2. Schachbundesliga (Österreich)

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Die 2. Schachbundesliga ist die zweithöchste Spielklasse im österreichischen Mannschaftsschach.

Organisationsform[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die 2. Bundesliga besteht aus den drei Staffeln West, Mitte und Ost. In jeder Staffel bestreiten zwölf Mannschaften ein einfaches Rundenturnier. Vereine der Landesverbände Burgenland, Niederösterreich und Wien spielen in der Staffel Ost, Vereine der Landesverbände Kärnten, Oberösterreich und Steiermark in der Staffel Mitte und Vereine der Landesverbände Salzburg, Tirol und Vorarlberg in der Staffel West. Die drei Staffelsieger steigen in die 1. Bundesliga auf, insgesamt steigen neun Mannschaften aus der 2. Bundesliga ab und werden durch die Sieger der neun Landesligen ersetzt. Über die Endplatzierung entscheidet zunächst die Anzahl der Mannschaftspunkte (2 Punkte für jeden gewonnenen Mannschaftskampf, 1 Punkt für jeden unentschiedenen Mannschaftskampf, 0 Punkte für jeden verlorenen Mannschaftskampf), anschließend die Anzahl der Brettpunkte (1 Punkt für jede Gewinnpartie, 0,5 Punkte für jede Remispartie, 0 Punkte für jede Verlustpartie). Pro Verein ist maximal eine Mannschaft in der 2. Bundesliga spielberechtigt.

Pro Mannschaft dürfen 14 Spieler plus bis zu zwei Jugendspieler gemeldet werden. Die Rangfolge ist vor der Saison verbindlich festzulegen. Grundsätzlich muss die Rangliste nach Spielstärke gemeldet werden, allerdings ist eine abweichende Rangliste zulässig, sofern kein Spieler über 200 Elo-Punkte mehr hat als ein vor ihm gemeldeter Spieler. Eine Ausländerbeschränkung besteht nicht. Die Bedenkzeit beträgt 90 Minuten für die ersten 40 Züge und 30 Minuten bis zum Partieende; ab dem ersten Zug erhält jeder Spieler zudem eine Zeitgutschrift von 30 Sekunden pro Zug bis zum Ende der Partie. Ein Remisangebot ist erst ab dem 30. Zug zulässig.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Gründung der Staatsliga waren zunächst die Landesligen der neun Verbände die zweithöchste Spielklasse. Zur Saison 1979/80 schlossen sich die Verbände Tirol, Vorarlberg und Salzburg zur Westliga zusammen[1], zwei Jahre später folgte die Gründung der Ostliga der Verbände Niederösterreich, Oberösterreich und Burgenland[2], zuletzt wurde die Südliga der Verbände Kärnten und Steiermark gegründet. Zur Saison 1986/87 schloss sich der Wiener Verband der Ostliga an[2]. Ab der Saison 1989/90 trug die Spielklasse den Namen Staatsliga B. Zur Saison 1998/99 wurde die Staatsliga B um die Staffel Mitte erweitert, die aus Vereinen aus Salzburg und Oberösterreich bestand.[1] Seit der Saison 2002/03 besteht die Klasse aus den drei Staffeln West, Mitte und Ost, seit der Saison 2003/04 trägt sie die Bezeichnung 2. Bundesliga. Bis 1988 stieg nur eine Mannschaft in die Staatsliga auf, von 1989 bis 2002 zwei Mannschaften, so dass die Staffelsieger (von 1987 bis 1998 außerdem der Zweite der Oststaffel) bis 2002 ein Aufstiegsturnier spielten. Seit der Saison 2002/03 steigen die Staffelsieger direkt auf.

Sieger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis 1989[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Saison West Ost Süd
1979/80 Bregenz
1980/81 Bischofshofen
1981/82 Salzburger SK Mozart ATSV Stein/Steyr
1982/83 Inter Salzburg ATSV Stein/Steyr
1983/84 SK Dornbirn Wiener Neustädter SV
1984/85 Inter Salzburg SC Traun 67 SV Villach
1985/86 ASK Salzburg SC Traun 67 SK Wolfsberg
1986/87 Inter Salzburg VÖEST Linz II. Mannschaft TSV Hartberg
1987/88 SK Schwaz SK Länderbank Baden SV Waagner-Biro Graz
1988/89 SK Absam SC Traun 67 SK Concordia Graz

Anmerkung: Aufsteiger zur Staatsliga beziehungsweise Staatsliga A sind durch Fettdruck markiert.

1989 bis 2003 als Staatsliga B[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Saison West Ost Süd Mitte
1989/90 Inter Salzburg SK Margareten Styria Graz
1990/91 SK Hohenems SK Margareten II. Mannschaft SV Waagner-Biro Graz
1991/92 SK Absam SK Margareten II. Mannschaft SK Fürstenfeld
1992/93 Salzburger SK Mozart ESV Attnang-Puchheim Straßenbahn Graz
1993/94 SK Hohenems SC Fischer Wien ESV Austria Graz
1994/95 SK Hohenems SC Donaustadt ESV Austria Graz
1995/96 SK Absam SC Donaustadt SK Pinggau-Friedberg
1996/97 SK Sparkasse Absam SK Austria Wien RbEJ Gleisdorf
1997/98 Hypo Kufstein SK Loosdorf Raika Gamlitz
1998/99 Raika Zell/Zillertal SK Austria Wien Straßenbahn Graz Salzburger SK Mozart
1999/2000 SK Sparkasse Absam Austria Wien Husek Union Raika Gamlitz/Leutasch VÖEST Linz
2000/01 SC Sparkasse Jenbach SV Tschaturanga SC Die Klagenfurter Wüstenrot Salzburg
2001/02 SK Sparkasse Absam SV Tschaturanga Spielgemeinschaft Raika Trofaiach/Niklasdorf Wüstenrot Salzburg
2002/03 Sparkasse Schwarzach Wiener Neustädter SV Union Ansfelden

Anmerkung: Die fett markierten Mannschaften haben sich im Aufstiegsturnier für die Staatsliga A qualifiziert.

