Adolfstraße (Hannover)

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Die Adolfstraße an einem lange unbebauten Trümmergrundstück, auf dem das Ernst-August-Palais stand

Die Adolfstraße liegt im hannoverschen Stadtteil Calenberger Neustadt. Sie ist benannt nach Herzog Adolph Ferdinand von Cambridge (1774–1850)[1], dem jüngsten Bruder des Königs Ernst August I. von Hannover.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Ernst-August-Palais; am Ort bis 2018 ein unbefestigter Parkplatz; Stahlstich nach Wilhelm Kretschmer, um 1857

Die Adolfstraße wurde – gemeinsam mit der Molthanstraße und der Kommandanturstraße – erst im zweiten Viertel des 19. Jahrhunderts (1834[2]) angelegt anstelle eines Teils der ehemaligen Stadtbefestigung Hannovers: Erst nach einer Teil-Zuschüttung des Grabens am „Adolfswall“ begann hier die Bebauung, zunächst mit ergänzenden Bauten für die rund um den Waterlooplatz errichteten Militärbauten, später mit anspruchsvollen Wohngebäuden. Anfangs gaben für die zum Kauf nach ähnlichen Kriterien wie in der Georgstraße angebotenen Grundstücke ausnahmslos Architekten und Bauhandwerker Gebote ab, die „hier auf Spekulation bauen wollten“, wie Justus Heinrich Jakob Molthan, Ernst Ebeling, Christoph August Gersting und Ernst Ludwig Täntzel.[3]

Die Straße sollte – als Hauptstraße[3] – eine direkte Verbindung herstellen zwischen der Altstadt und dem seinerzeit noch bevorzugten Garten- und Villenvorort Linden, der damals nur über eine Brücke über die Ihme am Schwarzen Bären erreichbar war.

Am Beginn der Straße stand der 1790 errichtete Leibniztempel[4] an der Esplanade des Waterlooplatzes.

Aus der frühen Phase der Besiedlung hat sich das 1833 bis 1835 von Christoph August Gersting erbaute Haus Nummer 5 erhalten; der dreigeschossige Putzbau zeigt mit sieben Achsen zur Adolfstraße.[5] Neben der Putzfassade haben hier eine Tür und das originale Treppenhaus die Zeit überdauert.[5]

1846 bezog das Kronprinzenpaar Georg und Marie das Ernst-August-Palais an der Adolfstraße 2-3[6] (nicht erhalten).

1852–56 baute der Architekt Hermann Hunaeus unter Mitwirkung von Louis Stromeyer hier das Königliche Militärkrankenhaus, um sich hier 1856/57 dann ein eigenes Wohnhaus zu errichten (beide Bauten nicht erhalten).

Dem General-Militärhospital gegenüber errichtete Hunaeus 1859/60 die Militär-Bekleidungskommission, heute denkmalgeschütztes Gebäude der Akademie der DAG (Hausnummer 8).

Das Gebäude der heutigen „Blindow-Schule“ wurde 1860 als Kriegsministerium erwähnt und 1939 als Standort-Lazarett genutzt. Ab 1960 gehörte es zur Oberfinanzdirektion.

Die denkmalgeschützten Häuser mit den Hausnummern 6, 7 und 8a entstanden erst nach der Annexion des Königreichs Hannover durch Preußen.

Durch die Luftangriffe auf Hannover im Zweiten Weltkrieg wurden viele Gebäude an der Adolfstraße zerstört und es entstand ein größeres Trümmergrundstück. Davon zeugte bis 2018 ein über Jahrzehnte als Behelfsparkplatz genutzter großer unbefestigter Platz.

Umbauvorhaben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zuge von Hannover City 2020 +, einem groß angelegten Umgestaltungsvorhaben der Stadt Hannover für große Teile der Innenstadt, entsteht auf dem unbefestigten Parkplatz nördlich der Adolfstraße eine Wohnbebauung.[7] Der städtebaulich-landschaftsplanerische Ideenwettbewerb wurde im Juni 2010 abgeschlossen.

Seit 2016 ist die Adolfstraße als Fahrradstraße ausgewiesen, da sie für den Radverkehr eine attraktive direkte Verbindung zwischen der Innenstadt und dem Schwarzen Bär sowie Linden-Mitte wie auch zum Grünzug entlang der Ihme und damit nach Linden-Nord darstellt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Adolfstraße (Hannover) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Klaus Mlynek, Waldemar R. Röhrbein (Hrsg.) u. a.: Stadtlexikon Hannover. Von den Anfängen bis in die Gegenwart. Schlütersche, Hannover 2009, ISBN 978-3-89993-662-9, S. 12.
  2. Helmut Zimmermann: Die Straßennamen der Landeshauptstadt Hannover, Verlag Hahnsche Buchhandlung Hannover, Hannover 1992, ISBN 3-7752-6120-6, S. 8
  3. a b Harold Hammer-Schenk: Straßenpläne. In: Laves und Hannover. Niedersächsische Architektur im neunzehnten Jahrhundert, rev. Neuauflage des Kataloges zur Ausstellung (1998-1999) Vom Schloß zum Bahnhof, Bauen in Hannover, hrsg. von Günther Kokkelink und Harold Hammer-Schenk, Verlag Th. Schäfer Hannover und Institut für Bau- und Kunstgeschichte der Universität Hannover, ISBN 3-88746-236-X, S. 274ff.; hier: S. 276
  4. 1936 in den Georgengarten versetzt.
  5. a b Ilse Rüttgerodt-Riechmann: Adolfstraße und der angrenzende Bereich. In: 02 Calenberger Neustadt. In: Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland, Baudenkmale in Niedersachsen, Stadt Hannover, Teil 1, Bd. 10.1, S. 84–99; hier: S. 94
  6. Lit.: Geschichte der Stadt Hannover..., Bd. 2, S. 308.
  7. Letztes großes Grundstück in der City wird bebaut in Hannoversche Allgemeine Zeitung vom 12. November 2015

Koordinaten: 52° 22′ 6,5″ N, 9° 43′ 31,9″ O