Räuberischer Angriff auf Kraftfahrer

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Der räuberische Angriff auf Kraftfahrer ist ein Tatbestand des deutschen Strafrechts. Er zählt zu den gemeingefährlichen Straftaten und ist im 28. Abschnitt des Besonderen Teils des Strafgesetzbuchs in § 316a normiert. Der Tatbestand erfasst Angriffshandlungen, die sich gegen Fahrzeuginsassen richten und der Begehung eines Raubs (§ 249 StGB), einer räuberischen Erpressung (§ 255 StGB) oder eines räuberischen Diebstahls (§ 252 StGB) dienen.

DIe Strafnorm beruht auf dem Gesetz gegen Straßenraub mittels Autofallen von 1938. Der Strafgrund des § 316a StGB liegt im Wesentlichen in dem Vorwurf, dass der Täter für seinen Angriff den Umstand ausnutzt, dass die Aufmerksamkeit des Opfers durch Verkehrsvorgänge so stark in Anspruch genommen ist, dass es hierdurch vermindert abwehrbereit ist.

Laut polizeilicher Kriminalstatistik wurden 2015 in Deutschland 263 Fälle des § 316a StGB angezeigt. Im Vergleich mit anderen Tatbeständen wird er damit sehr selten gemeldet.

Rechtslage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Tatbestand des räuberischen Angriffs auf Kraftfahrer lautet seit seiner letzten Veränderung am 1. April 1998 wie folgt:

(1) Wer zur Begehung eines Raubes (§§ 249 oder 250), eines räuberischen Diebstahls (§ 252) oder einer räuberischen Erpressung (§ 255) einen Angriff auf Leib oder Leben oder die Entschlußfreiheit des Führers eines Kraftfahrzeugs oder eines Mitfahrers verübt und dabei die besonderen Verhältnisse des Straßenverkehrs ausnutzt, wird mit Freiheitsstrafe nicht unter fünf Jahren bestraft.

(2) In minder schweren Fällen ist die Strafe Freiheitsstrafe von einem Jahr bis zu zehn Jahren.

(3) Verursacht der Täter durch die Tat wenigstens leichtfertig den Tod eines anderen Menschen, so ist die Strafe lebenslange Freiheitsstrafe oder Freiheitsstrafe nicht unter zehn Jahren.

Aufgrund der Mindeststrafandrohung von fünf Jahren Freiheitsstrafe stellt das Delikt gemäß § 12 Absatz 1 StGB ein Verbrechen dar. Daher sind nach § 23 Absatz 1 StGB der Versuch und nach § 30 Absatz 1 und 2 StGB bestimmte vorbereitende Handlungen strafbar. Nach § 138 Absatz 1 Nummer 8 StGB handelt es sich ferner um ein Delikt, dessen Nichtanzeige strafbar sein kann.

Durch die Regelung des § 316a StGB beabsichtigte der Gesetzgeber den Schutz mehrerer Rechtsgüter: Zum einen schützt die Norm die Unversehrtheit des Angriffsopfers, das sich aufgrund der Beanspruchung durch Verkehrsvorgänge lediglich eingeschränkt zu Wehr setzen kann. Zum anderen bezweckt die Norm den Schutz der Sicherheit des Straßenverkehrs, da von entsprechenden Angriffshandlungen ein erhebliches Unfallrisiko ausgehen kann.[1][2][3]

Entstehungsgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gesetz gegen Straßenraub mittels Autofallen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Strafvorschrift des § 316a StGB ging das Gesetz gegen Straßenraub mittels Autofallen vom 22. Juni 1938 voraus, welches unmittelbar durch die Raubüberfälle der Gebrüder Max und Walter Götze motiviert war. Diese hatten mehrere Angriffe auf Fahrer von PKW verübt. Hierzu hatten sie auf Straßen Hindernisse bereitet, um die Fahrer zum Anhalten zu zwingen. Nachdem die Brüder verhaftet worden waren, hatte das NS-Regime die Absicht, beide zum Tode zu verurteilen. Während dies bei Walter Götze wegen mehrerer anderer Verbrechen nach der geltenden Rechtslage ohnehin wahrscheinlich war, hatte Staatssekretär Roland Freisler Zweifel, ob auch Max Götze hingerichtet werden könne. Daher ließ er eine neue Strafrechtsnorm ausarbeiten, die die von Max Götze mitbegangenen Überfälle mit der Todesstrafe bedrohte. Nach dieser Norm wurde verurteilt, wer „in räuberischer Absicht eine Autofalle stellte“. Damit das Gesetz auf den Götze-Fall angewendet werden konnte, trat es wie viele andere NS-Strafgesetze rückwirkend zum 1. Januar 1936 in Kraft.[4]

