23° 29′ WKoordinaten: 65° 53′ N, 23° 29′ W
Basisdaten
Staat Island

Region

Vestfirðir
Gemeinde Ísafjarðarbær
Einwohner 249 (1. Januar 2019)
Þingeyri, Vestfirðir, Islandia, 2014-08-15, DD 043.JPG
Die Kirche von Þingeyri

Þingeyri ist eine zur Gemeinde Ísafjarðarbær gehörende Siedlung mit 249 Einwohnern (Stand: 1. Januar 2019) in der Region Vestfirðir im äußersten Nordwesten Islands.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort liegt am Dýrafjörður auf einer Sandbank.[1] Der 367 m hohe Hausberg Sandafell[1] oberhalb des Ortes und der 998 m hohe Kaldbakur zählen zu den wichtigsten Wandergebieten im Nordwesten Islands.

Die beiden Täler Meðaldalur und Haukadalur liegen westlich von Þingeyri. Südöstlich befindet sich das Brekkudalur.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort ist der älteste Handelsplatz im Bezirk Vestur-Ísafjarðarsýsla. Hier hatten im späten 18. Jahrhundert amerikanische Fischer ihren Stützpunkt. Das Lagerhaus aus dem Jahr 1733 zählt zu den ältesten isländischen Gebäuden. 1996 wurde die Gemeinde mit fünf weiteren Gemeinden zur Ísafjarðarbær vereint.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Þingeyrarkirkja wurde in den Jahren 1910 bis 1911 aus Bruchsteinen errichtet. Bekannt ist sie unter anderem wegen des Gemäldes "Jesus segnet die Kinder" über dem Altar – für die dargestellte Landschaft diente wahrscheinlich der nahegelegene Fjord Dýrafjörður als Vorbild.[2] Im Ort kann ebenfalls eine alte Schmiede, ab 1913 entstanden, besichtigt werden.[1] In der Nähe des Ortes ist am Gehöft Núpur der kleine Park Skrúður mit einem Tor aus Walknochen und mit altem Baumbestand sehenswert, der ab 1909 von dem Pastor Sigtryggur Guđlaugsson als Schulgarten angelegt wurde, um Kinder und Jugendliche in Landwirtschaft und Gartenbau zu unterrichten.[3] Ab 1992 wurde die Anlage, die seit 1980 etwas verwildert war, umgestaltet und 1996 neu eröffnet, und in diesem Jahr wurde dort auch ein Denkmal für den Gründer errichtet.[4] Die Inneneinrichtung der benachbarten Steinkirche Núpskirkja auf dem Gehöft Núpur, die 1938–1939 erbaut und am 17. September 1939 eingeweiht wurde, beruht auf Plänen, Zeichnungen und Gemälden von Sigtryggur Guđlaugsson.[5]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wesentliche Erwerbszweige der Bevölkerung sind der Fischfang, die Trockenfischherstellung und der Tourismus. Im Ort gibt es zwei Fischfabriken.[1]

Verkehr und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Über die Straße Nr. 60, den Vestfjarðarvegur, ist der Ort mit der Ringstraße verbunden. Der Ort besitzt einen Hafen. Die Straße 622 verbindet Þingeyri mit dem Meðaldalur und dem Haukadalur.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Þingeyri – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d Jens Willhardt, Christine Sadler: Island. 3. aktualisierte und überarbeitete Auflage. Michael Müller, Erlangen 2003, ISBN 3-89953-115-9, S. 594ff.
  2. https://is.nat.is/thingeyrarkirkja/
  3. https://www.nat.is/skrudur-garden/
  4. https://is.nat.is/skrudur/
  5. http://kirkjukort.net/kirkjur/nupskirkja_0188.html