4. Strafsenat des Bundesgerichtshofes

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4. Strafsenat des BGH mit den dazugehörigen Oberlandesgerichten:
  • Hamm
  • Naumburg
  • Zweibrücken
  • Karlsruhe (südlicher Teil)
  • Der 4. Strafsenat des Bundesgerichtshofs ist als einer von derzeit fünf Strafsenaten des BGH ein Spruchkörper des obersten deutschen Gerichtshofes der ordentlichen Gerichtsbarkeit.

    Besetzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Der Senat ist derzeit[1] wie folgt besetzt:

    Vorsitzende[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Nr. Name (Lebensdaten) Beginn der Amtszeit Ende der Amtszeit
    1 Alfred Groß (1885–1976) 2. April 1951 31. Januar 1955
    2 Max Güde (1902–1984) 23. März 1955 31. März 1956
    3 Hans Eberhard Rotberg (1903–1995) 11. April 1956 31. Dezember 1962
    4 Heinrich Jagusch (1908–1987) Januar 1963 28. Februar 1965
    5 Carlhans Scharpenseel (1907–2002) 17. Dezember 1965 Dezember 1966
    6 Hans Eberhard Rotberg (1903–1995) 1. Januar 1967 31. August 1969
    7 Gerd Meyer (1906–1984) 29. September 1969 30. Juni 1974
    8 Hans Wolfgang Schmidt (* 1920) 10. September 1974 1975
    9 Christian Mayr (* 1911) 24. März 1976 1977
    10 Hannskarl Salger (1929–2010) 20. Dezember 1977 30. November 1994
    11 Lutz Meyer-Goßner (* 1936) 1. Dezember 1994 31. Juli 2001
    12 Ingeborg Tepperwien (* 1945) 20. September 2001 30. April 2010
    13 Andreas Ernemann (* 1947) 25. Juni 2010 30. Juni 2012
    14 Beate Sost-Scheible (* 1956) 1. Juli 2013

    Zuständigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Der Geschäftsverteilungsplan des Bundesgerichtshofs regelt die Zuständigkeit der Strafsenate derart, dass jeder Senat für Revisionen aus dem Bezirk bestimmter Oberlandesgerichte zuständig ist und darüber hinaus sogenannte Spezialzuständigkeiten wahrnimmt. Gegenwärtig (Stand 2015[2]) sind dem 4. Strafsenat folgende Aufgaben zugewiesen:

    1. Die Revisionen in Strafsachen für die Bezirke der Oberlandesgerichte Hamm, Naumburg, Zweibrücken sowie aus dem Bezirk des Oberlandesgerichts Karlsruhe die Landgerichte Baden-Baden, Freiburg, Konstanz, Offenburg und Waldshut-Tiengen;
    2. die Revisionen in Verkehrsstrafsachen (einschließlich des räuberischen Angriffs auf Kraftfahrer sowie der Eisenbahn- und Luftunfälle und der Fälle, in denen eine Verkehrsordnungswidrigkeit mit anderen Straftaten zusammentrifft) außer Fahren ohne Fahrerlaubnis, sofern dies mit anderen Straftaten zusammentrifft;
    3. die Entscheidungen nach § 42 des Gesetzes über die Internationale Rechtshilfe in Strafsachen;
    4. die Entscheidungen im Falle der Zurückverweisung der Sache an einen anderen Strafsenat des Bundesgerichtshofs, soweit nicht der 2. Strafsenat zuständig ist;
    5. die Entscheidungen nach § 13 Abs. 4 und § 25 Abs. 1 Satz 4 des Strafrechtlichen Rehabilitierungsgesetzes (StrRehaG).

    Entscheidungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Beim 4. Strafsenat besteht eine Spezialzuständigkeit für das Verkehrsstrafrecht. Dies führt dazu, dass der Senat vielfach mit Fragen der Auswirkungen von Alkohol auf die Schuldfähigkeit und die Behandlung der actio libera in causa befasst war.

    Vor allem unter dem Vorsitz von Meyer-Goßner hat der 4. Strafsenat auch entscheidenden Einfluss auf die Fortbildung des Strafverfahrensrechts ausgeübt. Die Judikatur des Gerichts zum Problem der Verständigung im Strafverfahren geht auf grundlegende Entscheidungen dieses Senats zurück.

    Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    1. Besetzung des 4. Strafsenats auf der Webseite des Bundesgerichtshofs (Memento vom 7. August 2015 im Internet Archive)
    2. Bundesgerichtshof – Geschäftsverteilungsplan 2015 (Memento vom 22. Mai 2015 im Internet Archive) (abgerufen am 20. Mai 2015)
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