Neufassung der Norm[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach 1945 wurde die Strafnorm durch das Kontrollratsgesetz Nr. 55 aufgehoben, da unter anderem der Tatbestand als zu unbestimmt angesehen wurde. Da der deutsche Gesetzgeber allerdings fürchtete, Angriffe auf Kraftfahrer könnten ohne die Norm nicht hinreichend sanktioniert werden, überarbeitete er den früheren Tatbestand, um ihn den Vorgaben des Grundgesetzes anzupassen. Die neu gefasste Norm bestrafte das Unternehmen eines Angriffs auf Leib, Leben oder Entschlussfreiheit eines Kraftfahrzeugführers oder eines Mitfahrers unter Ausnutzung der besonderen Verhältnisse des Straßenverkehrs zwecks Begehung eines Raubes oder einer räuberischen Erpressung. Ferner ersetzte der Gesetzgeber die gemäß Art. 102 des Grundgesetzes abgeschaffte Todesstrafe durch eine Mindeststrafe von fünf Jahren Zuchthaus und ergänzte eine Möglichkeit der Strafmilderung, wenn der Täter seine Tat aufgibt. Die überarbeitete Strafnorm trat mit Wirkung zum 23. Januar 1953 als § 316a StGB in Kraft.[5][6]

Durch das Strafrechtsreformgesetz vom 25. Juni 1969 wurde die Androhung von Zuchthausstrafe durch die Androhung von Gefängnisstrafe abgelöst. Mit Wirkung zum 19. Dezember 1971 erweiterte der Gesetzgeber die Norm um einen unbenannten minder schweren Fall, der eine Mindeststrafe von einem Jahr androhte. Mit dieser Änderung reagierte der Gesetzgeber auf Kritik der Rechtsprechung an der hohen Mindeststrafandrohung des § 316a StGB.[7][8]

Mit Wirkung zum 1. Januar 1975 bezog der Gesetzgeber den räuberischen Diebstahl als Tat, zu deren Verwirklichung der Täter den Angriff begeht, in § 316a StGB ein.

Die letzte wesentliche Änderung erfolgte durch das sechste Strafrechtsreformgesetz von 1998. Der Gesetzgeber ersetzte in der Tathandlung den Begriff des Unternehmens durch das Verüben. Hierdurch schuf er Raum für einen Versuch der Tat, von dem der Täter mit strafbefreiender Wirkung gemäß § 24 StGB zurücktreten kann. Ferner ersetzte er die Bestimmung zur Strafmilderung wegen tätiger Reue durch eine strafschärfende Erfolgsqualifikation: das Töten eines anderen Menschen.[7]

Gegenwärtige Kritik an der Norm knüpft insbesondere an die hohe Mindeststrafandrohung an, die die von Raub und räuberischer Erpressung um das Fünffache übersteigt, wodurch sie in einem Spannungsverhältnis zum Übermaßverbot steht.[9] Daher fordern einige Rechtswissenschaftler eine Reduzierung des Strafrahmens[10], andere die Streichung[11][12][13] oder Neufassung[14] der Norm. Da sich der Gesetzgeber bislang nicht zur Senkung der Mindeststrafandrohung entschlossen hat, bemüht sich die Rechtsprechung um eine restriktive Handhabung der Norm, indem sie die jeweiligen Tatbestandsmerkmale tendenziell eng auslegt.[15][16]

Objektiver Tatbestand[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tathandlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine Strafbarkeit nach § 316a StGB setzt voraus, dass der Täter den Führer oder Mitfahrer eines Kraftfahrzeugs angreift. Unter einem Angriff versteht man eine Handlung, die unmittelbar auf die Beeinträchtigung von Leben, Leib oder Entschlussfreiheit gerichtet ist.[17][18] Als Angriffshandlungen kommen beispielsweise Körperverletzungen und Nötigungen in Betracht. Beispielhaft sind etwa das Bedrohen mit einer Waffe[19] oder das Bereiten von Hindernissen, um den Fahrer zum Ausweichen zu zwingen[20]. Umstritten ist, ob List ein geeignetes Angriffsmittel ist. Hiergegen führen Rechtswissenschaftler an, dass List im Regelfall nicht zu einer hinreichend starken Einwirkung auf das Opfer führt.[21][22] Dies sei allerdings der Fall, wenn die Täuschung auf das Opfer eine nötigende Wirkung hat. Das trifft beispielsweise zu, wenn der Täter eine Polizeikontrolle vortäuscht, um ein Fahrzeug zwecks Begehung eines Raubüberfalls zum Anhalten zu bewegen.[23][24][25]

Tatopfer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als mögliche Tatopfer nennt die Norm zunächst Kraftfahrzeugführer. Diese definiert die Rechtsprechung als Personen, die ein Fahrzeug in Bewegung setzen, es in Bewegung halten oder allgemein mit dem Betrieb des Fahrzeugs oder mit der Bewältigung von Verkehrsvorgängen beschäftigt sind.[26][27] Umstritten war in der Rechtswissenschaft, unter welchen Umständen beim Anhalten eines Fahrzeugs ein Fahrer noch als Kraftfahrzeugführer galt. Weitgehende Einigkeit besteht inzwischen dahingehend, dass es die Fahrzeugführereigenschaft nicht berührt, wenn man aus verkehrsbedingten Gründen anhält. Dies trifft etwa auf das Halten an einer Ampel oder an einer Baustelle zu. Denn bei solchen Stopps muss sich der Fahrer auf das Verkehrsgeschehen konzentrieren, sodass er gegenüber Angriffen vermindert abwehrfähig ist.[28][29]

Hält der Fahrer aus anderen als verkehrsbedingten Gründen an, kann er weiterhin als Fahrzeugführer gelten, sofern er mit dem Betrieb seines Fahrzeugs beschäftigt ist. Dies trifft etwa zu, wenn der Fahrer anhält, um einem Fahrtgeräusch auf den Grund zu gehen[30], oder um einen Beifahrer aussteigen zu lassen. Ein bedeutendes Indiz für das Fortbestehen der Verkehrsführereigenschaft ist das Laufenlassen des Motors.[31][32] Als Fahrzeugführer gilt das Tatopfer nicht mehr, wenn es das Fahrzeug geparkt hat. Denn hiernach ist es nicht mehr aufgrund spezifischer Anforderungen des fließenden Verkehrs in seiner Verteidigungsfähigkeit eingeschränkt.[33][34] Ferner gilt nicht als Fahrzeugführer, wer sich außerhalb des Wagens befindet.[35]

Als weitere mögliche Tatopfer nennt § 316a StGB Mitfahrer.

Tatsituation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schließlich muss der Täter bei seinem Angriff die besonderen Verhältnisse des Straßenverkehrs ausnutzen. Dies ist der Fall, wenn der Täter Umstände ausnutzt, die sich typischerweise aus der Teilnahme am öffentlichen Verkehr ergeben und dazu führen, dass das Opfer sich dem Angriff lediglich eingeschränkt wehren kann.[36][37][38] Dies trifft auf Situationen zu, in denen die Konzentration des Angriffsopfers auf den Straßenverkehr gerichtet ist, etwa weil es das Fahrzeug fährt oder aus verkehrsbedingten Gründen anhält.

Kein Ausnutzen liegt hingegen vor, wenn das Opfer mit Vorgängen beschäftigt ist, die nicht mit den Abläufen des Straßenverkehrs in Verbindung stehen. Dies trifft etwa auf einen Taxifahrer zu, der Geld von seinem Kunden kassiert.[39] Ebenfalls keine spezifische Gefahr stellt die Isolierung des Opfers durch Verbringen an einen einsamen Ort dar. Zwar bewertete dies die Rechtsprechung früher als tatbestandsmäßig[40], inzwischen nahm sie hiervon jedoch Abstand, da das Verbringen an einen anderen Ort keine Gefahr ist, die in typischem Zusammenhang mit dem Straßenverkehr steht[41].

