Aigle de drapeau

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Aigle de drapeau

Der Aigle de drapeau (französisch Fahnenadler) war die Aquila, ein Feldzeichen, das jedes Regiment der Grande Armée neben der Truppenfahne besaß.

Konstruktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Adler war den römischen Legionsadlern nachempfunden und bestand aus einem 1,85 kg schweren Adler aus Bronze auf einer blauen Stange. Unter dem Adler war ein Schild angebracht, auf dem die Nummer des Regiments stand oder bei der Kaiserlichen Garde „Garde impériale“.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachdem Napoleon Bonaparte sich 1804 zum Kaiser der Franzosen ernannt hatte, übernahm er Traditionen des antiken römische Militärs, wie die Aquila, den Reichsadler, an der Spitze der Truppenfahnen. Ihr Verlust bedeutete für die Einheit eine besondere Schmach, da die Adler von Napoléon persönlich gestiftet wurden.

Am 18. Februar 1808 erging durch Napoleon folgender Befehl: Der Regiments-Adler der Gegenstand der Verehrung, der Liebe, Aufopferung der Soldaten, denn es ist der ihrer Ehre, muß da seine Stelle haben, wo sich die meisten Bataillone befinden. Er soll einem Träger anvertraut werden, der die Feldzüge von Ulm, Austerlitz, Jena, Friedland mitgemacht hat und durch sein Ehrenamt den Grad, das Vorrecht und den Sold eines Premier-Lieutenants erwirbt. Mit der Bezeichnung des zweiten und dritten Adlerträgers mit dem Rang eines Sergeanten und Sold eines Feldwebels werden zwei alte, tüchtige Soldaten Ersterem zur Seite gestellt, die wegen mangelnder wissenschaftlicher Bildung nicht Offizier heraufrücken konnten

Gewöhnlich war der Adlerträger auch im Besitz des Kreuzes der Ehrenlegion mit dem eine jährliche Pension von 250 Franks verbunden war.

Im Lauf der Koalitionskriege gingen verschieden Adler verloren. Der Erste 1805 in der Schlacht von Austerlitz als die russische Kavallerie unter Konstantin Romanow den Adler des 4. Linien-Infanterie-Regiments erobern konnte und auch ihrem Rückzug verteidigten.

1807[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

7. Februar 1807
Am ersten Tag der Schlacht bei Eylau dem erobert das 1. Petersburger Dragoner Regiment den Adler des 18. Linien-Regiments
8. Februar
am zweiten Tag der Schlacht von Eylau, erobert eine russische Reiter Abteilung unter General von Korff den Adler des 10. leichten Infanterie-Regiments. Nach der Schlacht werden noch vier weitere Adler auf dem Schlachtfeld gefunden und nach St. Petersburg geschickt
ebenfalls am 8. Februar
die preußischen Towarczys erobern den Adler des 51. Linien-Regiments
10. Juni 1807
In der Schlacht bei Heilsberg erobern zwei Schwadronen des Husaren-Regiments Nr.9 von Prittwitz unter Führung des Majors von Cosel den Adler des 55. Linien-Regiments. Zwei weitere Adler werden von den Verbündeten Russen erobert.
14. Juni 1807
In der Schlacht bei Friedland eroberte die russische Reiterei bei ihrem letzten Angriff auf den rechten französischen Flügel den Adler des 15. Linien-Regiments

1809[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • während der Feldzüge in Italien, Tirol und Österreich
12. und 13. April 1809
Bei dem Überfall bei Hall durch die Tiroler unter dem Major Teimer und durch die Kapitulation bei Innsbruck verlieren die Franzosen einen Adler
15. April 1809
Im Gefecht von Pordenone müssen die Franzosen den Adler des 35. Linien-Regiments übergeben
16. April 1809
in der Schlacht bei Sacile werden drei Adler von französischen Linien Regimentern erobert
20. April 1809
bei der Eroberung von Regensburg wird der Adler des 65. Linien-Regiments erbeutet
3. Mai 1809
Im Gefecht von Ebersberg nahmen die Österreicher drei Adler
21. und 22. Mai
bei Aspern und Eßling, die Adler des 5, 7 und 11. Kürassier-Regiments, der Adler des 27. leichten und den des 84. Linien Infanterie-Regiments
8 Juli 1809
in der Schlacht bei Wagram nahm der Oberlieutenant Dittmayer vom Infanterie-Regiment Argenteau den Adler des 106. Linien-Regiments

