Akutes cholinerges Syndrom

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Klassifikation nach ICD-10
T44 Vergiftung durch primär auf das autonome Nervensystem wirkende Arzneimittel
ICD-10 online (WHO-Version 2016)

Ein Akutes cholinerges Syndrom ist ein krankhafter Zustand des vegetativen Nervensystems, bei dem der Nervus vagus (Parasympathikus) überstimuliert wird.

Ursache[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Meist tritt das Syndrom als Folge von unerwünschten Arzneimittelwirkungen bzw. Vergiftungen, aber auch nach Insektenstichen auf, siehe Acetylcholin in Tier- und Pflanzengiften.

Es kann als vorübergehende Nebenwirkung bei Gabe des in der Chemotherapie verwendeten Irinotecan auftreten. [1]

Ferner können Pestizide sowie Nervenkampfstoffe wie Sarin zu einem akuten cholinergen Syndrom führen.[2]

Klinische Erscheinungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Symptome sind: [3]

  • Durchfall
  • Schwitzen
  • Bauchschmerzen
  • tränende Augen
  • Sehstörungen mit engen Pupillen
  • vermehrter Speichelfluss
  • Schüttelfrost
  • Bindehautentzündungen
  • Blutgefäßerweiterung mit niedrigem Blutdruck
  • Benommenheit, Unwohlsein, Schwindel

Die Häufigkeit des Auftretens bei onkologischer Behandlung wird mit 1 % angegeben.[4]

Therapie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Behandlung erfolgt durch Atropin.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • M. J. Hsieh, Z. S. Yen, S. C. Chen, C. C. Fang: Acute cholinergic syndrome following ingestion of contaminated herbal extract. In: Emergency medicine journal : EMJ. Band 25, Nummer 11, November 2008, S. 781–782, ISSN 1472-0213. doi:10.1136/emj.2008.060889. PMID 18955628.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. https://medikamio.com/de-de/medikamente/irinotecan-evepacks-20-mgml-konzentrat-zur-herstellung-einer-infusionsloesung/pil
  2. Fluoridealert
  3. Jurnalonko
  4. Uni Tübingen
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