Subjektiver Tatbestand[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine Strafbarkeit nach § 316a StGB erfordert zumindest bedingten Vorsatz hinsichtlich des objektiven Tatbestands. Der Täter muss daher zumindest erkennen, dass er sich beim Verüben seines Angriffs die besonderen Umstände des Straßenverkehrs zu Nutze macht sowie billigend in Kauf nehmen, dass die Verteidigungsfähigkeit des Opfers hierdurch geschwächt ist.[42][43] Hieran fehlt es etwa, wenn der Täter das Opfer allein durch zahlenmäßige Überlegenheit überwältigen will.[44]

Darüber hinaus muss der Täter die Absicht haben, sein Handeln zu einem Raub, einem räuberischen Diebstahl oder einer räuberischen Erpressung zu nutzen. Diese Absicht muss bei Verüben des Angriffs vorliegen, weswegen der subjektive Tatbestand des § 316a StGB nicht erfüllt ist, wenn der Täter die Absicht erst nach dem Angriff fasst.[45]

Versuch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Versuch liegt vor, wenn der Täter mit der erforderlichen Absicht zur Tatbegehung unmittelbar ansetzt. Dies ist etwa der Fall, wenn der Täter die Angriffswaffe zieht.[46][47] Von diesem Versuch kann er zurücktreten, soweit er nicht nicht fehlgeschlagen ist. Dies ist etwa der Fall, wenn er seine Waffe wieder einsteckt, bevor es zu einer Bedrohung des Opfers gekommen ist.[48]

Qualifikation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

§ 316a Absatz 3 StGB enthält eine strafschärfende Erfolgsqualifikation die das Mindeststrafmaß auf zehn Jahre Freiheitsstrafe anhebt und die Anordnung lebenslanger Freiheitsstrafe erlaubt.

Die Erfolgsqualifikation ist erfüllt, wenn der Täter durch die Tat den Tod eines anderen Menschen verursacht. Bei diesem Mensch muss es sich nicht um den Angegriffenen handeln. Ferner muss der Todeseintritt unmittelbare Folge der Gefahr sein, die von dem Angriff ausgeht. Er muss also in einem Zusammenhang mit dem Ausnutzen der Straßenverkehrssituation stehen. Hieran fehlt es etwa, wenn der Tod alleinige Folge der späteren Raubtat ist.[49] Ein hinreichender Zusammenhang besteht hingegen, wenn der angegriffene Fahrzeugführer infolge des Angriffs einen Fahrfehler begeht und mit dem Wagen tödlich verunfallt.[50][51] Schließlich muss dem Täter hinsichtlich der Tötung wenigstens Leichtfertigkeit vorzuwerfen sein, also ein besonders schwerer Sorgfaltspflichtverstoß.[52]

Prozessuales und Strafzumessung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Tat wird als Offizialdelikt von Amts wegen verfolgt, sodass ein Strafantrag eines Betroffenen nicht erforderlich ist. Der Strafrahmen liegt grundsätzlich zwischen fünf und fünfzehn Jahren Freiheitsstrafe.

Nach § 316a Absatz 2 StGB verringert sich der Strafrahmen auf ein bis zehn Jahre, wenn ein minder schwerer Fall vorliegt. Das Gesetz benennt keine Konstellationen, in denen die Tat weniger schwer wiegt, sodass dieser unbestimmte Rechtsbegriff durch die Rechtswissenschaft konkretisiert wird. Der Strafmilderungsgrund kommt etwa in Betracht, wenn der Angriff lediglich mit geringen Gefahren für das Opfer verbunden ist.

Der räuberische Angriff gilt als beendet, wenn der Täter den Angriff abgeschlossen hat.[53] Ab diesem Zeitpunkt beginnt gemäß § 78a StGB die Verjährung.[54] Die Verjährungsfrist des Grunddelikts beträgt aufgrund seines Strafrahmens nach § 78 Absatz 3 Nummer 2 StGB zwanzig Jahre. Die Erfolgsqualifikation verjährt aufgrund ihrer höheren Strafandrohung gemäß § 78 Absatz 3 Nummer 1 StGB nach dreißig Jahren.[55]

Gesetzeskonkurrenzen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aufgrund des notwendigen engen Zusammenhangs zwischen Angriffshandlung und der beabsichtigten Raubtat stehen beide Delikte zueinander in Tateinheit.[56][57] Ebenfalls in Tateinheit zu § 316a StGB kann die Vornahme eines gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr stehen, etwa indem der Täter den Angriff durch das Bereiten eines Hindernisses verübt.[58]

Polizeiliche Kriminalstatistik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erfasste Fälle des räuberischen Angriffs auf Kraftfahrer in den Jahren 1987–2015.

2007 gab es insgesamt 448 erfasste räuberische Angriffe auf Kraftfahrer. Damit ist die Zahl der räuberischen Angriffe um 29 Fälle (6,9 %) im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Die Aufklärungsquote betrug für 2007 49,1 %. Damit ist die Aufklärungsquote im Vergleich zum Vorjahr gesunken, dort lag die Quote bei 52,5 %.[59]

Aburteilungen wegen räuberischen Angriffs auf Kraftfahrer sind relativ selten, was unter anderem an der wegen der hohen Mindeststrafdrohung gebotenen restriktiven Auslegung liegen dürfte. Die Verurteiltenstatistik für 2003 weist 127 Aburteilungen nach § 316a StGB aus, was einem Anteil von circa 1 % an allen Raub- und Erpressungsstraftaten entspricht. Die Tat wurde überwiegend von männlichen Tätern begangen (ca. 95 %). Etwa 60 % der Täter waren Erwachsene, 21 % Heranwachsende und ca. 19 % Jugendliche. Alle Heranwachsenden wurden nach Jugendstrafrecht abgeurteilt.[60]

Polizeiliche Kriminalstatistik für räuberischen Angriff auf Kraftfahrer in der Bundesrepublik Deutschland[61]
erfasste Fälle mit Schusswaffe
Jahr insgesamt pro 100.000 Einwohner Versuche geschossen gedroht Aufklärungsquote
1987 558 0,9 0 (0,0 %) 15 140 61,6 %
1988 476 0,8 0 (0,0 %) 4 90 54,0 %
1989 475 0,8 0 (0,0 %) 6 88 51,4 %
1990 510 0,8 0 (0,0 %) 6 111 57,5 %
1991 690 1,1 0 (0,0 %) 14 143 55,7 %
1992 751 1,1 0 (0,0 %) 13 177 50,1 %
1993 803 1,0 0 (0,0 %) 10 196 49,4 %
1994 760 0,9 0 (0,0 %) 12 168 49,6 %
1995 734 0,9 0 (0,0 %) 14 168 51,0 %
1996 725 0,9 0 (0,0 %) 15 149 48,0 %
1997 744 0,9 0 (0,0 %) 11 172 49,2 %
1998 711 0,9 0 (0,0 %) 16 188 48,9 %
1999 589 0,7 26 (4,4 %) 21 123 49,7 %
2000 506 0,6 39 (7,7 %) 14 103 53,4 %
2001 538 0,7 38 (7,4 %) 8 124 50,9 %
2002 562 0,7 64 (11,4 %) 10 126 51,4 %
2003 549 0,7 62 (11,3 %) 12 143 53,2 %
2004 581 0,7 126 (21,7 %) 13 128 49,1 %
2005 493 0,6 143 (29,0 %) 7 91 51,9 %
2006 419 0,5 123 (29,4 %) 4 80 52,5 %
2007 448 0,5 117 (26,1 %) 11 88 49,1 %
2008 393 0,5 117 (29,8 %) 4 67 55,5 %
2009 417 0,5 135 (32,4 %) 1 83 51,3 %
2010 403 0,5 112 (27,8 %) 2 75 49,9 %
2011 335 0,4 91 (27,2 %) 7 57 50,4 %
2012 354 0,4 107 (30,2 %) 2 56 45,5 %
2013 269 0,3 93 (34,6 %) 0 34 57,6 %
2014 247 0,3 84 (34,0 %) 6 31 53,8 %
2015 263 0,3 95 (36,1 %) 0 31 49,0 %

