Aktion gegen den Hunger

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Aktion gegen den Hunger
Rechtsform Humanitäre Hilfsorganisation
Gründung 1979
Sitz Berlin, Deutschland
Aktionsraum Global
Schwerpunkt Ernährung, Gesundheit, Nothilfe
Website http://www.aktiongegendenhunger.de

Aktion gegen den Hunger ist die deutsche Sektion von Action Contre la Faim (ACF International). Hauptziel ist der Kampf gegen Mangelernährung und Hunger. Die internationalen Programme zielen darauf ab, unterernährte Kinder vor dem Hungertod zu retten, Zugang zu sicherem Trinkwasser einzurichten und nachhaltige Lösungen gegen den Hunger zu schaffen. 2014 war die Organisation in 47 Ländern tätig und erreichte mehr als 13 Millionen Menschen.[1] Die Spendeneinnahmen beliefen sich im gleichen Jahr auf mehr als 263 Millionen Euro. Die Organisation hat Hauptgeschäftsstellen in Frankreich, Spanien, Großbritannien, den USA, Kanada, Italien und Deutschland und beschäftigt weltweit etwa 6.800 Mitarbeiter.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Organisation wurde 1979 in Frankreich von französischen Intellektuellen als Antwort auf den Krieg in Afghanistan gegründet. Zu der Gründern zählten unter anderem Jacques Attali, Françoise Giroud, Marek Halter, Bernard-Henri Lévy, Guy Sorman, Jean-Christophe Victor sowie weitere Schriftsteller, Journalisten und Ärzte. Der Nobelpreisträger in Physik Alfred Kastler wurde erster Präsident der Organisation.[3]

1980[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Während der ersten Hilfsmission brachten Mitarbeiter der neugegründeten Organisation Hilfsgüter in zwei afghanische Flüchtlingslager in Pakistan. Für die dort lebenden Flüchtlinge stellte die Organisation sanitäre Anlagen bereit. Zudem wurden Mütter und Kinder medizinisch versorgt.

1994 Erfindung der Milch-Formel F-100[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Michael Golden, Ernährungsexperte und Mitglied des wissenschaftlichen Ausschusses der Organisation, entwickelte die therapeutische Milch-Formel F-100, welche die Sterblichkeit bei Kindern durch schwere akute Mangelernährung um 75 Prozent reduzierte.[4]

1997 Erfindung von Plumpy'nut[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ernährungsexperte André Briend entwickelte Plumpy’nut, eine Paste, die aus der lebensrettenden F-100-Milch-Formel und Erdnussbutter besteht. Dadurch kann die Milch-Formel ohne Kochen oder Wasser eingenommen werden, bedarf keiner Kühlung und steht einfacher zur Verfügung. Kinder können nun Zuhause behandelt werden und müssen nicht ins oft weit entfernte Krankenhaus gebracht werden.[5]

2014 größte Reichweite[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Organisation half im Jahr 2014 mehr als 13 Millionen Menschen in 47 Ländern.[6]

Aufgabenfelder der Organisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ernährung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die internationalen Programme der Organisation verfolgen nach eigenen Angaben das Ziel, Mangel- und Unterernährung zu bekämpfen. Neben der stationären und ambulanten Behandlung unterernährter Kinder zählen dazu auch Präventionsprogramme. Betroffene Regionen und Länder werden von der Organisation langfristig unterstützt, um die Ernährungsgrundlagen der gefährdeten Bevölkerung nachhaltig zu sichern.[7]

Wasser und Hygiene[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Organisation betreibt nach eigenen Angaben Programme, um Zugang zu sicherem Trinkwasser zu schaffen, unter anderem durch den Bau von Brunnen und die Installation von Handpumpen. Gleichzeitig werden sanitäre Einrichtungen installiert oder renoviert und die Hygiene gefördert, damit die Verbreitung von Krankheiten wie Cholera, Durchfall oder Ruhr eingedämmt werden kann.

Nothilfe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für Notfälle stehen nach eigenen Angaben Nothilfe-Teams bereit. Global werden nach eigenen Angaben Vorräte an strategisch wichtigen Punkten gelagert. Außerdem bereitet die Organisation die Bevölkerung in Gebieten, in denen ein erhöhtes Risiko von Naturkatastrophen besteht, mit Trainings auf Krisensituationen vor (nach eigenen Angaben).

Lebensgrundlagen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Organisation implementiert nach eigenen Angaben Programme zur Nahrungsmittelsicherung, um zukünftige Ausbrüche von Mangelernährung und Hungersnöten zu vermeiden. Bei der Planung der Programme werden u.a. Geographie, Klima und politische Verhältnisse berücksichtigt. Die Gemeinden vor Ort werden in die Planung miteinbezogen.[8]

Öffentlichkeitsarbeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Organisation setzt sich nach eigenen Angaben dafür ein, dass der Kampf gegen den Hunger auch durch politische Entscheidungen auf nationaler, regionaler und internationaler Ebene unterstützt wird.

Projektländer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Afrika[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Äthiopien
  • Burkina Faso
  • Demokratische Republik Kongo
  • Dschibuti
  • Elfenbeinküste
  • Guinea
  • Kenia
  • Liberia
  • Madagaskar
  • Mali
  • Mauretanien
  • Niger
  • Nigeria
  • Senegal
  • Sierra Leone
  • Simbabwe
  • Somalia
  • Südsudan
  • Tschad
  • Uganda
  • Zentralafrikanische Republik

Asien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Afghanistan
  • Bangladesch
  • Georgien
  • Indien
  • Indonesien
  • Kambodscha
  • Mongolei
  • Myanmar
  • Nepal
  • Pakistan
  • Philippinen

Lateinamerika[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bolivien
  • Guatemala
  • Haiti
  • Kolumbien
  • Nicaragua
  • Paraguay
  • Peru

Naher Osten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ägypten
  • Jemen
  • Jordanien
  • Libanon
  • Syrien
  • Türkei
  • Irakisches Kurdistan
  • Palästinensische Autonomiegebiete

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Action Against Hunger (Hrsg.): The geopolitics of hunger, 2000 - 2001: hunger and power. Rienner, Boulder [u.a.] 2001, ISBN 1-55587-925-X.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Über Aktion gegen den Hunger. Abgerufen am 9. September 2015.
  2. Aktion gegen den Hunger Jahresbericht 2014. Abgerufen am 9. September 2015.
  3. Geschichte von Aktion gegen den Hunger. Abgerufen am 3. Dezember 2014.
  4. J. F. Desjeux, A. Briend, C. Prudhon, Y. Greletty, M. H. Golden: [Definition and evaluation of therapeutic food for severely malnourished children in situations of humanitarian emergencies]. In: Bulletin de l'Académie nationale de médecine. Band 182, Nummer 8, 1998, ISSN 0001-4079, S. 1679–1690, PMID 10188315.
  5. Von Hardenberg, N.: Erdnussbutter für die Welt. In: Süddeutsche.de. Stand: 19. Mai 2010. Abgerufen am 4. Dezember 2014.
  6. Aktion gegen den Hunger Jahresbericht 2014. Abgerufen am 9. September 2015 (pdf).
  7. Our Impact/Nutrition - Action Against Hunger US. Abgerufen am 4. Dezember 2014.
  8. Our Impact/Food Security & Livelihoods - Action Against Hunger US. Abgerufen am 4. Dezember 2014.