Activity

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Activity Original
Activity® Original .jpg
Daten zum Spiel
Autor Ulrike und Paul Catty,
Maria und Josef Ernst Führer
Verlag Piatnik (1990),
Discovery Toys (1995)
Erscheinungsjahr 1990
Art Gesellschaftsspiel
Mitspieler 3 bis 16
Dauer ~ 60 Minuten
Alter ab 12 Jahren

Bei Activity handelt es sich um eine Brettspiel- und Gesellschaftsspielserie, wobei in den einzelnen Spielen jeweils mehrere Teams gegeneinander in Wettstreit treten. Durch das Erraten bestimmter Begriffe kommt man auf dem Spielfeld voran und kann das Spiel gewinnen. Im Spiel müssen Begriffe, je nachdem auf welchem Feld man steht, innerhalb von 60 Sekunden – die Zeit wird mithilfe einer Sanduhr gemessen – mit Worten erklärt, pantomimisch dargestellt oder gemalt werden. Es entspricht in den darstellerischen Teilen dem traditionellen Partyspiel Scharade.

Spielweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Spiel besteht in der Originalversion aus einem Spielplan, einem umfangreichen Kartensatz aus 550 Karten, 4 Spielfiguren und einer Sanduhr. Das Spiel ist für zwei bis vier Teams von jeweils mindestens zwei Spielern konzipiert, wodurch es auch in großen Gruppen gespielt werden kann.[1]

Auf dem Spielbrett ist eine Bahn dargestellt, die mit einem vierfarbigen Startfeld beginnt und danach in 6 Bereiche zu je 8 Feldern mit den Bezeichnungen A bis F und den jeweiligen Darstellungsformen sowie einen Zielbereich mit Zielfeld unterteilt ist. Auf den Karten befinden sich 6 Begriffe, die ebenfalls mit A bis F gekennzeichnet sind und jeweils eine Zahlenangabe haben, die die Anzahl der Schritte bei ihrer Lösung vorgibt. Auf der Karte können einzelne Begriffe rot gekennzeichnet sein, dabei handelt es sich um die Kennzeichnung für eine offene Runde. Zudem können die Aufgaben REIM und KETTE auf den Karten vorgegeben sein, die dann entsprechend gespielt werden.[1]

Um das Spiel zu gewinnen, müssen die Spieler durch Erraten der auf den Karten vorgegebenen Begriffe das Zielfeld auf dem Spielplan über den dargestellten Weg erreichen. Im Ziel muss das Gewinnerteam zudem eine Schlussaufgabe lösen.[1]

Regeln[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu Beginn des Spiels wählen die Teams jeweils eine Spielfigur und stellen diese auf das Startfeld, die Karten werden gemischt und verdeckt in mehreren Stapeln neben das Spielfeld gelegt. Als zusätzliches Spielmaterial werden Zeichenstifte und Papier benötigt. Die Teams spielen im Uhrzeigersinn und müssen jeweils zu Beginn ihres Zuges einen Darsteller aus ihrem Team bestimmen, wobei diese sich über die Runden reihum abwechseln. Der Darsteller des Startteams nimmt eine der ausliegenden Karten, die seine Mitspieler nicht sehen dürfen. Entsprechend der Position wählt der Darsteller nun einen der Begriffe auf der Karte, die wie die Felder des Spielfelds mit A bis F gekennzeichnet sind; zu Beginn des Spiels stehen alle Figuren im Bereich A, entsprechend wird ein A-Begriff gewählt. Nachdem er sich den Begriff eingeprägt hat (und wenn keine offene Runde gespielt wird), gibt er die Karte an die gegnerischen Teams zur Kontrolle weiter und beginnt mit seiner Aufgabe, die darin besteht, seinen Mitspielern den Begriff auf die auf dem Spielfeld vorgegebene Weise darzustellen. Er hat dafür so lang Zeit, wie die Sanduhr vorgibt, und die Mitspieler im Team müssen in dieser Zeit den Begriff erraten.[1]

Dabei gibt es drei Möglichkeiten der Darstellung:[1]

  • Zeichnerisch: In den Bereichen A und D muss der zu erratende Begriff gezeichnet werden. Der Darsteller darf nicht sprechen und auch nicht durch Gesten helfen. Die Zeichnung darf auch keine Zahlen und Buchstaben enthalten.
  • Umschreibend: In den Bereichen B und E muss der Begriff erklärt werden, ohne das betreffende Wort oder Teile des Wortes zu verraten.
  • Pantomimisch: In den Bereichen C und F muss der Begriff pantomimisch als Scharade dargestellt werden. Der Darsteller darf dabei nicht sprechen, keine Geräusche machen und auch keine Gegenstände zu Hilfe nehmen oder auf sie zeigen. Eigene Körperteile dürfen gezeigt werden.

Wird von dem Darsteller eine der Regeln missachtet, muss die eigene Spielfigur drei Felder zurückziehen und die Darstellung wird abgebrochen, das nächste Team setzt das Spiel fort.

Die Mitspieler rufen die potenziellen Lösungen laut aus der Darsteller darf darauf nicht reagieren, bis der richtige Begriff genannt wird. Die Einhaltung der Zeit und der Regeln bei der Darstellung wird von den Spielern der gegnerischen Teams kontrolliert. Wenn das Team den Begriff erraten hat, darf die eigene Spielfigur entsprechend der Vorgabe auf der Karte 3 bis 5 Felder vorziehen. Gelingt es nicht, bleibt die Figur stehen und das nächste Team ist dran.[1]

Neben den normalen Runden können je nach Vorgabe auf den Karten die folgenden Varianten gespielt werden:[1]

Offene Runde
Eine offene Runde wird gespielt, wenn der Begriff auf der Karte rot gekennzeichnet ist. In diesem Fall ist zudem eine 6 als Belohnung für die Lösung angegeben. Der Darsteller zeigt die gezogene Karte niemandem und alle Teams dürfen bei der Darstellung mitraten. Das Team, das den Begriff zuerst errät, darf mit seiner Figur 6 Felder vorgehen.
Reim
Beim Reim müssen der Darsteller und ein weiterer Spieler des Teams gemeinsam ein zweizeiliges Gedicht erfinden. Dabei gibt der Darsteller die erste Zeile vor und muss diese mit einem Wort beenden, dass sich auf das auf der Karte vorgegebene Wort reimt. Der zweite Spieler sollte nach den im ersten Teil des Reimes gegebenen Hinweise versuchen, seinen Teil des Reims auf das vorgegebene Wort enden zu lassen und darf dies so lang versuchen, bis die vorgegebene Zeit abgelaufen ist. Hat er das richtige Wort erraten, darf das Team 5 Felder weiterziehen.
Kette
Im Fall der Kette müssen alle Teams je einen Mitspieler auswählen. Der Darsteller gibt den Begriff auf der Karte vor und bildet aus dem zweiten Teil des zusammengesetzten Wortes ein neues Wort, das mit diesem beginnen muss. Danach muss der ausgewählte Mitspieler des nächsten Teams innerhalb von fünf Sekunden ebenfalls ein neues Wort aus dem zweiten Teil des Vorgängerwortes bilden und die Kette so an den nächsten Spieler weitergeben. Dabei sind alle existierenden Hauptwörter und Zeitwörter gültig, ein einmal gefallener Begriff oder Wortteil darf nicht mehr genutzt werden. Sobald ein Spieler kein neues Wort gefunden hat, endet die Kette und das Team des Spielers mit dem letzten gültigen Begriff gewinnt die Runde und kann die eigene Figur 4 Felder weit ziehen.

Am Ende jeder Aufgabe wird die Karte offen auf einen Ablagestapel abgelegt und das nächste Team startet seine Aufgabe. Wenn eine Spielfigur alle Spielbereiche durchlaufen hat, erreicht sie den Zielbereich und das entsprechende Team kann in der nächsten Runde versuchen, die Schlußaufgabe zu lösen. Diese ist gelöst, wenn das Team zwei Aufgaben löst Bei der ersten Aufgabe muss der Darsteller vor dem Ziehen einen der Bereiche A bis F auswählen. Handelt es sich dabei um eine Ketten- oder Reimaufgabe, wird eine neue Karte gezogen. Diese erste Aufgabe wird als offene Runde gespielt und nur wenn das Team des Darstellers die Lösung zuerst findet, wird die zweite Aufgabe gestartet. Dabei ziehen die Gegenspieler eine Karte und wählen einen Begriff, den das Team lösen muss. Gelingt eine der beiden Aufgaben nicht, darf das Team erst in der nächsten Runde erneut versuchen, die Schlußaufgabe zu lösen. Sobald beide Aufgaben gelöst sind, hat das entsprechende Team gewonnen.[1]

Variante für drei Personen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beim Spiel mit drei Personen wählt jeder Spieler eine eigene Spielfigur. In diesem Spiel werden nur offene Runden gespielt und jeder Spieler versucht, den vorgegebenen Begriff seinen beiden Mitspielern darzustellen. Wir der Begriff gelöst, dürfen sowohl der Darsteller wie auch der Spieler, der den Begriff erraten hat, um die angegebene Anzahl Felder vorrücken. Wenn kein Mitspieler den Begriff errät, kommt der nächste Spieler an die Reihe. Bei einer Reimaufgabe muss der Spieler die Aufgabe mit seinem linken Nachbarn lösen und beiden können bei der erfolgreichen Beendigung 5 Felder vorrücken. Alle anderen Regeln entsprechen denen des Teamspiels.[1]

Sobald ein Spieler im Zielbereich ist, kann er eine Karte ziehen und zeigt seinem linken Nachbarn den seiner Meinung nach schwierigsten Begriff. Dieser muss den Begriff für den dritten Mitspieler darstellen und wenn diese der Begriff errät, ziehen beide Süieler und das Spiel geht weiter. Gelingt es ihnen nicht, hat der Spieler im Zielbereich gewonnen.[1]