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Burkhard Feilcke: § 316a. In: Bernd von Heintschel-Heinegg (Hrsg.): Beckscher Online-Kommentar StGB, 30. Edition 2016.
  • Thomas Fischer: Strafgesetzbuch mit Nebengesetzen. 62. Auflage. C. H. Beck, München 2015, ISBN 978-3-406-66884-5, § 316a.
  • Günter Sander: § 316a. In: Wolfgang Joecks, Klaus Miebach (Hrsg.): Münchener Kommentar zum Strafgesetzbuch. Bd. 5. §§ 263–358 StGB. 2. Auflage. C. H. Beck, München 2014, ISBN 978-3-406-60290-0.
  • Detlev Sternberg-Lieben, Bernd Hecker: § 316a. In: Adolf Schönke, Horst Schröder, Albin Eser (Hrsg.): Strafgesetzbuch: Kommentar. 29. Auflage. C. H. Beck, München 2014, ISBN 978-3-406-65226-4.
  • Frank Zieschang: § 316a. In: Urs Kindhäuser, Ulfrid Neumann, Hans-Ullrich Paeffgen (Hrsg.): . 4. Auflage. Nomos, Baden-Baden 2013, ISBN 978-3-8329-6661-4.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. BGHSt 49, 8 (11).
  2. Detlev Sternberg-Lieben, Bernd Hecker: § 316a, Rn. 1. In: Adolf Schönke, Horst Schröder, Albin Eser (Hrsg.): Strafgesetzbuch: Kommentar. 29. Auflage. C. H. Beck, München 2014, ISBN 978-3-406-65226-4.
  3. Rudolf Rengier: Strafrecht Besonderer Teil I: Vermögensdelikte. 18. Auflage. C. H. Beck, München 2016, ISBN 978-3-406-68816-4, § 12, Rn. 1.
  4. Matthias Niedzwicki: Das Gesetz gegen Straßenraub mittels Autofallen und der § 316a StGB. In: Zeitschrift für das juristische Studium 2008, S. 371 (371-372).
  5. Matthias Niedzwicki: Das Gesetz gegen Straßenraub mittels Autofallen und der § 316a StGB. In: Zeitschrift für das juristische Studium 2008, S. 371 (373).
  6. Günter Sander: § 316a, Rn. 5. In: Wolfgang Joecks, Klaus Miebach (Hrsg.): Münchener Kommentar zum Strafgesetzbuch. Bd. 5. §§ 263–358 StGB. 2. Auflage. C. H. Beck, München 2014, ISBN 978-3-406-60290-0.
  7. a b Günter Sander: § 316a, Rn. 6. In: Wolfgang Joecks, Klaus Miebach (Hrsg.): Münchener Kommentar zum Strafgesetzbuch. Bd. 5. §§ 263–358 StGB. 2. Auflage. C. H. Beck, München 2014, ISBN 978-3-406-60290-0.
  8. BT-Drs. 6/2721, S. 2.
  9. Frank Zieschang: § 316a, Rn. 8. In: Urs Kindhäuser, Ulfrid Neumann, Hans-Ullrich Paeffgen (Hrsg.): Strafgesetzbuch. 4. Auflage. Nomos, Baden-Baden 2013, ISBN 978-3-8329-6661-4.
  10. Gunnar Duttge, Waltraud Nolden: Die rechtsgutsorientierte Interpretation des § 316a StGB. In: Juristische Schulung 2005, S. 193 (195).
  11. Matthias Jahn: Anmerkung zu BGH 2 StR 104/14. In: Juristische Schulung 2014, S. 1135 (1137).
  12. Georg Freund: Der Entwurf eines 6. Gesetzes zur Reform des Strafrechts. In: Zeitschrift für die gesamte Strafrechtswissenschaft 1997, S. 455 (482).
  13. Thomas Fischer: Strafgesetzbuch mit Nebengesetzen. 62. Auflage. C. H. Beck, München 2015, ISBN 978-3-406-66884-5, § 316a, Rn. 2.
