Florian Langenscheidt

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Florian Langenscheidt

Florian Langenscheidt (* 7. März 1955 in Berlin) ist ein deutscher Verleger, Buchautor, Redner und Wagniskapitalgeber.

Jugend[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Langenscheidt, Ururenkel des Verlagsgründers Gustav Langenscheidt, studierte nach dem Abitur Germanistik, Journalismus und Philosophie an der Ludwig-Maximilians-Universität München und promovierte über „Werbung für Gegenwartsliteratur“.[1] Im Anschluss an seine Promotion studierte er Verlagswesen an der Harvard University in Cambridge (Massachusetts) und arbeitete zwei Jahre für einen Verlag in New York. Danach absolvierte er einen Studiengang zum Master of Business Administration am INSEAD im französischen Fontainebleau.

Verleger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1985 trat Langenscheidt als Verleger in vierter Generation in die Langenscheidt-Verlagsgruppe ein und bekleidete dort verschiedene verlegerische und geschäftsführende Funktionen. Von 1990 bis 1994 fungierte er zusammen mit seinem Vater Karl Ernst Tielebier-Langenscheidt und seinem Bruder Andreas Langenscheidt als persönlich haftender Gesellschafter. 1994 zog sich Florian Langenscheidt freiwillig aus der operativen Geschäftsführung der Langenscheidt-Verlagsgruppe zurück, war jedoch weiterhin als Kommanditist an der Langenscheidt Verlagsgruppe beteiligt. Anfang 2013 wurde der Verlag an die Günther Holding GmbH veräußert.[2] Von 1988 bis 2001 war Langenscheidt zudem Vorstandsmitglied beim Bibliographischen Institut & F. A. Brockhaus AG, das mehrheitlich zur Verlagsgruppe Langenscheidt gehörte. Seit 2002 war er dort Mitglied des Aufsichtsrats bis zum Verkauf des Unternehmens 2009.

Langenscheidt beschäftigte sich bereits frühzeitig mit den Auswirkungen des Internets und war 1992 Gründungsvorsitzender des Arbeitskreises Elektronisches Publizieren des Verleger-Ausschusses im Börsenverein des Deutschen Buchhandels. Langenscheidt wirkt als Business Angel und Wagniskapitalgeber für Unternehmen in den Bereichen Medien und Internet. Er ist oder war unter anderem Gesellschafter von i:FAO AG, Newsports, Ciando, TV Guide, GAP, IP Planet, Jochen Schweizer GmbH, buecher.de/Mediantis, Upsolut Sports AG, Transatlantic Ventures AG, SmartLaw Media GmbH, Berlin Valley und Tandem.

Langenscheidt schrieb zahlreiche Kolumnen für die Zeitschriften Capital, Forbes und Max. Von 1993 bis 2001 moderierte er für das Bayerische Fernsehen zahlreiche Ausgaben des nachtClub und der Münchner Runde. Seit 2002 ist er ein vielgebuchter Redner. Er verfasste mehrere Bücher zu großen zwischenmenschlichen Gefühlen, die im Heyne Verlag erschienen sind und zu Bestsellern wurden. In seinem eigenen Verlag Edition Deutsche Standards sowie mit dem Gabler Verlag gibt er Bücher über deutsche Marken und Markennamen heraus. Zuletzt erschien in dieser Reihe Das Beste an Deutschland – 250 Gründe, unser Land heute zu lieben, Aus bester Familie, Lexikon der Deutschen Familienunternehmen, Handgemacht, Best of German Mittelstand und Marken des Jahrhunderts.

Soziales Engagement[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit sich Langenscheidt aus dem operativen Mediengeschäft zurückgezogen hat, widmet er sich stärker sozialen und ökologischen Projekten. Bereits 1994 initiierte er die gemeinnützige Kinderorganisation Children for a better world und wirkt seitdem als Vorstandsvorsitzender. Er ist Gesellschafter und Stiftungsrat der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung. Darüber hinaus engagiert er sich als Kuratoriumsmitglied folgender Organisationen: Stiftung Lesen[3], World-Wide Fund for Nature (WWF), Deutsche Olympische Gesellschaft, Deutsches Museum, Deutscher Gründerpreis und Deutsche Sporthilfe. Zudem war Langenscheidt Vorstandsmitglied der Atlantik-Brücke, Mitglied des Chairman's Council des Museum of Modern Art, New York sowie im Board of Trustees des Institute for Advanced Studies der Princeton University und Jurymitglied World Awards.

Seit 2014 unterstützt Florian Langenscheidt außerdem die Heraeus Bildungsstiftung als Mitglied des Stiftungsbeirates.

Privatleben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Langenscheidt war seit 1986 mit der Industriellentochter Gabriele Quandt-Langenscheidt verheiratet, die auch seine Bücher illustrierte. Sie haben zwei gemeinsame Söhne. 2008 trennten sich beide, als seine neue Vaterschaft bekannt wurde.
Langenscheidt zeigte sich erstmals im Herbst 2008 öffentlich mit seiner neuen Lebensgefährtin Miriam Friedrich, die damals gerade gemeinsame Zwillinge zur Welt gebracht hatte.[4] Im Februar 2012 heirateten sie;[5] 2016 trennten sie sich wieder.[6]

Marketing-Aktivitäten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2006 wirkte Langenscheidt bei der Kampagne „Du bist Deutschland“ mit.

