Abelsonit

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Abelsonit
Abelsonite - Green River Formation, Uintah County, Utah, USA.jpg
Rötlicher Abelsonit-Kristall aus der Green-River-Formation, Uintah County, Utah, USA (Größe 1,8 mm)
Allgemeines und Klassifikation
Andere Namen
  • IMA 1975-013
  • Nickelporphyrin
Chemische Formel NiC31H34N4
Mineralklasse
(und ggf. Abteilung)
diverse organische Minerale
System-Nr. nach Strunz
und nach Dana
10.CA.20 (8. Auflage: IX/A.02)
50.04.09.01
Kristallographische Daten
Kristallsystem triklin
Kristallklasse; Symbol triklin-pedial; 1
Raumgruppe P1 (Nr. 1)Vorlage:Raumgruppe/1[1]
Gitterparameter a = 8,508 Å; b = 11,185 Å; c = 7,299 Å
α = 90°51'; β = 114°08'; γ = 79°59'[1]
Formeleinheiten Z = 1[1]
Physikalische Eigenschaften
Mohshärte 2 bis 3
Dichte (g/cm3) 1,45
Spaltbarkeit gut
Bruch; Tenazität undeutlich
Farbe von blassrosa über purpur bis rötlichbraun
Strichfarbe weiß
Transparenz durchscheinend
Glanz Diamantglanz, Metallglanz

Abelsonit, auch als Nickelporphyrin bekannt, ist ein sehr selten vorkommendes Mineral der Mineralklasse der organischen Verbindungen. Es kristallisiert im triklinen Kristallsystem mit der chemischen Formel NiC31H34N4[2] und bildet bis zu einem Zentimeter große flache Aggregate von blassrosa, purpurner oder rötlichbrauner Farbe.

Etymologie und Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Mineral wurde 1969 von Lawrence C. Trudell in der Typlokalität, dem Wosco-Bohrloch in der Green-River-Formation im US-Bundesstaat Utah gefunden. Das Mineral wurde nach Philip Hauge Abelson, dem Präsidenten der Carnegie Institution in Washington, D.C. benannt.[3]

Klassifikation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der mittlerweile veralteten, aber noch gebräuchlichen 8. Auflage der Mineralsystematik nach Strunz gehörte der Abelsonit zur Abteilung der „Salze organischer Säuren“, wo er zusammen mit Calclacit, Dashkovait, Earlandit, Formicait, Hoganit, Julienit, Kafehydrocyanit, Mellit und Paceit die unbenannte Gruppe IX/A.02 bildete.

Die seit 2001 gültige und von der International Mineralogical Association (IMA) verwendete 9. Auflage der Strunz’schen Mineralsystematik ordnet den Abelsonit in die Abteilung „Diverse organische Mineralien“ und dort in die unbenannte Unterabteilung „10.CA.“ ein, wo er als einziges Mitglied die unbenannte Gruppe 10.CA.20 bildet.

Auch die vorwiegend im englischen Sprachraum gebräuchliche Systematik der Minerale nach Dana ordnet den Abelsonit in die Klasse der „organischen Minerale“ und dort in die gleichnamige Abteilung ein. Hier ist er als einziges Mitglied in der unbenannten Gruppe 50.04.09 innerhalb der Unterabteilung „Salze organischer Säuren mit verschiedenen Formeln“ zu finden.

Bildung und Fundorte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Abelsonit bildet sich als Sekundärmineral an Oberflächen von Ölschiefer. Es entstand durch Umwandlung von Chlorophyll und ist das einzig bekannte, kristallin in der Natur vorkommende Porphyrin-Derivat. Aus diesem Grund wird Abelsonit auch als ein Chemofossil bezeichnet. Es ist vergesellschaftet mit Albit, Orthoklas, Pyrit, Quarz, Glimmer, Dolomit und Analcim.[4]

Neben der Typlokalität wurde Abelsonit noch in weiteren Fundorten in der Green-River-Formation sowie im Piceance Creek Basin im US-Bundesstaat Colorado gefunden.[4]

Kristallstruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Strukturformel von Abelsonit

Abelsonit kristallisiert im triklinen Kristallsystem in der Raumgruppe P1 (Raumgruppen-Nr. 1)Vorlage:Raumgruppe/1 mit den Gitterparametern a = 8,508 Å, b = 11,185 Å und c = 7,299 Å; α = 90°51', β = 114°08' und γ = 79°59' sowie einer Formeleinheit pro Elementarzelle.[5]

Chemisch handelt es sich um ein Porphyrin-Derivat, das insgesamt fünf Methyl- und zwei Ethylgruppen am Porphyrinring besitzt.[2]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Liste der Minerale

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Abelsonit in: Anthony et al.: Handbook of Mineralogy, 1990, 1, 101.
  2. a b Carlyle B. Storm, Jostein Krane, Tore Skjetne, Nils Telnaes, Jan F. Branthaver, Earl W. Baker: The Structure of Abelsonite. In: Science. 1984, 223, S. 1075-1076, doi:10.1126/science.223.4640.1075.
  3. Charles Milton, Edward J. Dwornik, Patricia A. Estep-Barnes, Robert B. Finkelman, Adolf Pabst, Susan Palmer: Abelsonite, nickel porphyrin, a new mineral from the Green River Formation, Utah. In: American Mineralogist. 1978, 63, S. 930-937 (pdf).
  4. a b G. M. Mason, L. G. Trudell, J. F. Branthaver: Review of the stratigraphic distribution and diagenetic history of abelsonite. In: Organic Geochemistry. 1989, 14, 6, S. 585-594, doi:10.1016/0146-6380(89)90038-7.
  5. Abelsonit in: Anthony et al.: Handbook of Mineralogy, 1990, 1, 101.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]