  14. Björn Jesse: § 316a StGB: unverhältnismäßig, überflüssig — verfassungswidrig? Versuch über einen ungeliebten Tatbestand und ein Vorschlag zur Änderung des StGB. In: JuristenZeitung 2008, S. 1083.
  15. Sigmund Martin: Anmerkung zu BGH 4 StR 150/03. In: Juristische Schulung 2004, S. 352.
  16. Gunnar Duttge, Waltraud Nolden: Die rechtsgutsorientierte Interpretation des § 316a StGB. In: Juristische Schulung 2005, S. 193.
  17. Günter Sander: § 316a, Rn. 8. In: Wolfgang Joecks, Klaus Miebach (Hrsg.): Münchener Kommentar zum Strafgesetzbuch. Bd. 5. §§ 263–358 StGB. 2. Auflage. C. H. Beck, München 2014, ISBN 978-3-406-60290-0.
  18. Christoph Sowada: § 316a, Rn. 9. In: Heinrich Wilhelm Laufhütte (Hrsg.): Leipziger Kommentar zum Strafgesetzbuch. Bd. 8: §§ 306 bis 323. 12. Auflage. De Gruyter, Berlin 2008, ISBN 978-3-89949-564-5.
  19. BGHSt 25, 224 (225).
  20. Günter Sander: § 316a, Rn. 10-11. In: Wolfgang Joecks, Klaus Miebach (Hrsg.): Münchener Kommentar zum Strafgesetzbuch. Bd. 5. §§ 263–358 StGB. 2. Auflage. C. H. Beck, München 2014, ISBN 978-3-406-60290-0.
  21. Gunnar Duttge, Waltraud Nolden: Die rechtsgutsorientierte Interpretation des § 316a StGB. In: Juristische Schulung 2005, S. 193 (198).
  22. Felix Herzog: Anmerkung zu BGH 4 StR 150/03. In: Juristische Rundschau 2004, S. 256 (258).
  23. Bundesgerichtshof: 4 StR 607/14. In: Neue Juristische Wochenschrift 2015, S. 2131.
  24. Burkhard Feilcke: § 316a, Rn. 15.2. In: Bernd von Heintschel-Heinegg (Hrsg.): Beckscher Online-Kommentar StGB, 30. Edition 2016.
  25. Detlev Sternberg-Lieben, Bernd Hecker: § 316a, Rn. 4. In: Adolf Schönke, Horst Schröder, Albin Eser (Hrsg.): Strafgesetzbuch: Kommentar. 29. Auflage. C. H. Beck, München 2014, ISBN 978-3-406-65226-4.
  26. BGHSt 49, 8.
  27. BGHSt 38, 196.
  28. BGHSt 25, 315 (316).
  29. BGHSt 50, 169 (171).
  30. Bundesgerichtshof: 4 StR 427/03. In: Neue Zeitschrift für Strafrecht 2004, S. 269.
  31. BGHSt 50, 169.
  32. Detlev Sternberg-Lieben, Bernd Hecker: § 316a, Rn. 8. In: Adolf Schönke, Horst Schröder, Albin Eser (Hrsg.): Strafgesetzbuch: Kommentar. 29. Auflage. C. H. Beck, München 2014, ISBN 978-3-406-65226-4.
  33. BGHSt 6, 82 (83).
  34. Christian Roßmüller, Guido Rohrer: Der räuberische Angriff auf Kraftfahrer - Kritik der BGH-Rechtsprechung zum Unternehmensdelikt des § 316a StGB. In: Neue Zeitschrift für Verkehrsrecht 1995, S. 253 (255).
  35. Detlev Sternberg-Lieben, Bernd Hecker: § 316a, Rn. 9. In: Adolf Schönke, Horst Schröder, Albin Eser (Hrsg.): Strafgesetzbuch: Kommentar. 29. Auflage. C. H. Beck, München 2014, ISBN 978-3-406-65226-4.
  36. BGHSt 5, 280.
  37. BGHSt 33, 381.
  38. Günter Sander: § 316a, Rn. 29. In: Wolfgang Joecks, Klaus Miebach (Hrsg.): Münchener Kommentar zum Strafgesetzbuch. Bd. 5. §§ 263–358 StGB. 2. Auflage. C. H. Beck, München 2014, ISBN 978-3-406-60290-0.
