Abkommen von Edinburgh und Northampton

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Mit dem Abkommen von Edinburgh und Northampton anerkannte England im Jahr 1328 die Unabhängigkeit Schottlands und den Anspruch von Robert I. auf den schottischen Thron.

Vorgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachdem die schottische Armee im Unabhängigkeitskrieg einen überwältigenden Sieg in der Schlacht von Bannockburn errungen hatte und in der Folge mehrfach in den ungeschützten Norden Englands einfallen konnte, sah sich der englische König Eduard II. zu einem Waffenstillstand gezwungen. Gleichzeitig gab er jedoch englischen Freibeutern die Erlaubnis, flämische Schiffe anzugreifen, die Handel mit Schottland trieben. Nachdem das flämische Schiff Pelarym überfallen und sämtliche Schotten an Bord getötet worden waren, verlangte der schottische König Robert I. vergeblich Gerechtigkeit. Deshalb erneuerte er am 26. April 1326 in Corbeil die Auld Alliance zwischen Schottland und Frankreich.

1327 fielen die Schotten in Nordengland ein und besiegten die englischen Armeen bei Stanhope Park und Weardale. Bald danach landeten die Schotten in Ulster im Norden Irlands. Nach dem Tod des abgesetzten Eduards II. versuchten Königin Isabella und Roger Mortimer, einen weiteren Feldzug gegen Schottland zu initiieren, doch das Parlament verweigerte die dazu notwendigen Mittel.

Im Oktober 1327 sandten Isabella und Mortimer Botschafter nach Schottland, um Verhandlungen für einen Friedensvertrag aufzunehmen. Am 1. März 1328 erließ Isabella in York die notwendigen Gesetze, die den Kern des Vertrages ausmachen sollten. Am 17. März endeten die Verhandlungen mit der formellen Unterzeichnung des Vertrages in der Holyrood Abbey in Edinburgh. Die Ratifizierung durch das englische Parlament erfolgte am 3. Mai in Northampton.

Inhalt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Namen des minderjährigen Königs Eduard III. erkannten Isabella und Mortimer die Souveränität Schottlands an. Um den Vertrag zu besiegeln, sollte Eduards sechsjährige Schwester Johanna den vierjährigen schottischen König David II. heiraten. Die durch Alexander III. festgelegte Grenze sollte „auf ewig“ bestehen bleiben. Ursprünglich war auch die Rückgabe des entwendeten Stone of Scone vorgesehen, doch diese Vereinbarung wurde im endgültigen Vertrag weggelassen.

Folgen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Eduard III. im Jahr 1330 volljährig wurde, wies er diesen turpis pax („schmachvollen Frieden“) zurück. Er argumentierte, das Abkommen sei während seiner Minderjährigkeit ausgehandelt worden und entspreche nicht seinem Willen. Der Frieden hielt bis 1332, als Eduards Günstling Edward Balliol den schottischen Thron für sich beanspruchte und mit einer Armee nach Schottland marschierte.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]