Aerzener Maschinenfabrik

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Aerzener Maschinenfabrik
Rechtsform GmbH
Gründung 1864
Sitz Aerzen
Leitung Klaus-Hasso Heller
Mitarbeiterzahl 1650 weltweit, ca. 1050 im Stammhaus
Umsatz 280 Millionen Euro (2009)
Branche Maschinen- und Anlagenbau
Website www.aerzen.com

Die Aerzener Maschinenfabrik GmbH ist einer der weltweit führenden Anbieter von zweiwelligen Drehkolbenmaschinen. Das Stammhaus befindet sich seit der Gründung des Unternehmens 1864 durch Adolph Meyer in Aerzen in der Nähe von Hameln.

Aerzener Maschinenfabrik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Unternehmensgruppe gehören über 43 Tochtergesellschaften und Vertretungen. Somit können jederzeit 100 Länder von Ansprechpartnern in der jeweiligen Landessprache betreut werden. Rund 2.000 Mitarbeiter beschäftigt das Unternehmen weltweit, davon rund 1000 im Stammhaus Aerzen.

Das Unternehmen ist mit ihren Tochtergesellschaften in folgenden Ländern vertreten: Australien, Belgien, Brasilien, Kanada, China, Deutschland, Finnland, Frankreich, Großbritannien, Indien, Italien, Japan, Kanada, Kolumbien, Kroatien, Mexiko, Niederlande, Österreich, Polen, Rumänien, Russland, Schweden, Schweiz, Singapur, Slowakei, Spanien, Tschechien, Türkei, Ungarn, USA und den Vereinigten Arabischen Emiraten.

Im Geschäftsjahr 2015 erzielte die Aerzener Maschinenfabrik einen Umsatz von ca. 320 Millionen Euro.

Die Aerzener Maschinenfabrik ist trotz ihrer langen Geschichte immer noch in Familienhand und wird auch so geführt.

2010 wurde die Aerzener Maschinenfabrik in das Lexikon der deutschen Weltmarktführer aufgenommen.[1]

Produktportfolio[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Drehkolbenverdichter
  • Drehkolbengebläse
  • Schraubenverdichter
  • Drehkolbengaszähler
  • Turbos

Einsatzbereiche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Chemie- und Verfahrenstechnik
  • Drucklufttechnik
  • Pneumatischer Transport von Schüttgütern
  • Umweltschutz
  • Hochvakuumtechnik
  • Kälte- und Klimatechnik
  • Bergbau
  • Stahlindustrie
  • Halbleiterindustrie
  • Trinkwasseraufbereitung
  • Gasförderung
  • Petrochemie

