3e régiment de chevau-légers lanciers

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
3e régiment de chevau-légers lanciers
3e régiment de chevau-légers lanciers.png

Chevau-léger lancier des 3. Regiments in Paradeuniform
Aktiv 18. Juli 1811 bis 1815
Land Flag of France.svg Frankreich
Streitkräfte Flag of France.svg Grande Armée
Teilstreitkraft Flag of France.svg Kavallerie
Truppengattung Leichte Kavallerie
Stärke 4 Escadrons
Kommandeur
Kommandeur Letzter: Colonel Jean-Baptiste Sourd

Das 3e régiment de chevau-légers lanciers – kurz auch nur 3e régiment de chevau-légers oder 3e régiment de lanciers (dt. 3. Leichtes Lanzenreiter-Regiment) – war 1811 im Ersten Kaiserreich als Regiment leichter Kavallerie aufgestellt worden. Es wurde nach der Herrschaft der Hundert Tage aufgelöst.

  • 18. Juli 1811: Per kaiserlichem Dekret erfolgte mit diesem Datum die Aufstellung von neun Regimentern Chevau-légers. Für die ersten sechs wurden Dragonerregimenter umgewandelt, das 7. und das 8. entstanden aus den beiden Ulanenregimentern der Légion de la Vistule, und das 9. wurde aus dem 30e régiment de chasseurs à cheval (30. Regiment Jäger zu Pferde) gebildet.

Das 3e régiment de chevau-légers lanciers wurde durch Umwandlung aus dem 3e régiment de dragons gebildet.

  • 12. Mai 1814: Mit der ersten Abdikation von Napoleon und der Rückkehr des Königs erhielt die Einheit den Namen Régiment de lanciers du Dauphin.
  • 1. März 1815: Während der Herrschaft der Hundert Tage erfolgte die Rückbenennung in 3e régiment de chevau-légers lanciers.
  • 16. Juli 1815: Nach dem Ende des Kaiserreichs wurde das Regiment aufgelöst.

Uniform[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Unterscheidung der einzelnen Regimenter wurden verschiedene Abzeichenfarben benutzt. Das 3. Regiment führte Rosa als Abzeichenfarbe.

Die Chevau-légers trugen den Helm der Dragoner „à la Minerve“, jedoch statt mit dem schwarzen Pferdeschweif mit einer schwarzen (Trompeter weißen) Wollraupe auf dem Helmkamm. Helmglocke und Helmkamm waren aus Kupfer, der Schirm aus schwarzem Leder und mit einer kupfernen Schiene eingefasst. Er war mit einer kupfernen Schuppenkette ausgestattet. Um die Helmglocke war ein braunes Band (bei Offizieren Leopardenfell) gelegt. Offiziere führten auf der linken Seite des Helms einen oben weißen und unten roten Federstutz.

Es wurde ein dunkelgrüner Westenrock mit Taschenpatten „à la Soubise“ getragen. Der Rock war mit einem Plastron in der Abzeichenfarbe ausgestattet, ebenso in dieser Farbe waren die Ärmelaufschläge nach polnischer Art sowie die Umrandung der Epauletten und der Taschenpatten gehalten. Die Schoßaufschläge zeigten ebenfalls die Waffenfarbe, auf ihnen war ein grüner napoleonischer Adler aufgelegt. Die Elitekompanien trugen rote Epauletten.

Als Hose zum normalen Dienst und zur Parade wurde eine grüne Stiefelhose nach ungarischem Schnitt getragen, die über den Seitennähten mit goldfarbenen Lampassen verziert war. Zur Felduniform wurde eine seitlich zu knöpfende Überhose mit Lederbesatz angelegt, die über die Stiefel bis zum Fuß reichte. Die Knopflochreihe befand sich auf einer Lampasse in der Abzeichenfarbe. Vorn auf den Oberschenkeln war eine goldfarbene Verzierung angebracht, die entfernt an ein Vitéz Kötés der Husaren erinnerte.

Die Stiefel aus schwarzem Leder entsprachen in Form und Schnitt denen der Husaren. Sie waren mit einer Bordüre um den oberen Rand und einer Quaste verziert (beides fiel ab 1812 weg). Der Leibgurt war aus weißem Leder mit einem Koppelschloss aus Messing mit aufgelegtem kupfernem Adler.

Über der linken Schulter wurde ein Bandelier aus weißem Leder mit einer schwarzen Kartusche getragen. Darüber lag ein ebenfalls weißer Ledergurt mit einem Haken, an dem der Karabiner eingehängt wurde. In der Kartusche konnten 18 Patronen aufbewahrt werden. Auf dem Deckel der Kartusche befand sich ein gekröntes „N“ aus Messing, die Elitekompanie führte stattdessen eine Granate.

Über dem Sattel war ein weißes (bei Trompetern schwarzes) Schaffell gelegt, das an den Rändern zickzackförmig mit einer Bordüre in der Abzeichenfarbe gesäumt war. Der Mantelsack hinter dem Sattel war mit einer Borte verziert, wobei die Farbe dieser Borte je nach Quelle unterschiedlich angegeben wird – Weiß oder in der Abzeichenfarbe, mit und ohne Regimentsnummer. Offiziere nutzten statt des Schaffells eine grüne Wolldecke mit silberner Bordüre. Die Decke war mit einem goldfarbenen Vorstoß eingefasst.