Seit 2003 als 2. Bundesliga[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Saison West Ost Mitte
2003/04 Zillertal SK Donau Schach Mattes Styria Graz
2004/05 SK Hohenems II. Mannschaft ASVÖ Wulkaprodersdorf MPÖ Maria Saal
2005/06 Spielgemeinschaft SK Absam/Innsbrucker SK SK Baden SK Leoben
2006/07 Spielgemeinschaft Mayrhofen/Zillertal OMV Pamhagen Styria Graz II. Mannschaft
2007/08 Sparkasse Jenbach Husek Wien ASVÖ Raika St. Veit/Glan
2008/09 Spielgemeinschaft Mayrhofen/Zillertal ASVÖ SK Lackenbach SK Fürstenfeld
2009/10 SIR Salzburg ASVÖ VHS Pöchlarn SV Signum Siebdruck St. Veit/Glan
2010/11 Hypo Kufstein SK Zwettl SV Raika Rapid Feffernitz
2011/12 SK Absam Husek Wien Union Ansfelden
2012/13 SIR Salzburg ASVÖ Pamhagen SV Wolfsberg
2013/14 Zillertal SK Zwettl Spielgemeinschaft Grieskirchen/Sedda Bad Schallerbach
2014/15 Schachclub Götzis Spielgemeinschaft Hietzing/Ottakring MPÖ Maria Saal II. Mannschaft
2015/16 Schachklub Bregenz ASVÖ Pamhagen MPÖ Maria Saal II. Mannschaft

Aufsteiger zur Staatsliga A beziehungsweise 1. Bundesliga[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben den in den Tabellen markierten Mannschaften sind bis 2002 folgende Vereine in die Staatsliga A aufgestiegen:

  • 1980 stieg mit dem SK St. Pölten der Sieger der Landesliga Niederösterreich auf.
  • 1981 stieg mit dem SK Austria Wien der Sieger der Wiener Landesliga auf.
  • 1984 stieg mit dem SK Flötzersteig-Breitensee der Sieger der Wiener Landesliga auf.
  • 1985 stieg mit dem SC Donaustadt der Sieger der Wiener Landesliga auf.
  • 1987 stieg der SK Flötzersteig-Breitensee auf, der in der Ostliga den zweiten Platz belegt hatte.
  • 1989 stieg der SK Baden auf, der in der Staatsliga B Ost den zweiten Platz belegt hatte.
  • 1991 stiegen mit dem SC Traun 67 und dem ATSV Stein/Steyr der Zweit- und Drittplatzierte der Staatsliga B Ost auf.
  • 1992 stieg mit dem Wiener Neustädter SV der Zweite der Staatsliga B Ost auf.
  • 1994 stieg mit dem SK VÖEST Linz der Zweite der Staatsliga B Ost auf.
  • 1996 stieg die Spielgemeinschaft Ottakring/Sandleiten auf, die in der Staatsliga B Ost den zweiten Platz belegt hatte.

Seit der Saison 2002/03 steigt grundsätzlich der Staffelsieger in die 1. Bundesliga auf, Ausnahmen gab es in den folgenden Jahren:

  • 2005 war die zweite Mannschaft des SK Hohenems nicht aufstiegsberechtigt, ihren Platz nahm der Zweitplatzierte SK Götzis ein.
  • 2007 war die zweite Mannschaft von Styria Graz nicht aufstiegsberechtigt, ihren Platz nahm der Zweitplatzierte SC Gleisdorf ein.
  • 2013 verzichtete ASVÖ Pamhagen auf den Aufstieg, ebenso der Zweitplatzierte Raiffeisen Währing, so dass aus der Ost-Staffel der Drittplatzierte SV Tschaturanga aufstieg.
  • 2014 verzichtete der SK Zwettl auf den Aufstieg, den Platz nahm der Zweitplatzierte ASVÖ Pamhagen ein.
  • 2015 war die zweite Mannschaft von MPÖ Maria Saal nicht aufstiegsberechtigt, ihren Platz nahm der Zweitplatzierte Spielgemeinschaft Sauwald ein.
  • 2016 war die zweite Mannschaft von MPÖ Maria Saal nicht aufstiegsberechtigt, ihren Platz nahm der Zweitplatzierte ASK Case IH SteyrSt. Valentin ein. ASVÖ Pamhagen verzichtete auf den Aufstieg, den Platz nahm der Zweitplatzierte Blackburne Nickelsdorf ein.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Tabellen der Westliga beziehungsweise Staatsliga B West beim Landesverband Tirol (Word-Dokument, 79 KB)
  2. a b 10 Jahre Ostliga in Schachsport 23/9, Seite 13 (PDF-Datei; 1,6 MB)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]