1809–1812[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

18. Oktober 1809
Im Gefecht von Tamen erobern die Spanier den ersten französischen Adler
20. August 1810
Im Treffen von Senabria erobern Portugiesen unter Silveira einen Adler der französischen Division Serras
5. März 1811
in der Schlacht bei Barrosa vor Cadis verlor das 8. Linien-Regiment seinen Adler (87th (Royal Irish Fusiliers) Regiment of Foot)
15. März 1811
beim Rückzug Massena's aus Portugal in den Gefechten bei Foz d'Aronce ging dem 27. und dem 69. Linien-Regiment der Adler verloren. Sie wurden von den Engländern im Flüsschen la Ceyra gefunden.
27. August 1811
in dem Rückzugsgefecht am Pass Fuence-badon im Königreich Leon nahmen die Spanier unter General Abadia den Adler des 6. Linien-Regiments in der Division Dorsenne
22. Juli 1812
in der Schlacht von Salamanca an den Arapiles verloren das 22. (Light Company, 2nd Battalion, 30th Regiment of Foot durch Ensign John Pratt) und das 101. Linien-Regiment (2nd Battalion 44th (East Essex) Regiment of Foot durch Leutnant Pearce) ihren Adler
14. August 1812
nach der Besetzung Madrid's durch die Engländer fielen diesen bei Übergabe des Forts El Retiro mit den dort befindlichen Vorräten aller Art auch die Adler von zwei französischen Linien-Regimentern in die Hände der Engländer (13. Dragoner-Regiment und 51. Régiment d'Infanterie de Ligne)

1813–1815[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den Feldzügen 1813, 1814 und 1815 des Deutschen Befreiungskrieges gingen den Franzosen folgende Adler verloren:

5. August 1813
Treffen bei Grünwiese vor der Schlacht von Dresden, ein Adler wurde von der russischen Reiterei erbeutet
26. August 1813
in der Schlacht an der Katzbach, zwei Adler wovon einen das preußische 12. Infanterie-Regiment mit dem Bajonett nahm
29. August 1813
bei Plagwitz unweit Löwenberg die zwei Adler des 147. und 149. Linien-Regiments, wovon einen das russische 28. Jäger-Bataillon nahm
30. August 1813
In der Schlacht bei Kulm die zwei Adler des 13. leichten und des 60. Linien-Infanterie-Regiments, welche die österreichische Infanterie eroberte
17. September 1813
bei Arbisau ein Adler den gleichfalls die Österreicher nahmen
16. Oktober 1813
in der Schlacht bei Möckern, ein Adler den das Mecklenburgische Husaren-Regiment und der Adler der Marine Garde die Horn'sche Division mit eroberte
2. Dezember 1813
beim Überfall von Neuß durch das preußische 14. Infanterie-Regiment wurde der Adler des 150. Linien-Regiments erbeutet
13. Januar 1814
beim Sturm von Wittenberg durch preußische IV. Armeekorps unter Tauentzien der Adler des 123. Linien-Regiments
27. März 1814
Gefecht bei Coulommiers ein Adler der jungen Garde durch die Division Horn
30. März 1814
vor Paris ein Adler den das preußische 2. Husaren-Regiment nahm
17. April 1814
bei der Übergabe der Festung Glogau, wurde auch der Adler des 151. Linien-Regiments den preußischen Truppen übergeben
18. Juni 1815
auf dem Schlachtfeld von Belle Alliance nahm die englische Reiterei unter General Ponsonby den Adler des 45. (durch die Royal Scots Greys) und den des 105. Linien-Regiments (1st The Royal Dragoons)
29. Juni 1815
bei der Erstürmung der Stadt Charleville durch Truppen des Bundeskorps, nahmen die kurhessischen Truppen einen Adler

Nicht klar ist die Anzahl der im Russlandfeldzug 1812 verlorenen Adler, da viele auf dem Rückweg auch versteckt wurden. Auch in der Schlacht bei Leipzig ging eine unbekannte Zahl von Adlern verloren.

Während der ersten Restauration vom April 1814 bis zum Februar 1815 wurden die Adler zerstört. In seiner Herrschaft der Hundert Tage ließ Napoléon neue Adler anfertigen, die qualitativ aber nicht an die ersten heranreichten. Zwei von diesen gingen dann auch bei Waterloo verloren. Die übrigen wurden dann in der erneuten Restauration zerstört, so dass heute nur noch wenige Adler erhalten sind.

Die britische Armee hat Truppenteile, die diese Adler erobert haben, besonders ausgezeichnet. So tragen noch heute die Traditionsnachfolger dieser Regimenter ein besonderes Abzeichen.

Fiktiv[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Serie Die Scharfschützen erwirbt der Hauptcharakter Lt. Sharpe besonderen Ruhm durch die Eroberung eines Aigle de drapeau.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]