Acker-Wachtelweizen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Acker-Wachtelweizen
Melampyrum arvense 010608.jpg

Acker-Wachtelweizen (Melampyrum arvense)

Systematik
Asteriden
Euasteriden I
Ordnung: Lippenblütlerartige (Lamiales)
Familie: Sommerwurzgewächse (Orobanchaceae)
Gattung: Wachtelweizen (Melampyrum)
Art: Acker-Wachtelweizen
Wissenschaftlicher Name
Melampyrum arvense
L.

Der Acker-Wachtelweizen (Melampyrum arvense)[1][2] ist eine formenreiche Pflanzenart aus der Gattung Wachtelweizen (Melampyrum) in der Familie der Sommerwurzgewächse (Orobanchaceae).

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Illustration aus Billeder af nordens flora, 1917, links der Acker-Wachtelweizen (Melampyrum arvense), rechts der Kamm-Wachtelweizen (Melampyrum cristatum)
Ausschnitt eines Blütenstandes

Vegetative Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Acker-Wachtelweizen ist eine einjährige krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von 10 bis 30 Zentimetern. Die Stängel ist aufrecht und schwach verzweigt. Die Laubblätter sind linealisch bis lanzettlich; die unteren sind ganzrandig, die oberen am Grund gezähnt.

Generative Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Blütezeit reicht von Mai bis August. Die Blüten sind in einem kegelförmigen oder walzlichen, ährigen Blütenstand angeordnet. Die Tragblätter sind hell- bis lilarot. Die purpurfarbenen oder seltener gelb-grünen Hochblätter sind ei-lanzettlich und haben im unteren Teil grannenförmige Zähne.

Die zwittrigen Blüten sind zygomorph. Der flaumig behaarte Blütenkelch ist fast so lang wie die Kronröhre. Die Blütenkrone ist 2 bis 2,5 Zentimeter lang, die Kronröhre ist gelblich bis weißlich, die Lippen sind rötlich. Die Oberlippe ist helmförmig gebogen. Die am Rand aufgebogene Unterlippe liegt fast an der Oberlippe an; der Kronschlund dadurch fast geschlossen.

Die ovale Kapselfrüchte verschmälert sich an beiden Enden.

Die Chromosomengrundzahl beträgt x = 9; es liegt Diploidie vor mit einer Chromosomenzahl von 2n = 18.[1][2]

Ökologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beim Acker-Wachtelweizen handelt es sich um einen mesomorphen Therophyten.[1][2] Es handelt sich um einen Halbparasit (Hemiparasit)[1][2] auf Getreide und anderen Gräser-Arten, deshalb findet man den Acker-Wachtelweizen vor allem auf (kalkhaltigen) Ackerflächen, daher der deutsche Trivialname.

Es findet Insektenbestäubung[2] oder Selbstbestäubung statt. Bestäuber sind meist Hummeln.[2]

Die Samen werden durch Ameisen ausgebreitet (Myrmekochorie).

Dieser Artikel oder nachfolgende Abschnitt ist nicht hinreichend mit Belegen (beispielsweise Einzelnachweisen) ausgestattet. Die fraglichen Angaben werden daher möglicherweise demnächst entfernt. Bitte hilf der Wikipedia, indem du die Angaben recherchierst und gute Belege einfügst. Näheres ist eventuell auf der Diskussionsseite oder in der Versionsgeschichte angegeben. Bitte entferne zuletzt diese Warnmarkierung.

Acker-Wachtelweizen soll schwach giftig sein.

Vorkommen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Acker-Wachtelweizen kommt in fast ganz Europa vor, im Norden reicht sein Verbreitungsgebiet bis Südschweden. In Deutschland ist diese Art nur im Süden verbreitet, im Norden sowie südlich der Donau und in den Alpen ist sie selten.

Sie besiedelt hauptsächlich Staudensäume trockenwarmer Standorte und Äcker und kurzlebige Unkrautfluren, Nebenvorkommen gibt es auf Trocken- und Halbtrockenrasen, sowie auf halbruderalen Queckenrasen trockenwarmer Standorte. Er kommt in Mitteleuropa in Gesellschaften der Verbände Caucalidion lappulae oder Geranion sanguinei vor.[3]

Taxonomie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Erstveröffentlichung von Melampyrum arvense erfolgte 1753 Carl von Linné. Synonyme von Melampyrum arvense L. sind: Melampyrum argyrocomum Steud., Melampyrum cretaceum Czern. nom. nud., Melampyrum pseudobarbatum Schur, Melampyrum semleri Ronniger & Poeverl., Melampyrum arvense L. subsp. arvense, Melampyrum arvense subsp. pseudobarbatum (Schur) Beck, Melampyrum arvense subsp. schinzii Ronniger, Melampyrum arvense subsp. semleri (Ronniger & Poeverl.) Ronniger, Melampyrum arvense subsp. tuzsonii Soó, Melampyrum arvense var. semleri (Ronniger & Poeverlein) D.Hartl. Alle Subtaxa gelten als Synonyme.[4]

Belege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bertram Münker: Wildblumen Mitteleuropas (= Steinbachs Naturführer). Neue, bearb. Sonderausgabe. Mosaik, München 1996, ISBN 3-576-10563-8.
  •  Siegmund Seybold: Flora von Deutschland und angrenzender Länder. Ein Buch zum Bestimmen der wild wachsenden und häufig kultivierten Gefäßpflanzen. Begründet von Otto Schmeil, Jost Fitschen. 93. vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage. Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2006, ISBN 3-494-01413-2.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d Melampyrum arvense L., Acker-Wachtelweizen. In: FloraWeb.de.
  2. a b c d e f Acker-Wachtelweizen bei BiolFlor der Datenbank biologisch-ökologischer Merkmale der Flora von Deutschland.
  3.  Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. Unter Mitarbeit von Angelika Schwabe, Theo Müller. 8., stark überarbeitete und ergänzte Auflage. Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 2001, ISBN 3-8001-3131-5, S. 847-848.
  4. Karol Marhold, 2011: Scrophulariaceae: Datenblatt Melampyrum arvense In: Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Acker-Wachtelweizen (Melampyrum arvense) – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien