Adenauervilla

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Die Adenauervilla (auch bekannt als Adenauerhaus oder im Volksmund „Camp Konrad“ – als ironische Anspielung auf Camp David) ist eine Bauruine, die 1955/56 im Eifler Kammerwald erbaut wurde.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Adenauervilla im Kammerwald (2012)
Adenauervilla, Luftaufnahme (2016)
Adenauervilla, Senkrechtaufnahme (2016)

Das im Rohbau erstellte, aber nie fertiggestellte Bauwerk, sollte Bundeskanzler Konrad Adenauer zu seinen privaten Zwecken dienen; der Bauantrag wurde am 11. Juli 1955 als „Projekt LS/36/55“ mit der Bezeichnung „Neubau eines Jagd-, Wochenend- und Gästehauses bei Duppach“ beim Landratsamt Prüm eingereicht. Der Bau liegt zwischen den Gemeinden Duppach und Steffeln, wo 1955 auf einem 2000 Quadratmeter großen Grundstück im Kammerwald mit dem Bau der aufwendigen Villa mit insgesamt 600 Quadratmetern Wohnfläche begonnen wurde, welche angeblich sogar über einen atombombensicheren Luftschutzkeller und einen Hubschrauberlandeplatz auf dem Dach verfügen sollte.[1] Das stellte sich jedoch als Mythos heraus.[2]

Antragsteller für den bereits zwei Wochen später genehmigten Bau war der AEG-Vorstandsvorsitzende Friedrich Spennrath, den Bau leitete der Kölner Architekt Horst Mathow. Die Baupläne stammten vom Architekten Heribert Multhaupt, der seit 1954 mit Lotte Adenauer, Tochter des Bundeskanzlers, verheiratet und somit Schwiegersohn Adenauers war. Als diese Verbindungen in der Presse öffentlich mit dem Verdacht auf Korruption diskutiert wurden, wurde das Bauvorhaben im März 1956 eingestellt und daraufhin nie wieder aufgenommen. In der Mitte der 1980er Jahre kaufte eine Privatperson das Grundstück mit dem Rohbau.[3]

Die ruinösen Überreste der Adenauervilla liegen versteckt und von allen Seiten zugewachsen im Kammerwald bei Duppach, sie sind über Waldwege zu erreichen.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Armin Himmelrath: Filziges Geschenk der Industrie: Adenauers Skandal-Villa – SPIEGEL ONLINE – einestages. 19. April 2017, abgerufen am 19. April 2017.
  2. Luxusruine in der Eifel: Was wird aus der Adenauer-Villa? In: swr.de. 28. April 2017, abgerufen am 11. Juli 2017.
  3. Walter Schmidt: Adenauers Bruchbude. In: Neues Deutschland. 24. Oktober 2011, abgerufen am 11. Juli 2017 (Walter Schmidt publizierte das bereits in der Westerwälder Zeitung vom 23. März 2006, Seite 27.).

Koordinaten: 50° 16′ 13″ N, 6° 31′ 51″ O