  39. Detlev Sternberg-Lieben, Bernd Hecker: § 316a, Rn. 13. In: Adolf Schönke, Horst Schröder, Albin Eser (Hrsg.): Strafgesetzbuch: Kommentar. 29. Auflage. C. H. Beck, München 2014, ISBN 978-3-406-65226-4.
  40. BGHSt 13, 27 (30).
  41. BGHSt 49, 8 (16).
  42. Kristian Kühl: Strafrecht Allgemeiner Teil. 7. Auflage. Vahlen, München 2012, ISBN 978-3-8006-4494-0, § 5, Rn. 43.
  43. BGHSt 50, 169.
  44. BGHSt 49, 8 (16).
  45. Frank Zieschang: § 316a, Rn. 47. In: Urs Kindhäuser, Ulfrid Neumann, Hans-Ullrich Paeffgen (Hrsg.): Strafgesetzbuch. 4. Auflage. Nomos, Baden-Baden 2013, ISBN 978-3-8329-6661-4.
  46. Frank Zieschang: § 316a, Rn. 50. In: Urs Kindhäuser, Ulfrid Neumann, Hans-Ullrich Paeffgen (Hrsg.): Strafgesetzbuch. 4. Auflage. Nomos, Baden-Baden 2013, ISBN 978-3-8329-6661-4.
  47. Ralph Ingelfinger: Zur tatbestandlichen Reichweite der Neuregelug des räuberischen Angriffs auf Kraftfahrer und zur Möglichkeit strafbefreienden Rücktritts. In: Juristische Rundschau 2000, S. 225.
  48. Detlev Sternberg-Lieben, Bernd Hecker: § 316a, Rn. 18. In: Adolf Schönke, Horst Schröder, Albin Eser (Hrsg.): Strafgesetzbuch: Kommentar. 29. Auflage. C. H. Beck, München 2014, ISBN 978-3-406-65226-4.
  49. Frank Zieschang: § 316a, Rn. 53. In: Urs Kindhäuser, Ulfrid Neumann, Hans-Ullrich Paeffgen (Hrsg.): . 4. Auflage. Nomos, Baden-Baden 2013, ISBN 978-3-8329-6661-4.
  50. Gunnar Duttge: § 316a, Rn. 18. In: Dieter Dölling, Kai Ambos, Gunnar Duttge, Dieter Rössner (Hrsg.): Gesamtes Strafrecht: StGB – StPO – Nebengesetze. 3. Auflage. Nomos, Baden-Baden 2013, ISBN 978-3-8329-7129-8.
  51. Thomas Fischer: Strafgesetzbuch mit Nebengesetzen. 62. Auflage. C. H. Beck, München 2015, ISBN 978-3-406-66884-5, § 316a, Rn. 19.
  52. Frank Zieschang: § 316a, Rn. 54. In: Urs Kindhäuser, Ulfrid Neumann, Hans-Ullrich Paeffgen (Hrsg.): . 4. Auflage. Nomos, Baden-Baden 2013, ISBN 978-3-8329-6661-4.
  53. Thomas Fischer: Strafgesetzbuch mit Nebengesetzen. 62. Auflage. C. H. Beck, München 2015, ISBN 978-3-406-66884-5, § 316a, Rn. 15.
  54. Kristian Kühl: § 78a, Rn. 2. In: Kristian Kühl, Martin Heger: Strafgesetzbuch: Kommentar. 28. Auflage. C. H. Beck, München 2014, ISBN 978-3-406-65227-1.
  55. Gunnar Duttge: § 316a, Rn. 22. In: Dieter Dölling, Kai Ambos, Gunnar Duttge, Dieter Rössner (Hrsg.): Gesamtes Strafrecht: StGB – StPO – Nebengesetze. 3. Auflage. Nomos, Baden-Baden 2013, ISBN 978-3-8329-7129-8.
  56. Bundesgerichtshof: 4 StR 131/63. In: Neue Juristische Wochenschrift 1963, S. 1413 (1414).
  57. BGHSt 14, 386 (391).
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  59. Polizeiliche Kriminalstatistik Bundesrepublik Deutschland 2007 (PDF.)
  60. Statistisches Bundesamt, Fachserie 10 / Reihe 3, Rechtspflege, Strafverfolgung 2003.
  61. PKS-Zeitreihen 1987 bis 2015. Bundeskriminalamt, 23. Mai 2016, abgerufen am 9. Mai 2016.
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