Offiziere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Offiziersuniformen fielen durch reichhaltige Tressenverzierung auf, Bandelier, Leibgurt Satteldecke und Mantelsack waren mit Goldlitzen verziert. Auch die Verzierung der Hose war bedeutend reichhaltiger.

Für den kleinen Dienst gab es die

  • Stadtuniform (tenue de ville) mit

dem etatmäßigen Rock mit Plastron, weißer Kniebundhose, weißen oder schwarzen Strümpfen, schwarzen Schnallenschuhen und einem schwarzen Zweispitz.

  • Gesellschaftsuniform (tenue de société) mit

dem etatmäßigen Rock ohne Plastron, weißer Kniebundhose, weißen Strümpfen, schwarzen Schnallenschuhen und einem schwarzen Zweispitz.

Trompeter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Trompeter des Regiments trugen einen Rock in der gegensätzlichen Farbgebung (Rock rosa, Plastron, Ärmelaufschläge und Rockschöße in Dunkelgrün). Der Helmkamm trug eine Raupe aus weißer Wolle, der Helm war ohne Federstutz.

Bewaffnung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Chevau-légers waren mit der 2,76 Meter langen und 1,96 Kilogramm schweren Lanze, dem Säbel der leichten Kavallerie, einem Karabiner und einer Pistole bewaffnet. (So mit einer sperrigen Last überladen, war es den Reitern ein Anliegen, Lanze oder Karabiner alsbald zu „verlieren“, um sich so mehr Bewegungsfreiheit zu schaffen.)[1]

Regimentskommandanten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 22. Juni 1811 bis 10. März 1813: Colonel Alexandre Lebrun
  • 11. März 1813 bis 19. April 1814: Colonel Charles Hatry
  • 20. April bis 9. Oktober 1814: Colonel Eugène d’Hautefeuille
  • 9. Oktober 1814 bis 19. April 1815: Colonel François Michel
  • 19. April bis 16. Juli 1815: Colonel Charles Martique

Offiziersverluste 1811 bis 1815[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

gefallen: 8
an ihren Verwundungen verstorben: 9
verwundet: 36 (einschl. Colonel Lebrun am 26. Oktober 1812 und Colonel Hatry am 14. Oktober 1813)

Einsatzgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das 3e régiment de chevau-légers lanciers zog 1812 mit in den Russlandfeldzug, wo es zum Observationskorps an der Elbe und zum 5. Reserve-Kavalleriekorps gehörte. Es kämpfte in der Ersten Schlacht bei Polotsk, in der Zweiten Schlacht bei Polozk und in der Schlacht an der Beresina.

Das Regiment nahm 1813 mit dem 1. Kavalleriekorps der Grande Armée am Feldzug in Deutschland teil und kämpfte in der Schlacht bei Bautzen, der Schlacht um Dresden, der Völkerschlacht bei Leipzig und in der Schlacht bei Hanau.

Im Feldzug in Frankreich kämpfte das Regiment mit dem 1. Kavalleriekorps in der Schlacht bei Champaubert und in der Schlacht bei Vauchamps.

Nach seiner Rückkehr von der Insel Elba am 1. März 1815 wurde die Armee von Napoleon neu organisiert. Per Dekret vom 20. April 1815 erhielten die vormaligen Kavallerieregimenter ihre Nummerierung zurück, die sie während der ersten Restauration verloren hatten. Die Einheit hieß demnach wieder 3e régiment de chevau-légers lanciers und war während der Herrschaft der Hundert Tage am Feldzug in Belgien beteiligt, in dem es an der Schlacht bei Ligny und der Schlacht bei Waterloo teilnahm.

Am 18. Juli 1815 wurde die gesamte Napoleonische Armee im Rahmen der endgültigen Abdankung von Napoleon und der Wiederherstellung der Bourbonenmonarchie entlassen. Das Regiment wurde danach nicht wieder aufgestellt und das verbliebene Personal in das „1er régiment de chasseurs à cheval de l’Allier“ eingegliedert.

Standarten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Regiment war mit drei unterschiedlichen Standarten ausgestattet: dem Modell von 1804, von 1812 und von 1815. Die Einheit führte den Aigle de drapeau des „8e régiment des dragons“ weiter, ebenso wurden die ehrenvollen Erwähnungen, die sich das Vorgängerregiment verdient hatte, als Inschriften auf der Rückseite der Standarte (Modell von 1812 und von 1815) aufgeführt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Adrien Pascal: Histoire de l’armée et de tous les régiments depuis les premiers temps de la monarchie française jusqu’à nos jours. 4. Band. A. Barbier, Paris 1850 (Volltext in der Google-Buchsuche; Neuauflage Dutertre, Paris 1864, Digitalisat auf Gallica).
  • François-Joseph-Michel Noël, L. J. M. Carpentier: Nouveau dictionnaire des origines, inventions et découvertes. 4. Band. Paris 1827 (Volltext in der Google-Buchsuche).
  • Jean-Baptiste Duvergier: Collection des lois, décrets, ordonnances, règlemens et avis du conseil-d'État. Band 19. A. Guyot et Scribe/Charles-Béchet, Paris 1827 (Volltext in der Google-Buchsuche).
  • Pierre-François Tissot: Les fastes de la gloire, ou Les braves recommandés à la postérité. Band 1. Raymond/Ladvocat, Paris 1818 (Volltext in der Google-Buchsuche).
  • Liliane und Fred Funcken: L’Uniforme et les Armes des soldats de la guerre en dentelle. Casterman, Tournai 1989, ISBN 3-572-07442-8.

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Funcken, 1989, S. 210–212

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]