Weitere Adaptionen und Varianten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aufbauend auf dem 1990 erschienenen Originalspiel wurden von Piatnik zahlreiche Ergänzungen und weitere Adaptionen veröffentlicht. Einige der Varianten werden nicht mehr hergestellt, andere sind in mehreren überarbeiteten Auflagen erschienen:

Aktuell verfügbar:

  • Original (1990, 2002, 2013)
  • Kompakt (1997, 2013)
  • Club Edition (ab 18 Jahren; 2008, 2013)
  • Travel (2004, 2013)
  • Extreme Activity (2006)
  • Let's Party (2009)
  • Codeword (2012; ehemals Passwort 1996)
  • Champion (2015)
  • Sport (2015)
  • Original Jubiläumsausgabe (2015)
  • Family Classic
  • Activity Junior (1997, 2013)
  • Activity – My first (2005)
  • Krazy Kritzel (2016)
  • Multi Challenge (2017)

Nicht mehr aufgelegt:

  • Activity 2 (2000)
  • Activity for English I/II (1995)
  • Action (1995)
  • Turbo
  • Lifestyle
  • Alles ist möglich (2009)
  • Connection
  • Countdown (2011)
  • Professional
  • Activity Franz Ferdinand (2012)
  • Activity – Die Oktonauten (2013)
  • Activity 1996 (1996)
  • Activity 1997 (1997)
  • Gold Edition (20 Jahre Activity)
  • Activity Ruhrpott

Ergänzungssets:

  • Superthema Freizeit und Essen (1993)
  • Superthema Urlaub & Sport (1993)
  • Superthema Körper & Natur (1993)
  • Superthema Heute (1995)
  • Ergänzungsset 1000 Jahre Österreich (1996)
  • Activity Zusatzkarten (1999)
  • Die siebziger Jahre! Zusatzkarten (2000)

Varianten für Kinder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kindergerechte Varianten von Activity gibt es als Activity Junior (1997, 2013) oder als Activity Junior Turbo für Kinder ab 8 Jahren. Die Variante Activity Franz Ferdinand (2012) ist für Kinder ab 7 Jahren geeignet. Hinzu kommt Activity – Die Oktonauten (2013). Activity – My first (2005) kann bereits von Kindern im Kindergartenalter gespielt werden. Die Begriffe sind für Kinder ab vier Jahren geeignet, diese werden auf den Karten auch bildlich dargestellt. Zudem hält das Spiel einen variablen Spielplan bereit, um die Spiellänge anzupassen.[2]

Fernsehshow[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Fernsehshow Extreme Activity wurde 2006 auf der Basis des Spiels Activity entwickelt.

In den Jahren 2006–2007 wurde die Spielshow Extreme Activity im deutschen Fernsehen ausgestrahlt, die auf dem Spielprinzip von Activity basiert und in einer eigenen Brettspielversion Extreme Activity wieder aufgegriffen wurde. Diese wurde 2016 auch für das ungarische Fernsehen adaptiert und wird seit September 2016 ausgestrahlt.

Geschichte und Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Activity stammt von einem österreichischen Autorenteam, zwei Ehepaaren – Ulrike und Paul Catty sowie Maria und Josef Ernst Führer. Die beiden Paare trafen sich in Seckau in der Steiermark zum Spielen und erfanden dabei dieses Spiel, das schnell erklärt und leicht spielbar ist. 1990 kam Activity bei Piatnik heraus. Discovery Toys brachte 1995 eine englische Version als Word Trio heraus. Seit 1990 wurden etliche weitere Adaptionen des Spiels entwickelt, beginnend mit einzelnen Themenpaketen für das Basisspiel bis hin eigenständigen Spielen für unterschiedliche Zielgruppen.

Ab 2006 wurde eine Fernsehshow auf der Basis des Spiels unter dem Namen Extreme Activity entwickelt und international ausgestrahlt. Bei der 2007 mit dem Grimme-Preis und der der „Romy 2007“ ausgezeichneten Show mussten Prominente unter Anleitung von Jürgen von der Lippe diverse Aufgaben im Sil des ''Activity''-Spiels lösen. Basierend auf der Show wurde 2006 das gleichnamige Spiel Extreme Activity entwickelt, das 2007 mit dem österreichischen Spielepreis Spiel der Spiele ausgezeichnet und später auch für das ungarische Fernsehen adaptiert wurde. 2011 wurde zudem eine Mobile App zum Spiel für das iPad entwickelt.

Bis 2009 wurden mehr als fünf Millionen Spiele der Activity-Reihe verkauft[3], 2015 waren es mehr als sechs Millionen verkaufte Spiele[4]. Das Spiel wurde in 13 Sprachen übersetzt und zählt international zu den erfolgreichsten Brettspielen aller Zeiten.

Belege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e f g h i j Spielregeln des Spiels Activity in der Originalversion
  2. Activity für Kinder bei familienbrettspiele.de
  3. Piatnik: Happy Birthday Activity! bei brandora.de aus August 2009
  4. Brettspielbox-News 18/2015: Neuheiten, 25 Jahre Activity. Auf brettspielbox.de, 1. Mai 2015; abgerufen am 22. März 2017.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]