Im Dezember 2009 wurde Langenscheidt als Testimonial für die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft aktiv.[7] Er engagierte sich im Rahmen einer PR-Kampagne für die Aussage „Soziale Marktwirtschaft macht’s besser... weil sie Wettbewerb mit Menschlichkeit verbindet.“[8]

Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im September 2008 wurde Langenscheidt in die „German Speakers Hall of Fame“ gewählt.

Im März 2016 erhielt er das Bundesverdienstkreuz am Bande.[9]

Bibliographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Autor:

Herausgeber:

  • Bei uns zu Hause. Prominente erzählen von ihrer Kindheit. (Darin auch ein Selbst-Porträt seiner Kindheit und Jugend.) Econ Verlag 1995, ISBN 3-430-15945-8.
  • Motto meines Lebens. Heyne Verlag, 2003, ISBN 3-453-86150-7.
  • Deutsche Standards - Weltmarktführer. Gabler Verlag, 2004, ISBN 3-409-12660-0.
  • Deutsche Standards - Unternehmerische Verantwortung. Gabler Verlag, 2005, ISBN 3-409-12661-9.
  • mit Sepp Heckmann: Maschinen Made in Germany. Deutsche Standards Editionen, 2006, ISBN 3-8349-0264-0.
  • Das Beste an Deutschland. Deutsche Standards Editionen, 2006, ISBN 3-8349-0265-9.
  • Deutsche Standards – Beispielhafte Geschäftsberichte. Gabler Verlag, 2006, ISBN 3-8349-0437-6.
  • Deutsche Standards. Marken des Jahrhunderts. Gabler Verlag, 2007, ISBN 978-3-8349-0436-2.
  • Aus bester Familie. 100 vorbildliche deutsche Familienunternehmen. 2. Auflage. Gabler Verlag, 2008, ISBN 978-3-86936-254-0.
  • Deutsches Markenlexikon. Gabler Verlag, 2008, ISBN 978-3-8349-0629-8.
  • Das Lexikon der deutschen Familienunternehmen: Deutsche Familienunternehmen mit allen wichtigen Informationen zu Herkunft, Geschichte, Daten und Fakten. Mit 4.000 Abbildungen. Gabler Verlag, 2009, ISBN 978-3-8349-1640-2.
  • Das Beste für Ihr Kind. Gabler Verlag, 2011, ISBN 978-3-86936-253-3.
  • In bester Gesellschaft. Gabler Verlag, 2011, ISBN 978-3-86936-251-9.
  • Handgemacht. Gabler Verlag, 2012, ISBN 978-3-86936-349-3.
  • Das Lexikon der deutschen Familienunternehmen: Deutsche Familienunternehmen mit allen wichtigen Informationen zu Herkunft, Geschichte, Daten und Fakten. Mit 4.000 Abbildungen. Gabler Verlag, 2014, ISBN 978-3-86936-530-5.
  • Lexikon der deutschen Weltmarktführer. Deutsche Standards Editionen, Köln, 2. Aufl. 2014, ISBN 978-3-86936-656-2.
  • Best of German Mittelstand. Deutsche Standards Editionen, 2015, ISBN 978-3-942597-48-7.
  • Deutsche Standards. Marken des Jahrhunderts. Gabler Verlag, 2015, ISBN 978-3-942597-49-4.

Bei einigen dieser Bücher wirkten weitere Personen als Co-Herausgeber.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Florian Tielebier-Langenscheidt: Werbung für deutsche Gegenwartsliteratur: ein Beitrag zur Theorie und Praxis der Literaturvermittlung. Buchhändler-Vereinigung, Frankfurt am Main 1983, DNB 830289402. (Dissertation von Florian Langenscheidt)
  2. Pressemitteilung: Veränderung in der Langenscheidt-Geschäftsführung. Langenscheidt GmbH & Co. KG, 4. Juni 2013, abgerufen am 10. Januar 2014.
  3. Stiftung Lesen | Kuratorium. In: www.stiftunglesen.de. Abgerufen am 24. Mai 2016.
  4. Langenscheidt im Glück. auf: Welt online. 24. Oktober 2008.
  5. Florian Langenscheidt: Kirchliche Trauung auf Schloss Sanssouci. auf: bunte.de, 21. Februar 2012.
  6. bunte.de: Florian & Miriam Langenscheidt
  7. vgl. INSM-Kampagne „Soziale Marktwirtschaft macht´s besser“, 13. Dezember 2009, unter Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft International.
  8. vgl. INSM-Kampagne „Soziale Marktwirtschaft macht’s besser“, 13. Dezember 2009, unter Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft International.
  9. berlin.de

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]