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1864: Der Bankier und Kaufmann Adolph Meyer gründet die Aerzener Maschinenfabrik.
  • 1867: Einrichtung der Eisengießerei.
  • 1868: Das erste europäische Drehkolbengebläse wird gebaut.
  • 1887: Das Fabrikationsprogramm umfasst Drehkolbengebläse, Dampflokomobile, Dreschmaschinen, Futterschneidemaschinen, Heuwender, Kreissägen und Feldschmieden.
  • 1894: Die Fertigung von landwirtschaftlichen Geräten wird eingestellt, der Gebläsebau nimmt zu. Das Werk liefert Kupolöfen, Gießereimaschinen, komplette Schmiedeeinrichtungen und Brauereimaschinen.
  • 1897: Das 5.000ste Gebläse wird gefertigt.
  • 1907: Umwandlung der Aerzener Maschinenfabrik in eine GmbH
  • 1909: Das 10.000ste Gebläse verlässt das Werk.
  • 1930: Fertigung von Drehkolbengaszählern.
  • 1943: Fertigung von Schraubenverdichtern.
  • 1967: Spezielle Schraubenverdichter zur Luftverdichtung werden entwickelt und gefertigt.
  • 1968: Schraubenverdichter mit Öleinspritzung für die Kältetechnik gehen in Serienfertigung.
  • 1971: Schraubenverdichter mit Öleinspritzung für die Drucklufttechnik werden entwickelt und gefertigt.
  • 1978: Die größten Drehkolbengebläse der Welt (84.000 m³/h Fördervolumen) werden für die Stahlindustrie gebaut. Bis heute wurden insgesamt 150 dieser Gebläse gebaut und befinden sich weltweit im Einsatz.
  • 1984: Die größten Schraubenverdichter der Welt (65.000 m³/h Fördervolumen) für die chemische Industrie verlassen das Aerzener Werk.
  • 1987: Entwicklung des Drehkolbengebläses mit integriertem Pulsationsabbau. Dieser Meilenstein in der Konstruktion von Gebläsen wurde der Aerzener Maschinenfabrik entsprechend patentiert.
  • 1989: Das 250.000ste Gebläse verlässt das Werk.
  • 1990: Zertifizierung nach DIN ISO 9001, die Aerzener Maschinenfabrik ist eines der ersten Maschinenbauunternehmen, das aufgrund ihrer Qualitätsorientierung nach DIN ISO 9001 zertifiziert wird.
  • 1994: Das neuartige Gebläseaggregat DELTA BLOWER geht in Serienfertigung.
  • 1996: Markteinführung der Verdichter-Baureihe DELTA SCREW.
  • 1997: VARISCREW, die neue Generation von Kälteverdichtern, wird entwickelt und gefertigt.
  • 1999: Vorstellung der Weltneuheit VARISCREW+ - der erste semihermetische Kälteverdichter auch für Ammoniak-Anwendungen.
  • 2001: Die neue Gaszähler-Baureihe wird vorgestellt und geht in Serienfertigung.
  • 2002: Zur Optimierung des Produktionsablaufs wird die Fertigungshalle 4F errichtet.
  • 2003: Markteinführung der neuen Druckluftverdichter-Baureihe DELTA TWIN mit patentiertem Antriebskonzept.
  • 2005: Vorstellung der Vakuumgebläse mit ATEX-Zertifikat für Zone 0, (intern.) Markteinführung der Aerzener Vakuumgebläse mit Spaltrohrmotor.
  • 2006: Markteinführung der Aerzener Gebläseaggregate Delta Blower Generation 5.
  • 2008: Eröffnung des neuen Produktionscenters.
  • 2008: Markteinführung der Aerzener Schraubenverdichter Delta Screw Generation 5 mit neuen technischen Innovationen.

AM-Publikationen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 90 Jahre Aerzener Maschinenfabrik GmbH. Gegründet im Jahre 1864, Aerzen: Aerzener Maschinenfabrik, 1954
  • Edgar Jörg (Bearb.): 100 Jahre Aerzener Maschinenfabrik. Von 1864 bis 1964, Aerzen bei Hameln: Aerzener Maschinenfabrik GmbH, 1964
  • Alexander Kirschbaum: 150 Jahre Aerzener Maschinenfabrik 1864 - 2014, Festschrift, Hrsg.: Aerzener Maschinenfabrik GmbH, Text und Bild Geschichtsbüro Reder, Roeseling & Prüfer (Köln), Köln: Geschichtsbüro-Verlag, 2014, ISBN 978-3-940371-32-4; Inhaltsverzeichnis und Inhaltstext

Periodika[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Kundenzeitschrift Aerzen Com.Press erscheint einmal im Quartal. Es ist eine Business-to-Business-Kundenzeitschrift.
  • Außerdem gibt die Aerzener Maschinenfabrik vier Mal im Jahr eine Mitarbeiterzeitschrift namens Focus on Aerzen heraus.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Albert Lefèvre: Aerzener Maschinenfabrik, in ders.: Der Beitrag der hannoverschen Industrie zum technischen Fortschritt (= Hannoversche Geschichtsblätter, Neue Folge Bd. 24, Heft 3/4 (1970)), S. 214–216

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Florian Langenscheidt, Bernd Venohr (Hrsg.): Lexikon der deutschen Weltmarktführer. Die Königsklasse deutscher Unternehmen in Wort und Bild. Deutsche Standards Editionen, Köln 2010, ISBN 978-3-86936-221-2.

Koordinaten: 52° 2′ 37,3″ N, 9° 15′ 24,9″ O